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"Der Mensch ist, was er
ißt!" "Der Mensch ist, was er ißt." Mit dieser These, die übrigens nicht, wie weithin angenommen, von Bertholt Brecht stammt, sondern von Ludwig Feuerbach, ist eine tiefe Wahrheit in kurzer und schlichter Weise getroffen. Der Mensch hat zwar die Fähigkeit, physiologisch die Nahrung nach seinen Bedürfnissen umzuwandeln. So unspezifisch, also "biologisch unangepaßt" (Arnold Gehlen), wie er anthropologisch ist, so wenig angepaßt muß auch seine Nahrung sein. Der Mensch ist ein typischer 'Allesfresser', was besonders in Notzeiten von großem Nutzen ist. Aber was in der Gegenwart inzwischen mit dem Essen gemacht wird, das stimmt doch besorgt. Die Eßkultur wurde besonders durch die US-amerikanische Lebensart inzwischen fast völlig zerstört: Schnellgerichte, genmanipuliertes Essen, künstliche Aromen - man scheint zu vergessen, daß ein Lebensmittel ein Mittel zum Leben ist, und nicht allein hedonistischer Genuß. Die vollständige Ökonomisierung der Gesellschaft und die Zerstörung der Familie durch die 68er Ideologen tun ihr übriges. Es wird heute geradezu euphorisch in den Spalten der 'New Economy-Presse' gefeiert, daß wir "endlich" so weit seien wie in den USA. Beide Elternteile stehen in der Erwerbsarbeit, Großeltern sind aus dem Familienverband ins Altersheim verbannt. Zeit zum Kochen bleibt nicht. Wenn überhaupt noch Kinder da sind, dann gibt es aus Zeitnot kaum noch gemeinsame Mahlzeiten. Kindergartenkinder sind geübt im Aufreißen von Fertigpizzas, und erwachsene Menschen schlingen während einer kurzen Fermate inmitten der Arbeitshektik den Inhalt einer Plastikdose mit gefriergetrockneten und künstlichen Zutaten in aller Hast in sich hinein. Lebensmittelimitate gaukeln vor, was
längst nicht mehr Realität ist: der appetitlich
zerlaufene Käse auf der Pizza - ein billiges Imitat aus
Pflanzenfett. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein
Schnitzel, sind in Wirklichkeit Fleischreste, die nur mit
künstlichen Aromen zum Geschmackserlebnis werden.
Kochschinken besteht häufig schon aus gepreßtem
Eiweis. Rindfleisch soll neuerdings im Reagenzglas
gezüchtet werden. Und die Politik schreitet nicht ein,
regelt nichts. Ist das nur Anteilnahmslosigkeit oder
Vorsatz? Glaubt man wirklich, die Menschen würden bei
dem Fraß, den sie heute zu sich nehmen, gesund
bleiben? Die Man fragt sich: Bei der Kontrolldichte im Lebensmittelbereich, bei der Flut von Gesetzen und Verordnungen, die uns in allen Bereichen des täglichen Lebens zu ersticken drohen, wie kommt es da, daß trotzdem mehr und mehr gesundheitsschädliche Lebensmittel die Volksgesundheit bedrohen? Dabei gibt es Regelungen zum Verbraucherschutz - weltweite sogar. Sie sind allerdings, wohl aus gutem Grund, kaum Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung. Oder wer, außer den Beteiligten in der Lebensmittelindustrie, kennt etwa schon den "Codex Alimentarius"? Es handelt sich hier auf den ersten Blick um eine Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erstmals 1963 herausgegeben wurde. Ausnahmslos alle EU-Staaten sind bereits zwangsweise Mitglied im "Codex Alimentarius" - um so merkwürdiger ist, daß bei den immerhin in den Medien stattfindenden Lebensmitteldiskussionen dieser Name kaum auftaucht. Der Verdacht liegt nahe, daß es sich auch hier in Wahrheit um eines der zahlreichen Propagandainstrumente der sich demokratisch gebenden westlichen Welt handelt. Dr. Rima E. Laibow, die sich bereits seit den siebziger Jahren mit dem Codex beschäftigt hat, warnt: Von Freiheit oder Gesundheitsfürsorge könne hier kaum die Rede sein. Der "Codex Alimentarius" wurde 1962 als ein Instrument der Handelsorganisation der Vereinten Nationen geschaffen. Als selbstlos kennt man die Beteiligten des weltweiten Handels allerdings kaum. Wer sich hier zusammenschloß, um für "Lebensmittelsicherheit" zu sorgen, das waren und sind Konzerne der pharmazeutischen Erzeugung, Pestizidtechnologiefirmen, Biotechnologiefirmen und vor allem die chemische Industrie, ohne die die moderne Nahrung, gern beschönigend 