23. April 2010

"Der Mensch ist, was er ißt!"
Der "Codex Alimentarius" - ein Programm zur Gleichschaltung

"Der Mensch ist, was er ißt." Mit dieser These, die übrigens nicht, wie weithin angenommen, von Bertholt Brecht stammt, sondern von Ludwig Feuerbach, ist eine tiefe Wahrheit in kurzer und schlichter Weise getroffen. Der Mensch hat zwar die Fähigkeit, physiologisch die Nahrung nach seinen Bedürfnissen umzuwandeln. So unspezifisch, also "biologisch unangepaßt" (Arnold Gehlen), wie er anthropologisch ist, so wenig angepaßt muß auch seine Nahrung sein. Der Mensch ist ein typischer 'Allesfresser', was besonders in Notzeiten von großem Nutzen ist. Aber was in der Gegenwart inzwischen mit dem Essen gemacht wird, das stimmt doch besorgt.

Die Eßkultur wurde besonders durch die US-amerikanische Lebensart inzwischen fast völlig zerstört: Schnellgerichte, genmanipuliertes Essen, künstliche Aromen - man scheint zu vergessen, daß ein Lebensmittel ein Mittel zum Leben ist, und nicht allein hedonistischer Genuß. Die vollständige Ökonomisierung der Gesellschaft und die Zerstörung der Familie durch die 68er Ideologen tun ihr übriges. Es wird heute geradezu euphorisch in den Spalten der 'New Economy-Presse' gefeiert, daß wir "endlich" so weit seien wie in den USA. Beide Elternteile stehen in der Erwerbsarbeit, Großeltern sind aus dem Familienverband ins Altersheim verbannt. Zeit zum Kochen bleibt nicht. Wenn überhaupt noch Kinder da sind, dann gibt es aus Zeitnot kaum noch gemeinsame Mahlzeiten. Kindergartenkinder sind geübt im Aufreißen von Fertigpizzas, und erwachsene Menschen schlingen während einer kurzen Fermate inmitten der Arbeitshektik den Inhalt einer Plastikdose mit gefriergetrockneten und künstlichen Zutaten in aller Hast in sich hinein.

Lebensmittelimitate gaukeln vor, was längst nicht mehr Realität ist: der appetitlich zerlaufene Käse auf der Pizza - ein billiges Imitat aus Pflanzenfett. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Schnitzel, sind in Wirklichkeit Fleischreste, die nur mit künstlichen Aromen zum Geschmackserlebnis werden. Kochschinken besteht häufig schon aus gepreßtem Eiweis. Rindfleisch soll neuerdings im Reagenzglas gezüchtet werden. Und die Politik schreitet nicht ein, regelt nichts. Ist das nur Anteilnahmslosigkeit oder Vorsatz? Glaubt man wirklich, die Menschen würden bei dem Fraß, den sie heute zu sich nehmen, gesund bleiben? Die ausufernde Fettleibigkeit, selbst bei Kindern, kann wohl mit Recht nur als äußere Erscheinung gewertet werden. Inwieweit andere Phänomene, wie nachlassende Fruchtbarkeit, mangelnde Konzentration bei Jugendlichen, Allergien und so weiter auch mit schlechter und künstlicher Nahrung zu tun haben, wird offiziell besser gar nicht erst untersucht und vermittelt - weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Mit der gleichen Absicht wird etwa den gesundheitsschädlichen Folgen von Impfungen nicht nachgegangen. Sie könnten dem Geschäft schaden. Denn hier wie dort geht es nur um Profit, um nichts sonst.

Man fragt sich: Bei der Kontrolldichte im Lebensmittelbereich, bei der Flut von Gesetzen und Verordnungen, die uns in allen Bereichen des täglichen Lebens zu ersticken drohen, wie kommt es da, daß trotzdem mehr und mehr gesundheitsschädliche Lebensmittel die Volksgesundheit bedrohen? Dabei gibt es Regelungen zum Verbraucherschutz - weltweite sogar. Sie sind allerdings, wohl aus gutem Grund, kaum Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung. Oder wer, außer den Beteiligten in der Lebensmittelindustrie, kennt etwa schon den "Codex Alimentarius"? Es handelt sich hier auf den ersten Blick um eine Sammlung von Normen für die Lebensmittelsicherheit, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen erstmals 1963 herausgegeben wurde. Ausnahmslos alle EU-Staaten sind bereits zwangsweise Mitglied im "Codex Alimentarius" - um so merkwürdiger ist, daß bei den immerhin in den Medien stattfindenden Lebensmitteldiskussionen dieser Name kaum auftaucht.

