14. März 2008

Vorbemerkung von RAAI: Nachstehend ist ein Auszug aus dem Buch Vorwärts, Prinz Eugen! Die Geschichte der 7. SS-Freiwilligen-Division "Prinz Eugen", geschrieben vom letzten Kommandeur dieser Kampfeinheit. Die geschilderten Zustände sollen dazu dienen, die Kämpfe im ehemaligen Jugoslawien verständlich zu machen und der pauschalen Verunglimpfung der Wehrmacht, der auch die Division "Prinz Eugen" ausgesetzt ist, entgegen zu wirken.

Sie liegen verscharrt und versunken
Im Massengrab und im Meer,
Aber es leben Halunken,
Die ziehen noch über sie her.
-- Paul Beuthe: Unseren gefallenen Kameraden zum Gedenken

 

Die "Kriegs"gefangenschaft in Tito's Jugoslawien

Otto Kumm, Generalmajor a.D.
Letzter Kommandeur der Division "Prinz Eugen"

Das Verhalten der Partisanen von 1941 bis viele Jahre nach Kriegsende war eine nicht abreißende Kette von Verstößen gegen das Völkerrecht. Nachdem Jugoslawien 1941 kapituliert hatte, stand jeder bewaffnete Aufstand gegen die Besatzungsmacht im Widerspruch zur Genfer Konvention. Jeder Aufständische - mit der Waffe angetroffen - war vogelfrei und ohne Gerichtsurteil zu erschießen.

Trotzdem haben wir deutschen Soldaten die gefangenen Partisanen als Kriegsgefangene ordnungsgemäß in Lager zurückgeführt, von wo aus sie in rückwärtiges Gebiet verbracht wurden - damit der Verantwortung der kämpfendenOtto Kumm Truppe entzogen.

Viele gefangene Partisanen-"Offiziere" antworteten auf die Frage, warum sie alle gefangenen deutschen Soldaten erschießen, "weil sie kein Hinterland hätten, wohin sie die Gefangenen bringen könnten". Das ist doch gerade ein wesentlicher Grund, weshalb man im Völkerrecht bisher den Aufstand gegen eine Besatzungsmacht untersagte.

Es kam hinzu, daß über lange Zeit - und für einen großen Teil der Partisanen-Verbände galt das bis zum Kriegsende - die Partisanen nicht als Kämpfer erkennbar waren, weder an der Kleidung, noch an sichtbar getragenen Abzeichen, noch durch offenes Tragen der Waffe - also auch dadurch außerhalb jeden Völkerrechts standen.

Gen.-Oberst Rendulic, 1943/44 Oberbefehlshaber der 2. Panzer-Armee und damit Oberbefehlshaber aller deutschen und kroatischen Truppen in Kroatien, schreibt über das Partisanen-Problem:

"Der Partisanenkampf nahm seinen Anfang im Juli 1941 in Serbien. Dort gab es zwei voneinander getrennte Gruppen. Die eine wurde von Tito geführt und hatte kommunistischen Anstrich, die andere, die Cetniks, stand unter dem General Mihailovic und vertrat die serbisch-nationale Richtung. Beide waren Rivalen, was aber anfangs durch den gemeinsamen Kampf überdeckt wurde. Die Cetniks gaben bald den als aussichtslos erkannten Widerstand auf und tauchten in der Bevölkerung unter. Tito und seine Anhänger wurden aus Serbien verdrängt und zogen zunächst nach Bosnien. Aus den Kreisen, die sich durch die Maßnahmen des kroatischen Diktators abgestoßen fühlten, gewann Tito zahlreiche Anhänger in Kroatien, so daß sich die Bewegung im Spätherbst 41 immer weiter bis an die Tore der größeren Orte ausdehnte. Die Religionsausübung erfuhr durch ihn keine Beschränkung.

