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Milliarden-Programme
ohne Deckung: In Zeiten der galoppierenden Finanz- und Wirtschaftskrise werden "echte Werte" wieder wichtig: neben Immobilien vor allem Edelmetall. Wer über Goldreserven verfügt, kann im schlimmsten Fall - einer Währungsreform - auf solide Deckung zurückgreifen. Kein Wunder, daß Staaten wie Rußland und China schon seit einigen Jahren verstärkt Gold auf den Weltmärkten kaufen. Es bietet Sicherheit gegen eine mögliche Finanzkatastrophe. Auch Deutschland stünde
eigentlich gut da. Denn nominell verfügt die Bundesbank
über exakt 3413 Tonnen an Goldreserven - das sind
statistisch die zweitgrößten Reserven der Weit.
Sie sind als Sicherung gedacht, wenn es einmal zu einer
großen Krise kommen sollte. Angelegt wurden diese
Goldreserven in den fünfziger und sechziger Jahren,
als Der Haken an den deutschen Goldreserven: Sie sind im Krisenfall nur dann als wirksame Deckung der heimischen Währung einsetzbar, wenn sie für die Bundesbank tatsächlich verfügbar sind. Sind sie aber nicht. Denn nur ein kleiner Teil lagert tatsächlich in der Bundesrepublik. Die restlichen 98 Prozent, will der renommierte Gold- und Währungsexperte Bruno Bandulet schon vor geraumer Zeit herausgefunden haben, sind in Tresoren der Federal Reserve Bank in New York, in der Banque de France und der Bank of England eingelagert. Konfrontiert man die Bundesregierung mit solchen Mutmaßungen, gibt sie sich zugeknöpft. So erkundigte sich schon im Jahre 2002 der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann in einer Anfrage nach dem Verbleib des Goldes. In der Antwort der Bundesregierung hieß es ebenso unklar wie einsilbig: "Die Deutsche Bundesbank hält einen großen Teil ihrer Goldbestände in eigenen Tresoren im Inland. Sie läßt allerdings auch Goldbestände an wichtigen Großhandelsplätzen wie z.B. London von den dort ansässigen Zentralbanken, z.B. die Bank of England, verwahren." Wie die Verteilung auch aussehen mag: Mit Blick auf die aktuelle Krise müßten verantwortungsvolle Politiker jetzt eigentlich alle Hebel in Bewegung setzen, um das Gold der Bundesbank wieder nach Deutschland zurückzuholen. Denn: Ausgelagert wurde es während des Kalten Krieges auch mit Blick auf einen möglichen Überfall des Warschauer Paktes auf die Bundesrepublik. Diese Gefahr besteht heute nicht mehr. Bislang ist über einschlägige Bemühungen der Bundesregierung allerdings nichts bekannt. Sie wird sich womöglich daran erinnern, daß der französische Präsident Charles de Gaulle 1968 ebenfalls versucht hatte, die französischen Goldreserven aus den USA zurückzuholen, und damit eine handfeste Krise zwischen Paris und Washington ausgelöst hatte. Es ist nicht zu erwarten, daß Bundeskanzlerin Angela Merkel ein solches Risiko eingehen will. Vielleicht hat auch Uncle Sam das Gold der Krauts längst zur eigenen Sicherheit eingeplant.
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