'Novel Food' genannt, kaum noch denkbar ist. Man ahnt, daß es diesen Firmen vor allem um Profit, nicht aber um Lebensmittelsicherheit gehen dürfte. Der "Codex Alimentarius" wird gestützt durch die Welthandelsorganisation - wer nicht codex-konform handelt, wird hart bestraft. Und man reibt sich die Augen, welcher Unsinn da von der Industrie gefördert wird. Es gibt Kommissionen des Codex, die regelmäßig die Glaubenssätze herausgeben, was in Sachen Ernährung richtig und was falsch zu sein hat. Eine Führungsfigur der Codex-Richtlinien, Dr. Rolf Grossklaus, hat beispielsweise verkündet, daß die natürlichen Nährstoffe in Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen für die Gesundheit nicht bedeutend, ja sogar schädlich seien. Die Richtlinien empfehlen deshalb die Einnahme künstlicher, also synthetisch hergestellter Nahrungsergänzungsmittel. An diesen Präparaten verdienen die entsprechenden Firmen. Außerdem wird damit aus dem Blickfeld zu rücken versucht, daß die Nahrungsmittel heute immer wertloser werden. Was als Verbraucherschutz getarnt
ist, dient in Wirklichkeit lediglich dem Interesse weltweit
agierender Großkonzerne, die ihre Produkte
möglichst reibungslos unter die Leute zu bringen
versuchen. Letztlich geht es darum, natürliche
Lebensmittel, die zudem auch noch selbst zubereitet werden
könnten, unattraktiv zu machen, damit die Menschen
Fertignahrung zu sich nehmen und die nötigen
Nährstoffe zukünftig durch
Nahrungsergänzungsmittel über die Pharmafirmen
beziehen. Einheitsnahrung wird
den Bücher zum
Thema: Ralph Bircher:
Geheimarchiv der Ernährungslehre Heide Haßkerl:
Selbstversorgt! Alle Bücher
sind beim Grabert
Verlag
erhältlich Aus den einstigen Verteidigern im Bereich der Freiheit im Gesundheitsbereich wie der 'National Nutritional Association' und der 'Council für Responsible Nutrition' (CRN) sind Knechte der Großindustrie geworden. Die Mitgliederschaft von diesen ehemaligen Verteidigern der gesundheitlichen Freiheit wurde unter anderem von Managern aus der pharmazeutischen Industrie unterwandert. Der CRN zählt zu seinen Mitgliedern Konzerne wie Monsanto und Bayer. Der Plan der Industrie wird deutlich: Entwertung der natürlichen Lebensmittel und der natürlich gewonnenen Nahrungsergänzungsmittel. Letztere werden nach neuen Plänen nur noch so niedrig dosiert sein dürfen, daß sie praktisch wirkungslos werden. Statt dessen sollen künstlich hergestellte Präparate an ihre Stelle treten. Die Mediziner im Bereich der natürlichen Heilmethoden würden damit ihre Werkzeuge verlieren, und gesundheitsbewußte Menschen wären dann in der Zukunft nicht mehr frei, um ihre Entscheidungen zu treffen. Durch die immer weiter um sich greifenden Patentierungen von Saatgut wird es vermutlich sogar Selbstanbauern zukünftig unmöglich gemacht werden, 'unkontrollierte' Nahrungsmittel anzubauen - das alles geschieht im Namen der 'Lebensmittelsicherheit' und dient tatsächlich der Kontrolle und der Gewinnmaximierung. So verschwindet zur Zeit gerade die traditionelle Kartoffelsorte 'Linda' vom Markt, weil diese nicht mehr weiter gezüchtet werden darf. Statt dessen wird der Anbau neuer gentechnisch veränderter Kartoffeln, etwa 'Amflora', mit dem Segen der Politik zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern vorangetrieben. Lebensmittelhersteller wie der Demeter-Verbund, die hochwertige und gesunde Nahrungsmittel produzieren, werden schon jetzt durch EU-Verordnungen gegängelt. So werden durch solche Verordnungen besondere Präparatherstellungen der Demeter-Wirtschaft erschwert bis unmöglich gemacht. In diesem Jahr soll der "Codex Alimentarius" global eingeführt werden, wodurch diese Tendenzen verstärkt werden. Mit öffentlichen Diskussionen größeren Ausmaßes wird nicht zu rechnen sein. "Der Mensch ist, was er ißt." Man hat eine lebhafte Vorstellung, wie die Konzernlenker die Menschheit gern haben wollen, nämlich als eine willenlose Masse von konsumierenden Vollstreckern. Die Instrumente für diese Gleichschaltung liegen offen. Für Empörung sorgten sie bisher nicht.
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