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18. December
2004
Wie der NS-Staat die
Wirtschaftskrise überwand
Mit einem
ganzen Bündel von Maßnahmen überwand die
Regierung Hitler die mentale und wirtschaftliche
Depression
Von Roland Wuttke
Die Auseinandersetzung um "Hartz IV"
öffnet den Blick auf einen einzigartigen
wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Niedergang in
Folge der Globalisierung. Mit der Globalisierung - der
vollständigen Ausrichtung nach den Gesetzen des
Welthandels - verlieren die Staaten ihre Funktion als
Organisationsform ihrer Völker. "Weimarer"
Verhältnisse, gekennzeichnet
durch Massenarbeitslosigkeit und Depression, stehen vor der
Tür. Es ist deshalb angebracht nachzuvollziehen, mit
welchen Maßnahmen die NS-Führung den
wirtschaftlichen und mentalen Aufschwung Deutschlands nach
der Regierungsübernahme am 30. Januar 1933 bewirkte.
Sebastian Haffner stellte fest: "Im
Januar 1933, als Hitler Reichskanzler wurde, gab es in
Deutschland sechs Millionen Arbeitslose. Drei kurze Jahre
später, 1936, herrschte Vollbeschäftigung. Aus
schreiender Not und Massenelend war allgemein ein
bescheiden-behaglicher Wohlstand geworden. Fast ebenso
wichtig: An die Stelle von Ratlosigkeit und
Hoffnungslosigkeit waren Zuversicht und Selbstvertrauen
getreten. Und noch wunderbarer: Der Übergang von
Depression zu Wirtschaftsblüte war ohne Inflation
erreicht worden, bei völlig stabilen Löhnen und
Preisen. Das ist später nicht einmal Ludwig Erhard
gelungen. Man kann sich die dankbare Verblüffung, mit
der die Deutschen auf dieses Wunder reagierten und die
insbesondere die deutsche Arbeiterschaft nach 1933 in hellen
Scharen von der SPD und KPD zu Hitler umschwenken
ließ, gar nicht groß genug vorstellen."
Den Feststellungen Haffners in
seinem Buch "Anmerkungen zu Hitler" soll noch die Aussage
eines weiteren Gegners des NS-Staates hinzugefügt
werden:
"Man mag heute darüber sagen,
was man will: Deutschland war im Jahre 1936 ein
blühendes, glückliches Land. Auf seinem Antlitz
lag das Strahlen einer verliebten Frau. Und die Deutschen
waren verliebt - verliebt in Hitler. (
) Und sie hatten
allen Grund zur Dankbarkeit. Hitler hatte die
Arbeitslosigkeit bezwungen und ihnen eine neue
wirtschaftliche Blüte gebracht. Er hatte den Deutschen
ein neues Bewußtsein ihrer nationalen Kraft und ihrer
nationalen Aufgabe vermittelt", schrieb Sefton Delmer,
britischer Chefpropagandist während des Zweiten
Weltkrieges, in seinem Buch "Die Deutschen und ich".
Die BRD, das Regime der Antipoden,
hat sich den NS-Staat als monströsen Popanz
eingerichtet. Dieser Popanz ist Stärke und
Schwäche der BRD zugleich. Sie lebt von und mit ihm.
Sie lebt von der Aufbauleistung der NS-Generation und geht
an der Destruktivität ihres Gegenentwurfes zugrunde.
Ihr Irrtum ist die Gleichsetzung des Nationalsozialismus mit
Auschwitz. Eine differenzierte Betrachtung
nationalsozialistischer Politik ist in der BRD so gut wie
unmöglich und bleibt allenfalls Ausländern oder
Wissenschaftlern in elitärer Abgeschiedenheit
vorbehalten. Der seinerzeitige Hinweis Jörg Haiders auf
die "ordentliche Beschäftigungspolitik" des Dritten
Reiches zog eine wahre Verteufelungskampagne gegen den
FPÖ-Politiker nach sich. Ohne Auschwitz zu
erwähnen, darf der NS-Politik öffentlich kein
einziges positives Attribut zugebilligt werden.
Das schon deshalb nicht, weil das
Besatzungskonstrukt BRD eine differenzierte
Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie nicht aushält.
