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 9. September 2011

Die Benesch-Dekrete
Geburts-Schuld-Urkunde der Tschechei

Von Hans Meiser

Mit der Aufnahme der Tschechei in die spendable Europäische Union kam dieser Staat nicht nur in den Genuß von Milliarden Euro an Zuwendungen (2008/09: 1,178 Milliarden Euro, geschenkt von den Bruttozahlern wie Deutschland!), sondern er erhielt auch die Absolution für seine Vertreibungsverbrechen. Möglich war und ist dieser Skandal nur, weil die EU darüber hinwegsieht, daß die Tschechei auf der Gültigkeit ihrer verbrecherischen Benesch-Dekrete besteht. Letztlich möglich aber war die Aufnahme dieses Raubstaates nur, weil die deutsche Bundesregierung zustimmte und damit auch die ermordeten, vertriebenen und beraubten Sudetendeutschen kläglich verriet: eine neue Form von Landesverrat an den eigenen Staatsbürgern!

Doch Recht und Anstand fordern, dem jetzigen EU-Unrechtssystem energisch zu widersprechen und an den Nachkriegs-Genozid zu erinnern. Vor allem aber muß jener Verbrecher an den Pranger gestellt werden, der für das Massaker in Böhmen und Mähren die Hauptverantwortung trägt: Edvard Benesch.

Benesch und weitere tschechische Politiker rufen zur Vertreibung und zum Genozid auf

Das Drama der Vertreibung der Sudetendeutschen nahm schlagartig in dem Augenblick seinen Anfang, als die deutsche Wehrmacht in Prag nicht mehr in der Lage war, sich und die deutsche Zivilbevölkerung zu schützen. Die Westmächte hatten die Tschechen aufgefordert, jeglichen Bevölkerungstransfer bis zur nächsten Konferenz (Potsdam) zu unterlassen, wobei etwa zwei Millionen Deutsche für eine Ausweisung vorgesehen waren. Stalin hatte jede Unterstützung einer Vertreibung durch die Rote Armee abgelehnt, um nicht die 'Drecksarbeit' machen zu müssen, währenddessen Benesch die Hände hätte in Unschuld waschen können. In den Sudetengebieten lebten aber mehr als drei Millionen Deutsche. In dieser Lage riefen Benesch und Konsorten das gesamte Volk zu Mord und Totschlag auf, in der Hoffnung, daß dieser Terror vorweg schon rund eine Million so in Angst und Schrecken versetzen, daß die Deutschen froh sein würden, wenn sie durch die wilde Vertreibung wenigstens ihr Leben über die Grenze nach Deutschlande retten könnten. Stalin wiederum, der dies duldete, erwartete durch die Riesenzahl an Flüchtlingen aus dem Osten und nun auch durch Prag in Deutschland ein Chaos zu bewirken, das zu einem kommunistischen Umsturz führen müßte.

Um ein ganzes Volk in eine Schreckensfurie zu verwandeln, die zu jeder Bluttat bereit ist, bedarf es entsprechender Parolen, die schon in der Französischen Revolution ihre Wirkung voll entfalteten: "An die Laterne mit den adligen Blutsaugern!" Etwa eine Million Franzosen, meist nichtadelige Bürger, fielen nach 1789 dem Blutrausch zum Opfer.

Benesch und seine blutrünstigen Chauvinisten griffen zu der infamen Lüge, daß die Deutschen allesamt grausame Übeltäter seien, die auf Grund all ihrer Greueltaten blutige Rache erdulden müßten und daß die Tschechei entgermansiert werden müsse. ("Germane" galt als Schimpfwort!) Die Hetze gegen diese Germanen ("Strolche") hatte schon früh eingesetzt: Bereits am 27. November 1943 hatte Benesch im Londoner Rundfunk für das Kriegsende angekündigt [d.h. wenn kein deutscher Soldat mehr eine Waffe in der Hand haben wird, wenn Frauen, Kinder und Männer ungeschützt und wehrlos sein werden]:

