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Auschwitz-Fahrt
künftig obligatorisch Von Hilmar Gerber Politikern und Meinungsmachern reicht das Ausmaß der deutschen Dauer-Vergangenheitsbewältigung noch immer nicht. Nur so ist ein pädagogisches Irrsinns-Projekt zu erklären, das jetzt mit Millionenaufwand umgesetzt werden soll. Demnach soll künftig jedes deutsche Schulkind mindestens einmal während seiner Schulzeit in Auschwitz gewesen sein. Die Idee dazu stammt von dem
Millionär Erich Bethe aus Bergisch Gladbach, einem
bekennenden Grünen- und SPD-Wähler. Er schlug dem
früheren (und im Mai abgewählten)
nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten
Jürgen Rüttgers die Gründung einer Stiftung
vor, die ausschließlich mit privaten Geldern
finanziert werden soll und nur einen Zweck hat: jedem
deutschen Schüler einen Besuch der KZ-Gedenkstätte
in Auschwitz zu Immerhin, Rüttgers ist für das Irrsinnsprojekt zweifellos die richtige Anlaufstelle. Der CDU-Mann, der als Ministerpräsident zwar an der Dauer-Misere seines Bundeslandes kein Jota zu ändern vermochte, geht dafür mit um so größerem Eifer voran, wenn es der Kultivierung deutscher Dauer-Scham gilt. So engagiert sich Rüttgers schon seit Jahren in der Internationalen 'Auschwitz-Stiftung', und als dieser 2009 der finanzielle Kollaps drohte, war es Rüttgers, der in Bund und Ländern für eine kräftige Finanzspritze trommelte. Der Fall lehrt: Wenn es um das Wachhalten des deutschen Schuldkomplexes geht, ist immer Geld da, Finanzkrise hin oder her. Nun also ist Rüttgers' nationalmasochistisches Talent erneut gefragt. Rund 20 schwerreiche Unterstützer sollen bereits ihre Unterstützung für die künftige Auschwitz-Pädagogik zugesagt haben, darunter private Spender ebenso wie die Stiftungen von Bayer, Deichmann und die 'Israel-Stiftung'. 20 von den künftig jedes Jahr erforderlichen 50 Millionen Euro sollen auf diese Weise schon zusammengekommen sein. Man erinnert sich unwillkürlich an den Friedens-Nobelpreisträger des Jahres 1986, Elie Wiesel, der Auschwitz einmal als "Tankstelle für Haß" bezeichnet haben soll - mit den Deutschen als Dauer-Bösewichten. Damit sie diese Rolle auch weiterhin willig spielen, sollen sich die nächsten Generationen Heranwachsender ihren Schuldkomplex gleich klassenweise abholen - Rüttgers macht's möglich.
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