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27. Januar
2006
Zuwanderer mischen
Jüdische Gemeinden auf:
"Kontakte ins
kriminelle Milieu"
Von Peter Bochinski
Eigentlich hatten sich Deutschlands
jüdische Funktionäre wie die Schneekönige
gefreut, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein
gewaltiger Zustrom von Ostjuden einsetzte. Sie sollten den
hiesigen Gemeinden personell und politisch zu einem weiteren
Bedeutungsgewinn verhelfen. Zu diesem Zweck war zwischen dem
Zentralrat der Juden in Deutschland und dem damaligen
Bundeskanzler Helmut Kohl eine Sonderregelung getroffen
worden, um die üblicherweise geltenden Begrenzungen des
Asylrechts auszuhebeln.
Jüdische Zuwanderer gelten
seitdem als "Kontingentflüchtlinge" und müssen
keine politische Verfolgung mehr nachweisen. Sie erhalten
sofort eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.
Beim Zugriff auf die deutschen Sozialkassen sind sie den
einheimischen Steuer- und Beitragszahlern gleichgesetzt,
ohne auch nur die geringste Vorleistung erbracht zu haben.
Kein Wunder also, daß Deutschland eine schier
unwiderstehliche Sogkraft ausübt. Nach Auskunft des
Brandenburger Innenministeriums sind von 1991 bis 2004
insgesamt 253.187 jüdische Zuwanderer nach Deutschland
gelangt.
Interner Streit
Die zunächst freudetrunkenen
Gemeindefunktionäre plagt mittlerweile aber ein
gewaltiger Katzenjammer. Denn sie müssen sich
neuerdings mit dem demokratischen Prinzip herumschlagen. Die
Zuwanderer aus der ehemaligen UdSSR sind so zahlreich,
daß sie bei Gemeindewahlen immer häufiger zu
lukrativen Posten und Pfründen gelangen, die bislang
den Alteingesessenen vorbehalten waren. So manche
Lebensplanung gerät durch die konkurrierenden
Machtansprüche zu Makulatur. Das schafft Verbitterung,
Haß, Streit.
Außerdem haben die
Neuankömmlinge rasch begriffen, daß jüdische
Gemeinden in Deutschland über Privilegien
verfügen. Geschriebene und ungeschriebene. Staatlicher
Kontrolle unterliegen sie kaum. Bundes-, Landes- und
Kommunalregierungen überweisen den Gemeinden und
anderen jüdischen Institutionen immense Beträge,
ohne deren Verwendung zu prüfen. Der "Spiegel" - nicht
Paul, sondern das Nachrichtenmagazin (Nr. 45/05) - spricht
von "positiver Diskriminierung" und zitiert dazu einen
Berliner Beamten, der sich vorsichtshalber weigerte, einen
Blick in die jüdischen Kassenbücher zu werfen:
"Ich werde doch nicht so blöd sein, mich als
Antisemiten durch die Stadt jagen zu lassen."
Buchprüfung =
Judenverfolgung?
Solche Befürchtungen sind nicht
aus der Luft gegriffen. Jedesmal, wenn sich irgendwo ein
wagemutiger Revisor in Gemeinderäume verirrte und dort
auf Unregelmäßigkeiten stieß, konterten die
Beschuldigten mit der medienwirksamen Behauptung, sie seien
einer neuen Judenverfolgung ausgesetzt. Seitens der Politik
erhalten derart attackierte Beamte in aller Regel keine
Rückendeckung. Im Gegenteil. Eher wird ihnen der
Vorwurf mangelnden "Fingerspitzengefühls" um die Ohren
geschlagen. Dabei zieht man gern die Geschichte heran. Auch
Juden, die keiner NS-Verfolgung ausgesetzt waren, bringen
sich ungeniert mit dem "Holocaust" in Verbindung - was
Kritiker bereits zu der Frage veranlaßte, ob es in
anderen Fällen möglicherweise vorteilhaft
wäre, die zahllosen Christenverfolgungen als
Kollektivbonus in Anspruch zu nehmen.
Einblicke hinter die jüdischen
Gemeindekulissen ergeben sich fast nur, wenn sich interne
Auseinandersetzungen nicht länger nach außen
abschotten lassen und die Streithähne ihre jeweilige
Position mit externer Hilfe zu verbessern suchen. Dafür
bietet die Jüdische Gemeinde zu Berlin ein aktuelles
Paradebeispiel. Ihr Vorsitzender Albert Meyer mußte
vor einigen Wochen zurücktreten, nachdem
Staatsanwälte und Polizisten das Gemeindehaus sowie
sieben weitere Büros und Wohnungen durchsucht hatten.