"Das Ende dieses Krieges wird bei uns geschrieben werden mit Blut. Es wird bei uns gekämpft werden wie überall auf dem europäischen Kontinent, und es wird den Deutschen erbarmungslos und vielfältig all das heimgezahlt werden, was sie seit 1938 in unseren Ländern verübt haben. Die ganze Nation wird in diesem Kampf eingebunden sein, es wird keinen Tschechoslowaken geben, der nicht mit Hand anlegt, und keinen Patrioten, der nicht eine gerechte Vergeltung üben würde für alles, was die Nation erleiden mußte."

Am 16. Juni 1945 verkündete Benesch in Tabor: "Ich möchte für uns alle in der Tschechoslowakei zwei Sachen hinzufügen: Laßt uns niemals vergessen, was uns die Deutschen in diesem Krieg angetan haben und was sie beabsichtigten, mit uns zu tun. Es war so entsetzlich und furchtbar, daß daran ewig gedacht werden muß."

Dr. Prokop Drtina, politischer Sekretär Beneschs, forderte am 17. Mai 1945 zur "Säuberung" auf: "Die Bestialität und der Vandalismus, die Deutsche in dieser Zeit in Prag begangen haben. . . - diese gewohnten Greueltaten der Nation von 'Kulturträgern' weisen uns selbst darauf hin, was unsere erste Aufgabe bei der Gründung des neuen Lebens ist und sein muß: die ganze Republik vollständig von den Deutschen zu säubern." [im Originaltext kursiv].

1. Tatsache aber ist: Es gab in begrenztem Umfang deutsche Übergriffe und Verbrechen. Diese sollen keineswegs geleugnet oder vertuscht werden. Sie sind nach dem Krieg durchweg gesühnt worden, im Gegensatz zu tschechischen Verbrechen nach dem Krieg, denen über 300 000 Deutsche zum Opfer fielen.

2. Tatsache ist, daß es dem tschechischen Volk niemals in der Geschichte so gut gegangen ist wie während der Protektoratszeit von 1939 bis 1945.

Das Protektorat - eine Oase des 2. Weltkrieges

Am 5. Mai 1945 lüftete die tschechische Wochenzeitschrift Königgrätzer Land (Jahrg. 36, Nr. 18, S. 1) ein bis heute tabuisiertes tschechisches "offenes Geheimnis", daß nämlich die Kriegszeit 1939-1945 eine tschechische Blütezeit darstellte. Hier die wörtliche Übersetzung:

"Die Nation am Kreuzungspunkt der Geschichte. Der Zweite Weltkrieg nähert sich im sechsten Jahr seiner Dauer wahrscheinlich dem Ende. Der Kampf beider Lager hat sich so weit gesteigert, daß der Bogen nicht weiter gespannt werden kann. Das wird auf beiden kriegführenden Seiten erkannt, und es wird mit höchster Anspannung der gigantischen Kräfte gekämpft. Das Kriegsende ist in Sicht. Im Verlauf des riesenhaften Ringens in den sechs Jahren hat sich die Landkarte Europas viele Male verändert. Sehr gelitten haben jene Länder, die das Kriegsgeschehen wiederholt überrollte. Dort ist das Ergebnis: Verwüstung, verbrannte Städte, Verluste an Menschenleben und Besitz.

Das tschechische Volk überlebte diese sechs Jahre in verhältnismäßiger Ruhe, auch wenn, anders gar nicht möglich, die aufgestauten Wellen bis zu uns angeschwemmt wurden.

Durch das Eingreifen des Staatspräsidenten Dr. Hacha ist es von Anfang an gelungen, daß wir außerhalb des Bereiches kriegerischen Ringens gestellt wurden. Wir haben keinen Anlaß zur kriegerischen Auseinandersetzung gegeben - doch wir konnten auch nicht zu deren Befriedung oder Verhinderung beitragen. Wir waren unserer eigenen Arbeit ergeben und im Weltgeschehen nur ein passiver Faktor. So hat uns unsere Regierung geführt, ihre Politik war in allen Richtungen auf das einzige Ziel gerichtet: soweit wie möglich unsere nationale Existenz ohne Schäden und Verluste zu bewahren.