Der Vergleich mit jenen schöpferischen Kräften,
die in den Jahren nach 1933 einen einzigartigen Aufschwung
bewirkten, läßt die Unfähigkeit der heutigen
politischen Klasse, die zur Zukunftssicherung des deutschen
Volkes erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, deutlich
hervortreten.
Wie hat die nationalsozialistische
Regierung nun den raschen Aufschwung hinbekommen? Was
kennzeichnet letztlich den Erfolg der
nationalsozialistischen Idee?
Aufbruch durch Besinnung auf
ureigene Kräfte
Am Anfang stand der Wille, sich auf
ureigene Kräfte und Stärken zu besinnen, auf die
Leistungen von 2.000 Jahren deutscher Geschichte.
Gegenläufige Kräfte galt es zu beseitigen und
alles auf die große Aufgabe, die Gesundung des
deutschen Volkes, auszurichten. Dazu wurde das
völkische Gemeinschaftsbewußtsein beschworen, das
jene Quellen eines effektiven Sozialismus erschloß,
ohne welche die gewaltigen Aufgaben nicht zu bewältigen
gewesen wären.
Die Idee der Volksgemeinschaft, die
Arbeiter, Angestellte, Bauern und Unternehmer verbindet, war
dem Kommunismus fremd, der als Siegelbewahrer des "echten"
Sozialismus in den Niederungen des Klassenkampfes verharrte
und niemals die sozialen Erfolge des Nationalsozialismus
erzielen konnte. Das begründet noch heute den Haß
der Roten auf den NS-Staat, den sie gerne als ein
reaktionär-kapitalistisches System denunzieren.
Schon wenige Tage nach der
Regierungsübernahme durch Hitler am 30. Januar 1933
wurde mit der Ankündigung von Wahlen zum 5. März
eine "Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes" erlassen.
Als vordringliche Aufgabe wurde die Rettung des deutschen
Bauern und des deutschen Arbeiters, die Wahrung der
deutschen Lebensrechte und die Wiedererlangung
der deutschen Freiheit bezeichnet. Am 14. Februar folgte
eine Verordnung zum landwirtschaftlichen
Vollstreckungsschutz, durch die Tausende von
Bauernhöfen vor dem Ruin durch Versteigerung bewahrt
wurden. Mit dem "Reichserbhofgesetz" schrieb man 1935 den
Vorrang der bäuerlichen Erbfolge und damit die
Verwurzelung des Bauerntums fest. Dadurch wurde der Grund
und Boden als wesentlicher Produktionsfaktor aus dem freien
Spiel der Grundstücksspekulation herausgenommen und auf
seine eigentliche Aufgabe als
Ernährungsproduktionsstätte
zurückgeführt. 1937 waren bereits mit 700.000
Erbhöfen 45 Prozent der landwirtschaftlichen
Fläche durch das Reichserbhofgesetz gebunden und damit
der Zerschlagung und Verschuldung entzogen. Gleichzeitig
wurden durch das Reichsnährstandsgesetz die
Lebensmittel dem spekulativen Spiel der Börse entzogen.
Nachdem NSDAP und Reichsbund bei den
Reichstagswahlen vom 5. März eine knappe Mehrheit von
52 Prozent erzielten, wurde am 23. März 1933 jenes
"Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" mit 441
gegen 94 Stimmen verabschiedet, das später als
"Ermächtigungsgesetz" in die Geschichte einging. In den
darauffolgenden Wochen und Monaten führte eine ganze
Reihe gezielter Verordnungen und symbolischer Handlungen
einen raschen mentalen Aufschwung herbei:
Am 7. April wurde das "Gesetz zur
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"
verabschiedet.
Der 1. Mai wurde zum "Tag der
nationalen Arbeit" erklärt und als arbeitsfreier
Feiertag eingeführt. Hitler stellte sein
Wirtschaftsprogramm vor. In seiner Rede auf dem Tempelhofer
Feld zu Berlin sagte er: "Wir wollen Arbeit überall
dort anerkennen, wo sie im guten Sinne für Sein und
Leben unseres Volkes geleistet wird. (
) Wir wollen,
daß das deutsche Volk durch die Arbeitsdienstpflicht
wieder erzogen wird und zu der Erkenntnis gelangt, daß
Handarbeit nicht schändet, daß Handarbeit, genau
wie jede andere Tätigkeit, dem zur Ehre gereicht, der
sie treu erfüllt." Damit wurde eine ganz bewußte
Aufwertung auch einfachster Tätigkeiten
vorgenommen.
