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17. Februar
2005
Israel macht Druck:
U-Boote aus
Deutschland?
Von Martin Lüders
Israel will in diesem Jahr aus
Deutschland zwei weitere U-Boote der Dolphin-Klasse
beziehen, die modernsten Untersee-Boote der Welt. Der
israelische Marine-Chef David Ben-Bashat hofft: "Wegen der
politischen Situation mit Deutschland und Europa ergibt sich
eine wunderbare Gelegenheit." Denn: "2005 jährt sich
zum 40. Male der Tag, an dem Deutschland und Israel
diplomatische Beziehungen miteinander aufnahmen." Das ist
für den israelischen Marine-Oberbefehlshaber ein
Anlaß, von der Bundesrepublik zu verlangen, Israel die
U-Boote zu schenken.
Bereits vor fünf Jahren hatte
Israel Deutschland erfolgreich unter Druck gesetzt, ihm drei
der modernsten U-Boote zu überlassen. Sie waren auf den
Howaldtwerken Deutsche Werft AG gebaut worden. Damals hatte
die israelische Regierung angeführt, in den ersten
Tagen des Golfkrieges seien Scud-Raketen auf Israel
geschossen worden (ohne Schaden anzurichten). Deutsche
Firmen hätten Teile der Raketen an den Irak geliefert.
Bundeskanzler Helmut Kohl ging sofort in die Knie und sagte
Israel zu, von den drei gewünschten U-Booten nur eines
teilweise bezahlen zu müssen. Die anderen beiden
schenkte die Bundesrepublik dem permanent Krieg
führenden Staat gänzlich. Kostenpunkt: 1,5
Milliarden Deutsche Mark.
Auf diesen Präzedenzfall kommt
Israel jetzt zurück; mit Zuversicht geht man davon aus,
daß Deutschland sich nicht nur einmal unter Druck
setzen läßt. Seinerzeit hatte Israel, wie die
Medien unwidersprochen berichteten, die U-Boote mit
Marschflugkörpern und nuklearen Sprengköpfen
bestückt. Israel wolle, so hieß es, mit den
U-Booten die Heimatküsten und die Nachschublinien
über See sichern. Allerdings wäre es auch
möglich, Nachbarstaaten anzugreifen und beispielsweise
iranische Atomreaktoren zu vernichten.
Verteidigungsminister Struck (SPD)
hat in einem "Handelsblatt"-Interview die Lieferung weiterer
U-Boote an Israel ausdrücklich befürwortet, obwohl
die Bundesregierung theoretisch von dem Grundsatz ausgeht,
keine Kriegswaffen in Krisengebiete zu verkaufen, geschweige
denn zu verschenken. Außerdem ist Deutschland bereits
heillos überschuldet. Diskreter Hinweis des
"Handelsblattes": "Tatsächlich würde die
Finanzierung der beiden U-Boote mit einem geschätzten
Preis von mehreren hundert Millionen Euro den Bundesetat
erheblich belasten."
Quelle: Nation &
Europa
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