Der Verdacht liegt nahe, daß es sich auch hier in Wahrheit um eines der zahlreichen Propagandainstrumente der sich demokratisch gebenden westlichen Welt handelt. Dr. Rima E. Laibow, die sich bereits seit den siebziger Jahren mit dem Codex beschäftigt hat, warnt: Von Freiheit oder Gesundheitsfürsorge könne hier kaum die Rede sein. Der "Codex Alimentarius" wurde 1962 als ein Instrument der Handelsorganisation der Vereinten Nationen geschaffen.

Als selbstlos kennt man die Beteiligten des weltweiten Handels allerdings kaum. Wer sich hier zusammenschloß, um für "Lebensmittelsicherheit" zu sorgen, das waren und sind Konzerne der pharmazeutischen Erzeugung, Pestizidtechnologiefirmen, Biotechnologiefirmen und vor allem die chemische Industrie, ohne die die moderne Nahrung, gern beschönigend 'Novel Food' genannt, kaum noch denkbar ist. Man ahnt, daß es diesen Firmen vor allem um Profit, nicht aber um Lebensmittelsicherheit gehen dürfte.

Der "Codex Alimentarius" wird gestützt durch die Welthandelsorganisation - wer nicht codex-konform handelt, wird hart bestraft. Und man reibt sich die Augen, welcher Unsinn da von der Industrie gefördert wird. Es gibt Kommissionen des Codex, die regelmäßig die Glaubenssätze herausgeben, was in Sachen Ernährung richtig und was falsch zu sein hat. Eine Führungsfigur der Codex-Richtlinien, Dr. Rolf Grossklaus, hat beispielsweise verkündet, daß die natürlichen Nährstoffe in Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungen für die Gesundheit nicht bedeutend, ja sogar schädlich seien. Die Richtlinien empfehlen deshalb die Einnahme künstlicher, also synthetisch hergestellter Nahrungsergänzungsmittel. An diesen Präparaten verdienen die entsprechenden Firmen. Außerdem wird damit aus dem Blickfeld zu rücken versucht, daß die Nahrungsmittel heute immer wertloser werden.

Was als Verbraucherschutz getarnt ist, dient in Wirklichkeit lediglich dem Interesse weltweit agierender Großkonzerne, die ihre Produkte möglichst reibungslos unter die Leute zu bringen versuchen. Letztlich geht es darum, natürliche Lebensmittel, die zudem auch noch selbst zubereitet werden könnten, unattraktiv zu machen, damit die Menschen Fertignahrung zu sich nehmen und die nötigen Nährstoffe zukünftig durch Nahrungsergänzungsmittel über die Pharmafirmen beziehen. Einheitsnahrung wird den

Bücher zum Thema:
Volker Angres: Futter fürs Volk
399 S., geb. EUR 9. 95 Best.-Nr. 461 786
Wie es so weit kommen konnte, daß nicht Lebensmittel auf unseren Tisch kommen, sondern eine Art Restmüll, das zeigt dieser Report aus der Unterwelt von industrialisierter Landwirtschaft.

Ralph Bircher: Geheimarchiv der Ernährungslehre
203 S., geb. EUR 9.95 Best.-Nr. 464 790
Dieses Buch versammelt eine Reihe bahnbrechender wissenschaftlicher Studien, die weitgehend unbekannt geblieben sind. Sie haben keinen Eingang in die offizielle Lehrmeinung der Ernährungswissenschaft gefunden - getreu dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Heide Haßkerl: Selbstversorgt!
180 S., geb. EUR 19.90 Best.-Nr. 464 791
Gemüse, Kräuter und Beeren aus dem eigenen Garten: Nützliche Tips, praktische Tricks, Planbeispiele und Informationen zur Lagerung der Ernte machen dieses Buch zu einem interessanten Standardwerk.

