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17. März
2006
Neue Enthüllungen
über US-General George S. Patton:
Mit der SS gen
Osten
Von Dr. Fritz Stenzel
Viersterne-General George S. Patton
(1885-1945) war der wohl beeindruckendste US-Heerführer
des Zweiten Weltkriegs. Er spielte eine führende Rolle
bei den Invasionen auf Sizilien und in der Normandie. Seine
3. US-Armee stieß nach der Rhein-Überquerung bis
auf 90 Kilometer an Prag heran. Nach der deutschen
Kapitulation amtierte Patton als amerikanischer
Militärgouverneur von Bayern. Dabei erwies er den
Besiegten einen damals eher unüblichen Respekt:
"Eigentlich sind die Deutschen die einzigen anständigen
Leute, die in Europa übriggeblieben sind",
erklärte er in einer Offenheit, die ihm zahlreiche
Anfeindungen im eigenen Lager eintrug.
Besonders die Waffen-SS hatte es ihm
angetan; augenzwinkernd bezeichnete er sie als "eine Bande
sehr disziplinierter Hurensöhne". Auch politisch wollte
sich Patton nicht an einseitigen Verdammungsurteilen
beteiligen. Auf einer Pressekonferenz am 28. September 1945
in Bad Tölz wurde er nach seiner Einschätzung der
NSDAP befragt und antwortete sinngemäß, diese -
von den Siegern verbotene - Partei sei nicht besser und
nicht schlechter gewesen ("just like") als die Republikaner
und Demokraten Amerikas. Dabei blieb er auch, als
Journalisten kritisch nachhakten.
General Eisenhower, der US-Oberbefehlshaber, entband ihn
daraufhin vom Kommando der 3. Armee. Einige Wochen
später hatte Patton einen mysteriösen Autounfall
mit Halswirbelbruch. Er starb am 21. Dezember 1945 im
US-Militärhospital von Heidelberg. Bis heute gilt der
Unfall als "von dritter Hand arrangiert".
"Götz von Berlichingen"
als Bündnispartner
Patton ist auch 60 Jahre nach seinem
geheimnisumwitterten Tod noch immer für
Enthüllungen gut. Die jüngsten kommen aus dem
Tegernseer Tal in Südbayern, wo der US-General bei
Kriegsende in der Villa des NS-Verlegers und
Reichspresseleiters Max Amann residierte.
Im nahen Achental und in den
Kreuther Bergen sammelten sich Anfang Mai 1945 die noch
immer schlagkräftigen Verbände der 17.
SS-Panzer-Grenadier-Division "Götz von Berlichingen".
Sie standen unter dem Kommando des Ritterkreuzträgers
Georg Bochmann und bildeten aus Pattons Sicht eine
Elitetruppe, die auch gut an amerikanischer Seite hätte
kämpfen können - gegen die Sowjets. Denn der
US-General war strikter Antikommunist und sah in der Roten
Armee ("diese Mongolenbrut") eine Bedrohung Westeuropas. Am
liebsten wäre er zusammen mit den deutschen
Verbänden gleich weiter gen Osten gezogen, um Hitlers
Präventivschlag gegen Stalin erfolgreich
abzuschließen.
Zu diesem Zweck wollte sich Patton
die 17. SS-Panzer-Grenadier-Division gewissermaßen
warmhalten. So jedenfalls steht es in den Aufzeichnungen des
deutschen Militärarztes Ernst Rudolf Poeck, der damals
am Tegernsee die Kontakte zwischen Patton und Bochmann als
Beteiligter unmittelbar erlebte. Poecks Sohn Wolfgang, ein
Bankier, hat das Dokument unlängst in der Zeitschrift
"Tegernseer Tal" veröffentlicht. Daraus geht schier
Unglaubliches hervor:
Patton wollte das sich
auflösende XIII. deutsche Armeekorps, dem auch
Bochmanns Männer angehörten, unter Führung
von SS-Offizieren reorganisieren. Poeck wurde zu diesem
Zweck zum Korpsarzt ernannt, bekam von den Amerikanern einen
Jeep samt Chauffeur und sollte in den bayerischen
US-Gefangenenlagern geeignete Mediziner für den
Neuaufbau der Sanitätstruppe rekrutieren. Als
amerikanische Gewährsleute benannte Poeck in seinen
Aufzeichnungen Captain Saltman und Lieutenant Knoff. Sie
seien in die Planung eingeweiht gewesen.
Schon die Kapitulation der
Bochmann-Division glich, wie sich Poeck erinnert, einer
Verbrüderung: "Die Kommandoübergabe an die
Amerikaner hat so stattgefunden, daß die SS-Division
im Karree angetreten war und Patton mit einem Hubschrauber
innerhalb dieses Karrees landete. Patton stieg aus, der
SS-General erstattete ihm Meldung und forderte die Truppe
auf, General Patton mit einem dreifachen 'Heil Hitler' zu
begrüßen, was dann geschah. Patton schien
überwältigt, weil er eine solche Haltung nach
Kriegsende noch von keiner deutschen Truppe erlebt hatte."
