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Ein- oder Auswanderland? Von Michael Winkler Glaubt man unseren Politikern, ist die Antwort natürlich eindeutig. Diese Herrschaften erklären ununterbrochen, daß ein nicht allzu großes, dicht besiedeltes Land ein "Einwanderungsland" sei. Nicht ganz jeder vierte Inländer hat bereits einen "Migrationshintergrund", bei den Kindern bis zu fünf Jahren sind es bereits zwei Drittel. Trotzdem lamentieren "unsere" Politiker, wir bräuchten dringend noch mehr Zuwanderung. Und zwar, weil die Wohnbevölkerung abnimmt, ihre Untertanen (die ihnen die viel zu hohen Pensionen zahlen sollen) immer weniger werden. Warum werden die Deutschen weniger? Der Grund ist nicht konkret faßbar, denn es handelt sich um eine Fülle von "weichen" Gründen. Keiner davon ist allein ausschlaggebend, jeder wäre für sich erträglich - doch in ihrer Gemeinsamkeit wirken sie verheerend. Am Anfang des Lebens steht eine liberale Abtreibungsregelung. Ich kann mich noch gut an die "Mein Bauch gehört mir!"-Plakate erinnern, mit denen der Paragraph 218 immer weiter aufgeweicht wurde. Die medizinische Indikation ist für mich nachvollziehbar, ein behindertes Kind oder Lebensgefahr für die Mutter akzeptiere ich als Grund. Aber daß ausgerechnet Deutschland eine soziale Indikation im Gesetz stehen hat, ist ein großer Fehler. Zahlreiche Paare wünschen sich ein Kind und würden sofort eines adoptieren. Sind die Kinder glücklich auf der Welt, gehen die Schwierigkeiten erst los. Der Lebensstil, der in Deutschland propagiert wird, schließt Kinder aus. Kinder können abends nicht mit in Diskotheken oder andere Vergnügungstempel, Kinder sind eine Belastung bei Urlaubsfahrten, Kinder kosten Geld, das um so mehr fehlt, wenn ein Ehepartner zu Hause die Kinder betreut. Aber wer betreut die Kinder noch? Möglichst schnell sollen, ja müssen die Frauen wieder zurück ins Berufsleben, weil das Familieneinkommen sonst nicht ausreicht. Am Ende der Schulausbildung steht der Eintritt ins Berufsleben. Chancengleichheit ist in Deutschland ein Lippenbekenntnis, während im Land längst eine extreme Klassengesellschaft vorherrscht. Wer nicht durch die Eltern in ein umfassendes Beziehungsgeflecht eingeführt worden ist, braucht nicht zu hoffen, jemals in Führungspositionen aufzusteigen. Ihm bleiben - wenn überhaupt - die Malocherjobs, mit viel Arbeit, wenig Entscheidungsspielraum und dürftiger Entlohnung. Frauen werden schon lange nicht mehr zur späteren Mutterschaft erzogen, sondern dazu, "sich selbst zu verwirklichen". Diese Selbstverwirklichung findet als Tippse vor einem Bildschirm statt, als Schreibkraft, Buchhaltungsgehilfin oder im Callcenter, eingeengt durch Vorschriften und strenge Überwachung von Vorgesetzten. Höchstens das Wochenende bleibt der Dame vorbehalten, um ein wenig die Partylöwin zu spielen. Noch schlimmer ist es in akademischen Berufen. Ein Kind während des Studiums, im besten Gebäralter, schadet der Karriere. Ein Kind kurz nach dem Studium, im zweitbesten Gebäralter, schadet der Karriere noch mehr. Und dann, mit 35 oder 40, langt es vielleicht noch zu einer einzigen Risikoschwangerschaft, ein kleines Zugeständnis an die Biologie, in einer kurzen Karrierepause. Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft, sagen jene Politiker, die das Scheidungsrecht derart gestaltet haben, daß es sehr leicht ist, diese Keimzelle aufzulösen. Wenn Männer die vorbestimmten Scheidungsverlierer sind, dann überlegen die es sich, eine Familie zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen. Wenn ein Mann versucht, der Herr in seinem Haus zu sein, haut die Frau ab und bekommt jedwede Unterstützung. Es sei denn, der Mann ist ein "Migrant", dann geht sogar die Rechtsprechung davon aus, daß seine Frau sich kulturgemäß unterzuordnen habe. Ab 35 ist der Deutsche schließlich zu alt um zu arbeiten. Zumindest sieht das die globalisierte Wirtschaft so, für die Berufserfahrung nichts, aber Jugend alles zählt. Politiker hingegen glauben, Deutsche sollten mindestens bis 67 arbeiten, bevor sie Altersruhegeld beziehen dürfen. Außer Politiker, natürlich, die bekommen ihre weitaus höheren Pensionen schon ab 55 (in Einzelfällen sogar noch früher). Im Alter sind die Menschen immer öfter auf medizinische Hilfe angewiesen. Hier gibt es die Zweiklassen-Medizin. Die Besserverdienenden sind Privatpatienten mit Chefarzt-Behandlung, währen die Normalmenschen von jungen Ärzten betreut werden, die aus irgendeinem Grund noch nicht ins nahe Ausland abgewandert sind, wo sie für weniger Arbeit mehr Geld verdienen können. Deutsche werden als ungeliebte Kinder in ein Land geboren, das nur Auserwählten eine wirkliche Perspektive bietet. Ein Land, in dem Familien zugunsten Lebensabschnittspartnerschaften aufgegeben wurden. Ein Land, das schlechte Manager mit enormen Abfindungen belohnt, tüchtige Arbeiter aber mit Almosen vegetieren läßt. Ein Land der Gängelung und Meinungsdiktatur, eine Klassengesellschaft, die beharrlich leugnet, eine solche zu sein. Sind wir ein Einwanderungsland? Betrachten wir einmal klassische Einwanderungsländer wie Kanada oder Australien. Dort finden wir riesige Landgebiete mit wenig Bevölkerung, was nur zum Teil klimatisch bedingt ist. Beide Länder könnten problemlos jene 80 Millionen Menschen aufnehmen, die derzeit noch in Deutschland leben. Nur achten Kanadier und Australier ganz genau darauf, wen sie ins Land lassen. Der Kandidat wird einer Prüfung unterzogen. Beherrscht er die Landessprache? Hat er einen Beruf oder eine Ausbildung, die im Land gebraucht wird? Ist er jung genug, um sich durch eigene Arbeit eine Existenz aufbauen zu können? Bringt er Kapital mit, um ein Geschäft zu gründen? Spätestens in der zweiten Generation sind die Neubürger Kanadier oder Australier, kaum oder gar nicht zu unterscheiden von jenen, die schon seit Jahrhunderten dort leben. Der Ehepartner stammt selbstverständlich aus Kanada oder Australien, kaum einer kommt auch nur auf die Idee, sich "im Land der Väter" nach einem solchen umzuschauen. In der dritten Generation beherrschen sie oft nicht mehr die Sprache ihrer Vorfahren und betrachten das Land ihrer Ahnen als ein exotisches Urlaubsland, das man zwar besuchen, aber nie dort leben möchte. In Deutschland werden scheinbar überhöhte Anforderungen gestellt (siehe die hiesige "Green Card", die kaum jemand in Anspruch nehmen möchte), in Wirklichkeit ist der Zuzug kaum beschränkt. Wir erlauben allen und jedem, hier ins Land zu kommen, auch wenn uns diese Neuankömmlinge lebenslang auf der Tasche liegen. Wir holen Rentner ins Land, die hier Geld bekommen, ohne je eingezahlt zu haben. Türken kommen ins Land, um als Türken zu leben, nicht, um sich hier zu integrieren. Die zweite Generation spricht immer noch schlechtes Deutsch und holt sich die Ehepartner natürlich aus der alten Heimat. Selbst