Gen.-Oberst Löhr zollte Tito viel Anerkennung für seine organisatorischen und führungsmäßigen Leistungen. Tito hatte seine Kräfte in Divisionen und selbständige Brigaden gegliedert und diese in Korps zusammengefaßt. Im Herbst 43 bestanden acht Korps mit vierunddreißig Divisionen. Die Division war dreitausend bis fünftausend Mann stark und mit Gewehren und Maschinengewehren bewaffnet. Er verfügte auch über einzelne Geschütze. Zu schwach, um das Gebiet lückenlos zu besetzen, mußten wir die Partisanen in einzelnen Gebieten ungestört lassen. Hier errichteten sie Vorratslager, Werkstätten und Schulen. Wurden sie verjagt, verlegten sie die ganz primitiven Einrichtungen in eine andere Gegend. Besonders gefährlich waren die sogenannten Hauspartisanen, die als friedliche Bauern und Handwerker unter der Bevölkerung lebten und von ihr aus Angst vor Repressalien nicht verraten wurden. Sie unternahmen heimtückische Überfälle, Sprengungen und Verminungen. Ihre Tätigkeit wurde durch die mit ihnen sympathisierenden Teile der Bevölkerung überhaupt erst ermöglicht, vielfach auch gefördert. Es war deshalb ein Akt der Notwehr, wenn die Truppen auch gegen diese Kreise Repressalien durchführten, um sie von der initiativen Begünstigung der Partisanen möglichst abzuhalten. Ein Vorgehen gegen die Bevölkerung liegt aber dem Soldaten nicht, es ist ihm vielmehr widerwärtig. Daher wurde es auf das Notwendigste beschränkt.

Das Partisanenproblem hatte auch eine wichtige völkerrechtliche Seite. Die Freischärler hatten keinen Anspruch, als Kriegführende betrachtet zu werden, denn sie erfüllten keine der vier Forderungen, welche die Haager Landkriegsordnung an die Kriegführenden stellt: Sie trugen weder Uniformen noch aus der Ferne erkennbare Abzeichen, sie führten die Waffen nicht offen, sie beachteten die Gesetze und Gebräuche des Krieges nicht, wie ihre hundertfach festgestellte Grausamkeit erwies, sie waren schließlich keiner "für ihre Untergebenen verantwortlichen Person" unterstellt. Wenn die Verantwortlichkeit einer Person völkerrechtlich relevant sein soll, so muß sie ihre Quelle entweder unmittelbar in einem Gesetz haben oder in dem Willensakt einer hierzu berufenen Person, deren Autorität sich ebenfalls auf ein Gesetz zurückführen läßt. Es kann sich darum nicht ein beliebiger Mann zum Führer aufwerfen und sagen: "Ich bin für meine Untergebenen und Anhänger verantwortlich, und deshalb ist in dieser Hinsicht ihr Kampf ein legaler." Die Partisanen waren daher Privatpersonen, die einen rechtswidrigen Kampf führten, sie standen nicht unter dem Schutz des Kriegsrechts.

In dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes gegen den Gen.-Oberst Rendulic steht wörtlich:

"Deutsche Soldaten waren das Opfer von überraschenden Angriffen, ausgeführt von einem Feind, den sie in offener Schlacht nicht zum Kampf stellen konnten. Nach einem überraschenden Angriff pflegten sich die Partisanen schnell zurückzuziehen, die Waffen zu verbergen und sich unter die Bevölkerung zu mischen, als ob sie harmlose Bürger wären. Schießen auf Deutsche aus dem Hinterhalt war gebräuchlich. Gefangene deutsche Soldaten wurden oft gefoltert und getötet. Das Terrain war für diese Art der Kriegführung günstig und die Bevölkerung sehr geschickt".

Im englischen Oberhaus stellte ein Abgeordneter die Frage an die Regierung, was unter einem Kriegsverbrecher zu verstehen sei. Die Antwort durch einen Staatssekretär der britischen Regierung: "Ein Kriegsverbrecher ist jener, der gegen das Kriegsrecht oder die Gesetze der Menschlichkeit verstößt, es sei denn, seine Handlungen wären gegen Deutsche gerichtet."

