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Sterben die Deutschen
aus? Von Dr. Rita Hoffmann Von all den Nachrichten, die täglich um den Erdball gehen, berichten nur wenige Gutes. Naturkatastrophen bedrohen die Menschen; Kriege und Konflikte fordern Opfer; Hunger und Verelendung treiben Millionen aus ihrer Heimat. Die traurigste und wohl auch niederschmetterndste Botschaft aber kommt nicht aus einem Elendsgebiet Afrikas, nicht aus einer Bürgerregion und auch nicht aus einer Gegend, in welcher Naturgewalten tobten. Sie kommt aus einem der reichsten Länder der Erde und lautet: Deutschland hat pro Kopf die niedrigste Geburtenrate der Welt. Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr nur 676.000 Kinder geboren, so wenige wie nie zuvor in der deutschen Geschichte. Wenn sich an dieser Situation nicht umgehend etwas ändert, so die Wissenschaftler, halbiert sich die deutsche Bevölkerung noch in diesem Jahrhundert. Doch mit dieser Hiobsbotschaft nicht genug, teilte die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer (CDU), mit, dass schon 2010 in deutschen Großstädten die Hälfte der Bevölkerung unter vierzig Jahren aus Zuwandererfamilien stammen wird. Die Mehrheit davon werde weder einen Schulabschluss haben noch zu einer beruflichen Ausbildung fähig sein. Aufgewachsen in bildungsfernen Haushalten könnten die Jugendlichen kaum lesen und schreiben, auch fehle ihnen Ausdauer, Disziplin. Eigenschaften, die aber in einer Industriegesellschaft unverzichtbar seien. Bestätigt und ergänzt werden diese Aussagen durch Studien des Berliner Instituts für Bevölkerungsentwicklung. Die belegen, dass die genannten Verwerfungen von den Großstädten bereits auf den ländlichen Raum übergegriffen haben. Zwar sei der Bevölkerungsschwund in den neuen Bundesländern am stärksten, weil dort die Jugend auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit wegzog nach Bayern oder Baden-Württemberg. Zurückgeblieben seien vorwiegend alte Menschen und gering qualifizierte junge Männer. Die aber würden kaum für Nachwuchs sorgen. Doch auch im Saarland, in Ostbayern oder in Nordhessen sinke die Bevölkerung rapide. Als Folgen dieser Entwicklung drohe der Bankrott der Sozialsysteme, Unterschichten würden sich bilden, die Verödung der Infrastruktur nehme zu. Vielerorts würden die Kommunen bereits um deutsche Familien mit billigem Bauland oder mit Prämien werben. Deutsche Familie, das Stiefkind der Politik Den meisten Bürgern sind all diese niederschmetternden Fakten nicht nur theoretisch bekannt. Sie machten im eigenen Umfeld die Erfahrung, wie die deutsche Familie seit zwanzig, dreißig Jahren systematisch ins Hintertreffen geriet. Nicht ein einziger Kanzler der Bundesrepublik, ob Brandt, Schmidt, Kohl oder Schröder, der den Mut zu einer aktiven und nachhaltigen Bevölkerungspolitik gehabt hätte. Dagegen stand sogar in der kommunistischen DDR die Förderung der Familie im Zentrum der Politik. Durch ein ganzes Paket sozialpolitischer Maßnahmen kam es zu einem starken Anstieg der Geburten. 1988 wurden 222.000 Kinder in der DDR geboren. 1994, nach der Wiedervereinigung, waren es noch ganze 79.000. Pro Frau ergab das 0,77 Kinder - der niedrigste Wert, der weltweit jemals erfasst wurde. Im gleichen Zeitraum aber strömten die muslimischen Zuwanderer zuhauf in die Multi-Kulti-BRD ein, für deren Kinderreichtum der deutsche Sozialstaat eine bequeme Melkkuh abgab. Nicht zufällig wird nun, dass die demografische Katastrophe unabwendbar scheint, die Fehlentwicklung in den Medien beschönigt. Wie immer wird der Fehler nicht oben in der Politik, sondern im Volk gesucht. So macht der "Spiegel" den Egoismus der Wohlstandgesellschaft als Hauptursache für die fehlenden Kinder verantwortlich. In einem Leben voller Luxus hätten sie keinen Platz. Die 68er-Ideologie sei an der Kinderlosigkeit schuld, meinen andere. Selbstverwirklichung und Emanzipierung der Frau seien alleinige Maxime gewesen. Bevölkerungswissenschaftler verweisen auf andere europäische Staaten, wo es den Frauen leichter falle, Berufe und Familie miteinander zu