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Arminius - ein
deutsches Vermächtnis: Von Karl Richter Das Jahr 2009 ist ein Gedenkjahr der besonderen Art. Es bietet Gelegenheit, sich nicht nur des Beginns des Zweiten Weltkriegs, der Gründung der Bundesrepublik sowie des Versailler Diktats vor 90 Jahren zu erinnern, sondern auch einer epochalen Befreiungstat unseres Volkes: der sogenannten "Hermannsschlacht" im Teutoburger Wald vor 2000 Jahren, im September des Jahres 9 nach Christus. Man muß kein Prophet sein, um vorherzusagen, daß sich viele Bundesbürger des Jahres 2009, insbesondere die tonangebenden in Medien und Politik, mit diesem Jubiläum schwertun werden; schließlich, die Vernichtung dreier römischer Legionen durch heimattreue germanische Ureinwohner war - in der verqueren Logik heutiger Gutmenschen - ein Akt krasser "Ausländerfeindlichkeit" und in ihrer Dimension nachgerade eine Vorwegnahme späterer "singulärer" Verbrechen. Es hätte auch anders kommen können Abseits politisch hyperkorrekter Etikettierungen war das Ereignis des Jahres 9 unbestritten ein Großereignis der nationalen ebenso wie der europäischen Geschichte, eine Weg- und Wendemarke am Aufgang des Abendlandes. Ihre Bedeutung erschließt sich unschwer. Man muß sich nur die "Was-wäre-wenn"-Frage stellen. Sie ist natürlich völlig "unhistorisch", weil die überschau- und erforschbare Geschichte nun einmal so ist, wie sie ist, was alles andere in den Bereich der Spekulation verweist. Ganz abwegig ist sie dennoch nicht, weil sie wie in jeder besseren Film-DVD den Blick für den "alternativen Schluß" öffnet - mit den gleichen Protagonisten, Beteiligten, nur eben mit einem anderen, vielleicht völlig überraschenden Ende: Was wäre geschehen, wenn die spanische Armada 1588 nicht im Kanal vom Sturm und den Engländern aufgerieben worden wäre? Wenn der Schwedenkönig Karl XII. nicht 1709 bei Poltawa geschlagen worden wäre? Wenn der 34jährige Hitler 1923 beim Marsch auf die Feldherrnhalle von einer verirrten Polizeikugel getroffen worden wäre? Was also wäre geschehen, wäre das römische Invasionsheer des P. Quinctilius Varus, immerhin drei kampfstarke Legionen, im Jahr 9 nicht irgendwo im heutigen Niedersachsen aufgerieben worden? Wenn sich daraufhin in Rom nicht die Einsicht durchgesetzt hätte, daß die Eroberung der immer nebligen germanischen Wälder die Opfer nicht wert sei? Wenn daraufhin den Kohorten des Varus weitere gefolgt wären und ihnen Kaufleute, Händler, Veteranen, die zuerst befestigte Außenposten, dann Villen, Latifundien und Amphitheater ins Land gebracht hätten? Weit ausgreifende Ambitionen Rom hatte die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe vom Jahre 6 an zur Unterwerfung auserkoren, nachdem einzelne Kriegszüge unter Drusus und Tiberius seit 12 v. Chr. überraschende Erfolge gezeitigt hatten. Nun schien die Zeit reif, den Stämmen zwischen Rhein, Elbe und Donau in einer gigantischen Zangenbewegung der rheinischen und illyrischen Legionen den Garaus zu machen und das riesige rechtsrheinische Areal dem Imperium einzuverleiben. Die Vernichtung des Expeditionskorps
des Varus machte alle diese weitgesteckten Pläne
zunichte. Germanien blieb frei, wurde weder unterworfen noch
römisch zivilisiert, und Rom beschränkte sich in
