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13. Februar
2009
Arminius - ein
deutsches Vermächtnis:
Hermannsschlacht
2009
Von Karl Richter
Das Jahr 2009 ist ein Gedenkjahr der
besonderen Art. Es bietet Gelegenheit, sich nicht nur des
Beginns des Zweiten Weltkriegs, der Gründung der
Bundesrepublik sowie des Versailler Diktats vor 90 Jahren zu
erinnern, sondern auch einer epochalen Befreiungstat unseres
Volkes: der sogenannten "Hermannsschlacht" im Teutoburger
Wald vor 2000 Jahren, im September des Jahres 9 nach
Christus. Man muß kein Prophet sein, um vorherzusagen,
daß sich viele Bundesbürger des Jahres 2009,
insbesondere die tonangebenden in Medien und Politik, mit
diesem Jubiläum schwertun werden; schließlich,
die Vernichtung dreier römischer Legionen durch
heimattreue germanische Ureinwohner war - in der verqueren
Logik heutiger Gutmenschen - ein Akt krasser
"Ausländerfeindlichkeit" und in ihrer Dimension
nachgerade eine Vorwegnahme späterer "singulärer"
Verbrechen.
Es hätte auch anders
kommen können
Abseits politisch hyperkorrekter
Etikettierungen war das Ereignis des Jahres 9 unbestritten
ein Großereignis der nationalen ebenso wie der
europäischen Geschichte, eine Weg- und Wendemarke am
Aufgang des Abendlandes. Ihre Bedeutung erschließt
sich unschwer. Man muß sich nur die
"Was-wäre-wenn"-Frage stellen. Sie ist natürlich
völlig "unhistorisch", weil die überschau- und
erforschbare Geschichte nun einmal so ist, wie sie ist, was
alles andere in den Bereich der Spekulation verweist. Ganz
abwegig ist sie dennoch nicht, weil sie wie in jeder
besseren Film-DVD den Blick für den "alternativen
Schluß" öffnet - mit den gleichen Protagonisten,
Beteiligten, nur eben mit einem anderen, vielleicht
völlig überraschenden Ende: Was wäre
geschehen, wenn die spanische Armada 1588 nicht im Kanal vom
Sturm und den Engländern aufgerieben worden wäre?
Wenn der Schwedenkönig Karl XII. nicht 1709 bei Poltawa
geschlagen worden wäre? Wenn der 34jährige Hitler
1923 beim Marsch auf die Feldherrnhalle von einer verirrten
Polizeikugel getroffen worden wäre?
Was also wäre geschehen,
wäre das römische Invasionsheer des P. Quinctilius
Varus, immerhin drei kampfstarke Legionen, im Jahr 9 nicht
irgendwo im heutigen Niedersachsen aufgerieben worden? Wenn
sich daraufhin in Rom nicht die Einsicht durchgesetzt
hätte, daß die Eroberung der immer nebligen
germanischen Wälder die Opfer nicht wert sei? Wenn
daraufhin den Kohorten des Varus weitere gefolgt wären
und ihnen Kaufleute, Händler, Veteranen, die zuerst
befestigte Außenposten, dann Villen, Latifundien und
Amphitheater ins Land gebracht hätten?
Weit ausgreifende Ambitionen
Rom hatte die rechtsrheinischen
Gebiete Germaniens bis zur Elbe vom Jahre 6 an zur
Unterwerfung auserkoren, nachdem einzelne Kriegszüge
unter Drusus und Tiberius seit 12 v. Chr. überraschende
Erfolge gezeitigt hatten. Nun schien die Zeit reif, den
Stämmen zwischen Rhein, Elbe und Donau in einer
gigantischen Zangenbewegung der rheinischen und illyrischen
Legionen den Garaus zu machen und das riesige
rechtsrheinische Areal dem Imperium einzuverleiben.
Die Vernichtung des Expeditionskorps
des Varus machte alle diese weitgesteckten Pläne
zunichte. Germanien blieb frei, wurde weder unterworfen noch
römisch zivilisiert, und Rom beschränkte sich in
der Folge mehr oder minder auf die
Verteidigung des Limes, der in den nachfolgenden
Jahrhunderten den Charakter einer antiken Maginot-Linie
annahm.