vereinbaren. Der Bau von Kindergärten, Horten und Ganztagsschulen solle daher in Deutschland Abhilfe schaffen. Die "Süddeutsche Zeitung" kommt zu dem Schluss, wenn "die ökomenischen Vorteile der Kinderlosigkeit abgebaut" würden, ließe sich der Bevölkerungsschwund stoppen. Liebe zum Volk fehlt Natürlich ist in all dem ein Körnchen Wahrheit enthalten. Es waren politische, ökomenische, strukturelle und ideologische Fehler, die zusammengenommen zur jetzigen Situation geführt haben. Nur wäre zu fragen, warum selbst nach der Pest oder nach dem Dreißigjährigen Krieg, als jeweils ein Drittel der deutschen Bevölkerung hinweggerafft wurde, sofort die Geburten wieder anstiegen? Auch das Ende des Zweiten Weltkrieges, als Hunger und Elend herrschten, als kein Kindergeld gezahlt wurde und es ökonomisch nicht den geringsten Anreiz gab, wurden mehr Kinder geboren als heute. Könnte es also nicht vor allem daran liegen, dass das Volk damals noch eine homogene Einheit gebildet und folglich solidarisch zueinander gestanden hat? Laut einer Umfrage von Elisabeth-Noelle-Neumann haben heute nicht einmal mehr die Hälfte der Deutschen das Gefühl, noch Steuern für die eigene Bevölkerung zu zahlen. Auch die Literaturwissenschaftlerin Iris Radisch nennt einen anderen Punkt für die Kinderlosigkeit. "Der Preis des Glücks" lautet ihr Artikel in der "Zeit" und er lässt sich in einem Satz zusammenfassen: ohne Achtung und Respekt vor Müttern sind keine Kinder zu haben. Radisch erinnert an die einfache biologische Tatsache, dass eine Frau, die sich für ein Kind entschieden hat, ein Leben lang Mutter bleibt. Sie kann ihren Nachwuchs zwar zeitweise Betreuern überlassen, spätestens aber am frühen Abend beginnt für jede Mutter die zweite Schicht. Sie wird von den Kindern gebraucht, nicht die polnische Nanny. Die Mutter muss den Kindern zuhören, ihre Hausaufgaben kontrollieren, ihre Tränen trocknen, Wäsche waschen, das Essen bereiten. All dies kostet Zeit und Kraft, ganz zu schweigen davon, dass Kinder krank werden, Probleme haben oder welche verursachen. Kinder kosten natürlich auch Geld. Aber noch viel mehr brauchen sie Liebe und Zuwendung. Daran aber mangelt es vor allem im Land. "Welche Hilfe hat eine junge Mutter, die eventuell sogar noch alleinerziehend ist, von ihrer Firma oder von der Gesellschaft zu erwarten? Man landet trotz Studium und Berufsausbildung für Jahre auf dem Sozialamt", so die Skepsis der vielen Frauen, die keine eigenen Kinder haben wollen. Politik dient nicht deutschen Interessen Die "Süddeutsche Zeitung" fragte den Soziologen Franz-Xaver Kaufmann, ob die Kinderlosigkeit nicht auch etwas mit dem vormaligen Faschismus zu tun habe. Der Soziologe verneinte dies und übersah dabei, dass die hiesigen Politiker natürlich Angst hatten, in die rechte Ecke gestellt zu werden, wenn sie Politik für deutsche Mütter und Familien gemacht hätten. Noch schlimmer, eine Frau, die ein Kind bekam, hieß man in den Medien sogar als zu blöd, die Pille einzunehmen oder abzutreiben. Nun aber ist ein Buch in Deutschland zum Bestseller geworden, in welchem die Familie der alleinige Retter der Gesellschaft sein soll. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, führt in seinem Buch "Minimum" ein Ereignis aus dem Jahre 1846 zum Beweis an. Ein Schneesturm in der Sierra Nevada hatte damals 81 Auswanderer heimgesucht. Überlebt hätten nur Familien, die allein lebenden starken Männer seien umgekommen. Nun, die deutsche Familie stirbt nicht wegen schlechten Wetters oder wegen Naturkatastrophen aus. Sie stirbt, weil sie von der Politik aufgegeben wurde. Angela Merkel will Kinderbetreuungskosten teilweise von der Steuer absetzbar machen. Im gleichen Atemzug streicht sie die Eigenheimzulage, kürzt die Pendlerpauschale und erhöht die Mehrwertsteuer. All diese Maßnahmen aber treffen vor allem Familien. Nein, Besserung ist von den Etablierten nicht zu erwarten. Deutschland aus der demografischen Katastrophe retten können nur Parteien, die den Mut haben, deutsche Interessen zu vertreten.
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