die dritte Generation ist nur körperlich in Deutschland angekommen, geistig oft genug in einem Islam verhaftet, der in der Türkei nicht geduldet würde. In den Schulen wird auf Druck der Eltern nicht integriert, sondern separiert. Sport und Klassenfahrten sind verpönt. Wobei die Türken nur die größte Gruppe der moslemischen Zuwanderer ist, Araber und Libanesen verhalten sich ähnlich. Mit Rußlanddeutschen haben wir weniger Erfahrungen. Wer vor dem Fall der Mauer zu uns gekommen ist, hat sich angepaßt, ist Deutscher geworden, fällt höchstens noch durch seinen harten Akzent auf. In den 1990ern, unter dem reformunfähigen Kanzler Kohl, kamen Menschen, die sich nicht mehr angepaßt haben. Wir erleben heute die zweite Generation, die hier im Land geboren wurde, aber immer noch besser russisch spricht als deutsch. Wir betonen ohne Unterlaß das Existenzrecht Israels, aber wir nehmen bereitwillig Menschen auf, die sich als Juden ausgeben, anstatt sie dorthin weiterzuleiten, in das gelobte Land. Zwischen 85 und 90 Prozent der jüdischen Gemeinden in Deutschland bestehen aus Zuwanderern aus dem Osten, die ihr Judentum nur als Türöffner nach Deutschland benutzt haben. Inzwischen kommen sogar Rentner aus Israel zu uns, ins Land der Täter, um hier als Opfer des Holocausts jene Renten abzugreifen, die sie sich in 60 Jahren in Israel nicht erarbeitet haben. Wenn fast zehn Prozent der Migranten keinen allgemeinen Schulabschluß schaffen (gegenüber 1,5% der restlichen Bevölkerung), so liegt das nicht an den fehlenden Möglichkeiten, sondern am mangelnden Willen. In klassischen Einwanderungsländern gibt es diese Schieflage nicht. Sie setzt sich weiter fort: 51 Prozent haben keinen beruflichen Abschluß (gegenüber 27 Prozent der Deutschen - aber die können ohne alle Abschlüsse und Qualifikationen immer noch Außenminister werden). Das führt dazu, daß Migranten zu 13 Prozent erwerbslos sind, also die deutschen Sozialsysteme belasten, während Deutsche, die diese Sozialsysteme aufgebaut haben, "nur" zu 7,5 Prozent davon ausgehalten werden. Das als "Einwanderungsland" deklarierte Deutschland hat keinerlei Konzept, was mit diesen Einwanderern geschehen soll. Wir sorgen nicht dafür, daß nur solche Leute zu uns kommen, die etwas zu diesem Land beitragen. Wir haben im vorschriftenverrückten Deutschland keine Regelungen, die eine Integration erzwingen, im Gegenteil, wir tun alles, damit diese Integration nicht stattfindet. Unsere krausen Vorschriften bestrafen Illegale, die sich darum bemühen, hier im Land als anständige Bürger zu leben. Menschen, die hier Asyl gewährt bekommen und dafür dankbar alles getan haben, um gute Bürger des Gastlandes zu werden, die Sprache und Sitten beherrschen, sich eine Existenz aufgebaut haben, werden des Landes verwiesen, während Zuwanderer, die hier als fremdartige Schmarotzer leben, bleiben dürfen und von der Politik hofiert werden. Sind wir ein Auswanderungsland? Die eigene Heimat zu verlassen, das Gebiet, in dem man aufgewachsen ist, an das sich zahllose Erinnerungen knüpfen, ist ein gravierender Schritt in jedem Leben. Gewiß, es gibt heute Entwurzelte, die nirgendwo eine wirkliche Heimat haben. Wenn die Eltern berufsbedingte Nomaden sind, immer nur ein paar Jahre am selben Ort, bildet sich kein Bezug mehr aus. Scheidungskinder, denen die Familie keine Bezüge vermitteln konnte, hin und hergerissen zwischen Vater und Mutter, haben es schwerer