Es ist nicht wahr, daß die vielen Hunderttausend Toten in Jugoslawien der deutschen Besatzungsmacht angelastet werden können. Gewiß sind sowohl im Kampf - vor allem um Ortschaften - als auch durch Repressalien viele Tausend Unschuldige ums Leben gekommen - aber der weitaus größte Teil ist umgekommen im Kampf der sich gegenseitig zutiefst verhaßten Völker dieses Raumes. Die orthodoxen Serben gegen die katholischen Kroaten und beide gegen die Muselmanen in Bosnien, der Herzegovina und in Montenegro. Vor allem im serbisch-bosnischen Grenzgebiet entlang der Drina war die gegenseitige Ausrottung besonders schlimm - nicht umsonst hieß sie im Volksmund "die rote Drina" - rot vom Blut der sich gegenseitig abschlachtenden Völkerschaften.

Gewiß sind in Jugoslawien wie auch auf den anderen Kriegsschauplätzen Dinge vorgekommen, die schon damals, besonders aber heute, zutiefst bedauert werden müssen. So gab es z. B. den OKW-Befehl, für jeden hinterrücks ermordeten deutschen Soldaten zunächst 10, dann 20, dann 50, zuletzt gar 100 Geiseln zu erschießen. Es gab sogar Truppenteile, bei denen dieser Befehl ausgeführt wurde.

Der Verfasser war ein Jahr Chef des Gen.-Stabes des V.SS-Geb.-Korps und anschließend ein Jahr Kdr. der 7. SS.-Geb.-Div. "Prinz Eugen" und kann an Eidesstatt versichern, daß dieser "Geiselbefehl" in dieser ganzen Zeit von der Div. "Prinz Eugen" in keinem einzigen Falle ausgeführt wurde.

Nur ein Vorwurf bleibt der Division "Prinz Eugen" nicht erspart, obgleich er ihr rechtlich gar nicht anzulasten ist: Im Frühjahr 1944 war das III/14 während vieler Wochen in den Küstenabschnitt Split-Metkovic abkommandiert zu einer Armeereserve, die aus je einem Battaillon oder Abteilung aller in Kroatien eingesetzten Divisionen bestand. Diese Reserve unterstand dem unmittelbaren Kommando des V.SS.-Gebirgs-Korps.

Nachdem in diesem Raum eines Tages eine Nachschubkolonne in einem Dorf bis auf den letzten Mann niedergemacht wurde, erhielt diese Armeereserve den Befehl, dieses Dorf (Otok, SO Sinj) bis auf den Grund zu vernichten. Dabei wurden sämtliche Ortsbewohner getötet. Daran war auch das Bataillon der Division "Prinz Eugen" beteiligt. Gegen alle beteiligten Kommandeure wurde ein Kriegsgerichtsverfahren eingeleitet - alle wurden freigesprochen. Die Division "Prinz Eugen" lag während dieser Zeit im Raum Sarajevo und hatte gar keinen Einfluß auf dieses Geschehen. Dem Verfasser, der damals Divisions-Kommandeur war, ist dieser Vorgang nur vom Hörensagen bekannt. Er ist nie offiziell davon unterrichtet worden. Trotzdem wird dieser Vorfall bis heute nur der Division "Prinz Eugen" angehängt; auch hat sich bisher kein beteiligter Truppenteil zur Übernahme der Mitschuld bereitgefunden.

Leider konnten trotz eifrigster Nachforschung im Militär-Archiv in Freiburg in den Akten der Heeresgruppen E und F, der 2. Panzer-Armee und der dort eingesetzten Korps keinerlei Hinweise auf diesen bedauerlichen Vorfall gefunden werden.

Ein einziges Verbrechen war dann die Behandlung der deutschen Soldaten in der sogenannten "Kriegs"gefangenschaft. Nur durch Betrug und offenen Bruch aller getroffenen Abmachungen in die Gewalt der Partisanen geraten, wurden diese Soldaten in einem wochenlangen Hungermarsch - dem sogenannten "Sühnemarsch" - durch ganz Jugoslawien getrieben. Wer nicht mehr konnte, wurde umgelegt und im Straßengraben liegengelassen. Wieviele Tausende auf diese Weise umgekommen sind, ist gar nicht mehr feststellbar. Viele Kameraden sagen aus, daß nur noch 2/3 oder gar die Hälfte der Abmarschierenden am Ende ankamen. Und die Männer die den Marsch durchhielten, kamen dann in schwerste Arbeit - halbverhungert - so in die Kupferbergwerke von Bor, wobei ein weiterer hoher Prozentsatz um das Leben gebracht wurde. Das war keine kriegsbedingte Notwendigkeit, sondern unmenschliche Rache!

