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13. Oktober
2009
Das Geschäft mit
der "Schweinegrippe":
Impfung aller
Deutschen?
Medien und Politik sind sich
weitgehend einig: Die sogenannte "Schweinegrippe" wird zur
nationalen Bedrohung. Deshalb soll es eine Massenimpfung
geben, wofür Bund und Länder vorsorglich schon mal
größere Mengen eines Impfstoffes bestellt haben,
den es noch gar nicht gibt.
Dagegen lassen sich die Kosten
für die 50 Millionen Dosen Impfstoff ungefähr
abschätzen. Nach Aussagen von Experten schlägt die
Anschaffung des "Schweinegrippe"-Impfstoffes mit einer
schlappen Milliarde Euro zu Buche. Die Gewinne der
Hersteller kann man sich in etwa vorstellen.
Man muß die Profit-Interessen
im Hinterkopf haben, wenn von der "Schweinegrippe" und ihrer
Bekämpfung in zunehmend hysterischerem Tonfall die Rede
ist. Denn die Zeiten, in denen sich der Staat als Wahrer der
Volksgesundheit sah und deshalb Impfungen gegen
Kinderlähmung, Pocken und andere gefährliche
Krankheiten verordnete, sind vorbei. Heute, im Zeitalter
weltweiter Liberalisierung und Privatisierung, ist auch das
Gesundheitswesen längst zum Geschäft geworden, mit
dem sich gigantische Gewinne erwirtschaften lassen.
Allerdings nur mit "Kranken". An Gesunden verdient kein
Arzt, kein Pharmakonzern, keine Therapieeinrichtung einen
müden Cent. Wo jedoch keine Kranken sind, muß es
wenigstens Gefährdete geben, denen man sich
"vorsorglich" zuwenden kann.
Bewußtes
Menschheitsverbrechen?
Aber auch anderweitig wird der Ton
schriller. Die irisch-österreichische Journalistin Jane
Bürgermeister erstattete dieser Tage bei der
amerikanischen Bundespolizei FBI Strafanzeigen wegen
"Bioterrorismus" und beabsichtigten Massenmordes gegen die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen
sowie gegen mehrere hochrangige Regierungs- und
Firmenangestellte von US-Pharmafirmen. Bereits im April
hatte Frau Bürgermeister außerdem Klagen gegen
die US-Firma Baxter AG und Avir Green Hills Biotechnology in
Österreich wegen der Produktion von kontaminiertern,
also vergiftetem "Vogelgrippe"-Impfstoff eingereicht. Sie
argumentiert, daß es sich bei der Seuche in
Wirklichkeit um eine künstlich erzeugte Pandemie
handle, mit deren Bekämpfung sich die international
verflochtenen Impfstoff-Hersteller eine goldene Nase
verdienen.
Gefährlicher Inhaltsstoff
Für die angeblich
außergewöhnliche Gefährlichkeit der
Schweinegrippe gibt es nach Auffassung von Frau
Bürgermeister und anderen Kritikern keinerlei Beweis -
wohl aber den begründeten Verdacht, daß erst der
zur Massenimpfung vorgesehene Impfstoff ganze
Bevölkerungen massiv in ihrer Gesundheit
beeinträchtigen werde. Damit falle die ganze Impfaktion
unter die Kategorie "Bioterrorismus" und sei nichts anderes
als ein beispielloses, grenzenloser Profitsucht
entsprungenes Verbrechen an der Menschheit.
Tatsache ist: Mindestens zwei
Pharmakonzerne, nämlich Novartis und Glaxo-SmithKline,
setzen ihren Präparaten den Hilfsstoff Squalene zu.
Solche Hilfsstoffe sorgen dafür, daß der
Organismus auf die Einführung des zu bekämpfenden
Virus überreagiert und verstärkt körpereigene
Abwehrstoffe produziert. Infolgedessen wird vom eigentlichen
Impfstoff weniger benötigt, das heißt, mit der
gleichen Menge Impfstoff lassen sich mehr Impfdosen
produzieren - und verkaufen.
Der Hilfsstoff Squalene kommt auch
im menschlichen Nervensystem vor, und im Immunsystem spielt
er wegen seiner antioxidanten Eigenschaften eine wichtige
Rolle. Gelangt Squalene dagegen über eine Injektion in
den Körper, wird es vom Immunsystem bekämpft -
auch dort, wo es dringend gebraucht wird. So führt die
Verabreichung von Squalene geradewegs zu einer
Schwächung der körpereigenen Immunabwehr.