als andere. Nomadische Völker hingegen haben einen starken Heimatbezug, wobei diese Heimat die gesamten Weidegebiete der Sippe oder des Stammes umfaßt. Zur Auswanderung reicht nicht örtliche Veränderung, sie erfordert den Anschluß an einen fremden Kulturkreis, in einer unbekannten Umgebung. Zu einem solchen Schritt entschließen sich Menschen nur, wenn ihnen das Heimatland "zu eng" wird. In früheren Zeiten war oft genug die Religion ein Grund auszuwandern. Nachgeborene Bauernsöhne, die in ihrer Heimat ohne Erbe nur als Knechte leben konnten, lockte die Aussicht auf den eigenen Hof jenseits des "großen Teichs". Politische Unterdrückung führte zum selbstgewählten Exil, aber in vielen Fällen ging es ums nackte Überleben. Auf jeden Fall erhofften sich die Auswanderer ein besseres Leben. Heute ist Deutschland wieder zu eng geworden. Eine wildwuchernde Bürokratie erdrückt die Initiative, und statt diese zu bekämpfen, produzieren die Politiker immer neue Gesetze und Vorschriften. Obendrein haben sie mit Brüssel eine weitere, zusätzliche Instanz eingeführt, die für noch mehr Gängelung sorgt. Wir leben in einem Land, dessen Fernsehanstalten jederzeit Geld für den 97. Aufguß von "Hitler wahnsinnig im Führerbunker" übrig haben, aber es nicht schaffen, einen positiven Zukunftsentwurf in Form einer Science-Fiction-Serie zu drehen. Wer möchte schon aus einem Land stammen, in dem die Vorfahren immer nur als "Jahrhundertverbrecher" beschimpft werden? In Deutschland gibt es keine freie Meinungsäußerung, dafür Gesinnungsprozesse. Wir leben mit einem Meinungskartell, das allumfassend gleichgeschaltet ist, weitaus mehr, als es sich DDR und Drittes Reich erträumen konnten. Es gibt keine Wahlen mehr, denn die Parteien sind längst nicht mehr zu unterscheiden und deren Kandidaten alle handverlesen. Das Votum der Bürger überlebt nicht einmal bis zu den ersten Koalitionsverhandlungen. Für unseren Innenminister sind wir ein Volk von potentiellen Terroristen, Verbrechern und Gewalttätern, das auf Schritt und Tritt überwacht werden muß. Sämtliche Fahndungsmaßnahmen, von der Internet- bis zur Telefonüberwachung, von der Vorratsdatenspeicherung bis zur Aufzeichnung von Bewegungsbildern werden eingeführt und ausgebaut. Der Bürger wird gläsern, manipulierbar durch den allwissenden Staat. Nicht mehr der Bürger kontrolliert den Staat, so wie es in der Verfassung vorgesehen ist, sondern der Staat kontrolliert restlos den Bürger, der seine Entrechtung auch noch durch seine Steuern finanzieren muß. Ohne die richtigen Bekannten und Förderer gibt es in Deutschland keine berufliche Perspektive, außer der Arbeitslosigkeit mit 50. Wer einen Betrieb eröffnen möchte, lernt in Deutschland zahlreiche Behörden und sonstige Instanzen kennen, die ihn mit widersprechenden Forderungen traktieren. Hier wird keine Firma in einer Garage gegründet, weil eine Garage nicht im entferntesten den Anforderungen an einer Betriebsstätte genügt. Und sollte einem unabhängigen Tüftler eine Erfindung gelingen, die das Zeug zu einem Welterfolg hat, schütteln deutsche Manager verständnislos den Kopf und vermeiden jedes Risiko einer Investition. Ärzte brauchen in Deutschland Zusatzqualifikationen in Jura und Verwaltungswissenschaften, anstatt sich im Krankenhaus um die Patienten kümmern zu können. Zum Ausgleich sind sie in eine Hierarchie eingebunden, bei der Geld und Prestige immer beim Chefarzt landen, Arbeit und