Es sollen darüber einige Kameraden für viele sprechen:

Der eine berichtet, daß eine Gruppe von etwa 1600 Mann der SS.-Div. "Prinz Eugen" am 18.5. bei Rann von Partisanen der 1. Armee, II. Partisanen-Brigade, erschossen worden sind. Auch kann er aussagen, daß Tausende von SS-Männern in Felsenhöhlen einbetoniert und gesprengt, andere in Panzergräben hineingeschossen wurden, die sie dann zuschütten mußten.

Ein anderer erlebte folgendes: Die Soldaten wurden zunächst von ihren Offizieren getrennt, dann zu vielen Tausenden in Marschgruppen zusammengestellt und traten ihren langen Marsch von NW nach SO durch ganz Jugoslawien an. Angeführt von einem Kommissar, seitlich und vor allem am Ende begleitet von schießwütigen Posten, zog dieser Heerwurm auf staubiger Straße dahin - ohne Wasser, ohne Verpflegung, ohne Pause - tagelang.

In den Ortschaften standen Halbwüchsige oder Partisanen, die Einzelne aus der Kolonne herauszerrten, um sie auszuplündern. Von der Feldbluse bis zum Stiefel wurde ihnen bis aufs Hemd alles ausgezogen - Uhren, Ringe, Brillen, Verbandszeug - alles weggenommen. Und was die Räuber nicht gebrauchen konnten, wurde zertreten.

Einen besonderen "Spaß" machten sich die Partisanen, indem sie pferdebespannte oder LKW-Kolonnen von rückwärts durch die Marschkolonne jagen ließen, die dann wenige hunden Meter vor den Anfang der Marschkolonne hielten und diese an sich vorbeiziehen ließen, um dann erneut nach vorn zu brausen. So trottete die Kolonne in einer ständigen dichten Staubfahne dahin, jedesmal nach den Seiten auseinandergetrieben, um nicht überfahren zu werden, dort aber von den Posten wieder zusammengejagt.

Am schlimmsten war es am Ende der Kolonne. Wer nicht mehr weiter konnte, wurde umgelegt und im Straßengraben gelassen - so lagen längs der Straße unzählige Tote bereits von den vorausmarschierenden Kolonnen im Graben. Wer gar aus der Kolonne heraus versuchte, an einem Brunnen einen Schluck Wasser zu schöpfen, wurde niedergeschossen, stumpf trottete die Kolonne über die Sterbenden und Verblutenden hinweg, angetrieben von der Angst vor den Posten.

Unendlich könnte die Schilderung der Einzelschicksale fortgesetzt werden.

Am verwerflichsten waren die Scheinprozesse gegen die Mehrzahl der Kommandeure, gegen eine Vielzahl junger Offiziere und gegen unendlich viele andere Soldaten. Aufgrund völlig unbewiesener Behauptungen, die jeder Realistik entbehrten, wurden dabei Urteile zusammengebastelt, die jeder Rechtsprechung Hohn ansagten.

Nur ein solches Urteil als Beispiel:

Oberleutnant Joachim Krah, Adjutant Pi.-Btl.7, soll laut Zeugenaussage eines gewissen Niets, Philipp, 1945 im Kgf.-Lager Werschetz erzählt haben, er habe bei einer Kp.-Ausbildung im Herbst 1943 am Donauufer bei Semlin zwei Zivilisten erschießen lassen, die seiner Aufforderung, den Platz zu verlassen, nicht nachgekommen seien. Desgleichen soll er im Herbst 43 in Montenegro mit Männern seiner Einheit zwei schwangere Frauen durch Bauchaufschlitzen getötet haben. In der Voruntersuchung wurde zweifelsfrei festgestellt, daß Niets gelogen hatte, daß Krah weder zur angegebenen Zeit in Semlin noch zur angegebenen Zeit in Montenegro war. Trotzdem wurde Krah zum Tode verurteilt und zwischen dem 22. und 29.12.47 hingerichtet.

