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Der Fall "Laconia" Am 12. 09. 1942 im Südatlantik
entdeckte das deutsche U-Boot 156 vom Typ IX C einen
Frachtdampfer von etwa 7000 bis 8000 BRT. Die "Laconia", die tatsächlich
19 695 BRT groß war, sank, und U 156 näherte
sich, um Schiffbrüchige zu retten. Von diesen erfuhr
der Kommandant des U-Bootes, Kapitänleutnant Werner
Hartenstein, daß sich neben 463 Mann Besatzung und 351
Passagieren auch 1800 italienische Kriegsgefangene von der
El-Alamein-Front an Bord befunden hatten. Ebenfalls erfuhr
Hartenstein, daß die polnische Wachmannschaft die
Gefangenenräume im Unterschiff nicht öffnete und
auf die Italiener schoß, die versuchten, durch die
Bullaugen zu entkommen. Bald schwammen rund um den sinkenden
Dampfer 22 Rettungsboote und mehrere hundert
Schiffbrüchige, 90 von ihnen hatte U 156 an Bord
genommen. Hartenstein ließ an den Befehlshaber der
U-Boote, Dönitz, funken: Nur wenige Minuten später
sandte Dönitz Funksprüche an alle in der Nähe
befindlichen deutschen U-Boote los, von denen sechs
große Boote ihre Operationen abbrachen und zu Hilfe
eilten. Nachdem U 156 soviele Schiffbrüchige wie nur möglich an Bord genommen hatte, ließ der Kommandant auf der internationalen Welle einen Funkspruch in englischer Sprache absetzen: "Falls ein Schiff der schiffbrüchigen Laconia-Mannschaft helfen will, werde ich es nicht angreifen, vorausgesetzt, wir werden nicht angegriffen von Schiffen oder Flugzeugen. Ich habe 193 Mann aufgenommen, 0452 S 1126 W, deutsches U-Boot." Danach blieb U 156 bis zum 15.09.1942 mit weiteren Rettungsaktionen beschäftigt. Dönitz unterrichtete inzwischen
die französische Vichy-Regierung, die den Kreuzer
"Gloire", den Aviso "Dumont D´Urville" und den
Minensucher "Annamite" in Marsch setzte. So waren am 16.09.1942 neben U 156
auch die Boote U 506 und U 507 mit der Rettungsaktion
beschäftigt, als um 11.25 Uhr ein britischer B 24
"Liberator" Bomber in Sicht kam. Der Bomber drehte eine Runde und
griff Minuten später mit Bomben an. Noch am selben Tag konnten die ausgelaufenen französischen Kriegsschiffe 1041 Schiffbrüchige an Bord nehmen und nach Casablanca bringen. Dies blieb eine in Kriegzeiten einmalige Rettungsaktion. Im völligen Gegensatz zur
deutschen Hilfsbereitschaft stand die Haltung der
Alliierten.
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