Was die einen im nachhinein
bedauern; die anderen mit Recht bejubeln - die Wegscheide
des Jahres 9 unserer Zeitrechnung markiert so oder so den
Beginn eines "Sonderweges", der Germanien, dem späteren
Deutschland, das Schicksal der benachbarten Gallier
ersparte. Diese wurden ein Menschenalter zuvor Opfer eines
ähnlich gelagerten Eroberungszuges Roms, allerdings
eines erfolgreichen. Sie setzten - in der Schlacht um Alesia
im Jahre 52 v. Chr. - alles auf eine Karte, wurden
geschlagen, von den Überlebenden ging eine Million in
die Sklaverei, eine weitere Million war im jahrelangen Krieg
umgekommen. Das keltische Gallien hörte auf zu
existieren, wurde römische Provinz, das unterlegene
keltische Volkstum wurde eingeschmolzen, ging auf in einer
neuen provinzialrömischen Mischzivilisation, auf deren
Boden später das mittelalterliche Frankreich
emporwuchs.
Antike "Befreiungs"-Lüge
Der Fall liegt klar und offenbart
eine Variante der sattsam bekannten Debatte um den
angeblichen "Sonderweg" der Deutschen. Es handelt sich, wie
man weiß, um ein Propaganda-Zerrbild aus dem
Lügenarsenal der alliierten Umerziehungsstäbe im
und nach dem letzten Krieg. Demzufolge hätten sich die
Deutschen seit Luther und Friedrich dem Großen
beharrlich der westeuropäischen "Normalentwicklung"
verweigert, die in England und Frankreich über
Revolution und Königsmord schließlich zur
parlamentarischen Demokratie, mithin zu Frieden, Freiheit
und Fortschritt geführt habe. In Deutschland dagegen,
so die Mär, die den vorrückenden Amerikanern bei
Kriegsende in leichtverständlichen
Comic-Broschüren eingebleut wurde, hätten sich
hartnäckig Militarismus und Obrigkeitsdünkel
gehalten und über Bismarck direkt zu Hitler und den
Verbrennungsöfen von Auschwitz geführt.
Konsequenterweise beten die
Fortsetzer der Umerziehung dieses Märchen bis auf den
heutigen Tag nach und lügen die Vernichtung des Reiches
1945 zur "Befreiung" um, die die Deutschen nach
Jahrhunderten der Abirrung wieder auf den
westlich-demokratischen Tugendpfad zurückgebracht habe.
Daß der Preis dafür ihre staatliche
Souveränität, ihre nationale Identität, ein
Viertel des Staatsgebietes im Osten sowie Millionen von
Bomben-, Kriegs- und Vertreibungsopfern waren, wird von
Knopp und Konsorten dabei stillschweigend hingenommen bzw.
damit gerechtfertigt, daß die Deutschen an ihrem
Unheil schließlich selbst schuld gewesen seien. Die
Psychologie kennt für derartiges Verhalten den Terminus
des induzierten Irreseins.
Beginn eines Irrwegs?
Das Märchen vom "Sonderweg" der
Deutschen, soviel läßt sich schon jetzt
mutmaßen, wird 2009 wieder einmal aus der Mottenkiste
hervorgekramt werden, diesmal mit Blick auf die Schlacht im
Teutoburger Wald. Denn für Umerziehungsopfer, manische
Transatlantiker und Multikulti-Fanatiker steht fest:
Hätten die bärbeißigen Halbwilden aus
Germaniens Wäldern Varus damals nicht mitsamt den
Segnungen der großen, weiten römischen Welt
plattgemacht, wäre den Deutschen viel Ungemach erspart
geblieben. Statt zweitausendjährigem Ärger mit
einer sperrigen Nationalgeschichte wären sie beizeiten
vom mediterranen Völkerbrei des Imperium Romanum
aufgesogen worden, und der kräftezehrenden
Disziplinierungsversuche der "Weltgemeinschaft" in Gestalt
des Dreißigjährigen Krieges, der napoleonischen
Besatzung und zweier Weltkriege hätte es nicht bedurft.
Germanien wäre frühzeitig ein rechtsrheinisches
Gallien geworden und hätte das Licht der Geschichte als
selbständiges Volkssubjekt gar nicht erst erblickt -
wie praktisch. So aber muß alles mühselig
nachgeholt werden: die Entdeutschung, Entvölkerung und
Ent-Souveränisierung. Der Prozeß ist, wie
für jedermann sichtbar, in vollem Gang, diesmal
augenscheinlich erfolgreicher.