Überstunden hingegen bei schlecht bezahlten Assistenzärzten. Reduziert man die Statistik auf echte Deutsche, so wandern längst mehr Menschen aus diesem Land aus, als hierher zurückkehren. Das bessere Leben, das fremde Zuwanderer hier erwartet, liegt für Deutsche in der Ferne, außerhalb dieser Landesgrenzen. Das Ausland verspricht Luft zum Atmen, Entfaltungsmöglichkeiten und Freiheit, was Deutschland nicht mehr bieten will. Will - nicht kann, denn hinter dem allen steckt politischer Wille, gerichtet gegen das eigene Volk und das eigene Land. Wer jung und befähigt genug ist, verläßt dieses Land, vertrieben von den Exzessen einer sich totalitär gebärdenden Regierung, die alles daran setzt, die Bevölkerung auszutauschen. Noch wird nicht geschossen, noch wird keine Gewalt angewendet, aber Parallelen zu der Ethnischen Säuberung der deutschen Ostgebiete sind durchaus zu erkennen. Sterbendes Land... Zu den Merkwürdigkeiten der Evolutions-Biologie gehört, daß das Land den Menschen mindestens ebenso formt wie umgekehrt. Eine Kultur entsteht im Lauf der Jahrhunderte - und sie läßt sich nicht verpflanzen. Das zeigt sich deutlich am Beispiel der USA, die es nach 230 Jahren zwar zu einem "American way of life" gebracht haben, aber eben nicht zu einer Kultur. Zwar läßt sich eine ererbte Kultur im fremden Land pflegen, aber diese Kultur wird nur noch erhalten, sie wächst, gedeiht und verändert sich nicht mehr. Die nach Preußen eingewanderten Hugenotten sind längst keine Franzosen mehr, auch wenn viele Familien noch diese Sprache pflegen. Deutsche im ehemaligen "Deutsch-Südwest" fühlen sich zurecht noch als Deutsche, doch im heutigen Namibia gibt es keine wirkliche deutsche Kultur. Was ein Bevölkerungsaustausch bewirkt, sieht man sehr deutlich an Israel. Jüdische Komponisten und Schriftsteller haben die westliche Kultur bereichert, doch Israel vermag nicht an diese Tradition anzuknüpfen. Das Land steht für Wohlstand, Begrünung von Wüstengebieten und für Krieg und Gewalt - aber nicht für kulturelle Leistungen. Die neue Bevölkerung ist ein Fremdkörper in der Region, die Aktivitäten der alten Bevölkerung siechen dahin und sterben ab. Deutschland droht dasselbe Schicksal. Das Land wird nicht zu einer neuen und gar besseren Türkei, um die größte "Einwanderer"-Gruppe zu nennen. Islamisten können sich hier nur soweit entfalten, weil der Nachtwächter-Staat dies zuläßt. Wenn der Islam diesen Staat übernehmen sollte, wird der radikale Islam beseitigt, da kein saturierter Staat mit einer extremistischen Bewegung leben kann. Die bestehende Kultur hingegen schwindet mehr und mehr. Statt großen Komponisten bringt Deutschland gerade noch ein paar Tralala-Sänger hervor, statt Autoren von Weltgeltung Unmengen an Steuerfachliteratur - und massenhaft Übersetzungen aus anderen Sprachräumen. Gegen die eigene Bevölkerung, gegen die eigene Kultur, greift der Staat entschieden durch. Traditionen werden ausgerottet, zu Gunsten der Beliebigkeit, einer "multikulturellen" Gesellschaft, der in Wahrheit jegliche Kultur abgeht. Jede Migration ist schädlich Abgesehen von Ländern, die sich in masochistischer Selbstausbeutung ergehen und Fremde nach Kräften unterstützen, ist das Leben im Ausland nicht einfach. Als es noch Kronkolonie gewesen war, gab es in Hongkong für gewisse "Zuwanderer" den Ausdruck FILTH - Failed in London, try Honkong, wonach der Ausschuß aus London in der Kolonie eine zweite Chance erhoffte. Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Nur, wer es in seinem bisherigen Heimatland schaffen würde, kann es auch im Ausland zu etwas bringen. (Es gibt eine kleine Ausnahme: Wer im Heimatland einen veritablen Bankrott hingelegt und jede Kreditwürdigkeit verloren hat, kann bei einem Neuanfang durchaus erfolgreich sein. ABER - er wäre auch in der Heimat erfolgreich gewesen, wenn ihm dort die zweite Chance geboten worden wäre.) Früher wurden die schwarzen Schafe der Familie nach Amerika geschickt und Kleinkriminelle nach Australien, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die klassischen Einwanderungsländer nehmen Kriminelle erst gar nicht auf - und schicken Einwanderer schnell zurück, wenn sie straffällig werden - nach Verbüßung der Strafe, natürlich. Nur Deutschland schafft es nicht, sich krimineller Zuwanderer zu entledigen. Heute vergrault das Land, das die Menschen verliert, die fähigsten, aktivsten Teile der Bevölkerung. Denn nur wer bereit ist, das Risiko einzugehen und genügend Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten besitzt, wird das Wagnis der Auswanderung auf sich nehmen. Die Emigration ist ein Ventil, das den Druck im Land mindert, aber so dafür sorgt, daß die dortigen Zustände andauern, statt zu einer Explosion und einer Lösung zu führen. Wer sich aus Afrika oder Asien nach Europa einschleicht, fehlt im eigenen Land. Und er bringt die Probleme seines Landes hierher, ins Herz Europas. Schlechte Ärzte werden in England oder Norwegen nicht genommen, die verbleiben in Deutschland. Wer in Paraguay oder Argentinien als Farmer oder Viehzüchter erfolgreich sein möchte, muß ein fähiger Agrarmanager sein, der auch in Deutschland einen Hof hätte führen können. Wer es nicht ist, kommt zurück, denn das Ausland hütet sich, unbrauchbare Immigranten durchzufüttern. Der Handwerksgeselle, der in Deutschland die Meisterprüfung nicht schafft, in den USA aber einen Betrieb gründet und mehrfacher Millionär wird, zeigt nicht, daß es in den USA leichter ist, sondern er beweist, daß die deutschen Vorschriften weltfremd sind und dringend überarbeitet werden müssen. Auswanderung schadet dem Land, das verlassen wird, und bereichert das Land, in das die Zuwanderung erfolgt. Allerdings nur dann, wenn sich die Zuwanderer durchbeißen müssen, in die Hände spucken und keine Arbeit scheuen. Das Einwanderungsland bietet eine neue Chance, mehr nicht. Wer scheitert, ist für das Land nicht geeignet. Deutschland ist für die Fähigen und Befähigten nicht attraktiv, im Gegenteil, die hiesigen Verhältnisse vergraulen eben diese für das Land so wertvollen Leute. Angelockt wird hingegen bestenfalls das Mittelmaß, oft jedoch die Unterschicht, die hier im Land wieder die Unterschicht und die Mittellosen werden. Wir holen uns die Bedürftigen, nicht die Befähigten. Damit ist die Frage beantwortet. Ja, Deutschland ist ein Einwanderungsland, aber kein klassisches, das jene Leute anzieht, die das Land dringend braucht. Und Deutschland ist ein Auswanderungsland, das aber nicht etwa seinen Bevölkerungsüberschuß abgibt, sondern die Jungen, Fähigen, auf die es keinesfalls verzichten kann. Unterm Strich ist Deutschland ein siechendes, ein sterbendes Land, ein leckgeschlagenes Schiff, von dem die pumpende Mannschaft sich absetzt, während Kapitän und Offiziere ein brausendes Fest feiern.
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