Am 2. Mai wurde die Deutsche
Arbeitsfront, eine Vereinigung von Betriebszellen und
Gewerkschaftsgruppen, gegründet.
Am 3. Mai erfolgte die Gründung der NS-Volkswohlfahrt
und der Reichsstände für Handwerk und Handel.
Das "Gesetz zur Verminderung der
Arbeitslosigkeit" vom 1. Juni leitete mit einem eine
Milliarde Reichsmark umfassenden Arbeitsbeschaffungsprogramm
den Bau der Reichsautobahnen ein.
Am 17. Juni verließ die
deutsche Abordnung unter Dr. Robert Ley die internationale
Arbeitskonferenz in Genua, "weil die weitere Teilnahme sich
nicht mit der veränderten Auffassung von deutscher Ehre
verträgt".
Die "Akademie für deutsches Recht" leitete am 26. Juni
die "Reinigung des deutschen Rechtes vom fremden Wesen" ein.
In den Monaten Juni und Juli
lösten sich die Parteien nach und nach selbst auf oder
wurden aufgelöst.
Am 13. September wurde die Gründung des
Winterhilfswerkes angekündigt.
Am 14. Oktober beschloß die
Reichsregierung, die Abrüstungskonferenz zu verlassen
und aus dem Völkerbund auszutreten, da sie erkannte,
daß Deutschland keine Rüstungsgleichberechtigung
zugestanden werden sollte. Das Volk sollte in einer
Abstimmung darüber befinden. Am 12. November stimmten
40,6 Mio. Deutsche für den Austritt aus dem
Völkerbund, 2,1 Mio. dagegen. Bei der gleichzeitigen
Reichstagswahl erhielt die NSDAP (nach Auflösung der
Konkurrenzparteien) 92 Prozent der Stimmen.
Am 27. November wurde die
Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" (KdF)
gegründet.
Am 30. November war die Arbeitslosigkeit bereits um
über zwei Mio. auf 3,8 Mio. gesunken.
Richtungsweisende
Sozialpolitik
Am 20. Januar 1934 wurde das "Gesetz
zur Ordnung der nationalen Arbeit" verkündet. Es
regelte das Arbeitsrecht (Kündigungsfristen,
Fürsorgepflichten) in damals schon vorbildlicher Weise
und schuf eine soziale Ehrengerichtsbarkeit.
Am 1. April 1934 nahm ein
Reichskommissar für das Siedlungswesen im Zuge des
Vierjahresplanes ein großzügiges
Arbeitsbeschaffungsprogramm für Siedlungsbau und
Bevölkerungspolitik in Angriff. In den Randgebieten der
Städte entstanden Siedlungen mit kleinen Häusern
und Grundstücken, die besonders den Arbeiterfamilien
vorbehalten waren. Neuverheiratete Paare mit Kindern
erhielten großzügige Darlehen mit
zehnjähriger Laufzeit, um Wohneigentum zu erwerben. Bei
Geburt eines Kindes wurde ein Viertel des Darlehens getilgt,
bei vier Kindern war also die Rückzahlung erlassen. Bis
1937 wurden 1,45 Mio. Wohnungen errichtet. Mit der
Begründung, "es ist der Grundsatz des
Nationalsozialismus, die Bevölkerung im eigenen Heim
und in der freien Natur anzusiedeln", wurde 1934 die
Kilometerpauschale eingeführt, die unter der heutigen
BRD-Regierung zur Reformdebatte steht. Die Monatsmiete
durfte, gesetzlich vorgeschrieben, für einen Arbeiter
26 Reichsmark (ein Achtel des durchschnittlichen
Monatslohnes) nicht überschreiten. Angestellte mit
höheren Gehältern zahlten monatlich maximal 45
Reichsmark Miete. Ein gesetzlicher Kündigungs-, Mieter-
und Pfändungsschutz wurde eingeführt. Der von
jeher finanzschwache Bauernstand wurde mit dem Bau von
91.000 Bauernhäusern (bis 1936) besonders
unterstützt.
Am 15. April 1934 wurde der
Reichsarbeitsdienst gegründet, der jungen Menschen,
gleich welcher sozialen Herkunft, Land- und Handwerksarbeit
vermittelte.