Die schwersten und unsinnigsten Vorwürfe wurden erhoben gegen die 7.SS-Geb.-Div. "Prinz Eugen" - und werden auch heute noch erhoben. Sicher, weil kaum eine andere Einheit den Partisanen so schwer zu schaffen gemacht hat, wie gerade diese Division. Andere Armeen, die Wert auf Reputation legen, würden einen solchen Gegner anerkennen - so wie wir es so manches Mal gegenüber tapferen Partisanen-Verbänden getan haben. Es muß also wohl angenommen werden, daß all diese Vorwürfe nur Alibi-Funktionen haben, um von den furchtbaren Verbrechen der Partisanen und ihres Regimes abzulenken. Nur so wohl auch ist der Versuch zu verstehen, heute noch erfundene Grausamkeiten als geschichtliches Monument zu verewigen, wie folgendes Beispiel zeigt:

Die jugoslawische Zeitung "Politika" vom 11. Juli 1977 berichtet auf Seite 6 über die feierliche Enthüllung eines großen "Denkmals für die Opfer des faschistischen Terrors" im Orte Dola auf der Piva-Hochebene. Es heißt dazu: "Auf diesem Platze massakrierten Strafeinheiten der übelbeleumundeten SS-Division "Prinz Eugen" am 7. Juni 1943 annähernd 500 Frauen, Kinder und erwachsene Männer."

Dagegen wird seitens der ehemaligen Div. "Prinz Eugen" Stellung genommen. Der Verfasser war zum Zeitpunkt des Tatbestandes als künftiger Chef des Generalstabes V. SS-Gebirgs-Korps dem Div.-Kommandeur General Phleps zugeteilt und ab Februar 1944 selbst ein Jahr lang Kommandeur dieser Division.

Der Verfasser hat die Gefechtshandlungen dieser Tage bis zum 9. Juli 1943 teils auf dem Div.-Gefechtsstand, teils in Begleitung des Generals Phleps persönlich miterlebt - es waren dies die schwersten Kämpfe, die die junge Division bis zu diesem Zeitpunkt erlebte.

1. Die Division "Prinz Eugen" hatte während der 3 Jahre ihres Bestehens nie "Strafeinheiten".

2. Jeder Krieg ist grausam und fordert von jedem Kämpfer äußerste Härte gegen sich und gegen den Feind. Auf diesem Kriegsschauplatz wurde die Härte eskaliert durch die Kampfweise der Partisanen - als Kämpfer oft kaum zu erkennen, aus dem Hinterhalt feuernd, mit kämpfenden Frauen und Halbwüchsigen aufgefüllt, nach damaligem Völkerrecht in jeglichem Falle im Unrecht. Trotzdem wurden von der Division die Gefangenen wie überall an Sammellager abgeliefert.

3. Dem Verfasser steht das Tagebuch Nr. 9 des Generals Phleps mit den Eintragungen über die Kämpfe dieser Tage zur Verfügung:

4.6.43: I/13 im Vorgehen nach Nord. Weise Btl. IV/13 an, den Schwerpunkt der Abwehr in den Raum Trnovo Vhr und Höhe 2294 zu verlegen. Im Wald um Javorak Feindmassen, die nicht ein noch aus wissen. 18.00 Uhr Sonne. Hoffe, daß Luftaufklärung möglich ist. Auf den Höhen Neuschnee. Btl. IV/13 meldet 20 cm Schneehöhe - wie werden die Männer in Sommerkleidung frieren! I/13 tritt morgen auf Previjo-Sattel an. Hoffe, daß wir durch Angriff Vollmer (I/13) und Wagner (IV/14) den Kessel schließen.

