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10. August
2007
Mit Kommunisten gegen
"Rechtsextremisten":
Ein Bischof
namens Müller
Von Petra Wernicke
Mit dem Regensburger Bischof Gerhard
Ludwig Müller hat sich die katholische Kirche einen
Repräsentanten angelacht, der mit seinen Ausflügen
in die Tagespolitik immer mehr Gläubige vor den Kopf
stößt. Kürzlich forderte Müller
von örtlichen CSU-Funktionären, sie sollten aus
privater Tasche den Rollstuhl für einen
Mehrfachbehinderten zahlen - und zwar als Buße
für angeblich "rechtsradikale" Äußerungen,
die den Christsozialen in der Presse vorgehalten werden. So
könnten sich die Angegriffenen, meint Müller,
unmißverständlich vom Gedankengut der
Nationalsozialisten distanzieren, "für die Behinderte
als nicht lebenswert galten".
Der Vorschlag des Bischofs trage
"den Geruch des Ablaßhandels", empört sich der
Regensburger CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Schlegl. Aber
nicht nur das. Die Behauptung, daß Behinderte im
Dritten Reich als nicht lebenswert galten, zählt zwar
zu den antifaschistischen Standardfloskeln, ist aber in so
pauschaler Formulierung nicht richtig. Ein Blick auf Joseph
Goebbels genügt. Trotz sichtbarer Behinderung durch
einen sogenannten Klumpfuß repräsentierte er
Staat und Partei in gehobenen Positionen und war Hitlers
engster Weggefährte. Die Zahl behinderter
NS-Amtsträger ist Legion, zumal viele von ihnen als
Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg schwere Verwundungen
erlitten.
Abtreibung statt
Euthanasie
Im Herbst 1939 ermächtigte
Hitler den Medizin-Professor Karl Brandt und den
Leiter
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Erotischer
Kirchentag

Unter dem Motto "Lebendig
und kräftig und schärfer" fand in
Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag
statt. Scharf ging es vor allem beim
"Erotik-Gottesdienst" zu. Eine junge Tänzerin,
vom indischen Kamasutra inspiriert,
schlängelte sich im Mittelgang der Kirche
(Bild); und vom Pastor war zu hören:
"Vielleicht sollten wir Pfarrer öfter ins Bett
gehen, damit unsere Worte lebendig und kräftig
und schärfer sind." Dazu applaudierte die
erregte Gemeinde und begann mit gegenseitigen
körperlichen Berührungen.
Selbstverständlich wurde auf dem Kirchentag
auch für einen homosexuellen Lebensstil
geworben. Und der Vorsitzende des Ständigen
Theologischen Ausschusses der rheinischen Kirche,
Pfarrer Rainer Stuhlmann, meinte in seiner Predigt:
"Jungen wie Mädchen müssen trainieren,
ein Kondom anzulegen." Als Fachfrau hatte man die
Sexualberaterin der Jugendzeitschrift "Bravo" auf
das Kirchentags-Podium geholt. Ein Thema blieb
völlig ausgeblendet: daß in Deutschland
jährlich rund 125 000 Menschen im Mutterleib
getötet werden. Wie man sich im Bett richtig
räkelt, ist dieser Kirche wichtiger.
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der Reichskanzlei, Philipp Bouhler, "nach menschlichem
Ermessen unheilbar Kranken den Gnadentod zu gewähren".
Diese höchst umstrittene und nach kirchlichen Protesten
schon bald wieder eingestellte Maßnahme richtete sich
nicht pauschal gegen Behinderte, sondern gegen
"lebensunwertes Leben" - eine bereits 1920 geprägte
Formulierung. Sie geht auf die keineswegs
nationalsozialistischen Universitätsprofessoren Karl
Binding und Alfred Hoche zurück (letzterer galt im
Dritten Reich als "jüdisch versippt" und beging 1943
Selbstmord). Gemeint waren unsäglich deformierte
Geschöpfe und "Vollidioten", die mit hohem Aufwand
künstlich am Leben gehalten wurden.
Auch sozialdemokratische Politiker
und Wissenschaftler in Skandinavien und der Schweiz
befürworteten lange vor Hitler die Sterbehilfe für
hoffnungslos Schwerstkranke, um ihnen qualvolles Leiden zu
ersparen (Euthanasie = "süßer Tod"). Heute ist
man mit den modernen Methoden der Frühdiagnostik
bemüht, behindertes Leben schon im Mutterleib zu
erkennen. Es wird auf Verlangen der Frau noch vor der Geburt
getötet. Das erspart politische Diskussionen. In den
Niederlanden ist es Ärzten auch erlaubt,
mißgebildete Neugeborene zu euthanasieren. Kein
Bischof dort empfiehlt den verantwortlichen Politikern, zur
Wiedererlangung ihres Seelenheils Rollstühle zu
stiften.
Hampelmann der
VVN
Schon vor einigen Wochen hatte
Müller seine als Bischof eigentlich erforderliche
Überparteilichkeit aufgegeben, indem er zusammen mit
bekannten Linksextremisten dazu aufrief, ein neues
Verbotsverfahren gegen die NPD einzuleiten. Getragen wird
die Kampagne von der kryptokommunistischen "Vereinigung der
Verfolgten des Nazi-Regimes" (VVN-BdA). An ihrer Spitze und
neben Müller auf der Unterschriftenliste steht der
frühere Rektor der Ost-Berliner
Humboldt-Universität, Heinrich Fink. Er hatte als "IM
Heiner" für den sowjetzonalen
Staatssicherheitsdienst gearbeitet und insbesondere
kirchliche Kreise bespitzelt. Das trug ihm zu DDR-Zeiten
hohe Orden und Geldprämien ein, nach der Wende aber den
Rauswurf.
Nicht nur Fink gehört zu
Müllers neuen Bündnispartnern. Auf der Liste
stehen auch Altkommunisten, die sich noch immer als
"Angehörige der Roten Armee" bezeichnen, weil sie im
Zweiten Weltkrieg für Stalin gekämpft haben. Unter
diesem sind die Kirchen in der Sowjetunion bekanntlich
abgerissen oder in Schweineställe verwandelt worden.
Christen kamen zu Millionen in den roten Vernichtungslagern
um. Daß es ein katholischer Bischof trotzdem für
angezeigt hält, mit den wohl uneinsichtigsten
Vertretern jener Ideologie gemeinsame Sache zu machen,
läßt erkennen, welche Art von "Demokratie"
gemeint ist, die man vor der NPD schützen will. Ob sich
der Vatikan die politischen Umtriebe seines Regensburger
Statthalters einmal genauer anschauen wird?
Quelle: Nation &
Europa
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