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Geistiger Giftpilz der
Gemeinschaftszersetzung Von Jürgen W. Gansel Im August 1969 starb Theodor W. Adorno auch an den tiefen Kränkungen und maßlosen Enttäuschungen, die ihm die linksradikale Studentenbewegung zufügte, die er zusammen mit den meist jüdischen Großhirnen der "Frankfurter Schule" selbst herangezüchtet hatte. Im Falle Adornos - der eigentliche Name ist Theodor Wiesengrund - hat die 68er Revolution förmlich einen ihrer Erzväter gefressen, was angesichts seines bis in unsere Tage nachwirkenden Zersetzungswerkes durchaus mit Genugtuung aufgenommen werden kann. Die Frankfurter Schule hatte den
Ausspruch Karl Marx': "Die Philosophen haben die Welt nur
verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu
verändern" reaktualisiert und damit bei Teilen der
Studentenschaft wild-utopische Ziele und revolutionäre
Ansprüche genährt. Deshalb rückten 1969 Marx
Horkheimer und Adorno immer mehr in die Kritik ihrer
Als im Januar 1969 das Institut durch fanatisierte Studenten besetzt wurde, rief Adorno, dieser akademische Hetzer gegen die "autoritäre Persönlichkeit«", ganz autoritär nach der unter Faschismusverdacht gestellten Staatsmacht. Gegen seinen beteiligten Doktoranden Hans-Jürgen Krahl erstattete er Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. In der Folgezeit wurden die Vorlesungen des in den Ruch der Reaktion geratenen Altmeisters systematisch gestört. Angefeuert durch den Emanzipationssalbader seiner Schriften "Dialektik der Aufklärung" und "Minima Moralia" stürmten im April 1969 Studentinnen seine Vorlesung, verteilten Flugblätter mit der Losung "Adorno als Institution ist tot" und entblößten ihre Brüste neben dem hilflos am Rednerpult stehenden Adorno. Bald darauf starb er, der die studentischen Anfeindungen als Rückfall ins Unaufgeklärte auffaßte; das zweite Haupt der Frankfurter Schule, Max Horkheimer, zog sich ernüchtert ins Tessin zurück. Angefangen hatte aus Sicht linksgestrickter Aufklärungsfetischisten alles hoffnungsvoller: 1903 wurde Theodor Wiesengrund als Kind eines jüdischen Weingroßhändlers und einer Korsin in Frankfurt am Main geboren. 1921 begann er ein Studium der Philosophie, Musikwissenschaften und Psychologie, dem Promotion und Habilitation folgten. Seit 1930 war Adorno Assistent am Frankfurter Institut für Sozialforschung, dessen Gründung 1923 der jüdische Millionärssohn Felix Weil finanziert hatte. Zusammen mit Max Horkheimer, Herbert Marcuse und Friedrich Pollock, allesamt Söhne reicher jüdischer Väter, machte Adorno das Institut schon zu Weimarer Zeiten zu einer neomarxistischen und neofreudianischen Denkschule, d.h. die "Kritische Theorie" verband in ihrer Gesellschaftstheorie sozioökonomische Auffassungen des Juden Karl Marx mit der Psychoanalyse des Juden Sigmund Freud. Mit scheinhumanitären Forderungen nach Demokratisierung, Emanzipation und Aufklärung rührten diese Köche eine ganz und gar nicht koschere Speise an: einen Giftfraß, der die inneren Organe und das Gehirn des deutschen Volkskörpers angreifen sollte. Die Kritische Theorie war nichts anderes als eine Theorie der radikalen Verneinung jeder gewachsenen Ordnung in Staat, Volkstum, Kultur und Erziehung. Überwölbt wurde dieses Programm von dem Pathos einer neuen Menschheitsbefreiung von Autoritäten und Ungleichheiten kraft der aufklärerischen Vernunft. Nach der "nationalen Erhebung" 1933 wurde das Institut folgerichtig