der Folge mehr oder minder auf die Was die einen im nachhinein bedauern; die anderen mit Recht bejubeln - die Wegscheide des Jahres 9 unserer Zeitrechnung markiert so oder so den Beginn eines "Sonderweges", der Germanien, dem späteren Deutschland, das Schicksal der benachbarten Gallier ersparte. Diese wurden ein Menschenalter zuvor Opfer eines ähnlich gelagerten Eroberungszuges Roms, allerdings eines erfolgreichen. Sie setzten - in der Schlacht um Alesia im Jahre 52 v. Chr. - alles auf eine Karte, wurden geschlagen, von den Überlebenden ging eine Million in die Sklaverei, eine weitere Million war im jahrelangen Krieg umgekommen. Das keltische Gallien hörte auf zu existieren, wurde römische Provinz, das unterlegene keltische Volkstum wurde eingeschmolzen, ging auf in einer neuen provinzialrömischen Mischzivilisation, auf deren Boden später das mittelalterliche Frankreich emporwuchs. Antike "Befreiungs"-Lüge Der Fall liegt klar und offenbart eine Variante der sattsam bekannten Debatte um den angeblichen "Sonderweg" der Deutschen. Es handelt sich, wie man weiß, um ein Propaganda-Zerrbild aus dem Lügenarsenal der alliierten Umerziehungsstäbe im und nach dem letzten Krieg. Demzufolge hätten sich die Deutschen seit Luther und Friedrich dem Großen beharrlich der westeuropäischen "Normalentwicklung" verweigert, die in England und Frankreich über Revolution und Königsmord schließlich zur parlamentarischen Demokratie, mithin zu Frieden, Freiheit und Fortschritt geführt habe. In Deutschland dagegen, so die Mär, die den vorrückenden Amerikanern bei Kriegsende in leichtverständlichen Comic-Broschüren eingebleut wurde, hätten sich hartnäckig Militarismus und Obrigkeitsdünkel gehalten und über Bismarck direkt zu Hitler und den Verbrennungsöfen von Auschwitz geführt. Konsequenterweise beten die Fortsetzer der Umerziehung dieses Märchen bis auf den heutigen Tag nach und lügen die Vernichtung des Reiches 1945 zur "Befreiung" um, die die Deutschen nach Jahrhunderten der Abirrung wieder auf den westlich-demokratischen Tugendpfad zurückgebracht habe. Daß der Preis dafür ihre staatliche Souveränität, ihre nationale Identität, ein Viertel des Staatsgebietes im Osten sowie Millionen von Bomben-, Kriegs- und Vertreibungsopfern waren, wird von Knopp und Konsorten dabei stillschweigend hingenommen bzw. damit gerechtfertigt, daß die Deutschen an ihrem Unheil schließlich selbst schuld gewesen seien. Die Psychologie kennt für derartiges Verhalten den Terminus des induzierten Irreseins. Beginn eines Irrwegs? Das Märchen vom "Sonderweg" der Deutschen, soviel läßt sich schon jetzt mutmaßen, wird 2009 wieder einmal aus der Mottenkiste hervorgekramt werden, diesmal mit Blick auf die Schlacht im Teutoburger Wald. Denn für Umerziehungsopfer, manische Transatlantiker und Multikulti-Fanatiker steht fest: Hätten die bärbeißigen Halbwilden aus Germaniens Wäldern Varus damals nicht mitsamt den Segnungen der großen, weiten römischen Welt plattgemacht, wäre den Deutschen viel Ungemach erspart geblieben. Statt zweitausendjährigem Ärger mit einer sperrigen Nationalgeschichte wären sie beizeiten vom mediterranen Völkerbrei des Imperium Romanum aufgesogen worden, und der kräftezehrenden Disziplinierungsversuche der "Weltgemeinschaft" in Gestalt des Dreißigjährigen Krieges, der napoleonischen Besatzung und zweier Weltkriege hätte es nicht bedurft. Germanien wäre frühzeitig ein rechtsrheinisches Gallien geworden und hätte das Licht der Geschichte als selbständiges Volkssubjekt gar nicht erst erblickt - wie praktisch. So aber muß alles mühselig nachgeholt werden: die Entdeutschung, Entvölkerung und Ent-Souveränisierung. Der Prozeß ist, wie für jedermann sichtbar, in vollem Gang, diesmal augenscheinlich erfolgreicher. Mit dem Rücken zur Wand Gerade mit