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Der deutsche Liederschatz
Heißt ein Haus zum Schweizerdegen
1. Heißt ein Haus zum Schweizerdegen,
Lustig muß die Herberg sein;
Denn die Trommel spricht den Segen,
Und der Wirt schenkt Roten ein!
|: Kommen die Gäste, schön' Wirtin, sie lacht,
Sie hat schon manchen zu Bette gebracht! :|2. Ist kein Volk fast allerwegen,
Was da nicht schon eingekehrt,
Und der Wirt zum Schweizerdegen
Hat den Eingang nie verwehrt,
|: Hat dann die blutige Zeche gemacht,
Daß die Frau Wirtin vor Freude gelacht. :|3. Zweiundzwanzig Schilde blitzen
Von dem Giebel weit zu Tal;
Zeug- und Bannerherren sitzen
Harrend in dem hohen Saal,
|: Lauschend, bis jauchzend die Mutter sie ruft,
Und von den Schilden erklinget die Luft. :|4. Und auf allen Weg' und Stegen
Steht es auf zu Berg und Tal;
Hört, es klingt der Schweizerdegen,
Hört, es singt der alte Stahl!
|: Tut ihm genug und erprobt ihn vereint!
Besser, das Mütterchen lacht, als es weint! :|5. Wo in Ländern, schön gelegen,
Und in altgetürmter Stadt
Schweizerherz und Schweizerdegen
Die gemeine Herrschaft hat,
|: Da ist die Mutter, so hold und so fein!
Lacht sie, so wird's Frau Helvetia sein! :|
Text: Gottfried Keller
Melodie: Volkstümlich