Am 24. Oktober schloß eine
Verordnung über die Deutsche Arbeitsfront die
Angehörigen der früheren Gewerkschaften,
Angestellten- und Unternehmerverbände zu einer Volks-
und Leistungsgemeinschaft zusammen: "In ihr findet die
Überwindung des Klassenkampfes ihren förmlichen
Ausdruck."
Am 26. November 1936 verordnete der
Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann
Göring, das Verbot von Preiserhöhungen für
alle Bedürfnisse des täglichen Lebens und für
landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle
Erzeugnisse.
Keine staatliche
Verwaltungsapparatur
Im Gegensatz zur Sowjetunion und
auch zu den USA wurde ganz bewußt darauf verzichtet,
die Ernährungssicherung durch eine staatliche
Verwaltungsapparatur zu erreichen. Nach
nationalsozialistischer Auffassung durfte es "nicht Aufgabe
des Staates sein, die Tatkraft und Initiative von Millionen
selbsttätiger Kräfte durch die Verwaltung des
Staates zu ersetzten und z.B. Millionen Bauern durch einen
Verwaltungsapparat zu Befehlsempfängern ohne eigenen
Entschluß und Tatkraft
herabzudrücken."
Die Fehlentwicklungen des
liberalkapitalistischen Systems traten auch zu dieser Zeit
offen zutage. Schon 1933 wurde in Argentinien der Mais
verbrannt und in den USA zwangsweise die landwirtschaftliche
Produktionsfläche verringert. Wie später dann in
der EU wurden schon damals 560.000 Waggon Getreide und
fünf Mio. Zentner Fleisch vernichtet, um nach
liberalkapitalistischer Manier die Preise stabil zu halten.
Die Brotpreise stiegen 1933-37 in der Schweiz um 14 Prozent,
in den USA um 17 Prozent, in England um 27 Prozent, in
Frankreich um 31 Prozent und in Dänemark um 32 Prozent.
Der Butterpreis stieg in Dänemark um 24 Prozent, in
Frankreich um 30 Prozent und in den USA um 53 Prozent. In
Deutschland blieben die Preise für Butter und Brot
hingegen absolut stabil.
Unter der NS-Herrschaft verdoppelte
sich die Zahl der Urlaubstage, und die modernen
Kreuzfahrtschiffe der KdF-Aktion ("Cap Arkona", "Wilhelm
Gustloff", "Robert Ley") durften auf Weisung der Briten in
englischen Häfen nicht anlegen, weil englische Arbeiter
nicht sehen sollten, welchen Urlaub sich deutsche Arbeiter
leisten konnten. Beliebte Reiseziele waren daher Madeira und
die spanischen Inseln und Hafenstädte.
Noch im Kriegsjahr 1940 wurden die
Zuschläge für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage
steuerfrei, und seit 1941 waren die deutschen Rentner
automatisch krankenversichert. Selbst unter dem Eindruck
erhöhter Kriegskosten wurde auf die Erhebung einer
Weinsteuer verzichtet, weil sie "mittelbar auch den
Winzerstand treffen würde, dessen wirtschaftliche Lage
im allgemeinen nicht günstig ist".
Die wirtschaftlichen Erfolge wurden
auch durch die außergewöhnlichen Leistungen
deutscher Wissenschaftler und Ingenieure erzielt. Hier
gelang es z.B. durch chemische Polymerisation aus der
heimischen Kohle den künstlichen Kautschuk zu erzeugen,
der in den BUNA-Werken bei Merseburg produziert wurde und
verschleißfester als Naturkautschuk war.
Der Tauschhandel des Deutschen
Reiches mit devisenschwachen Ländern und die Abkehr vom
kapitalistischen Goldwährungs- und Zinssystem war zudem
richtungsweisend für viele arme Länder der Welt.
Mit 26 Ländern in Südosteuropa und Südamerika
wurden bilaterale Handelsverträge auf Verrechnungsbasis
(Maschinen gegen Rohstoffe) abgeschlossen, an denen die
internationalen Großbanken nicht profitieren konnten.
Aufschwung keine Folge von
Hochrüstung
Der wirtschaftliche Aufschwung wurde
keineswegs durch eine unverantwortliche Schuldenmacherei
oder durch eine Ausweitung der Rüstung erzielt, wie
heute vielfach unterstellt wird. Im Juli 1934 führte
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht den "Mefo-Wechsel"
ein (Mefo = Metallurgische Forschungsgesellschaft m.b.H.).
