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23. Juni 2004

Die Meere sterben
Es lohnt sich, die Umwelt zu schützen

Von Christian Sellés

Am 5. Juni fand der "Welttag der Umwelt" statt - ein weiteres der Themen, die von der politischen Bildfläche verschwunden sind. Das Motto dieses Jahres war: "Gesucht! Meere und Ozeane - Tot oder lebendig?". So versuchen die Vereinten Nationen, die Gesellschaft für die Ökologie zu sensibilisieren und ihre Aufmerksamkeit auf dieses Datum zu lenken.

Seit 32 Jahren wird dieser Tag begangen und wenn wir all das, was sich bis jetzt alles ereignet hat, analysieren, kommt dieser Tag vom Regen in die Traufe. Im Fall der Meere läßt sich eine extreme Zerstörung beobachten: das Wasser der Meere ist in einem hohen Prozentanteil verseucht. 80% dieser Verseuchung werden von Aktivitäten an Land verursacht. Diese Abfälle sind für den Tod von einer Million Meeresvögeln und 100.000 Säugetieren und Schildkröten pro Jahr verantwortlich.

Drei Viertel der Millionenstädte auf der Welt befinden sich am Rande des Meeres und über 40% der Bevölkerung leben nur 70 km oder weniger von der Küste entfernt.

Diese Zahlen tragen dazu bei, das Leiden der Meere etwas besser zu verstehen.

Das Meer war das gewählte Thema für den 32. Jahrestag. Es gab noch 31 andere Themen die für diesen Tag ausgewählt wurden, von der globalen Erwärmung über die Verwüstung zur Klimaveränderung. Zu viele. Und seit vielen Jahren schaltet die Gesellschaft, oder über ihr die Regierungen, ihre Ohren auf taub wenn es um die Schmerzensschreie der Erde in Form von Dürren, Überschwemmungen oder Ausrottung von Arten geht.

Wir leben in einer Welt in der die Plagen, die nur einige wenige betreffen über die Themen, die uns alle angehen, triumphieren. Die Umwelt ist abhängig von der Wirtschaft, diesem Monster, das alles verschlingt was sich ihm in den Weg stellt. Und dies ist traurig, und um so mehr da man nicht nur daran denkt, reich zu werden, sondern dies auch so schnell wie möglich zu erreichen. Warum einen Marathon laufen wenn man die Laufbahn in hundert Metern absolvieren kann? Wenn die Länder einhalten und nachdenken würden, würden sie beobachten, daß die Sterblichkeit und die Krankheiten, die durch die Verseuchung der Küstenwasser verursacht werden,  die Weltwirtschaft pro Jahr 12.800 Millionen Dollar kosten. Wenn man diese sensiblen Meeressysteme schützen würde, wie die Korallenriffe und die Sümpfe, würde sich sowohl die Größe und Anzahl der Fische erholen wie auch die damit verbundenen Vorteile, sowohl für den Großfischfang wie auch für den lokalen Fischfang. Aber heute denkt man nur an Geld und nicht an die Armut von morgen.

Und die Lösung? Es ist sinnlos, über das faktische Ende des Kyoto-Protokolls zu trauern. Die Unterzeichnerländer und die Umweltorganisationen verwenden ihre Kräfte dafür, die Nichtunterzeichner zu überzeugen. Kyoto ist tot, aber aufgrund mangelnder Unterschriften und Beitritten, denn das, was darin gefordert wird, ist unbedeutend. Die Reduzierung der Gasemissionen muß größer sein, für alternative Energien einzutreten muß für die Regierungen Priorität haben statt des Kampfes um den Preis für ein Barrel Erdöl, und ein für alle Mal muß bemerkt werden, daß der Einsatz für Wirtschaft oder Umwelt nicht antagonistisches Positionen sind.

Zweifelsohne ist es offensichtlich, daß, wenn die Vereinten Nationen sich entscheidet, einen Tag im Jahr einer Aktivität zu widmen, um die Weltbevölkerung dafür zu sensibilisieren, sich die Dinge auf diesem Feld sehr schlecht entwickeln. Und darüber hinaus verbessert sich dies nur sehr selten. Man dankt ihnen für ihr Interesse und ihre Prädisposition, aber die Regierungen ignorieren ihre Maßnahmen und Vorschläge. Darüber hinaus müßte der fünfte Juni an jedem Tag im Jahr stattfinden, da dies bezüglich der Umwelt ein Thema ist, das uns alle ohne Einschränkung angeht.


Quelle: rbi-aktuell

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