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Auf zum letzten
Gefecht! Von Thomas Mehner Grau ist alle Theorie - wie die Praktiker wissen. Und mancher Umschwung kommt schneller als gedacht - das ist nicht nur Revolutionären bekannt. In den letzten Monaten begann eine Entwicklung, die das bisher gewohnte (sorglose Leben) der Bewohner der westlichen Welt noch gehörig durcheinander bringen wird. Es knarrt bereits hörbar im Gebälk des (kapitalistischen) Systems, nicht nur, weil Anspruch und Wahrheit immer weiter auseinanderklaffen, sondern weil nunmehr eine Bedrohung heraufzieht, die zwar nicht neu, in dieser Größenordnung aber zu spät erkannt wurde. Nein, gemeint ist nicht die Finanzkrise, die nur die Ouvertüre ganz anderer Erscheinungen ist. Ich habe nie verstehen (besser: nachvollziehen) können, dass in einer Welt, deren Ressourcen endlich sind, die wirtschaftlich und politisch Verantwortlichen einer völlig irren Idee anhängen - der des ständigen Wachstums. Die Protagonisten dieser Auffassung, dass fortgesetztes Wachstum nötig sei, sind die besten Beispiele dafür, wenn es darum geht aufzuzeigen, wie weit sich der Mensch von der Natur entfernt hat. Doch keine Sorge: Die Herren und Damen werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt werden, vielleicht schneller und härter, als sie das je für möglich gehalten haben. Eine der Hauptgrundlagen des
Wachstums der westlichen Welt besteht im Verbrauch von
(billiger) Energie. Kraftwerke produzieren Strom, Erdöl
wird zu Grundstoffen der chemischen Industrie und zu
Treibstoff verarbeitet. Egal ob diejenigen Recht haben, die
behaupten, dass der Ölfördergipfel bereits
erreicht oder überschritten sei und wir uns alle darauf
einstellen müssen, das sich verknappende Öl immer
teurer zu bezahlen, oder ob jene richtig liegen, die meinen,
es gäbe noch genügend Öl, das jedoch nicht
mehr so leicht zu erschließen sei - Fakt ist, dass der
schwarze Saft des kapitalistischen Lebens zum Problem wird,
weil er seine Fließgeschwindigkeit herabzusetzen
droht. Man hat das Problem zwar allerorten erkannt, aber
alle in Frage kommenden Alternativen - Windkraft, Biokraft,
Solarkraft, Kernkraft - sind prozentual betrachtet nicht
groß und umfassend genug, um das Öl
vollständig als Sicherlich hat es keinen Sinn, nun in Panik zu verfallen. Aber der Energiehunger der Weltbevölkerung lässt Schlimmes erahnen. Westeuropäer und Amerikaner wollen ihren Lebensstandard halten, niemand ist bereit, freiwillig auf etwas zu verzichten. Im Gegenteil: Die Invasion der USA im Irak zeigte ganz deutlich, dass sich die führende Weltmacht dieses Planeten ohne Rücksicht auf Verluste den Zugriff auf die überlebenswichtige Ressource Öl sichert. Nicht genug damit: Als nächstes Ziel ist der Iran anvisiert, der - glücklicherweise für die westliche politische Propaganda (von ausgewogener Information kann ja keine Rede sein) - bestimmt, möglicherweise oder auch gar nicht an einer Atomwaffe arbeitet, was Bush, Cheney, Olmert, Merkel und Konsorten ein Dorn im Auge ist. Genau genommen geht es aber gar nicht um die Bombe, sondern um das Erdöl im Iran. Hätten die USA direkten Zugriff auf dieses schwarze Gold, wäre der schwerkranke Patient (die auf Erdöl aufbauende westliche Wirtschaft) per Eilfusion noch etwas länger am Leben zu halten. Eine arabische Nation aber, die aufgrund ihrer Souveränität das Recht für sich in Anspruch nimmt, militärisch-technologisch mit dem Westen gleichzuziehen, ist für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten ein Problem: ein quasi zweitklassiger Staat, der bisher in gewissen neo-kolonialen Abhängigkeiten gehalten werden konnte, lässt sich nicht mehr alles gefallen. Logisch, dass solcherlei Bestrebungen