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Der deutsche Liederschatz

 

Hoch auf dem gelben Wagen

1. Hoch auf dem gelben Wagen
Sitz ich beim Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse traben,
Lustig schmettert das Horn.
Felder, Wiesen und Auen,
Ein leuchtendes Ährengold.
|: Ich möchte ja so gerne noch schauen,
Aber der Wagen, der rollt. :|

2. Postillon in der Schenke
Füttern die Rosse im Flug.
Schäumendes Gerstengetränke
Reicht der Wirt mir im Krug.
Hinter den Fensterscheiben
Da lacht ein Gesicht so hold.
|: Ich möchte ja so gerne noch bleiben,
Aber der Wagen, der rollt. :|

3. Flöten hör' ich und Geigen,
Lustiges Baßgebrumm.
Junges Volk im Reigen
Tanzt um die Linde herum,
Wirbelt wie Blätter im Winde,
Und jauchzt und lacht und tollt.
|: Ich bliebe ja so gerne bei der Linde,
Aber der Wagen, der rollt. :|

4. Sitzt einmal ein Gerippe
Dort bei dem Schwager vorn,
Schwingt statt der Peitsche die Hippe,
Stundenglas statt dem Horn:
Dann ade ihr Lieben,
Die ihr nicht mitfahren wollt.
|: Ich wäre ja so gern noch geblieben,
Aber der Wagen, der rollt. :|

 

Text: Rudolf Baumbach, 1879
Melodie: Heinz Höhne um 1920
Auf
YouTube gesungen von Walter Scheel