Verluste bei Hahn (II/13): 14 Tote, 40 Verwundete, bei der Streifkomp. Rgt. 2: 4 Tote, 11 Verwundete, beim II/738 (118.Jg.-Div.) 18 Tote, 74 Verwundete und 170 Tragtiere.

5.6.43: Gebe um 9.00 Uhr den Befehl zum Vorgehen gegen die Sutjeska von West und sperren von Südwest, dann abschirmen nach Ost gegen Vojnik. Btl. III/14 (Meckelburg) hat beim Stoßtruppunternehmen über die Brücke bei Piva Man 9 Tote. Schmidhuber (Rgts.-Kdr.14) meldet um 15.00 Uhr, daß Vollmer nach schwerem Kampf gegen zähen Feindwiderstand den Feind geworfen hat, der sich nach Nord und Nordwest über die Brücke Südost Mratinje zurückzieht. 16.00 Div.-Gefechtsstand Avtovac. Hahn (II/13) meldet, daß beim Feind gegenüber 40 - 50 % Frauen kämpfen - Spezialstoßbrigade mit Spezialwaffen! Vollmer im flüssigen Vorgehen.

6.6.43: Vollmer hat gestern mit 1 Komp. Previja-Sattel erreicht. Rechter Flügel 118.Jg.-Div. bei Tientiste wird stark bedrängt, XVI. Feind-Brigade will durchbrechen. Armeekorps teilt mit, daß Feind im Abfließen ins Hrovka-Tal (West Tientiste) nach West. Weise II/13 an, sich diesem Feind vorzulegen, möglichst mit Gros durchstoßen auf Medvede Br., mit rechtem Flügel auf Suha vorzugehen. Befehl an 1. Geb.-Haub.-Battr. nach Jasen zur Unterstützung von Dietsche (II/14).

7.6.43: Wagner (IV/14) wurde in der Nacht von dalmatinischer Brigade angegriffen, hatte 10 Tote, 50 Verwundete. Feind hatte ca. 200 Tote. Durchbruch wurde verhindert. Feind im Abziehen nach Nordwest in 3 Marschsäulen auf Curevo-Tjentiste, Suha und G. Bare. Ich befürchte, er dringt durch. Weise um 9.00 Uhr Dietsche an zum Vorstoß in den Rücken des Feindes. Er orientiert mich dahin, daß er bereits im Angriff auf 2250 ist, dann auf 2309 vorgeht. Weise Schmidhuber an, mit Artl. das Überwechseln der Partisanen über die Piva in den Raum Nord Mratinje zu verhindern und einen Vorstoß nach Nord zu überlegen.

4 Ju 88 mit Auftrag, Bomben auf Suha und G. Bare zu werfen. Dietsche im Aufstieg auf den Maglic, Schmidhuber hat Mratinje mit 3 Komp. überschritten, weise Dietsche an, sich gut nach Ost zu sichern und Priveka-Sattel festzuhalten. 18.30 meldet Dietsche, Maglic (2381) besetzt, ebenso 1962 nördl. davon. Starke Feindkolonnen im Abmarsch nördl. des Perica- Tales nach Nordwest und von Crni Vhr (1588) auf Lokra-Dernociste. Feindversuch, Nord und Nordwest Maglic auf Trnovka Jezero zu gehen, verhindert. Annacker (118.) meldet, daß er in Linie Ardvo Jezero bei G. Bare steht und am 8.6. gemeinsam mit Wagner auf D. Bare-Siljevica angreift. Gebe um 20.00 Uhr den Befehl zum Verlegen der 10 cm-Kan.Bttr. auf Cemerno-Sattel. 22.50 starker Feindangriff auf Wagner abgewiesen. (Ende der Tagebuchauszüge.)