Alle Bücher sind beim Grabert Verlag erhältlich

Einheitsmenschen schaffen, der in der weltweiten Globalisierung besser zu kontrollieren ist. Dazu müssen die 'Konsumenten' zunächst von der Natur entwöhnt werden. Kaum jemand stört sich heute noch daran, daß in einem Erdbeerjoghurt kaum noch Erdbeeren sind, sondern vor allem künstliche Aromen. Ein immer größer werdender Prozentsatz von Kindern glaubt heute allen Ernstes, Milch käme aus der 'Lila-Werbungs-Kuh' eines bekannten Süßwarenherstellers. Haltbar gemachte Milch, die beschönigend mit dem Etikett "maxi-frisch" belegt wird, hat mit dem Naturprodukt kaum noch etwas gemein. Man erinnert sich noch an die Kampagnen, die gegen frische Kuhmilch vom Bauern vor etlichen Jahren gefahren worden sind, weil von dieser Vorzugsmilch angeblich erhebliche Gefahren ausgehen würden. Heute findet man in den Kühlregalen der Lebensmittelketten kaum noch 'normale' Milch.

Aus den einstigen Verteidigern im Bereich der Freiheit im Gesundheitsbereich wie der 'National Nutritional Association' und der 'Council für Responsible Nutrition' (CRN) sind Knechte der Großindustrie geworden. Die Mitgliederschaft von diesen ehemaligen Verteidigern der gesundheitlichen Freiheit wurde unter anderem von Managern aus der pharmazeutischen Industrie unterwandert. Der CRN zählt zu seinen Mitgliedern Konzerne wie Monsanto und Bayer.

Der Plan der Industrie wird deutlich: Entwertung der natürlichen Lebensmittel und der natürlich gewonnenen Nahrungsergänzungsmittel. Letztere werden nach neuen Plänen nur noch so niedrig dosiert sein dürfen, daß sie praktisch wirkungslos werden. Statt dessen sollen künstlich hergestellte Präparate an ihre Stelle treten. Die Mediziner im Bereich der natürlichen Heilmethoden würden damit ihre Werkzeuge verlieren, und gesundheitsbewußte Menschen wären dann in der Zukunft nicht mehr frei, um ihre Entscheidungen zu treffen. Durch die immer weiter um sich greifenden Patentierungen von Saatgut wird es vermutlich sogar Selbstanbauern zukünftig unmöglich gemacht werden, 'unkontrollierte' Nahrungsmittel anzubauen - das alles geschieht im Namen der 'Lebensmittelsicherheit' und dient tatsächlich der Kontrolle und der Gewinnmaximierung. So verschwindet zur Zeit gerade die traditionelle Kartoffelsorte 'Linda' vom Markt, weil diese nicht mehr weiter gezüchtet werden darf. Statt dessen wird der Anbau neuer gentechnisch veränderter Kartoffeln, etwa 'Amflora', mit dem Segen der Politik zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern vorangetrieben.

Lebensmittelhersteller wie der Demeter-Verbund, die hochwertige und gesunde Nahrungsmittel produzieren, werden schon jetzt durch EU-Verordnungen gegängelt. So werden durch solche Verordnungen besondere Präparatherstellungen der Demeter-Wirtschaft erschwert bis unmöglich gemacht.

In diesem Jahr soll der "Codex Alimentarius" global eingeführt werden, wodurch diese Tendenzen verstärkt werden. Mit öffentlichen Diskussionen größeren Ausmaßes wird nicht zu rechnen sein.

"Der Mensch ist, was er ißt." Man hat eine lebhafte Vorstellung, wie die Konzernlenker die Menschheit gern haben wollen, nämlich als eine willenlose Masse von konsumierenden Vollstreckern. Die Instrumente für diese Gleichschaltung liegen offen. Für Empörung sorgten sie bisher nicht.


Quelle: EURO-KURIER
Authorisierte Weltnetz Verbreitung durch
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