Mit dem Rücken zur Wand
Gerade mit Blick auf die nationale
Situation des Jahres 2009 kann es um das Verdienst des
Arminius, den sie später zu "Hermann" verdeutschten,
doch gar keine Diskussion geben: Er brachte mit den
vergleichsweise bescheidenen Mitteln
zusammengewürfelter germanischer Haufen, die von
meuternden Auxiliarkohorten in römischen Diensten
unterstützt wurden, die zeitgenössische Weltmacht
Nummer eins zum Stehen, die sich zur Einverleibung und
Auslöschung des nichtrömischen Germaniens
angeschickt hatte - ein Freiheitskämpfer im besten,
eigentlichen Sinn des Wortes, ein antiker Che Guevara auf
deutschem Boden, ein germanischer Wilhelm Tell.
Arminius und die Seinen
wußten, was sie tun mußten. Sie standen
angesichts der vorrückenden römischen
Militärmaschine mit dem Rücken zur Wand. Das
Imperium hatte an anderen Germanenstämmen schon zur
Genüge demonstriert, was den Unterworfenen blühte.
Wer frei bleiben wollte, mußte kämpfen. Auf der
Trajanssäule in Rom und auf unzähligen anderen
Monumenten ist bis heute mit erschütterndem Realismus
dokumentiert, wie Rom mit den geschlagenen Barbaren im
Norden umging. Die römische Literatur macht aus
zahllosen Massakern, die römische Feldherren und Kaiser
an Germanen verübten, kein Hehl, ja oft genug
rühmen die Chronisten noch die Perfidie der Römer,
die auf ihren Strafexpeditionen nichtsahnende Stämme
hinmetzelten und dabei Alte, Frauen und Kinder nicht
schonten. Tacitus etwa berichtet über einen
Rachefeldzug des Germanicus im Jahre 14 n. Chr. gegen die
Marser im Rhein-Lippe-Gebiet:
"Der Cäsar [Germanicus]
teilt die kampfbegierigen Legionen, damit desto ausgedehnter
die Verheerung erfolge, in vier Keile. 50 000 Schritt
weithin verwüstet er durch und durch mit Eisen und
Flammen, nicht Geschlecht, nicht Alter erregen Mitleid,
Weltliches sowohl wie Heiliges (...) machten sie dem
Erdboden gleich. Ohne Wunden blieben die Soldaten, welche
Halbschlafende, Waffenlose oder Umherirrende erschlagen
hatten. (...)"
Wie man zum Terroristen wird
Wer sich bei solchen Schilderungen
an die völlig risikolosen Kriegsverbrechen der
gegenwärtigen Weltmacht Nummer eins an wehrlosen
Zivilisten im Irak, in Afghanistan oder der israelischen
Militärmaschine im Gazastreifen erinnert fühlt,
liegt richtig. Die Analogie ist stimmig, nicht nur, was die
Kräfteverhältnisse zwischen den Beteiligten,
sondern auch was die Tiefendimension des Konflikts angeht:
hier die hochgerüsteten Hightech-Streitkräfte der
Besatzer, dort die Opfer, der Großteil davon Frauen,
Kinder, Unbeteiligte, die nichts als ihre Heimat haben.
Muß man sich wundern, daß zum "Terroristen"
wird, wem eine unbarmherzige Militärmacht das Haus
über dem Kopf zerstört, Familienangehörige
wegführt, foltert, ermordet? Die Bilder gleichen sich
über die Jahrhunderte auf schlimme Weise, nur daß
die Schrecken der Besatzerwillkür heute nicht mehr in
Stein gemeißelt werden, sondern über CNN und
Al-Dschazira live über den Bildschirm flimmern.
Von daher relativiert sich im
übrigen auch das gängige Bild, das Nachwelt und
tonangebende Medien überliefern. Die Erfahrung lehrt,
daß "Terroristen" oft genug Freiheitskämpfer
sind, denen die unbarmherzige Übermacht der Gegenseite
keine andere Wahl läßt als zu kämpfen. Und
wer selbst nicht über ferngelenkte Kampfdrohnen und
unangreifbare Kampfjets verfügt, verlegt sich
zwangsläufig auf Mittel und Taktiken des
"asymmetrischen Krieges", das war zu Arminius' Zeiten nicht
anders als heute am Hindukusch.