Ist dieses gelungen? Jeder von uns muß dies, da sich die Front bis zu uns genähert hat, unvoreingenommen positiv beantworten. Es gab größere Probleme, es gab Schwierigkeiten, und es gab Opfer - doch während alles um uns herum brodelte, die Lage sich änderte, sind wir vom Allerschlimmsten verschont geblieben. In allen Bereichen des öffentlichen und nationalen Lebens hat sich bei uns in den letzten fünf Jahren eine erfreuliche Blütezeit und Aufwärtsentwicklung gezeigt - erinnern wir uns nur an den wichtigen Abschnitt mit dem Anstieg der Geburtenrate. Wir sind auch zahlenmäßig gewachsen, während anderswo die Völker gerade durch Kriegsverluste oder Geburtenrückgang abgenommen haben. Nachdem für die Arbeiterschaft gebührend gesorgt worden war, wurden auch Regulierungen auf dem Gebiet der sozialen Absicherung der Landwirte und Handwerker durchgeführt. Über alle Einschränkungen, aufgezwungen durch den Krieg, haben wir verhältnismäßig gut gelebt, entschieden besser als die übrigen Völkerschaften Europas.

Unsere gesetzmäßige Regierung hat in diesen Jahren die Schicksalsfäden der ihr anvertrauten Nation umsichtig geführt, so daß wir immer noch in Sicherheit auf den Schlußakt des kriegerischen Ringens blicken können. Nun geht es darum, daß wir selbst nicht im letzten Akt unvorsichtig unseren guten Zustand verderben. Kräfte, die um uns in Bewegung sind, sind solche, daß es außerhalb unserer Möglichkeiten liegt, auf sie irgendwelchen Einfluß zu nehmen. Wir waren über fünf Jahre nur stille Zuschauer, es wird klug sein, daß wir solche bis zum Schluß bleiben." (Dr. D. Katzer)

Die EU und die Benesch-Dekrete

Nachdem am 1. Januar 2009 der Vertrag von Lissabon gegen den Willen der ungefragten Bevölkerung in Kraft getreten war, wurden die europäischen Nationalstaaten und ihre Parlamente in vielen Bereichen weitgehend ihrer Souveränität beraubt, auch die tschechische, so daß das Problem 'Benesch-Dekrete' Gegenstand einer juristischen Lösung durch die EU hätte werden können. Doch bis heute wurden von Brüssel alle Erwartungen mit der Ausrede enttäuscht, daß es sich bei den Benesch-Dekreten um eine innerstaatliche Angelegenheit handle.

Hinter dieser Haltung stehen solche EU-Staaten, die ihrer Minderheiten wegen befürchten, diesen größere Rechte zugestehen zu müssen - nicht zuletzt Frankreich, das seit Kriegsende das Deutschtum und die deutschen Dialekte in Elsaß und Lothringen fast total unterdrückt hat. Dasselbe gilt für Spanien in bezug auf die Basken und Katalanen. In Brüssel beruft man sich auch darauf, daß Prag immer wieder erklärt habe, daß die Dekrete "erloschen" seien und "keine Rechtswirkungen" mehr hätten - was nachweislich nicht stimmt. Doch die EU-Behörde nahm und nimmt nicht den geringsten Anstoß an diesem Skandal. Obwohl die Benesch-Dekrete im April 2002 durch einen Parlamentsbeschluß für "unantastbar" erklärt wurden, behauptete Brüssel zynisch fast gleichzeitig, die Benesch-Dekrete seien "nicht mehr anwendbar" und stünden deshalb dem Beitritt Prags nicht entgegen. Die heimatvertriebenen Sudetendeutschen, die dem zu Recht widersprechen, gelten seither, auch in deutschen Regierungskreisen, nur noch als lästige Störenfriede.