Von 1934 bis 1939 wurden Mefo-Wechsel in Höhe von 12
Mrd. Reichsmark ausgegeben. Hiermit konnte eine enorme
Geldschöpfung zur Ankurbelung der Wirtschaft betrieben
werden, die unter üblichen Bedingungen zu einer
Inflation geführt hätte. Deshalb wurde am 26.
November 1936 zum Lohnstopp auch der allgemeine Preisstopp
beschlossen.
Die legitime Bestrebung der
NS-Führung, dem Deutschen Reich eine adäquate
Verteidigungsarmee zu geben, wird heute oft als
"Kriegsrüstung" denunziert. Die Ausgaben für
Wehrmacht und Rüstung betrugen 1933/34 und 1934/35 mit
jeweils 1,9 Milliarden Reichsmark vier Prozent des
Volkseinkommens und stiegen erst 1937/38 auf rund acht
Milliarden Reichsmark (11 Prozent). 1939 waren die
Streitkräfte der Franzosen und Engländer etwa um
das sechsfache stärker als die Deutsche Wehrmacht. Dem
polnischen Heer mit 1,7 Millionen Mann standen im September
1939 75 deutsche Divisionen mit 1,1 Millionen Mann
gegenüber.
Die NS-Führung genoß
hohes Vertrauen bei der Bevölkerung. In seinem Buch
"Deutsche Normalbürger 1933-1945" (2001 bei Herbig
erschienen) hat der Frankfurter Sozialpsychologe Fritz
Süllwald Aussagen der Erlebnisgeneration ausgewertet.
Der Eindruck, einer Schreckensherrschaft ausgesetzt zu sein,
herrschte im allgemeinen nicht. Die meisten Bürger
fühlten sich durch die Exekutive im NS-Staat ("Die
Polizei - dein Freund und Helfer") ausreichend
geschützt. Hitler ließ nach seiner
Regierungsübernahme sogar den Gummiknüppel bei der
Polizei abschaffen, weil nach den vielen Erniedrigungen in
der Weimarer Systemzeit kein Deutscher mehr geschlagen
werden durfte. Daß man auch bei Nacht sicher und
ungefährdet durch die Straßen gehen konnte, wurde
der Regierung hoch angerechnet. Die Idee der
Volksgemeinschaft war weitgehend Richtschnur, "Gemeinnutz
geht vor Eigennutz" kein leeres Wort, sondern praktiziertes
Prinzip. Den sozialen Umgang prägten Rücksicht und
Respekt. Der Jugendkult der Nationalsozialisten ging nicht
mit einer Geringschätzung der Senioren einher.
Ökologische und soziale
Ansprüche
In der NS-Ideologie kam eine
idealistische Weltsicht zum Ausdruck, die sich in einer
Vielzahl von Verordnungen und Maßnahmen Bahn brach.
Volk und Familie galten als natürliches Prinzip, und es
durfte kein Handeln wider die Naturgesetze geben.
Dem Nationalsozialismus war
ökologisches Denken zu eigen, da er "von der
göttlichen Ordnung der ganzen Pflanzen- und der ganzen
Tierwelt überzeugt war" (Heinrich Himmler). So wurden
unter der NS-Herrschaft neue Tierschutz- und
Naturschutzgesetze verabschiedet, die weitgehend von der BRD
übernommen wurden und noch lange als vorbildlich
galten. Die Naturorientierung der Nationalsozialisten soll
mustergültig durch zwei Aussagen von Prof. Alwin
Seifert, dem Reichslandschaftswart des Reichsautobahnbaus,
aus dem Buch "Im Zeitalter des Lebendigen" (1943) belegt
werden.
Zur Kargheit des Bodens bemerkte er:
"Wir wissen, daß wir nicht aus Zufall in dieses herbe
Land hineingeboren wurden, sondern als Notwendigkeit, als
Schicksal. Es ist aber kein Schicksal anders zu lösen
als dadurch, daß man es bejaht. Wir bejahen das Land,
so wie es geschaffen wurde, und wollen es genau so erhalten.
Das heißt nichts anderes, als daß in diesem Raum
Mensch und Pflanze zusammengehören, daß Heil und
Unheil in ihm beschlossen und nichts Fremdes notwendig ist,
ihn zu ergänzen."