4. Auszug aus dem Erlebnisbericht eines Arztes der Div. "Prinz Eugen", im Okt./Nov.1944 Chef des Ortslazaretts im Brückenkopf Kraljevo, den die Div. mit unterstellten Teilen des Heeres und der Luftwaffe 6 Wochen zu halten hatte, bis die Heeresgruppe E, Generaloberst Löhr aus Griechenland dort durchgezogen war:

"Unser Lazarett mußte ganz groß eingerichtet werden, denn es kamen viele Kranke und Schwerverwundete zu uns. In einer solchen Situation gilt nur: Durchhalten! Ich hatte meist 100 - 150 Fleckfieberfälle, über 200 Malariafälle und in kleiner Zahl andere Infektionskrankheiten. Die Malariafälle stammten hauptsächlich von der deutschen Truppe aus Griechenland, die Fleckfieberfälle waren fast alle Partisanen."

Soweit über die Kämpfe der Div. "Prinz Eugen" vom 4. - 7.6.43, bei denen die Div. schwere Verluste, der Feind jedoch weit höhere hatte. Mit den Resten seiner Partisanen gelang es Tito, aus dem Sutjeska-Tal nach Nord in die Romanja auszubrechen. Wir waren es gewohnt, den tapfer kämpfenden Feind zu achten. Der Kranke, Verwundete, Gefangene war für uns nur noch der Mensch und nicht Opfer unseres Hasses. Wohin soll die Weltgeschichte noch abgleiten, wenn solche Verleumdungen und Völkerverhetzungen 32 Jahre nach dem Kriege in Stein gemeißelt - der Nachwelt überliefert werden?

Auf Anforderung der Jugoslawen haben die Engländer und Amerikaner alle in ihrem Gewahrsam befindlichen deutschen Soldaten, gegen die Vorwürfe erhoben wurden, an Jugoslawien ausgeliefert, wo sie dann in vorher beschriebenen Schein- oder Schauprozessen zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden - so nahezu alle in Jugoslawien eingesetzten Kdre., auch zwei Div.-Kdre, mehrere Rgts.- und Btls.-Kdre. der Div. "Prinz Eugen".

Der Verfasser ist gleichem Schicksal nur entgangen, weil die amerikanische Anklagebehörde ihn im Prozeß gegen die Südost-Generalität als Kronzeugen der Anklage verwenden wollte. Wie wenig an all den Vorwürfen der jugoslawischen Regierung dran war, geht daraus hervor, daß dem Verfasser während eines halben Jahres Haft im Nürnberger Gefängnis bei fast täglicher Vernehmung nicht ein einziger Fall angelastet werden konnte, den man selbst bei weitester Auslegung dieses Begriffs als Kriegsverbrechen hätte bezeichnen können. Dabei hatte die Anklagebehörde alles Schriftmaterial der Heeresgruppe, der Armee und der Korps-Kriegstagebücher, Befehle, Tagesmeldungen - zur Verfügung. Um sich dieses unbequemen Gastes zu entledigen, sandten die Amerikaner den Verfasser zurück nach Dachau mit dem Vermerk: "Auslieferung Jugoslawien"!

Durch die Flucht über die Mauer des KZ Dachau konnte sich der Verfasser diesem Vorhaben entziehen und wieder einmal dem sicheren Tode von der Schippe springen. Bei fairem Prozeß hätte nicht ein einziger Angehöriger der Division nach dem Kriege verurteilt werden können. Was soll nun die Nachwelt halten von solcher brutalen Art der Vergangenheitsbewältigung? Aber dieses tragische Kapitel soll nicht im Haß beendet werden - noch immer haben die Soldaten nach einem Kriege sich als erste die Hand gereicht zur Versöhnung - ihr Kampf galt dem Kämpfer auf der anderen Seite - nicht dem Menschen.

So hegen auch wir ehemaligen Soldaten der 7.SS-Geb.-Div. "Prinz Eugen" nicht die geringsten Haß- oder Rachegefühle gegen die Völker Jugoslawiens. Unser Kampf hat nur dann einen Sinn gehabt, wenn die Völker Europas sich zusammenfinden, um die schweren Aufgaben der Zukunft gemeinsam zu lösen. Der Soldat kämpft - auch im Krieg - für den Frieden. Möge er kommenden Generationen endlich geschenkt werden!


Quelle: Die Geschichte der 7. SS-Freiwilligen-Division "Prinz Eugen"

Weiterführend:
Deutsche Kriegsgefangene in Jugoslawien

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