Warum aber weigert die Tschechei sich beharrlich, die Dekrete offiziell für ungültig zu erklären und die Vertreibung als Unrecht zuzugeben? Über drei Millionen Sudetendeutsche von Haus und Hof zu verjagen, sie jeglichen Eigentums zu berauben und rund 300 000 bestialisch zu ermorden war und bleibt aber ein Verbrechen und gemäß dem Völkerrecht ein Genozid (Art. 2 der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermords vom 9. Dezember 1948).

Genau hier liegt der neuralgische Punkt, den zu berühren nicht nur Schmerzschreie zur Folge hätte, sondern auch die Offenlegung einer heuchlerischen Wertevorstellung und verkommenen Doppelmoral in Brüssel, Berlin, Prag und Warschau. Denn alle wissen, daß die völker- und menschenrechtswidrigen Dekrete des undemokratisch zur Macht gekommenen Präsidenten Benesch die 'Geburtsurkunde' der Nachkriegs-Tschechei darstellen. Deren politische Grundlage beruht also auf einem Großverbrechen und auf dem Raub eines riesigen sudetendeutschen Vermögens. Des weiteren unternimmt Prag bis heute nichts gegen den damals ausgesäten und noch höchst lebendigen Haß auf Deutsche. Im Besitz fast aller Medien und durch deren Beeinflussung haben es alle tschechischen Regierungen verstanden, das Volk über die Nachkriegsverbrechen im unklaren zu lassen oder zu täuschen. 2009 wurden Masaryk und Benesch einen ganzen Tag lang frenetisch als Staatsgründer wie Heilige gefeiert. Infolge der lügnerischen Propaganda sind bis heute die meisten Tschechen davon überzeugt, daß man die Deutschen auf humane Weise zu Recht 'abgeschoben' und ihr Eigentum konfisziert, daß es nur wenige Opfer gegeben habe, daß diese 'Nazis' und somit selbst schuld an ihrem Schicksal gewesen seien. Dennoch ist die EU bis heute nicht bereit, die Tschechei zu zwingen, die Benesch-Dekrete zu annullieren und Entschädigungen zu leisten.

Skandalös und geradezu landesverräterisch verhielten und verhalten sich deutsche Politiker. Herbert Wehner (SPD) verhandelte 1968 in Prag über die Zulassung der Sozialdemokratischen Partei in der CSSR und bot dafür an, gegen die deutschen Vertriebenenverbände einen harten Kurs zu steuern. Gedacht war an Subventionsentzug und Verdrängung aus der Politik, was bis heute nach und nach geschehen ist. Fast 50 Jahre nach Kriegsende zeigte sich der tschechische Außenminister Zieleniece in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 28. September 1994 verwundert, daß die deutsche Regierung die Vertreibung von mehr als drei Millionen Sudetendeutschen oder die Aufhebung der Benesch-Dekrete noch nie "aufgetischt" habe, auch seien darüber niemals Verhandlungen mit dem deutschen Außenminister Kinkel geführt worden. Das bedeutet, daß der Raub des gesamten Eigentums der Sudetendeutschen im Werte von 318 Milliarden Euro (ohne den kulturellen und ökonomischen Zeitwert des Sudetenlandes!) sowie die verletzten Völker- und Menschenrechte noch keine einzige Bundesregierung veranlaßt haben, Prag und die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Mehr als 65 Jahre nach der Vertreibung der Deutschen wurde in Deutschland noch kein zentrales Mahnmal zum Gedenken an diese Ungeheuerlichkeiten errichtet, da charakterlose Politiker vor massivem Widerstand der Polen, der Tschechen und linker deutscher Kräfte zurückweichen. Nach wie vor werden die deutschen Vertriebenen als ewiggestrige, rechtsextreme Störenfriede diffamiert und bekämpft.


Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart

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