unterbunden werden müssen. Ein weiteres Problem: Alle Wissenschaft und Technik nutzen wenig bis nichts, wenn man nicht in der Lage ist, die anstehenden Probleme zu analysieren und nach Auswegen zu suchen. Dies jetzt zu tun, ist wahrscheinlich zu spät. Bereits vor Jahrzehnten hätte man damit beginnen müssen, die Energiesicherheit auf mehrere tragfeste Säulen zu stellen. Gewiss: Erdöl ist ein Geschenk, weil so "einfach" zu fördern und zu verarbeiten. Aber es trägt einen Fluch in sich, der nunmehr zum Tragen kommt, da die Fördermengen möglicherweise stagnieren, vielleicht sogar zurückgehen und mit dem Erdöl Schindluder - sprich Spekulation in Größenordnungen - betrieben wird. Man darf gespannt sein, was Europa und die USA auszuhalten imstande sind, wenn sie sich in Zukunft dem immer größer werdenden Energiehunger der Chinesen und Inder stellen müssen. Das System dürfte erschüttert werden. Schon jetzt geschieht Unerhörtes: Man betrachte nur einmal die Preissteigerungen für Strom, Gas, Benzin, Diesel, Heizöl und dergleichen mehr. Das Geld, das Otto Normalverbraucher für die Aufrechterhaltung seiner Existenz ausgeben muss, fehlt für den Konsum. Wann schlägt dieser Effekt auf die Wirtschaft durch? Freilich, noch tut man so, als sei das alles nicht so schlimm, solange zum Beispiel hierzulande der Export boomt. Aber auch das geht irgendwann schief: Deutschland liefert Ausrüstungen, Technologien, Maschinen und Fahrzeuge für jene Nationen und Wirtschaftsräume, die jetzt auch endlich ein Stück vom (Welt-) Kuchen abhaben wollen. Das freut die Unternehmer hierzulande. Vergessen wird dabei, dass diejenigen, die mit den Segnungen der modernen Zivilisation beglückt werden, auch bald den Strom aus der Steckdose brauchen und Benzin bzw. Diesel für ihr Auto haben wollen. Der Wahnsinn hat nicht nur Methode, sondern er nimmt nunmehr erst richtig Anlauf und geht - einer Exponentialfunktionskurve gleich - zum steilen Anstieg über. Es beginnt eine "Himmelfahrt ins Nichts", die aber mit Pauken und Trompeten. Stellt sich letztlich die Frage, ob der Blaue Planet eine 8-, 9- oder 10-Milliarden-Menschen-Bevölkerung tragen kann, deren Individuen allesamt wie der durchschnittliche Bundesdeutsche leben wollen? Ich denke nicht. Schon jetzt hat man die Lage nicht im Griff. Täglich verhungern Tausende von Kindern, und die aktuellen Hungerrevolten - entstanden durch die verbrecherische Nutzung von Getreide für die Kraftstoffproduktion! - signalisieren, dass da etwas in Bewegung gekommen ist, dass böse enden könnte. Zyniker meinen mittlerweile, die einzige Lösung für die Probleme dieser "Zivilisation" sei der rote Knopf Ich sehe das, ehrlich gesagt, mittlerweile genauso. Und tatsächlich: wachsender Energiebedarf, steigende Bevölkerungszahlen, sich verknappende Energie- und Rohstoffe, aufstrebende große östliche Nationen, ein besseres Leben für die Bewohner dieses Planeten - wie soll das alles noch zusammengehen? Freilich, bisher haben Menschen immer irgendeine Lösung gefunden. Doch wird vergessen, dass die Probleme früher regionaler Natur waren. Jetzt braut sich aber ein globales Desaster zusammen, das in einem großen Knall (oder in vielen kleinen) enden wird. Dass man bei der Lösung des Energieproblems geschlafen hat, ist kein Geheimnis. Da nützt auch das ganze Gerede von alternativen Energien nichts. Seit Jahren beobachte ich genau, was in allgemeiner Verzweiflung getan wird, um die Energiekrise als solche zu verniedlichen. Einige Zeit hat das funktioniert, nunmehr aber nicht mehr. Die Preisspirale dreht sich, das einem schwindelig wird. Da ist von Gaspreiserhöhungen von bis zu 25 Prozent in einer ersten Runde die Rede, die von einer zweiten von bis zu 40 Prozent gleich