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30. August 2010

Auschwitz-Fahrt künftig obligatorisch
Stiftung plant gigantisches Bewältigungs-Projekt für Schüler

Von Hilmar Gerber

Politikern und Meinungsmachern reicht das Ausmaß der deutschen Dauer-Vergangenheitsbewältigung noch immer nicht. Nur so ist ein pädagogisches Irrsinns-Projekt zu erklären, das jetzt mit Millionenaufwand umgesetzt werden soll. Demnach soll künftig jedes deutsche Schulkind mindestens einmal während seiner Schulzeit in Auschwitz gewesen sein.

Die Idee dazu stammt von dem Millionär Erich Bethe aus Bergisch Gladbach, einem bekennenden Grünen- und SPD-Wähler. Er schlug dem früheren (und im Mai abgewählten) nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers die Gründung einer Stiftung vor, die ausschließlich mit privaten Geldern finanziert werden soll und nur einen Zweck hat: jedem deutschen Schüler einen Besuch der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz zuArbeit macht frei ermöglichen. Zunächst sollen "nur" die nordrhein-westfälischen Zehntklässer in den Genuß der fragwürdigen Aktion kommen. Schon das freilich wären 120 000 Schüler, deren Auschwitz-Pflichtprogramm mit schlappen 50 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Am Geld soll es aber nicht fehlen, denn in einem zweiten Schritt sollen dann alle deutschen Oberschüler zum Bewältigungs-Crashkurs in das frühere Konzentrationslager geschickt werden.

Immerhin, Rüttgers ist für das Irrsinnsprojekt zweifellos die richtige Anlaufstelle. Der CDU-Mann, der als Ministerpräsident zwar an der Dauer-Misere seines Bundeslandes kein Jota zu ändern vermochte, geht dafür mit um so größerem Eifer voran, wenn es der Kultivierung deutscher Dauer-Scham gilt. So engagiert sich Rüttgers schon seit Jahren in der Internationalen 'Auschwitz-Stiftung', und als dieser 2009 der finanzielle Kollaps drohte, war es Rüttgers, der in Bund und Ländern für eine kräftige Finanzspritze trommelte. Der Fall lehrt: Wenn es um das Wachhalten des deutschen Schuldkomplexes geht, ist immer Geld da, Finanzkrise hin oder her.

Nun also ist Rüttgers' nationalmasochistisches Talent erneut gefragt. Rund 20 schwerreiche Unterstützer sollen bereits ihre Unterstützung für die künftige Auschwitz-Pädagogik zugesagt haben, darunter private Spender ebenso wie die Stiftungen von Bayer, Deichmann und die 'Israel-Stiftung'. 20 von den künftig jedes Jahr erforderlichen 50 Millionen Euro sollen auf diese Weise schon zusammengekommen sein.

Man erinnert sich unwillkürlich an den Friedens-Nobelpreisträger des Jahres 1986, Elie Wiesel, der Auschwitz einmal als "Tankstelle für Haß" bezeichnet haben soll - mit den Deutschen als Dauer-Bösewichten. Damit sie diese Rolle auch weiterhin willig spielen, sollen sich die nächsten Generationen Heranwachsender ihren Schuldkomplex gleich klassenweise abholen - Rüttgers macht's möglich.


Quelle: Euro-Kurier

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