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Der 11. September, Osama bin Laden und die fortwährende Verteidigung deutscher Interessen am Hindukusch Von Claus Nordbruch Wir haben es an dieser und anderer Stelle immer und immer wieder erklärt: Raus aus Afghanistan! Nach der Veröffentlichung delikater Kriegsdokumente im Juli sehen wir uns in dieser Forderung bestätigt und unterstreichen sie nochmals. Der vor neun Jahren in Gang gesetzte Angriffskrieg der NATO gegen Afghanistan ist illegal und gründet obendrein eben nicht auf den vorgeschobenen Rechtfertigungsversuchen der Globalisten. Das angebliche Motiv, Afghanistan mit einem Krieg zu überziehen, wird bekanntlich mit dem 'Terrorismus-Argument' erklärt. Und das angebliche Motiv, den Krieg weiterhin nach Afghanistan zu tragen, wird ebenfalls mit dem 'Terrorismus-Argument' erklärt. Auf diesem 'Argument' beruht die gesamte Handlungsrechtfertigung der westlichen Wertegemeinschaft, gewissermaßen nach dem Motto: Am 11. September 2001 haben 19 Männer vier Flugzeuge entführt und sie dazu benutzt, um 3000 Menschen zu ermorden. Dies war ein Angriff gegen die USA, gegen die gesamte westliche zivilisierte Welt. Wie wir wissen, gehörten diese Männer zu der Gruppe von Extremisten der Al Kaida. Nachdem die Taliban sich geweigert haben, den Chef dieser Terrororganisation, Osama Bin Laden, auszuliefern, haben wir die Truppen nach Afghanistan geschickt. Die seit 1945 mit ihren alle Lebensbereiche kontrollierenden Institutionen und alle Völker manipulierenden Internationalisten (siehe Claus Nordbruch, Die Weltrepublik) müßten, wenn sie ihren eigenen rechtsstaatlichen, humanitären und friedenschaffenden Vorgaben folgen würden, gemäß der Charta der Vereinten Nationen, den Konflikt mit Afghanistan dem Sicherheitsrat vorgetragen haben, da nur dieser allein die Anwendung von Gewalt genehmigen kann. Die Ausnahme zu dieser Regel: Wenn ein Land angegriffen wird, darf es sich verteidigen. Nur, daß die USA niemals von Afghanistan angegriffen worden sind. Oder ist die ehemalige afghanische Taliban-Regierung für die Anschläge des 11. September verantwortlich? Natürlich nicht, aber über solche Ungereimtheiten sieht man geflissentlich hinweg. Folglich behauptete die US-Regierung, namentlich Präsident Barack Obama, am 1. Dezember 2009 in West Point keck, der UNO-Sicherheitsrat habe der Anwendung aller notwendigen Schritte als Antwort auf den 9/11-Angriff zugestimmt. Deshalb seien die US- Truppen und ihre Verbündeten dort "unter dem Banner der internationalen Legitimität" einmarschiert. Ist dem tatsächlich so? Die Resolution 1368 des UNO-Sicherheitsrat, mit der sich Obama zu rechtfertigen versucht, bezieht sich aber mit dem Wortlaut "aller notwendigen Schritte" auf die eigenen Maßnahmen, also auf die Maßnahmen der UNO selbst, und nicht auf die der USA. Mit keinem Wort wurde je die Genehmigung erteilt, die Amerikaner oder die NATO dürften Afghanistan militärisch angreifen. Wie "geeignete Maßnahmen" aussehen könnten, ist darüber hinaus in der Resolution 1373 beschrieben. Zu ihnen zählt das Einfrieren von Guthaben von Terroristen, die Bestrafung der Unterstützung von Terroristen, der Austausch von Informationen über Terroristen, die Verurteilung von Terroristen. Bezeichnenderweise hat Leon Panetta, Chef der CIA, am 27. Juni 2010 erklärt, die Vereinigten Staaten von Amerika hätten seit 2001 keine verläßliche Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort von Osama bin Laden. Mit anderen Worten räumte der Geheimdienstchef ein, seit neun Jahren über keinerlei Lebenszeichen von bin Laden zu verfügen. Ob Osama bin Laden vielleicht längst das Zeitliche gesegnet hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Veröffentlichungen von seiten der US-amerikanischen und französischen Geheimdienste widersprechen einander. Falls die Aussage Panettas jedoch zutrifft, würde dies bedeuten, daß alle sogenannten Video-Botschaften des Al-Kaida-Chefs seit Ende 2001 offenkundig gefälscht sind - gefälscht von denjenigen, die daraus Nutzen ziehen. Und der liegt einmal mehr darin, das zu fördern, was man vorgibt zu bekämpfen: "Osama bin Laden stellt eine immense Gefahr für die Staatengemeinschaft dar. Der Krieg gegen den Terror ist gerechtfertigt." Die den Krieg rechtfertigende