Zum Erhalt des Waldes schrieb
Seifert: "In der neuen Waldwirtschaft ist das Meßbare
und Zählbare erkannt als ein bloßes Hilfsmittel,
als etwas Nebensächliches, als ein bescheidener Teil
des Ganzen; hier ist erkannt und erwiesen, daß alles
Naturgeschehen auf ewigen unerbittlichen Gesetzen beruht,
daß gegen diese Wille und Willkür nichts
vermögen und daß Erfolg auf Dauer nur der hat,
der es versteht, in sie sich einzufügen."
Wie stark das politisch-soziale
Primat selbst in kleinste Bereiche der Wirtschaft wirkte,
zeigt das Beispiel eines Briefes des Organisationsleiters
Wirtschaft der NSDAP-Kreisleitung IV des Gaues Wien an die
Bezirkshauptmannschaft (Gemeindeverwaltung) vom 24. Januar
1940. Dort ersuchte der Organisationsleiter um rascheste
Mitteilung, ob der als Geschäftsführer der Wiener
Knäckebrotwerke nominierte Dr. Erich Mewald nicht
gleichzeitig Prokurist der Ankerbrotwerke ist, und
fährt fort: "Sollte dies zutreffen, so würde die
Bestellung des Vorgenannten zum Geschäftsführer
der Knäckebrotwerke unsererseits mit der
Begründung abgelehnt werden, daß es nicht angeht,
daß ein Volksgenosse außer einem bereits ohnehin
hohen Einkommen noch ein zweites Einkommen bezieht."
Familie als
schützenswerte Ureinheit
Die Familie galt als
schützenswerte natürliche Einheit. Im Gegensatz
zur kommunistischen Ideologie, die eine massenkollektive
Erziehung in gesellschaftlichen Einrichtungen propagierte,
wurde die spezifische Rolle der Frau als Mutter und
Erzieherin aufgewertet. Die Familie erhielt die materielle
und psychologische Unterstützung des Staates für
das Großziehen von Kindern. Damit war das NS-System
seiner Zeit weit voraus.
Wie neuere Erkenntnisse zeigen, ist
die Einbettung des Kleinkindes in ein intaktes
Familienumfeld von ausschlaggebender Bedeutung für die
menschliche Entwicklung. Die Zerschlagung der Familien im
bolschewistischen und kapitalistischen Staat zeigte und
zeigt deutlich ihre tragischen Folgen in
Verhaltensstörungen und sozialer Orientierungslosigkeit
junger Menschen.
Die Idee der Volksgemeinschaft
spielte im NS-Staat eine zentrale Rolle und konnte sowohl an
germanischen Quellen als auch am preußischen
Staatsethos anknüpfen. Der deutsche Idealismus als
Gegenmodell zum kapitalistisch-bolschewistischen
Materialismus schuf darüber hinaus ein
Sendungsbewußtsein, das auch in andere Völker
ausstrahlte. Schon 1919 beschrieb Oswald Spengler in
"Preußentum und Sozialismus" diesen Ansatz: "Wir
wissen jetzt, was auf dem Spiele steht: nicht das deutsche
Schicksal allein, sondern das Schicksal der gesamten
Zivilisation. Es ist die entscheidende Frage nicht nur
für Deutschland, sondern für die Welt, und sie
muß in Deutschland für die Welt gelöst
werden: soll in Zukunft der Handel den Staat oder der Staat
den Handel regieren?"
Diese Grundfrage, die Hitler
später in die Formel kleidete: "die Wirtschaft hat
für den Menschen da zu sein und nicht die Menschen
für die Wirtschaft", scheint heute zugunsten des
Handels beantwortet zu sein. So erleben wir unter dem
Schlagwort "Globalisierung" die gnadenlose Ausrichtung aller
Lebensbereiche auf den Handel, und der Staat ebnet diesem
Treiben noch den Weg.
Hier liegt der wesentliche
Unterschied. Der Nationalsozialismus hat den zersetzenden
Klassenkampf unterbunden und dem Wirtschaftssystem den
Stempel seiner idealistischen Weltsicht aufgedrückt.
