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2. August 2004

Gerhard Schröder - Kanzler der Schande?

Waldemar Maier

Was die deutsche Selbsterniedrigung betrifft, läßt das Jahr 2004 gewiß auch für das nächste mit seinen vielen 60. "Feiertagen" der deutschen Niederlage das Schlimmste befürchten.

Schon die diesjährigen 60. Jahrestage der Landung der Alliierten in der Normandie, des Mordanschlages auf Adolf Hitler und schließlich das Gedenken an den fehlgeschlagenen Aufstand polnischer Partisanen in Warschau liefern einen Vorgeschmack dessen, zu welchem Nationalmasochismus die etablierten Volksverräter noch fähig sein dürften.

Aber was will man schon anderes von Typen erwarten, deren ganzes persönliches Wohlergehen von der dauerhaften Zementierung der Weltkriegsniederlage des eigenen Volkes abhängig ist?

Und dennoch kann und will man es als Deutscher trotz aller Gewöhnung nicht fassen, daß Politiker, deren Staatsangehörigkeit mit "deutsch" bezeichnet wird, den Sieg unserer schlimmsten Feinde bejubeln und keine Gelegenheit auslassen, das Andenken unserer im Kampf gefallenen Helden, aber auch der unzähligen zivilen Opfer der Vertreibung und des angloamerikanischen Bombenterrors gegen Frauen und Kinder zu beschließmuskeln.

BRD-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der selbst nie seinen im Krieg gefallenen Vater sah, macht da selbstverständlich auch keine Ausnahme.

Schröder war erst kürzlich sichtlich erfreut, als erster Bundeskanzler zur Feier der deutschen Niederlage in die Normandie eingeladen zu werden und bedankte sich artig in Vasallenmanier mit der Aussage, der Sieg der Alliierten wäre ein Sieg für Deutschland gewesen.

Würden die ungezählten in der Normandie und anderswo verscharrten deutschen Soldaten, die bis zuletzt ihre Pflicht für die Heimat erfüllten, es noch tun können, sie würden möglicherweise den nachgeborenen vaterlandslosen Möchtgern-Staatsmännern ins Gesicht spucken wollen.

Gerhard Schröder, der ganz offensichtlich viel vom westlichen Parlamentarismus und dessen Rolle im globalisierten Liberalkapitalismus versteht, von Begriffen wie Volk, Heimat und Vaterland aber wohl wenig Ahnung hat, mag sich überall als BRD-Büßer ins rechte Licht setzen, verzichten, heulen und sich im Namen seiner bundesrepublikanischen Dackelzüchter für allerlei entschuldigen. Für die Deutschen, die es noch sein wollen, spricht er nicht!

Gerade angesichts des Schröderschen Bußgangs nach Warschau sollte einmal mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß es ausgerechnet gegenüber den traditionell deutschfeindlichen Polen, die bis zum heutigen Tage den größten Teil unserer deutschen Ostgebiete besetzt halten und mißbewirtschaften, nicht den geringsten Anlaß gibt, sich für die Vergangenheit zu entschuldigen.

Ganz im Gegenteil, gerade die großsprecherischen Polen hätten allen Grund, über ihren Beitrag am Kriegsausbruch zerknirscht zu sein. Doch die Zerknirschung überläßt man lieber den Deutschen, denen man die Zerschlagung der polnischen Herrlichkeit in nur achtzehn Tagen nie verzeihen wird.

Und da ist es schon blanker Hohn, daß der Bundeskanzler umso unterwürfiger agiert, je chauvinistischer sich die Polen gebärden. Das, was er im eigenen Land verurteilt, begrüßt er in Polen.

Dort war er gerne bereit, die Einweihung eines Museums zum Warschauer Partisanenaufstand zu besuchen, während er sich erneut gegen ein Dokumentationszentrum zur Vertreibung in Berlin wandte.

So meinte Schröder gleich zu Beginn seines Besuches am 31.8.2004: "Unsere gemeinsame Verantwortung für Europa darf von Uneinsichtigen in Deutschland nicht in Frage gestellt werden". Das betreffe sowohl diejenigen, die meinten, man müsse in Deutschland ein Zentrum gegen Vertreibung schaffen als auch jene, die jetzt individuelle Ansprüche gegen Polen stellen wollten.

Das muß man sich natürlich auf der Zunge zergehen lassen. Ein bundesdeutscher Kanzler freut sich, an polnischen Gedenkveranstaltungen teilnehmen zu dürfen, lehnt aber jedes Gedenken an die Millionen deutschen Opfer der größten Vertreibungs- und Ausmordungsaktion aller Zeiten kategorisch ab, an der gerade die Polen nicht unmaßgeblich beteiligt waren.

Da kann man nur kommentieren, daß die Vergangenheitsbewältigungsrituale des Systems der Niederlage, Schande und Ehrlosigkeit immer peinlicher werden.

Genauso peinlich wie Schröder selbst, der sich darüber auch noch freuen kann, als erster bundesdeutscher Regierungschef an den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag des Warschauer Partisanenaufstandes teilnehmen zu dürfen. Er bezeichnete dies tatsächlich als "große Ehre und großherzige Geste" an sein Land, das so viel Leid über Polen gebracht habe.