Argumentation ist insgesamt in sich nicht stichhaltig. Bis
heute sind die angebrachten Zweifel über die offizielle
Darstellung des 11. September 2001 nicht ausgeräumt
worden. Im Gegenteil, fundierte Forschungsergebnisse wie die
von Gerhoch Reisegger oder Niels H. Harrit, deuten viel eher
darauf hin, daß die Anschläge mit ihren
verheerenden Folgen von Regierungen und Geheimdiensten
inszeniert Ob die
Völker geistig und physisch imstande sind,
ihre Freiheit und Würde
wiederzugewinnen? Claus Nordbruch Bei
Grabert
bestellen Davon abgesehen: Um eine steckbrieflich gesuchte Person gefangen zu nehmen, wäre nur eine kleine Sondereinheit notwendig gewesen. Der Mossad exekutiert dieses Verfahren seit Jahrzehnten überaus erfolgreich. Es ist weder üblich noch notwendig, mit einer Streitmacht von 150 000 Mann in ein unterentwickeltes Land einzufallen, um vorgeblich einen Terroristen dingfest zu machen. Was also waren und sind die wirklichen Motive für eine Invasion Afghanistans? In Berlin würde man mit den Worten Peter Strucks antworten: Es gehe darum, deutsche Interessen am Hindukusch zu verteidigen. Tatsächlich haben die USA Afghanistan aus ebenso kapitalistischen wie geo- und machtpolitischen Gründen, wegen der Kontrolle über die Ressourcen, angegriffen. Die neuesten Meldungen über den Reichtum an Bodenschätzen in Afghanistan bestätigen dieses immer wiederkehrende Motiv. Nicht unerwähnt sollte hierbei der massive Drogenanbau und Drogenhandel, der unter den Taliban fast besiegt war, bleiben. Seitdem die Amerikaner und ihre Verbündeten das Land besetzt haben und kontrollieren, erleben die Ernten von Opium und Marihuana ungeahnte Rekordhöhen. So ist Afghanistan mittlerweile zum größten Drogenproduzent der Welt geworden. Letztlich ging es also darum, wie im Irak, eine hörige Regierung zu installieren, die das Ausplündern des Landes durch vorwiegend US-Konzerne 'legalisiert' und die ständige Einflußnahme der westlichen Wertegemeinschaft - der Globalisten! - ermöglicht. Zwar waren die Befreier mit der Installation einer Marionettenregierung unter Hamid Karzai erfolgreich, das afghanische Volk weiß diese Errungenschaft jedoch nicht zu würdigen. Vielmehr bietet es den gutmenschlichen Invasoren einen ebenso erbitterten wie bewundernswerten Widerstand, ganz ähnlich, wie es das bereits 1979-1989 den sowjetischen Eindringlingen und 1839-1842, 1880 und 1919 den britischen Aggressoren gegenüber vollzogen hat. Wie erfolgreich dieser Widerstand tatsächlich ist, wird nicht zuletzt mit der jüngsten Enthüllung brisanter Kriegsdokumente deutlich. Knapp 92.000 US-Dokumente über den Afghanistan-Krieg sind an die Öffentlichkeit gelangt. Sie enthüllen die wahre Dimension des westlichen Militäreinsatzes, wie selbst der systemstützende Spiegel in seiner Ausgabe vom 25. Juli 2010 einräumen mußte: "Wohl noch nie zuvor war es möglich, die Wirklichkeit auf den Schlachtfeldern detailliert mit dem abzugleichen, was die Propagandamaschinerie der US-Armee darüber verlauten ließ." Die Dokumente datieren zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 31. Dezember 2009. Einige sind so brisant, daß sie mit dem Vermerk versehen sind, sie den afghanischen Regierungsstellen vorzuenthalten. Die Dokumente beschreiben die afghanischen Sicherheitskräfte als hilflose Opfer der Anschläge durch Taliban. Sie vermitteln einen zwiespältigen Eindruck von den todbringenden Drohneneinsätzen der US Army. Und sie zeigen auch, daß der Krieg im Norden des Landes, wo die bundesdeutschen Truppen stationiert sind, aus der Sicht der Invasoren immer bedrohlicher, ja aussichtsloser wird. Was nicht wirklich verwundert. Tagtäglich verletzen die westlichen Beglücker in den NATO-Uniformen den Stolz der Afghanen und zeigen ihnen, wer der Herr in ihrem Vaterland ist oder sein will. Der militärische Einsatz, so behaupten die Befürworter desselbigen, diene "der hiesigen Sicherheit und stabilisiere