Blick auf die nationale Situation des Jahres 2009 kann es um das Verdienst des Arminius, den sie später zu "Hermann" verdeutschten, doch gar keine Diskussion geben: Er brachte mit den vergleichsweise bescheidenen Mitteln zusammengewürfelter germanischer Haufen, die von meuternden Auxiliarkohorten in römischen Diensten unterstützt wurden, die zeitgenössische Weltmacht Nummer eins zum Stehen, die sich zur Einverleibung und Auslöschung des nichtrömischen Germaniens angeschickt hatte - ein Freiheitskämpfer im besten, eigentlichen Sinn des Wortes, ein antiker Che Guevara auf deutschem Boden, ein germanischer Wilhelm Tell. Arminius und die Seinen wußten, was sie tun mußten. Sie standen angesichts der vorrückenden römischen Militärmaschine mit dem Rücken zur Wand. Das Imperium hatte an anderen Germanenstämmen schon zur Genüge demonstriert, was den Unterworfenen blühte. Wer frei bleiben wollte, mußte kämpfen. Auf der Trajanssäule in Rom und auf unzähligen anderen Monumenten ist bis heute mit erschütterndem Realismus dokumentiert, wie Rom mit den geschlagenen Barbaren im Norden umging. Die römische Literatur macht aus zahllosen Massakern, die römische Feldherren und Kaiser an Germanen verübten, kein Hehl, ja oft genug rühmen die Chronisten noch die Perfidie der Römer, die auf ihren Strafexpeditionen nichtsahnende Stämme hinmetzelten und dabei Alte, Frauen und Kinder nicht schonten. Tacitus etwa berichtet über einen Rachefeldzug des Germanicus im Jahre 14 n. Chr. gegen die Marser im Rhein-Lippe-Gebiet: "Der Cäsar [Germanicus] teilt die kampfbegierigen Legionen, damit desto ausgedehnter die Verheerung erfolge, in vier Keile. 50 000 Schritt weithin verwüstet er durch und durch mit Eisen und Flammen, nicht Geschlecht, nicht Alter erregen Mitleid, Weltliches sowohl wie Heiliges (...) machten sie dem Erdboden gleich. Ohne Wunden blieben die Soldaten, welche Halbschlafende, Waffenlose oder Umherirrende erschlagen hatten. (...)" Wie man zum Terroristen wird Wer sich bei solchen Schilderungen an die völlig risikolosen Kriegsverbrechen der gegenwärtigen Weltmacht Nummer eins an wehrlosen Zivilisten im Irak, in Afghanistan oder der israelischen Militärmaschine im Gazastreifen erinnert fühlt, liegt richtig. Die Analogie ist stimmig, nicht nur, was die Kräfteverhältnisse zwischen den Beteiligten, sondern auch was die Tiefendimension des Konflikts angeht: hier die hochgerüsteten Hightech-Streitkräfte der Besatzer, dort die Opfer, der Großteil davon Frauen, Kinder, Unbeteiligte, die nichts als ihre Heimat haben. Muß man sich wundern, daß zum "Terroristen" wird, wem eine unbarmherzige Militärmacht das Haus über dem Kopf zerstört, Familienangehörige wegführt, foltert, ermordet? Die Bilder gleichen sich über die Jahrhunderte auf schlimme Weise, nur daß die Schrecken der Besatzerwillkür heute nicht mehr in Stein gemeißelt werden, sondern über CNN und Al-Dschazira live über den Bildschirm flimmern. Von daher relativiert sich im übrigen auch das gängige Bild, das Nachwelt und tonangebende Medien überliefern. Die Erfahrung lehrt, daß "Terroristen" oft genug Freiheitskämpfer sind, denen die unbarmherzige Übermacht der Gegenseite keine andere Wahl läßt als zu kämpfen. Und wer selbst nicht über ferngelenkte Kampfdrohnen und unangreifbare Kampfjets verfügt, verlegt sich zwangsläufig auf Mittel und Taktiken des "asymmetrischen Krieges", das war zu Arminius' Zeiten nicht anders als heute am Hindukusch. Vom Feind lernen Der Fall des "liberator Germaniae", als der der Cherusker zurecht in