noch überholt werden soll. Falls wir Glück haben, steigen die Gaspreise nur um 50 Prozent, was aber immer noch den Straftatbestand des Wuchers darstellt. Beachten Sie bitte: wir sprechen hier von Zeiträumen eines Jahres! Interessanterweise gibt es Zeitgenossen, die können dieser Entwicklung sogar noch etwas positives abgewinnen, frei nach dem Motto: die steigenden Öl- und Gaspreise retten das Weltklima! Das stimmt natürlich nur dann, wenn man bereit ist, an das aktuelle Klimakatastrophen-Szenario zu glauben. Und während niemand weiß, wo und wann der ganze Irrsinn ein Ende finden wird, soll sich Otto Normalverbraucher laut Auskunft unserer Volksvertreter mit dem bescheiden, was er verdient. Nun ja, die lächerlichen Erhöhungen bei Löhnen und/oder Gehältern von zwei, drei oder auch mal fünf Prozent sind ohnehin nicht der Rede wert, weil sie nicht einmal die galoppierende Inflation zu deckeln vermögen. Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass fünf Prozent brutto mehr manchmal sieben Prozent netto weniger bedeuten. Das deutsche Steuerrecht macht's möglich - Stichwort: kalte Progression! Wann kümmern sich mal unsere Damen und Herren Politiker um das, was das Volk bedrückt, ängstigt und aufregt?! Die letztgenannten sind aber nur die Probleme im Kleinen. Die im Großen darf man nicht übersehen: Wie sich zeigt, wird momentan aufgerüstet, was das Zeug hält. Möglicherweise auch deshalb, weil alle merken, dass "irgendetwas" nicht mehr stimmt. Glaubt man den veröffentlichten Zahlen, so wurde 2007 über eine Billion Dollar für die Rüstung ausgegeben! Jeder hat vor jedem Angst, jeder droht jedem mit Gewalt. Der Iran will Israel von der Landkarte beseitigen, Israel den Iran nuklear angreifen, Hillary Clinton gar den Iran komplett "auslöschen". Auf welch ein niedriges moralisches Niveau muss man gesunken sein, um nach den Erfahrungen von Hiroshima und Nagasaki und der glücklich überwundenen Phase des Kalten Krieges zwischen Ost und West einem Gegner mit der "Auslöschung" zu drohen? Ich meine, dass diejenigen, die solcherlei Drohungen öffentlich aussprechen, ohne Ansehen der Person vor ein Tribunal gestellt und abgeurteilt werden müssen. Wehret den Anfängen! Stattdessen lässt man den geistigen Brandstiftern (hier trifft der Begriff, den ich höchst selten verwende, voll zu!) freien Lauf. Das Ende ist absehbar. Damit es aber noch etwas schneller kommt, rüstet man nun auch im erdnahen Raum auf. Von einem "Krieg der Sterne" kann glücklicherweise noch nicht die Rede sein, denn die fliegenden luftdichten Blechbüchsen, mit denen man sich in die Erdumlaufbahn wagt, sind noch keine Gefahr für fremde Sternen- und Planetensysteme, sondern stellen in erster Linie ein Risiko für jene dar, die in ihnen sitzen (man denke nur an die US-Raumfähren, die regelmäßig ihre Hitzeschutzkacheln verlieren!). Dennoch wird man auch diese Probleme überwinden, denn wenn es darum geht, sich immer neue, perversere Methoden der gegenseitigen Vernichtung auszudenken, sind der menschlichen Fantasie und dem Forschergeist keine Grenzen gesetzt. Hätte man nur zehn Prozent der technisch-wissenschaftlichen Kapazitäten, die in die Rüstung gehen, in die Lösung des anstehenden Energieproblems gesteckt, könnte die Menschheit heute wahrscheinlich in einem energetischen Paradies leben. Doch das ist nicht gewollt. Diese Welt wird mit Angst und immer größer werdenden Abhängigkeiten regiert. Und das Ganze nennt man dann auch noch Fortschritt! Halleluja! Der Fortschrittsglaube, der in Wirklichkeit ein Wahn ist, wird dazu führen, dass sich das System selbst eliminiert - so wie ein Krebsgeschwür den Körper, in dem es sich ausbreitet, zerstört. Immer höher organisierte Materie löscht sich irgendwann