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Der deutsche Liederschatz

 

Geh' aus mein Herz und suche Freud

1. Geh aus mein Herz
und suche Freud
in dieser schönen Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie dir und mir
|: sich ausgeschmücket haben. :|

2. Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
|: als Salomonis Seide. :|

3. Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder.
Die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
|: Berg, Hügel, Tal, und Felder. :|

4. Ich selber kann und mag nicht ruhn;
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse was dem Höchsten klingt,
|: aus meinem Herzen rinnen. :|

 

Text: Paul Gerhardt, 1656
Melodie: August Harder, 1813