die nationale Geschichtsschreibung eingegangen ist, lehrt noch etwas Aufschlußreiches. Arminius, so die Quellen, stand zuvor in römischen Diensten und hatte es als hochdekorierter Offizier weit gebracht. Daß Germanen in den Auxiliartruppen des Reiches Dienst taten, war keine Seltenheit, und je weniger sich Römer für den Dienst in der Armee fanden, um so mehr füllten Germanen die Lücken. Als das Imperium im fünften Jahrhundert endgültig zerfiel, waren germanische Heerführer wie Stilicho seine letzten Stützen. Doch schon um das Jahr 100, errechneten Historiker, sollen stattliche 20 Prozent der waffenfähigen Männer im rechtsrheinischen Germanien eine Waffenausbildung in römischen Diensten absolviert haben. Der Cherusker-Sprößling Arminius war nur einer unter vielen. Will sagen: Man darf sich im Zweifelsfall nicht zu schade sein, vom Feind zu lernen, auch das gilt heute nicht weniger als vor zweitausend Jahren. Arminius hatte gelernt, hatte sich die Professionalität der römischen Armee angeeignet, hatte aber auch ihre Schwächen kennen gelernt. Ihre Stärke waren Disziplin, überlegene Bewaffnung und einheitliche Führung. In den Wäldern Germaniens, wo sich Varus' Legionen mitsamt ihrem Troß nur in endlos langgezogenen Kolonnen bewegen konnten, zählten diese Pluspunkte nicht, weil sich die Truppen im unübersichtlichen Gelände gar nicht erst formieren, geschweige denn effektiv geführt werden konnten. Tagelange Überfälle machten den kampferprobten Legionen den Garaus und brachten Rom eine vernichtende Niederlage bei, denjenigen von Cannae oder Carrhae vergleichbar. Teile und herrsche! Der Fall zeigt aber auch exemplarisch, daß es ohne Führungsfigur nicht geht. Hätten sich die von der Unterwerfung bedrohten Stämme nicht rechtzeitig auf Arminius als Herz des Widerstandes geeinigt, wäre die Expedition des Varus womöglich erfolgreich verlaufen; in der Folge wäre es dem Imperium gelungen, sein Glacis wie geplant von der Donau bis an die Elbe vorzuschieben. Die politische Leistung des Cheruskers, chronisch zerstrittene Germanenstämme wenigstens zeitweise und mit konkretem Ziel - der Verteidigung des Heimatbodens - zu einen, wiegt um so schwerer, als sich Rom auch den germanischen Völkerschaften gegenüber auf die bewährte Strategie des "Divide et impera" (Teile und herrsche) verlegt hatte: Während die einen als Bundes- oder Hilfswillige Vergünstigungen erhielten und in den römischen Garnisonen wohlgelitten waren, konnten die anderen um so wirkungsvoller bekämpft werden. Es ist im übrigen die immergleiche Strategie der inneren Spaltung, die unter Deutschen von jeher am erfolgreichsten war. Richelieu bediente sich ihrer ebenso wie die englische Festlandsdiplomatie des 18. und 19. Jahrhunderts - bis es 1871 einem anderen Einiger, Bismarck, gelang, die deutschen Stämme im gemeinsamen Reich zusammenzufassen und der auswärtigen Geheimdiplomatie einen Riegel vorzuschieben. Arminius konnte sich seines Triumphes bekanntlich nicht lange freuen. Schon wenige Jahre nach dem Sieg über Varus fiel er einer Stammesintrige zum Opfer und wurde hinterrücks ermordet. Wissenschaftler wie der Historiker Wilhelm Giesebrecht und der Volkskundler Otto Höfler wollen darin den Kern der späteren Siegfried-Sage sehen - der Mythos der Deutschen habe so die Erinnerung an das tragische Ende des Befreiers Germaniens für alle Zeit konserviert. Ungebrochene germanisch-deutsche Kontinuität Die philologische Herleitung mag zutreffend sein oder auch nicht. Was bleibt, ist das Vermächtnis einer nationalen