Vom Feind lernen
Der Fall des "liberator Germaniae",
als der der Cherusker zurecht in die nationale
Geschichtsschreibung eingegangen ist, lehrt noch etwas
Aufschlußreiches. Arminius, so die Quellen, stand
zuvor in römischen Diensten und hatte es als
hochdekorierter Offizier weit gebracht. Daß Germanen
in den Auxiliartruppen des Reiches Dienst taten, war keine
Seltenheit, und je weniger sich Römer für den
Dienst in der Armee fanden, um so mehr füllten Germanen
die Lücken. Als das Imperium im fünften
Jahrhundert endgültig zerfiel, waren germanische
Heerführer wie Stilicho seine letzten Stützen.
Doch schon um das Jahr 100, errechneten Historiker, sollen
stattliche 20 Prozent der waffenfähigen Männer im
rechtsrheinischen Germanien eine Waffenausbildung in
römischen Diensten absolviert haben. Der
Cherusker-Sprößling Arminius war nur einer unter
vielen.
Will sagen: Man darf sich im
Zweifelsfall nicht zu schade sein, vom Feind zu lernen, auch
das gilt heute nicht weniger als vor zweitausend Jahren.
Arminius hatte gelernt, hatte sich die Professionalität
der römischen Armee angeeignet, hatte aber auch ihre
Schwächen kennen gelernt. Ihre Stärke waren
Disziplin, überlegene Bewaffnung und einheitliche
Führung. In den Wäldern Germaniens, wo sich Varus'
Legionen mitsamt ihrem Troß nur in endlos
langgezogenen Kolonnen bewegen konnten, zählten diese
Pluspunkte nicht, weil sich die Truppen im
unübersichtlichen Gelände gar nicht erst
formieren, geschweige denn effektiv geführt werden
konnten. Tagelange Überfälle machten den
kampferprobten Legionen den Garaus und brachten Rom eine
vernichtende Niederlage bei, denjenigen von Cannae oder
Carrhae vergleichbar.
Teile und herrsche!
Der Fall zeigt aber auch
exemplarisch, daß es ohne Führungsfigur nicht
geht. Hätten sich die von der Unterwerfung bedrohten
Stämme nicht rechtzeitig auf Arminius als Herz des
Widerstandes geeinigt, wäre die Expedition des Varus
womöglich erfolgreich verlaufen; in der Folge wäre
es dem Imperium gelungen, sein Glacis wie geplant von der
Donau bis an die Elbe vorzuschieben. Die politische Leistung
des Cheruskers, chronisch zerstrittene Germanenstämme
wenigstens zeitweise und mit konkretem Ziel - der
Verteidigung des Heimatbodens - zu einen, wiegt um so
schwerer, als sich Rom auch den germanischen
Völkerschaften gegenüber auf die bewährte
Strategie des "Divide et impera" (Teile und herrsche)
verlegt hatte: Während die einen als Bundes- oder
Hilfswillige Vergünstigungen erhielten und in den
römischen Garnisonen wohlgelitten waren, konnten die
anderen um so wirkungsvoller bekämpft werden. Es ist im
übrigen die immergleiche Strategie der inneren
Spaltung, die unter Deutschen von jeher am erfolgreichsten
war. Richelieu bediente sich ihrer ebenso wie die englische
Festlandsdiplomatie des 18. und 19. Jahrhunderts - bis es
1871 einem anderen Einiger, Bismarck, gelang, die deutschen
Stämme im gemeinsamen Reich zusammenzufassen und der
auswärtigen Geheimdiplomatie einen Riegel
vorzuschieben.
Arminius konnte sich seines
Triumphes bekanntlich nicht lange freuen. Schon wenige Jahre
nach dem Sieg über Varus fiel er einer Stammesintrige
zum Opfer und wurde hinterrücks ermordet.
Wissenschaftler wie der Historiker Wilhelm Giesebrecht und
der Volkskundler Otto Höfler wollen darin den Kern der
späteren Siegfried-Sage sehen - der Mythos der
Deutschen habe so die Erinnerung an das tragische Ende des
Befreiers Germaniens für alle Zeit konserviert.