Der US-Armeeführer habe Bochmann sogleich gefragt, ob
dessen Männer bereit seien, an amerikanischer Seite
gegen die Sowjets zu kämpfen. Wer sich
anschließen wolle, möge einen Schritt nach vorne
treten. Alle, ohne einzige Ausnahme, traten vor, berichtet
Poeck.
Der von seiner Truppe legitimierte
Waffen-SS-Chronist Dr. K-G. Klietmann hatte 1965 über
die "Götz-von-Berlichingen"-Division geschrieben: "Nach
Abmarsch in das provisorische Gefangenenlager Rottach-Egern
wurde die Division im Mai/Juni in den Raum
südöstlich von München - Baldham - verlegt
und in zwei Infanterie- und ein Transport-Regiment
umgebildet." Daß sich deutsche SS-Einheiten nach der
Kapitulation unter US-Aufsicht neu formierten, ist bislang
von der Zeitgeschichtsschreibung ignoriert worden. Poecks
Zeugenbericht wurde aber vom "Münchner Merkur"
(21.12.05) groß herausgestellt.
Unabhängig von den
Enthüllungen aus dem Tegernseer Tal erreichte die
Redaktion von Nation & Europa unlängst eine
Kriegsaufzeichnung des ehemaligen Majors Albrecht Philler.
Sie bestätigt das Patton-Bild. Folgendes hat sich laut
Philler ereignet: Kurz vor Kriegsende standen rund 80.000
deutsche Soldaten unter Befehl des Generals Erwin
Engelbrecht im Raum Eger-Marienbad-Karlsbad. Unter starkem
Angriffsdruck der Roten Armee zogen sie sich
Richtung Fichtelgebirge zurück. Sie wollten nicht in
sowjetische Gefangenschaft geraten. Die Amerikaner hatten
sich jedoch verpflichtet, alle östlich der Gebirgskette
kapitulierenden Deutschen den Russen zu überlassen.
Das wollte Engelbrecht nicht
hinnehmen. Er fuhr persönlich zu dem US-Kommandeur - es
war Patton - und erklärte diesem unverblümt, die
noch gut ausgerüsteten und kampfbereiten deutschen
Einheiten würden die amerikanischen Linien notfalls mit
Gewalt durchbrechen. Patton zögerte zunächst,
ließ sich dann aber in einem Telephonat mit Eisenhower
freie Hand geben. Die Deutschen durften kommen. Engelbrecht,
der bereits Flugblätter in englischer Sprache hatte
drucken lassen, um die US-Soldaten vorzubereiten, blieb
freiwillig als Quasi-Geisel in Pattons Hauptquartier.
Zum "Antisemiten" gestempelt
Gemeinsam nahmen dann der deutsche
General und sein amerikanischer Kollege den Vorbeimarsch der
Kapitulierenden ab. Patton sah eine deutsche Truppe in guter
Verfassung - mit schwerer Artillerie und modernen Panzern.
Engelbrecht bekam von dem US-General zu hören: "Ich
danke Ihnen, daß Sie den Tod von wohl 20.000
amerikanischen Soldaten verhindert haben. Ihre starke und so
gut ausgerüstete Armee hätte den Durchbruch
geschafft."
Patton ließ die deutschen
Gefangenen anständig verpflegen und bereits nach 14
Tagen entlassen. Engelbrecht und dessen Familie, die aus
ihrer Heimatstadt Brünn ebenfalls nach Oberfranken
geflohen war, erhielten einen handschriftlichen Schutzbrief
des US-Generals. Viele solcher Gesten gab es damals nicht.
Patton wurde deshalb insbesondere von jüdischer Seite
heftig angriffen. Als er sich mit nicht gerade
diplomatischen Worten wehrte, unterstellte man ihm
"Antisemitismus" und forderte seine Kaltstellung.
Zur gleichen Zeit reisten
jüdische "Rächer"-Kommandos durch Deutschland, um
mißliebige Personen umzubringen. Der israelische
BBC-Korrespondent Michael Elkins schrieb dazu 1971 das Buch
"Forget in Fury" ("Vergessen im Zorn"). Unter Berufung auf
die Aussagen der Täter heißt es dort: "Wo immer
es nötig und nützlich war, wurden die
Anschläge so arrangiert, daß es nach einem
Unfall, einem natürlichen Tod oder nach Selbstmord
aussah." Die bis heute anhaltenden Spekulationen über
Pattons Ende finden in solchen Bekenntnissen ihre
Nahrung.
Quelle: Nation &
Europa
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