dauerhaft die Sicherheit der Region" - das leidgeprüfte, aber wehrhafte afghanische Volk hält auf diese Anmaßung der Globalisten, die richtige Antwort bereit. Was die Amerikaner angesichts der Aussichtslosigkeit, diesen Krieg zu gewinnen, allerdings nicht etwa zur Vernunft bringt, sondern zu einem vermeintlichen Befreiungsschlag verleitet. Den Weisungen des neuen US-Kommandeurs, General David Petraeus, zufolge, gelte es nunmehr, so richtig aufzudrehen. "Jagt den Feind ohne Unterlaß. Rammt eure Zähne gemeinsam mit den afghanischen Partnern in ihr Fleisch und laßt nicht mehr los", posaunte der Berufsbefreier martialisch seinen Untergebenen zu, nicht zuletzt, um deren zunehmend schwächelnden Kampfeswillen anzuheizen. Dabei unterscheidet er sich kaum von seinem Vorgänger Stanley McChrystal, der im Juni wegen ungefälliger Bemerkungen über Obama und dessen Vize Joe Biden zurücktreten mußte. Beide Generale dienen als williges Werkzeug im Sinne der globalen Befriedung. Folglich beginnen auch Petraeus' Richtlinien, wie bei McChrystal, mit der wenig originellen Mahnung, die NATO-Truppen seien zum Schutz der Bevölkerung in Afghanistan stationiert: Nur wenn "wir" den Menschen "Sicherheit bringen und uns ihr Vertrauen erarbeiten, können die afghanische Regierung und wir gewinnen". Ob die größtenteils geheim agierenden Spezialkräfte der Friedensbringer hierzu ihren Obolus leisten, darf bezweifelt werden. Die abgeschirmten Sondertrupps der verschiedenen US-Einheiten und Kommandos der Bundeswehr, sogenannte Task Forces, töten seit Monaten Taliban-Kommandeure im ganzen Land. Es sind, wie Der Spiegel attestiert, Einsätze nach Wildwestmanier, ohne Beweise, ohne Richter und ohne Urteil. Früher wurde über sie geschwiegen, heute meldet sogar das Kabuler Hauptquartier immer wieder gezielte Luftangriffe - sogar wenn es nur Drohnen sind, die Autos mit Gesuchten beschießen. Die gezielten Tötungen sind mit offensichtlicher Rückendeckung durch die US-Regierung ausgeweitet worden. Die New York Times berichtete unlängst, die militärische und politische Spitze sehe in ihnen den einzigen Weg, um die Taliban in die Knie zu zwingen. Dieser irrigen Auffassung waren die Befreier bereits 1944/45, als sie zum Bombenholocaust auf deutsche Städte angesetzt hatten. Was kümmert dabei das Geschwätz von gestern: Immerhin hatte McChrystal noch wenige Monate vor seiner Entlassung erkannt: "Luftangriffe tragen den Kern für unser Scheitern in sich." Die Lage nach neun Jahren Krieg in Afghanistan ist für die NATO und die Internationalisten, deren militärisches Werkzeug sie ist (siehe Claus Nordbruch, Die Weltrepublik), wenig berauschend: Die Taliban sind nicht geschwächt worden, die alliierten Befreiungstruppen haben ihnen kaum Gebiet abnehmen können, die afghanische Marionettenregierung hat nicht an Einfluß gewonnen, und da, wo es für die Globalisten Erfolge gegeben haben mag, haben diese nicht für eine Wende gesorgt. Darüber hinaus berichtete der Informationsdienst icasualties.org vor wenigen Tagen, daß seit Beginn der Invasion Ende 2001 mittlerweile über 2000 NATO-Soldaten gefallen sind. Ist es für die Angehörigen der vier Dutzend gefallenen deutschen Soldaten tröstlich, ihre Söhne, Verlobten und Ehemänner mit der Vermutung beerdigt zu haben, daß sie für die Verteidigung deutscher Interessen am Hindukusch gefallen sind? Der Albernheit, daß beispielsweise auch holländische Interessen am Hindukusch verteidigt würden, haben sich die Niederländer nie ausgesetzt. Sie haben zum 1. August ihre 1500 Soldaten aus Afghanistan entgegen der NATO-Strategie abgezogen. Ob sie sich aus dem Krieg in Afghanistan verabschiedet haben, weil er den niederländischen Steuerzahlern 1,4 Milliarden Euro gekostet hat oder weil ihn 24 niederländische Soldaten mit ihrem Leben bezahlt haben, ist zweitrangig. Unsere nordwestlichen Verwandten haben die überfälligen Konsequenzen gezogen und verstanden, daß die Stunde geschlagen hat. Das zählt. In Berlin kann und wird man einen solchen "Sonderweg" selbstverständlich nicht ins Auge fassen.
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