Ein sozialer und völkischer Geist bestimmte die
praktische Politik. Weil das Gemeinschaftsbewußtsein
ausgeprägt war, konnte man - anders als heute - darauf
verzichten, mit einer Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften
eine Ordnung künstlich herzustellen. Ganz bewußt
wurde es vermieden, die Eigentumsverhältnisse
anzutasten, weil das Eigentum als Voraussetzung
wirtschaftlicher Triebkraft erkannt wurde. Freilich wurden
Schlüsselindustrien und öffentliche Einrichtungen
(Post, Bahn, Autobahn) der staatlichen Kontrolle
unterworfen, um zu verhindern, daß sich private
Interessen ihrer bemächtigen. Das Primat der Politik
über die Wirtschaft war hergestellt.
BRD-Primat des
Wirtschaftlichen
Im kapitalistischen Staatswesen der
BRD gilt hingegen das Primat der Wirtschaft, mit all den
deprimierenden Konsequenzen für das Gemeinwohl. Die
Privatisierung öffentlicher Einrichtungen, die
anschließend als gewinnorientierte "Profitcenter" zu
Lasten
der Allgemeinheit betrieben werden, kennzeichnet das
kapitalistische Wirtschaftssystem. Autobahnen sollen jetzt
privatisiert werden, um die Benutzer, die ja eigentlich die
Gemeinschaftseigentümer sind, durch
"Straßenbenutzungsgebühren" noch mal
abzukassieren. Der NS-Staat hätte eine Herrschaft
privater Sonderinteressen niemals zugelassen. Der
kapitalistische Staat hingegen läßt es zu,
daß Post, Bahn, Verkehrsbetriebe, Wasserwerke, ja
sogar Krankenhäuser in fremde Hände
übergehen, die, außer einer Renditeerwartung,
nichts mit diesen Objekten verbindet.
Energieversorgungsunternehmen organisieren sich als
multinationale Monopole und diktieren den Kunden ihre
Bedingungen. Die Politik reagiert mit hilflosen Appellen,
die aber nicht ernstgemeint sein können, erlaubt man
doch gleichzeitig jenen Ministern den Wechsel in lukrative
Vorstandsposten, wo sie sich ihre Handlangerdienste für
den asozialen Ausverkauf vergolden lassen. Nichts
kennzeichnet die heutige Durchdringung des Staatswesens mit
Profitgier und privaten Egoismen besser als diese
Vorgänge.
Nach einer Äußerung des
"Konservativen" Edmund Stoiber definiert sich die BRD "nicht
aus einem nationalen Zusammengehörigkeitsgefühl,
sondern aus dem Vertrauen der Bürger in den
Sozialstaat". Das Verhältnis Bürger-Staat ist im
kapitalistischen System durch eine materialistische
Erwartungshaltung geprägt. Hier wird das Dilemma dieses
Systems offenkundig. Wenn die natürlichen
Energievorkommen geplündert, Volk und Familie
zerschlagen, das Vertrauen geschwunden, die Menschen
gleichgeschaltet und verarmt sind und der Profit nur noch
für wenige reicht, dann gibt es keine
Bindungskräfte mehr. Dann bekommen wir eine Anarchie,
die im Vergleich zur Französischen Revolution 1789
vielfach monströser ausfallen wird. Jeder holt sich
dann, was er noch kriegen kann.
Dagegen hat die Idee der
Volksgemeinschaft konstruktive Kräfte freigesetzt.
Wäre die Volksgemeinschaft im NS-Staat nicht
Realität gewesen, wären die einzigartigen
Leistungen der Arbeiter- und Bauernsöhne als Soldaten
der Deutschen Wehrmacht unmöglich gewesen. Hier hat
sich ein Wort Schopenhauers verwirklicht: "Wer sein Leben
für das Vaterland hingibt, ist von der Täuschung
befreit, die sein Dasein auf die eigene Person
beschränkt." Die hier erkannten Bindungskräfte
machen die wertvollsten Eigenschaften menschlichen Daseins
aus. Ohne sie gibt es keine Zukunft - für kein Volk der
Welt.
Das kapitalistische Regime hat
außer dem Geist der Krämerseelen keine geistigen
Bindungskräfte. Daher wird es zerbrechen, bevor es sein
Zerstörungswerk vollendet hat. Damit wird auch die
geistige Quarantäne beendet, die man in der BRD so
drückend empfindet. Erst nach der Entlegitimierung des
Systems wird eine offene Diskussion über Lösungen
möglich sein, die zwangsläufig den Ansatz eines
nationalen Sozialismus enthalten müssen.
Quelle: Deutsche
Stimme
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