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20. Januar
2006
"Kronzeugin" gegen die
Schweiz hat offenbar gelogen:
Vermißtes
Konto in Israel entdeckt
1,25 Milliarden US-Dollar - diese
sagenhafte Summe zahlten Schweizer Geldinstitute an den
Jüdischen Weltkongreß, um eine mehrjährige
Kampagne gegen die Schweiz und ihre Banken zu beenden. Von
Klagen über Drohungen bis zur Boykotthetze hatten
jüdische Organisationen alle Register gezogen, bis die
Schweizer einknickten und im August 1998 in New York einem
"außergerichtlichen Vergleich" zustimmten. Worum ging
es? In der Schweiz existierten Bank-Guthaben, bei denen nach
Kriegsende 1945 nicht mehr eindeutig geklärt werden
konnte, wem sie rechtmäßig gehören.
Mutmaßlich sollen jüdische NS-Opfer die
Eigentümer gewesen sein. Schweizer Banken wurden seit
Mitte der 1990er Jahre von jüdischen Organisationen
beschuldigt, den rechtmäßigen Erben diese Gelder
vorzuenthalten und sich überdies durch Zinsgewinne aus
der Anlage des "herrenlosen" Kapitals bereichert zu haben.
Tatsächlich hatten die
eidgenössischen Finanzinstitute bereits unmittelbar
nach dem Krieg eigene Nachforschungen angestellt und an
Anspruchsberechtigte, die dies nachweisen konnten, Zahlungen
geleistet. Vermögenswerte, die nicht zuzuordnen waren,
wurden einem Sonderfonds zugeführt. Nichtsdestotrotz
wurden die Anschuldigungen gegen die Schweizer nicht nur
aufrechterhalten, sondern immer weiter ausgebaut.
Bronfman macht mobil
Norman Finkelstein schildert in
seinem Buch "Die Holocaust-Industrie", wie die Kampagne
ablief: "Schon früh war klar, daß die Schweiz
eine leichte Beute sein würde. Wenige würden mit
den reichen Bankiers der Schweiz sympathisieren, denen die
'bedürftigen Überlebenden des Holocaust'
gegenüberstanden. Was jedoch wichtiger war: Die
Schweizer Banken waren überaus
anfällig für wirtschaftliche Pressionen seitens
der USA. Im Dezember 1995 tat sich Edgar Bronfman, der
Präsident des WJC (World Jewish Congress), mit Senator
D'Amato zusammen. Da D'Amatos Umfragewerte auf dem Tiefpunkt
waren und ein Senats-Wahlkampf bevorstand, kostete er diese
Möglichkeit aus, sein Ansehen bei der jüdischen
Gemeinde mit ihren entscheidenden Wählerstimmen und den
wohlhabenden politischen Spendern zu verbessern. Bevor die
Schweizer schließlich auf die Knie gezwungen wurden,
hatte der Jüdische Weltkongreß das gesamte
politische Establishment der Vereinigten Staaten
mobilisiert. "
Den entscheidenden Schub erhielt
diese Mobilisierung im April 1996 bei der ersten
Anhörung vor dem damit beauftragten Ausschuß des
US-Senates; die "Weltöffentlichkeit" war in Gestalt
zahlreicher großer Medien zugegen. Zu diesem "Hearing"
brachte Senator Alfonse D'Amato als "Kronzeugin" eine
ältere Dame namens Greta Beer mit. Ihr Vater Siegfried
Deligdisch, so schilderte sie dem Ausschuß, hatte
Konten in der Schweiz, und die Schweizer Banken würden
sich nun hartnäckig weigern, ihr das Geld ihres Vaters
auszuzahlen. Für diese Behauptung konnte sie zwar
keinen einzigen Beleg vorbringen, dafür flossen die
Tränen um so reichlicher. Jener Auftritt der Frau Beer
und zahlreiche Interviews danach, bei denen sie ihre
Geschichte immer wieder vortrug, brachte den Durchbruch bei
der Mobilisierung des "Weltgewissens".
Eine perfekte Inszenierung, die an
"Zeugenaussagen" über den Diebstahl von Brutkästen
aus kuwaitischen Krankenhäusern und den angeblichen Tod
von 300 Neugeborenen erinnert, mit denen die amerikanische
Öffentlichkeit 1990 für den ersten Golfkrieg
gewonnen werden sollte. Wie später herauskam, hatte die
PR-Firma Hill & Knowlton im Auftrag einer kuwaitischen
Organisation jene Lügenstory entwickelt und ihre
Präsentation bis ins letzte dramaturgische Detail
umgesetzt - inklusive der "Zeugen"-Auftritte beim
Menschenrechts-Ausschuß des US-Kongresses und vor dem
UN-Sicherheitsrat.
Doch zurück zu Greta Beer, die
später von einem US-Gericht immerhin 100.000 Dollar aus
dem Milliardentopf zugesprochen bekam. Wie die "Neue
Zürcher Zeitung" berichtet, ist das Konto ihres Vaters
nun doch noch gefunden worden, allerdings nicht in der
Schweiz, sondern in Israel.
Dort gab es, schon bevor der
jüdische Staat gegründet wurde, die Bank Leumi.
Siegfried Deligdisch, der Vater der alten Dame, hatte als
Textilindustrieller geschäftlich viel im Nahen Osten zu
tun, also richtete er dort auch ein Konto ein. Greta Beer
erhebt darauf nun Anspruch. Ob sie die zu Unrecht erhaltenen
100.000 Dollar schon zurückgezahlt hat, ist nicht
bekannt.
Quelle: Nation &
Europa
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