wegen "staatsfeindlicher Umtriebe" geschlossen. Adorno emigrierte mit seinen Gesinnungsgenossen in die USA, wo Horkheimer die Frankfurter Destruktions-Einrichtung als "Institute of Social Research" fortführte. In den amerikanischen Jahren entstanden dann Adornos Hauptwerke "Studien zum autoritären Charakter", "Minima Moralia" und die "Dialektik der Aufklärung". Mit Verve machte er sich an eine Studie über die "autoritäre Persönlichkeit", der er den "demokratischen Menschen" entgegensetzte. Anstoß dafür war die historische Niederlage der Arbeiterbewegung in den "faschistischen" Ländern und die Anfälligkeit kleinbürgerlicher Massen für die Propaganda der rechtsautoritären Bewegungen gewesen. Adorno versuchte - teilweise geradezu grotesk - Erkennungsmerkmale des autoritären Typus aufzudecken, die den US-Besatzungsbehörden später als Orientierungshilfe bei der Umerziehung der Deutschen und der Vergabe von Medienlizenzen dienten. Mit der Einbeziehung der Psychoanalyse in die Soziologie - konkret anhand der Beantwortung von Interviewfragen - glaubte Adorno, den potentiellen Faschisten und Antisemiten entlarven zu können. Die Aussage etwa: "Es wird immer Kriege und Konflikte geben, die Menschen sind nun einmal so", wird in der Studie ernsthaft als Indikator für die autoritäre Persönlichkeit angeführt. Jeder befragte Durchschnittsamerikaner erzielte so spielend leicht Höchstwerte auf der Faschismus-Skala. In "Minima Moralia" legte Adorno dar, daß die "Barbarei" des Nationalsozialismus nicht gleichsam über Nacht entstanden, sondern ein nicht unerwartetes Entwicklungsprodukt der bürgerlichen Gesellschaft sei. Auch nach der Vernichtung des Nationalsozialismus steuere die westliche Gesellschaft nicht auf das Marxsche "Reich der Freiheit" zu, sondern auf einen Zustand global organisierter Unmündigkeit in einer verwalteten Welt, in der die Freiheit und Würde des menschlichen Subjekts liquidiert werde. In "Minima Moralia", erst recht aber in der "Dialektik der Aufklärung", stößt man auf eine Ambivalenz des Theoriewerkes: das Nebeneinander von teilweise bestechender Gesellschaftsanalyse und völlig verkorkster ideologischer Interpretation. Die "Dialektik der Aufklärung" ist doppelbödig, weil sie eine teils richtige Krankheitsdiagnose mit völlig falschem Therapieansatz verbindet. Wer will etwa nicht in die Kritik der westlichen "Kulturindustrie" und Konsumgesellschaft einstimmen, die den Menschen in Manipulation und Ohnmacht gefangenhalten? Wer will ernsthaft die unerträglich hohen Kosten des kapitalistischen Fortschrittsprozesses leugnen, wer das kalte Nützlichkeitskalkül durch die "instrumentelle Vernunft" gutheißen? Die "Dialektik der Aufklärung" ist ein düsterer Abgesang auf den liberalkapitalistischen Fortschrittsglauben. Sie ist eine Protestschrift gegen die liberalen Optimisten, die das Erbe der Aufklärung auch unter den Bedingungen der Spätmoderne noch gesichert glauben. Die harsche, oft einen Ton der Hoffnungslosigkeit anschlagende Gesellschaftskritik und die negative Geschichtsphilosophie nimmt Anleihen bei den großen Demokratie-Skeptikern und Kulturpessimisten vom Schlage eines Thomas Hobbes, Alexis de Tocqueville oder Oswald Spengler. Die Grundthese lautet: In einem dialektischen Prozeß ist die Aufklärung, die immer als mit Freiheit verbunden aufgefaßt wird, in ihr Gegenteil umgeschlagen. Freiheit von Unterdrückung sei in die Unfreiheit einer verwalteten Welt umgekippt, Mündigkeit