Erretterfigur, das zweitausend Jahre später gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Um so mehr, als sich Medien und Populär-Historiker à la Knopp seit eh und je bemühen, den Deutschen einzureden, ihre Geschichte hätte rein gar nichts mit den alten Germanen zu tun. Die Wahrheit ist: Natürlich hat sie das, schon weil die ethnische Substanz die gleiche ist. Und die Stammeskontinuität aus der Zeit der Völkerwanderung wirkt auf deutschem Boden bis heute fort. Daß sich die Germanen selbst erst im neunten Jahrhundert als "deutsch" zu bezeichnen begannen, tut alledem keinen Abbruch. Die Kontinuität ist aber auch in anderer Hinsicht naheliegend, ja geradezu mit Händen zu greifen. Es gehört offenbar zum inhärenten Sinn der Menschheitsgeschichte, daß sie alle paar Jahrhunderte die Versuchung der "Globalisierung", verbunden mit den zugehörigen Gleichheits-, One-World- und Menschheitsbeglückungs-Ideologien aufs Tapet bringt. Schon die Bibel kennt die Parabel vom Turmbau zu Babel, der dazu führte, daß die übermütigen Menschen um so derber auf ihr Hinterteil fielen und fortan verschiedene Sprachen sprechen mußten (worin nur besonders verbohrte Universalisten einen Nachteil sehen mögen). Immer wieder gescheitert Der nächste Globalisierungsschub ging mit dem Römischen Weltreich einher, er scheiterte, weil die freigesetzten Kräfte eines schrankenlosen Großkapitalismus schon damals innerhalb weniger Jahrhunderte zur Auszehrung des Ganzen und zum Versiegen der Lebenskräfte der ehemals tragenden Schichten führten. An den Außenposten des Reiches wie am Rhein oder an der Euphratgrenze bedurfte es immerhin entscheidender Waffengänge, um der Expansion rechtzeitig ihre Grenzen aufzuweisen. Was die germanische Welt angeht, hat Arminius hier seinen unverlierbaren Platz im Pantheon der Geschichte. Die nächste Globalisierungsrunde steht heute an. Sie ist folgenschwerer und katastrophaler als die vorangegangenen, weil erstmals tatsächlich die "One World", die Heraufführung der einen, vereinheitlichten Welt als Menetekel an der Wand steht. Wird ihr nicht Einhalt geboten, wird es keine Refugien unzerstörter Wälder, unzerstörter Völker mehr geben, wie es nach dem Niederbruch des Imperium Romanum noch der Fall war. Damals beerbten die Germanen die morsche Mittelmeerzivilisation, bauten auf ihr weiter, bereicherten sie aus eigener Kraft heraus. Größere Herausforderung denn je Was dagegen wird bleiben, wenn demnächst die nivellierte One World der Banken, der Technokraten von Brüssel und New York an ihr Ende kommt? Überfremdete, unbewohnbar gewordene Mega-Städte von Sao Paolo über Paris und Berlin bis Bombay, geplünderte Ressourcen, abgeholzte, vernutzte Regenwälder - und der Versuch eines bemitleidenswerten Einheitsmenschen ohne Wurzeln, Identität und Herkunft. Er zeigt in den Großstadtkloaken längst seine häßliche Fratze. Mit einer singulären Befreiungstat wie im Jahr 9 unserer Zeitrechnung wird es diesmal nicht getan sein. Der Dämon der Besatzung hat sich dank der weltweiten Wirtschafts- und Kommunikationsströme längst wie ein nimmersatter Polyp über den Planeten gelegt. Es wird vieler Hermannsschlachten in allen Weltgegenden bedürfen, vieler unerschrockener Widerständler, die sich vom Glanz der Globalisierung nicht blenden lassen und jetzt schon Vorkehrung für die Zeit danach treffen. Das Imperium hat seinen Zenit schon überschritten und befindet sich auf immer irrerem Marsch in den Abgrund. Wer ist der nächste Arminius?
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