Offenbar hatte dieser
Wirkungszusammenhang schon einmal katastrophale Folgen. Denn
auch der Milzbrand-Impfstoff, mit dem die US-Army
während des Golfkrieges 1991 ihre Soldaten impfte,
enthielt Squalene als Hilfsstoff. Inzwischen weiß man,
daß 95 Prozent der am sogenannten "Golfkriegssyndrom"
erkrankten US-Soldaten Squalene-Antikörper im Blut
haben. Alle Patienten wurden vor ihrem Einsatz immunisiert
und leiden heute an einer Vielzahl von Krankheitssymptomen,
die von Arthritis und Ausschlägen über chronische
Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwächeanfälle und
Gedächtnisverlust bis zu Schilddrüsenerkrankungen
und Multipler Sklerose reichen.
Kein Grund zur Furcht
Weltweit sind nach Angaben der
Bundesregierung bisher rund 2000 Menschen an
"Schweinegrippe" gestorben - weltweit. Zum Vergleich: Allein
in Deutschland sterben jedes Jahr etwa zehntausend Menschen
an einer "normalen" Grippe, ohne daß deshalb jemals
der Impf-Notstand ausgerufen worden wäre. Weltweit gab
es 2008 rund 300 000 Grippetote. Dagegen war bislang keiner
der in der Bundesrepublik registrierten
"Schweinegrippe"-Erkrankten ernsthaft gefährdet, und
gestorben ist bisher kein einziger.
Einer, der schon frühzeitig vor
Panikmache gewarnt hat, ist Stefan Kaufmann,
Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für
Infektionsbiologie: "Vom jetzigen Zeitpunkt aus gesehen, ist
die Schweinegrippe eine Grippe mit mildem Verlauf. Die
Symptome sind unangenehm, aber nicht tödlich. Momentan
muß sich der Einzelne nicht sehr fürchten." Zur
Herkunft der Viren sagt Kaufmann: "Wir machen uns immer erst
Gedanken, wenn eine Krankheit ausgebrochen ist. Aber wir
fragen viel zu selten, woher die Viren kommen - nämlich
aus der industriellen Massentierhaltung, besonders in den
Schwellenländern. Da entwickeln sie sich prächtig.
Dennoch werden nur die Symptome bekämpft."
Lobbyisten bedient
Kritisch zeigt sich auch Cornelia
Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.
Für sie ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen,
"daß die Interessen der Pharmaindustrie durch ihre
Lobbyisten wieder einmal gut bedient werden". Eine Impfung
sollte sich auf Risikogruppen beschränken, dagegen sei
eine weitgehende Durchimpfung der gesamten Bevölkerung
nicht sinnvoll. Das sehen die Menschen offenbar genauso.
Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind nur 13
Prozent der Deutschen fest entschlossen, sich gegen den
Erreger H1N1 impfen zu lassen.
Bei der angekündigten
Massenimpfung mag es also um alles mögliche gehen. Um
eine Eindämmung der "Schweinegrippe" aber wohl zuletzt.
Fragt sich auch, was passiert, wenn sich die Deutschen der
Impfung mehrheitlich verweigern. Während hierzulande
noch die Freiwilligkeit beteuert wird und auch aus einzelnen
Bundesländern Kritik an den ausufernden Plänen zur
Impfstoff-Massenbestellung geübt wird, haben die ersten
US-Staaten inzwischen einen rigorosen Impfzwang verordnet.
Nach einem Gesetz, das erst dieser Tage im Bundesstaat
Massachusetts verabschiedet wurde, sollen Impfgegner mit
einer Geldstrafe von bis zu 1000 Dollar täglich (!) und
einer Haftstrafe von bis zu einem Monat bestraft werden -
ein seltsamer Rigorismus im "Mutterland der Freiheit". Man
darf gespannt sein, ob es deutschen Politikern gelingen
wird, die Profiterwartungen auch ohne gesetzliche
Zwangsmaßnahmen in Erfüllung gehen zu lassen. Den
Herstellern ist es jedenfalls egal, ob der von ihnen
verkaufte Impfstoff tatsächlich ins Blut der Menschen
gespritzt oder lediglich von den Gesundheitsbehörden
auf Lager genommen wird. Letzteres minimiert zumindest die
Haftungsrisiken.
Quelle: Nation &
Europa
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