in die Unmündigkeit der Konsumenten und Mediennutzer. Schließlich erweise sich "Aufklärung als Massenbetrug". So stark die düstere Prophetie auch eine gewisse Verwandtschaft zu "rechten" Denkfiguren aufweist, so entschieden man die Kritik an der westlichen Konsumgesellschaft aus dem Geist der Kulturkritik teilen muß, bleibt ein Trennungsstrich doch deutlich zu ziehen: die grundfalsche Prämisse der Aufklärung vom autonomen Individuum. Das, was Adorno gerne als Medizin gegen die neuerliche Entfremdung und Entmündigung des Menschen verschreiben würde, ist das eigentliche Gift. Wer sich wie Adorno und seine Mitstreiter vom Institut für Sozialforschung die Zerstörung der Identität, Halt und Zusammengehörigkeit stiftenden Volksgemeinschaft aufs Panier geschrieben hat, darf sich doch nicht verwundert die Augen reiben, wenn die entwurzelten Einzelnen plötzlich zum manipulierbaren Spielball anonymer Machtstrukturen und eines Verblödungsregimes werden. Denn wo das Volk zerstört wird, stirbt die Gemeinschaft, wo die Gemeinschaft zerstört wird, stirbt die Kultur und wo die Kultur zerstört wird, stirbt der Einzelne. Vernunftfrommer Individualismus führt zwangsläufig zum Kollektivismus der herunternivellierten Masse. Nicht ein Mehr an Freiheit und Autonomie ist die Lösung für die teilweise richtig diagnostizierte Gesellschaftslage, sondern die Wiedereinwurzelung der verstreuten menschlichen Sozialatome in die sinnstiftende Volksgemeinschaft. Auch in seinem gefeierten Hauptwerk, das er zusammen mit Horkheimer verfaßte, kann Adorno nicht von Reflexionen über den Antisemitismus ablassen. Judenfeindschaft interpretierte er als Haß der Herrscher und Beherrschten auf eine kleine Gruppe, die Träger einer menschheitsbeglückenden Utopie sei. In diesem Sinne ist die "Dialektik der Aufklärung" auch ein unappetittlich jüdisches Buch. Im Jahr 1949 kehrte Theodor W. Adorno nach Frankfurt zurück, wo er das neueröffnete Institut für Sozialforschung mitleitete und an der Universität Philosophie und Soziologie lehrte. Das niedergeworfene Deutschland war für die Frankfurter Schule ein ideales Laboratorium, um die Sprengkraft ihrer antiautoritären, egalitären und universalistischen Ideologie zu testen. Durch die Heranzüchtung des "demokratischen Menschen", der sich vom "falschen Bewußtsein" freigemacht hatte, sollte vor allem der Nährboden von Faschismus und Antisemitismus ausgetrocknet werden. Für Deutschland hieß das, einen totalen Bruch mit der nationalen Vergangenheit und die Diffamierung des deutschen Wesens ins Werk zu setzen, denn der demokratische Mensch sollte auch ein antinationaler Neurotiker sein. Im April 1966 hielt Adorno deshalb im Hessischen Rundfunk seinen Vortrag "Erziehung nach Auschwitz", der Wesentliches seines pathogenen Denkens enthielt, das wirklich nur dem Gemeinschaftshaß des entwurzelten jüdischen Intellektuellen entspringen konnte. Schon die Wortwahl verriet den geifernden Hasser, hinter dem der Wissenschaftler völlig verschwindet. Die Rede war von "Nazimonstren", dem "sadistisch-autoritären Grauen" und der "Entbarbarisierung". An anderer Stelle meinte er, nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, sei barbarisch. Mit einem solchen, akademisch aufpolierten Neurotisierungsprogramm mußte Adorno zum Säuligenheiligen der Umerziehungsrepublik werden. Der Giftpilz starb vor 35 Jahren, das Gift wirkt noch heute.
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