Es laufen Ermittlungen wegen Ausschreibungsbetrugs und
Untreue.
Rund 85 Prozent des gemeindlichen
Jahresetats von etwa 25 Millionen Euro werden vom Land
Berlin aufgebracht. Den 11.200 Gemeindeangehörigen
stehen 400 Gemeindeangestellte zur Seite; das heißt:
auf 28 Mitglieder kommt ein Bediensteter. Von einer solchen
Relation können christliche (oder moslemische)
Gemeinden in Deutschland nur träumen. Um so
größer sind die Begehrlichkeiten israelitischer
Funktionäre - wovon man allerdings wenig erfahren
würde, wenn es da in Berlin nicht ein Defizit von 2,3
Millionen Euro sowie einen internen Machtkampf zwischen Alt-
und Neumitgliedern gäbe. Dem Personaldezernenten Fredy
Groß wird vorgeworfen, Gemeindegut in Privatbesitz
überführt und Spesen zu großzügig
abgerechnet zu haben. Der Vorstand verzichtete auf eine
Strafanzeige, "um nicht eine jüdische Existenz zu
vernichten".
Angst vor Ressentiments
Finanzdezernent Dan Moses
begründete seinen Rücktritt unter anderem mit den
ständig steigenden Wünschen von
Gemeinde-Repräsentanten "nach Geldern,
Sonder-Privat-Etats, Arbeitsplätzen für sich oder
für Freunde und Verwandte". Gegen den Moses-Nachfolger
Alexander Licht läuft ein staatsanwaltschaftliches
Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche im Zusammenhang
mit in die Ukraine verschobenen Autos und
Bürogeräten. Solche und ähnliche
Vorwürfe wurden lange Zeit bewußt
zurückgehalten - "aus Angst, antisemitische
Ressentiments gegen die angeblich ewig um Geld schachernden
Juden zu bestärken". So jedenfalls begründet es
der "Spiegel".
Dort ist auch zu lesen, welche
Überlegungen die deutschen Strafverfolger lähmt:
"Als der (Gemeinde-)Vorsitzende Meyer im Rahmen von
Ermittlungen gegen Autoschieber in eine
Telephonüberwachung geriet, befürchtete ein
Staatsanwalt gleich eine Rufschädigung der Gemeinde,
falls diese Kontakte ins kriminelle Milieu bekannt
würden." Daß sich Staatsanwälte um den Ruf
von Verdächtigen sorgen, ist ein ausgesprochen seltenes
Phänomen. Eher schon gibt man Interviews über den
Stand von Ermittlungen, noch bevor ein rechtskräftiges
Urteil auch nur in Sicht ist.
Die deutschen
Großzügigkeiten und Rücksichtnahmen haben
sich nicht nur bis in den hintersten Winkel Rußlands
herumgesprochen. Auch aus Israel kommen immer mehr Juden
nach Deutschland, um hier ihr Glück zu versuchen - wie
beispielsweise der 33jährige Gideon Joffe, Meyers
Nachfolger an der Gemeindespitze. Auch sein Stellvertreter
Arkadi Schneiderman, im weißrussischen Minsk geboren,
ging zunächst nach Israel, bevor er Berlins
Vorzüge entdeckte. Solche Wanderzüge lassen
erkennen, daß die oft hysterischen Warnungen vor
Antisemitismus in Deutschland am allerwenigsten bei den
vermeintlich Betroffenen verfangen; sie wissen am besten, wo
sie gut aufgehoben sind. Der Berliner "Tagesspiegel"
bescheinigt den Immigranten "das Gefühl, irgendwie
immer zu kurz gekommen zu sein und sich deshalb nach
Kräften bedienen zu dürfen".
Neben den Berliner Funktionären
steht wegen ihres seltsamen Finanzgebarens auch die
Ex-Geschäftsführerin des Landesverbandes der
Jüdischen Gemeinde Brandenburg im Visier der
Staatsanwaltschaft. Jene Dame stammt aus Leningrad - im
Unterschied zu Eli Gampel, den es aus Israel nach
Deutschland verschlagen hat. Hier avancierte er zum
Gemeindevorsteher in Halle und veruntreute mehrere
hunderttausend Euro. Nebenher betätigte er sich in
großem Umfang als Geldwäscher für die
Drogen-Mafia. Das trug ihm im Mai 2005 eine
Gefängnisstrafe von vier Jahren ein.
Prozeßbeobachter waren erstaunt, wie lange und
unkontrolliert Gampel seine kriminellen Fäden spinnen
konnte.
Quelle: Nation &
Europa
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