selbst aus. Kein Wunder, dass es schon seit geraumer Zeit Menschen gibt, die vor der Entwicklung, die nun an Geschwindigkeit immer mehr zunimmt, schon vor Jahrzehnten warnten (aber nicht gehört wurden). Oscar Kiss Maerth schrieb 1971 in seinem Buch Der Anfang war das Ende (erschienen bei ECON) auf Seite 240: "Der Urheber dieses auf die Dauer unhaltbaren Systems ist eine weltfremde und geistig verwirrte Macht: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Die 200 Millionen Bewohner dieses Landes machen weniger als 6% der Erdbevölkerung aus, und doch besitzen sie etwa 50% aller lebenswichtigen materiellen Güter der Erde auf allen Kontinenten, die sie durch List, Erpressung und Gewalt an sich gerissen haben. Der größte Kontinent der Erde ist Asien, wo zwei Drittel der Erdbevölkerung leben. Die westliche Halbinsel dieses Kontinents, die sich Europa nennt und sich einbildet, ein Kontinent zu sein, hatte den Mut, der zehnmal größeren Bevölkerung im Osten des Kontinents den Rücken zu kehren, sich in die Dienste der größten Plündermacht aller Zeiten zu stellen und deren menschenfeindliches Wirtschaftssystem zu übernehmen. Diese Allianz ist ein Verrat an der Menschheit " Wahre Worte. Oscar Kiss Maerth musste sich den Vorwurf eines Pseudo-Wissenschaftlers gefallen lassen, weil er es wagte, den Menschen und seine westlich dominierte Gesellschaft als das zu analysieren, was beide sind: Irrläufer der Entwicklungsgeschichte. So etwas tut man nicht. Die Wissenschaft von heute ist fortschrittsgläubig, hat aber auf die wesentlichen Fragen, die das Überleben der Menschheit betreffen, keine Antwort. Oscar Kiss Maerth schrieb weiter: "Jeder einzelne Mensch, zu welcher Rasse oder Gesellschaft er auch gehört, muss sich radikal umstellen, indem er nur seine echten materiellen Bedürfnisse befriedigt, nur für diese arbeitet und auf eine einfache, gesunde und soweit wie noch möglich naturverbundene Lebensweise übergeht; das gilt in erster Linie für den Menschen des Westens. Der Mensch wird erkennen, dass er damit kein Opfer bringt, sondern im Gegenteil: er befreit sich von allen ihm aufgezwungenen unechten Bedürfnissen, für die er bisher sinnlos gearbeitet und sein Leben unnötig erschwert hat." Diese Sätze verhallten ungehört - und das genaue Gegenteil geschah: Mittlerweile sind sogar die sogenannten Schwellenländer wie China und Indien auf dem fatalen und falschen Weg, es dem Westen gleich zu tun. Der Irrsinn hat Methode! Das Ende wird also noch schneller kommen, als es Oscar Kiss Maerth (und andere) voraussehen konnten. Die Rohstoffausbeutung nimmt zu, der Energiehunger wächst. Kriege werden um all das geführt (werden), was noch übrig ist. Und niemand wird es mehr durchsetzen können, dass Menschen, die in einer 12-Millionen Stadt (wie beispielsweise London) leben, zu einem naturkonformen Lebensstil zurückfinden. Das ist reine Illusion! Auf also zum letzten Gefecht! Es gab vor einigen Jahrzehnten eigentlich nur eine Lösung, die uns vor dem totalen Untergang hätte bewahren können, nunmehr aber für die meisten Menschen der Gegenwart nicht mehr gangbar ist, weil alle Chancen für eine Umkehr vertan wurden. Maerth dazu auf Seite 239 seines Buches: "Die neue Welt, die der Menschheit die einzige Chance für das Überleben bietet, kann nur auf den Trümmern der gegenwärtigen philosophielosen, materialistischen und verbrecherischen Plünderzivilisation des Westens aufgebaut werden, die nur durch weitere Selbstversklavung und intensivierte Zerstörung des Planeten weitergeführt werden kann. Sie muss daher bis zu den Grundmauern abgerissen werden." Kommentar überflüssig. Das System muss und wird sich selbst zerstören.
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