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21. Dezember 2007

Nobelpreisträger tappt in Fettnäpfchen:
Weiße klüger als Schwarze?

Von Sabine Poling

Er selber ist einer der intelligentesten Menschen der Welt. Seitdem er 1953 die Molekularstruktur der DNS entdeckte und neun Jahre später dafür den Medizin-Nobelpreis bekam, gilt James Watson als wegweisende Koryphäe der Biochemie. Das "Time Magazine" zählt den 1928 in Chicago geborenen Amerikaner zu den 100 einflußreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Watsons Buch "Die Doppelhelix" wurde zum internationalen Bestseller.

Doch im Zeichen der "political correctness" darf auch ein Nobelpreisträger nicht mehr offen seine Meinung sagen. Tut er es dennoch, drohen ihm Rufmord und Existenzvernichtung. So wurde Watson jetzt aus seinem Labor in New York geworfen, obwohl er lange Zeit dessen Direktor und Aushängeschild war. Und das Londoner "Science Museum" sagte im Oktober eine Rede des Wissenschaftlers brüsk ab. Der Grund: In einem Interview mit der britischen Zeitung "The Sunday Times" hatte sich Watson über die Zukunft Afrikas besorgt gezeigt, da die westliche Entwicklungspolitik auf der falschen Annahme basiere, daß die durchschnittliche Intelligenz der Schwarzen "dieselbe ist wie unsere - obwohl alle Tests zeigen, daß dem nicht wirklich so ist". Dieses Thema sei zwar ein "heißes Eisen", räumte der Gen-Forscher ein. Auch ihm wäre eine gleich verteilte Intelligenz lieber. Aber "Leute, die mit schwarzen Angestellten zu tun haben, merken, daß dies nicht wahr ist".

Obwohl Watson mit seinen Hinweisen lediglich auf seit längerem vorliegende Daten der Hirnforschung abhob, brach ein - künstlich entfachter - Sturm der Entrüstung aus. Der britische Bildungsminister David Lammy, selbst ein Schwarzer, bezeichnete die Äußerungen des Nobelpreisträgers als "zutiefst beleidigend". Demnach wäre es allerdings auch beleidigend, andere körperliche und geistige Unterschiede wertfrei zu benennen (zum Beispiel sind Asiaten im Durchschnitt kleiner als Weiße oder Schwarze). Jeder Mensch mit einem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten müßte sich diskriminiert fühlen, weil ihm der Zutritt zu Hochbegabten-Einrichtungen verwehrt bleibt.

Außerdem hat Watson nicht behauptet, jeder Schwarze sei von Natur aus dümmer als jeder Weiße. Es geht um den statistischen Durchschnitt. "Tatsächlich, und das bestätigen auch über jeden Verdacht erhabene Intelligenzforscher, ergeben Intelligenzmessungen an schwarzen und weißen US-Amerikanern oft einen IQ für Schwarze, der 10 bis 15 Punkte unterhalb des Mittelwertes von 100 liegt", berichtete "Spiegel-Online" am 4. Mai 2005 in einem Bericht über die von US-Wissenschaftlern entdeckte "Glockenkurve".

"Unterschiede unbestritten"

Es handelt sich dabei um die Normalverteilung der Intelligenz in der amerikanischen Bevölkerung. Kernaussage: "Die Kurve für Schwarze ist eine andere als die für Weiße - der Mittelwert liegt niedriger." Dazu der international renommierte Intelligenzforscher Aljoscha Neubauer von der Universität Graz: "Die Tatsache, daß es Unterschiede gibt, ist unbestritten." Lediglich bei der Interpretation ist sich die Wissenschaft uneinig. Manche Forscher führen die Unterschiede auf genetische Anlagen zurück, andere sehen in erster Linie Umwelteinflüsse oder eine Mischung beider Faktoren.

Wie absurd die Reaktionen auf Watsons Äußerungen sind, erkennt man auch daran, daß dieselbe Fachwissenschaft den Ost-Asiaten attestiert, sie seien im Schnitt intelligenter als Weiße. Kein weißer Politiker, Intellektueller oder Journalist hat beleidigt auf dieses Forschungsergebnis reagiert. Was aber Afrika betrifft: Da wäre es in der Tat eine gründliche Untersuchung wert, weshalb die aus anderen Kontinenten kommende, seit vielen Jahrzehnten geleistete Wirtschaftshilfe den Entwicklungsrückstand nicht auszugleichen vermochte.

Mit "politisch korrekten" Denkverboten und Wissenschaftstabus ist niemandem geholfen - am wenigsten den Schwachen und Benachteiligten.


Quelle: Nation & Europa

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