Wie schon gesagt, man ist nach über 50 Jahren BRD zwar schon weitestgehend abgehärtet, doch der Autor kann immer noch gar nicht so viel fressen, wie er angesichts solch ungeheuerlicher Ehr- und Würdelosigkeiten kotzen möchte.

Zur Erinnerung: Über zwei Monate lang hatten polnische Partisanen ab August 1944 in Warschau, also im Rücken der Ostfront gegen die deutschen Truppen gekämpft. Dabei kamen zehntausende Polen ums Leben. Aber auch etwa 50.000 deutsche Soldaten. Wäre es nicht für einen Bundeskanzler angemessen gewesen, auch der eigenen im Kampf getöteten Volksgeschwister zu gedenken?

Doch Schröder ergreift lieber Partei gegen die eigene Nation, die ihm offenbar zuwider ist.

Während der Kranzniederlegung auf dem Warschauer Wolski-Friedhof ließ sich Schröder die Ehrenmedaille der polnischen Partisanen mit der Aufschrift "Das kämpfende Polen" an die Brust heften. Mit Tränen der Rührung schloß er dann den ehemaligen polnischen Partisanen vom Kombattantenkomitee in die Arme.

Anschließend zog der Warschauer Bischof entgegen dem Protokoll Schröder in eine nahe Kirche, wo ihm dann auf der Orgel die polnische Nationalhymne vorgespielt wurde.

Bei dem Schröder offenbar eigenem Geschichtsbewußtsein wird dieser wohl gar nicht gemerkt haben, daß man ihn vorführt.

Er tat dann das, was man von ihm erwartete und sagte in seiner Rede: "Wir verneigen uns heute vor dem Opfermut und dem Stolz der Männer und Frauen der polnischen Heimatarmee. 63 Tage lang haben die Bürgerinnen und Bürger von Warschau den deutschen Besatzern heroisch und todesmutig Widerstand geleistet. Sie kämpften für die Freiheit und die Würde Polens. Ihr Patriotismus steht als leuchtendes Beispiel in der Geschichte der polnischen Nation." […] "Wir beugen uns heute in Scham angesichts der Verbrechen der Nazi-Truppen. Sie haben 1939 Polen überfallen. Sie legten nach dem Aufstand 1944 das alte Warschau in Schutt und Asche. Unzählige polnische Frauen und Männer und ihre Kinder wurden ermordet oder in Lager und Zwangsarbeit verschleppt. An diesem Ort des polnischen Stolzes und der deutschen Schande hoffen wir auf Versöhnung und Frieden." […] "Wir Deutschen wissen sehr wohl, wer den Krieg angefangen hat, und wer seine ersten Opfer waren. Deshalb darf es heute keinen Raum mehr geben für Restitutions-Ansprüche aus Deutschland, die die Geschichte auf den Kopf stellen."

Über den polnischen Beitrag am letzten Weltkrieg gäbe es sicher einiges anzumerken wie z.B. die Entdeutschung Westpreußens nach dem Ersten Weltkrieg - heute würde man so etwas als "ethnische Säuberung" bezeichnen. Oder der Diebstahl Oberschlesiens, oder Ereignisse wie dem "Bromberger Blutsonntag", bei dem tausende deutsche Zivilisten viehisch von den "armen" Polen abgeschlachtet wurden usw.

Aber das interessiert Schröder nicht. Er ist nur besorgt darüber, daß der zu einer wirklichen Versöhnung notwendige Revisionismus die Geschichte, für die er steht, auf den Kopf stellen könnte.

Aber da darf er unbesorgt sein, die Wahrheit, wonach die "armen" Polen nicht nur Opfer, sondern auch Täter waren, ist seit langem bekannt.

Und auch, daß man es den Polen selbst mit der größten "Arschkriecherei" nie recht machen wird. Entsprechend begrüßte der polnische Außenminister Cimoszewicz zwar den Auftritt Schröders, meinte aber laut Tageszeitung "Die Welt" vom 2.8.2004, als Politiker sei er mit den Worten Schröders vollauf zufrieden, als Pole habe ihm jedoch eine gewisse Geste ähnlich des Kniefalls von Willy Brandt vor dem Denkmal der Warschauer Ghetto-Kämpfer gefehlt.

Da haben wir es wieder. Die bundesdeutschen Vasallen können sich gar nicht so tief bücken, sie erhalten sogleich den nächsten Tritt in den Hintern.

Zumindest weiß jetzt Schröder, welche Stellung er bei den vielen Sieger-Jubiläen im nächsten Jahr einzunehmen hat. Und wenn er dafür zu ungelenk ist, hilft wie im Falle des unsäglichen Willy Brand eine Flasche Fusel.

Die Deutschen, die es noch sein wollen, werden sich derweil mit der Erkenntnis trösten, daß kein Unglück ewig währt. Und auch der Zustand des nationalmasochistischen Besoffenseins wird eines Tages zu Ende sein.


Quelle: Radio Freiheit

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