Ungebrochene
germanisch-deutsche Kontinuität
Die philologische Herleitung mag
zutreffend sein oder auch nicht. Was bleibt, ist das
Vermächtnis einer nationalen Erretterfigur, das
zweitausend Jahre später gar nicht hoch genug
eingeschätzt werden kann. Um so mehr, als sich Medien
und Populär-Historiker à la Knopp seit eh und je
bemühen, den Deutschen einzureden, ihre Geschichte
hätte rein gar nichts mit den alten Germanen zu tun.
Die Wahrheit ist: Natürlich hat sie das, schon weil die
ethnische Substanz die gleiche ist. Und die
Stammeskontinuität aus der Zeit der
Völkerwanderung wirkt auf deutschem Boden bis heute
fort. Daß sich die Germanen selbst erst im neunten
Jahrhundert als "deutsch" zu bezeichnen begannen, tut
alledem keinen Abbruch.
Die Kontinuität ist aber auch
in anderer Hinsicht naheliegend, ja geradezu mit Händen
zu greifen. Es gehört offenbar zum inhärenten Sinn
der Menschheitsgeschichte, daß sie alle paar
Jahrhunderte die Versuchung der "Globalisierung", verbunden
mit den zugehörigen Gleichheits-, One-World- und
Menschheitsbeglückungs-Ideologien aufs Tapet bringt.
Schon die Bibel kennt die Parabel vom Turmbau zu Babel, der
dazu führte, daß die übermütigen
Menschen um so derber auf ihr Hinterteil fielen und fortan
verschiedene Sprachen sprechen mußten (worin nur
besonders verbohrte Universalisten einen Nachteil sehen
mögen).
Immer wieder gescheitert
Der nächste
Globalisierungsschub ging mit dem Römischen Weltreich
einher, er scheiterte, weil die freigesetzten Kräfte
eines schrankenlosen Großkapitalismus schon damals
innerhalb weniger Jahrhunderte zur Auszehrung des Ganzen und
zum Versiegen der Lebenskräfte der ehemals tragenden
Schichten führten. An den Außenposten des Reiches
wie am Rhein oder an der Euphratgrenze bedurfte es immerhin
entscheidender Waffengänge, um der Expansion
rechtzeitig ihre Grenzen aufzuweisen. Was die germanische
Welt angeht, hat Arminius hier seinen unverlierbaren Platz
im Pantheon der Geschichte.
Die nächste
Globalisierungsrunde steht heute an. Sie ist folgenschwerer
und katastrophaler als die vorangegangenen, weil erstmals
tatsächlich die "One World", die Heraufführung der
einen, vereinheitlichten Welt als Menetekel an der Wand
steht. Wird ihr nicht Einhalt geboten, wird es keine
Refugien unzerstörter Wälder, unzerstörter
Völker mehr geben, wie es nach dem Niederbruch des
Imperium Romanum noch der Fall war. Damals beerbten die
Germanen die morsche Mittelmeerzivilisation, bauten auf ihr
weiter, bereicherten sie aus eigener Kraft heraus.
Größere
Herausforderung denn je
Was dagegen wird bleiben, wenn
demnächst die nivellierte One World der Banken, der
Technokraten von Brüssel und New York an ihr Ende
kommt? Überfremdete, unbewohnbar gewordene
Mega-Städte von Sao Paolo über Paris und Berlin
bis Bombay, geplünderte Ressourcen, abgeholzte,
vernutzte Regenwälder - und der Versuch eines
bemitleidenswerten Einheitsmenschen ohne Wurzeln,
Identität und Herkunft. Er zeigt in den
Großstadtkloaken längst seine häßliche
Fratze.
Mit einer singulären
Befreiungstat wie im Jahr 9 unserer Zeitrechnung wird es
diesmal nicht getan sein. Der Dämon der Besatzung hat
sich dank der weltweiten Wirtschafts- und
Kommunikationsströme längst wie ein nimmersatter
Polyp über den Planeten gelegt. Es wird vieler
Hermannsschlachten in allen Weltgegenden bedürfen,
vieler unerschrockener Widerständler, die sich vom
Glanz der Globalisierung nicht blenden lassen und jetzt
schon Vorkehrung für die Zeit danach treffen. Das
Imperium hat seinen Zenit schon überschritten und
befindet sich auf immer irrerem Marsch in den Abgrund. Wer
ist der nächste Arminius?
Quelle: Nation &
Europa
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