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21. Oktober
2005
"Ausbildungsabgabe"
würde nicht helfen:
Das
Lehrlingsproblem
Auf dem deutschen Lehrstellenmarkt
wird es immer enger. Zwischen Oktober 2004 und Mai 2005
wurden den Arbeitsämtern 370.000 offene Stellen
gemeldet - das sind stattliche 39.000 weniger als im
Vergleichszeitraum 2003/2004. Die Politik quittierte solche
Rückgänge in den letzten Jahren
regelmäßig mit der Androhung einer
"Ausbildungsplatzabgabe".
Doch es krankt weniger an der
Bereitschaft von Unternehmen, Lehrstellen zu schaffen, als
vielmehr an geeigneten Bewerbern. Die Fähigkeiten der
Auszubildenden im Rechnen und im geschriebenen Deutsch
lassen mittlerweile so sehr zu wünschen übrig,
daß es häufig nicht einmal mehr zum Staplerfahrer
reicht. Auf die Frage, ob Schule und Elternhaus den Azubis
genügend Rüstzeug für die Ausbildung
mitgäben, antworteten bei einer repräsentativen
Befragung deutscher Firmen stattliche 56 Prozent mit "Nein".
Die Frage, ob das für das "Leben generell" ausreichend
sei, verneinten sogar 88 Prozent der Unternehmer.
In vielen Großstädten ist
das Horrorszenario längst Realität: Selbst bei
gutwilliger Benotung schaffen 80 Prozent der
Hauptschüler, ein Großteil von ihnen
Ausländer, den Abschluß nicht. Viele Schüler
erscheinen nur zum Jahresanfang. Die Schule ist gehalten,
ihnen lediglich eine Bescheinigung über den Schulbesuch
auszustellen - das genügt zur Leistungsberechtigung auf
dem Sozialamt.
Bei den Betrieben hat das
längst zu einem akuten Mangel an Auszubildenden
geführt. Mittelständische Unternehmen, bei denen
jed
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"Ein Grundübel hierzulande ist doch,
daß uns jegliches Nationalgefühl fehlt
und der Sinn für das Gemeinwohl. Jeder ist
bestrebt, das maximal Mögliche für sich
herauszuholen - oft auf Kosten des Staates. Das
Land bedeutet den Menschen nichts."
Reinhold Würth,
Unternehmer (47 000 Mitarbeiter, 6,2 Milliarden
Euro Jahresumsatz) in einem Interview des "Spiegel"
(Nr. 33/2005)
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es Jahr 500 Bewerbungen eingehen, sind keine
Seltenheit. Doch 83 Prozent der Betriebe geben gleichzeitig
an, daß sich bei ihren Azubis die Leistungen in
Deutsch und Mathematik in den letzten Jahren signifikant
verschlechtert hätten.
Dies ist um so
unverständlicher, als die Unternehmen im Zeitalter
einer weltweit härter werdenden Konkurrenz nicht
sinkende, sondern steigende Leistungen von ihren
Auszubildenden erwarten. Zudem fehlt es nicht nur an den
Basisfähigkeiten: Auch die soziale Kompetenz des
Ausbildungsnachwuchses läßt immer mehr zu
wünschen übrig - Folge einer aus den Fugen
geratenden Gesellschaft, in der ein intakter
Familienhintergrund immer häufiger Seltenheitswert hat.
Dabei kommt es in vielen Berufen heute weniger auf die rein
quantitative Leistung an als vielmehr auf Kompetenzen wie
Team- und Kommunikationsfähigkeit.
"Höflichkeit,
Pünktlichkeit, Disziplin oder die Entscheidung für
eine angemessene Kleidung", sagt Giovanni Scurba,
Geschäftsführer von GSCconsult, "lernen wir im
Elternhaus und in der Schule. Es hat sich leider eine Kultur
der Beliebigkeit in Deutschland eingeschlichen. In vielen
Familien, aber auch in der Schule glaubt man, daß es
auf die genannten Fähigkeiten nicht mehr ankommt. Das
ist grundfalsch - hier muß es sowohl in den Familien
wie auch in der Schule ein generelles Umdenken geben."
Quelle: Nation &
Europa
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