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Ralph Franklin Keeling SCHRECKLICHE ERNTE Der teure Versuch, das deutsche Volk auszurotten (Die Übersetzung von Gruesome Harvest durch die Zündelseite) Unterjochung Die Angriffe der Alliierten auf das deutsche
Arbeitspotential erfolgten entlang dreier
Hauptfronten: Versklavung, Entnazifizierung und
körperliche Unfähigkeit durch
Unterernährung. Unsere gegenwärtige
Diskussion wird sich mit den ersten beiden Punkten
befassen; der Punkt Verhungern wird später
gesondert behandelt. Präsident Roosevelt versprach am 21.
Oktober 1944, daß "das deutsche Volk nicht
versklavt werden soll, weil die Vereinigten Staaten
sich nicht mit Sklaverei befassen." Im
vorausgegangenen Monat in Quebec hatte er jedoch
auf Mr. Churchill starken Druck ausgeübt, um
dessen Annahme des Morgenthau-Plans zu erreichen."
Boris Izakov von der Pravda schrieb, daß, als
im folgenden Februar in Jalta der Vorschlag gemacht
wurde, die deutschen Arbeiter zu zwingen, die
kriegszerstörten Gebiete wieder aufzubauen,
"Präsident Roosevelt dies eine gesunde Idee
nannte."[1] Und bei diesem Treffen bestand
Mr. Roosevelt auf dem Morgenthau-Plan, und erhielt
Mr.Stalins verdächtig schnelle Annahme. Wenn auch in Potsdam wieder hoch und heilig
versprochen wurde, daß "Es nicht die Absicht
der Alliierten sei . . . das deutsche Volk zu
versklaven," waren Tausende von Deutschen bereits
in Richtung Osten auf dem Marsch in die
weitgeöffneten russischen Sklavenlager. Mehr
als einen Monat früher, am 29. Juni 1945, war
folgendes veröffentlicht worden: Es war schon seit langem ein offenes Geheimnis,
daß Rußland unter der Leitung des NKWD
(Geheimpolizei) eine ungeheure Armee von russischen
Sklaven unterhielt, deren Anzahl zwischen 10 - 20
Millionen liegt und hauptsächlich aus
"politisch Unzuverlässigen
besteht."[3] Das Vorhandensein und die
Wichtigkeit dieser ungeheuren Anzahl von Sklaven,
erklärt unter anderem die Einträglichkeit
und Regelmäßigkeit von Rußlands
vielen "Säuberungen": Sie sind in der
Hauptsache ein Mittel, Gefangene für die
Versklavung zusammenzutreiben. Es überrascht
darum nicht, daß die Sowjetunion sogleich die
Gelegenheit ergriff, Millionen besiegter
feindlicher Zivilisten zu versklaven und, um
spezielle Kritik zu vermeiden, seine
Verbündeten veranlaßte das gleiche zu
tun. Als bekannt wurde, daß die Sowjets
deutsche Zivilisten als Personal zum Dienst in
Fabriken in Rußland zwangen, protestierten
Britannien und die Vereinigten Staaten. Als Antwort
legten die Russen eine von Gen. Eisenhower ein Jahr
vorher unterzeichnete Proklamation vor, mit der von
den deutschen Behörden verlangt wurde,
daß sie jede Maßnahme zur
Rückerstattung, Wiederherstellung,
Restaurierung, Reparatur, Rekonstruktion,
Erleichterung oder Rehabilitation, wie sie von den
Repräsentanten der Alliierten vorgeschrieben
würden, durchzuführen hatten, und
daß die Deutschen "Transporte, Einrichtungen
und Materialien aller Art, Arbeitskräfte,
Personal, Spezialisten und andere Dienste zur
Benutzung in Deutschland oder anderswo zur
Verfügung stellen müßten, so wie
die Repräsentanten der Alliierten es für
notwendig halten würden." Da das Dokument
keine Übereinstimmung der vier Nationen
vorsah, hatten die Russen durch diesen Akt
einseitige Handlungserlaubnis. Nachdem es vorgelegt
wurde, mußten Britannien und die Vereinigten
Staaten ihren Protest zurückziehen. Ein paar verkrüppelte und kranke Deutsche,
die das Martyrium überlebten, wurden aus den
russischen Sklavenlagern nach Berlin
zurückgesandt, wo amerikanische
Korrespondenten Berichte über das, was
passierte, aus erster Hand erhielten. Am 10.
September 1946 gingen deutsche weibliche
Angestellte des Roten Kreuzes morgens um 9 Uhr zu
einem Zug mit 20 Waggons voll von
zurückkehrenden Zwangsarbeitern. Als die
versiegelten Waggons von bewaffneten
Wachmannschaften, die oben auf den Waggons
mitgefahren waren, geöffnet wurden, standen
die Angestellten des Roten Kreuzes abgemagerten
Männern mit schorfigen Gesichtern in Lumpen
gegenüber, die um Wasser baten oder hysterisch
um Hilfe bei der Entfernung der Toten riefen. Eine
Berufsschwester erzählte die Geschichte: Die tägliche Nahrung in russischen
Sklavenlagern besteht aus Suppe und Lektionen
über die Herrlichkeit des Kommunismus' sowie
die Übel westlicher Demokratie. Das geringste
ungehorsame Verhalten wird mit solch harter Arbeit
bestraft, daß ein Drittel der Schuldigen
innerhalb von drei Wochen an Erschöpfung
sterben. Ein Zehntel der Sklaven starb während
des ersten Jahres, wie die Zurückgekehrten
berichten.[5] Wenn Gefangene, die von den Russen für
weitere Zwangsarbeit als ungeeignet entlassen
wurden sich später erholen, werden sie wieder
eingezogen und für weitere Arbeit
zurückgeschickt.[6] Darüber
hinaus werden arbeitsfähige Deutsche, die wir
entlassen und die in ihre früheren Wohnorte in
die russische Zone zurückkehrten, von den
Russen festgenommen und zur Versklavung in die
Sowjetunion gesandt, unter dem Vorwand, daß
sie durch britischen oder amerikanischen
Einfluß als "politisch unzuverlässig"
angesehen werden.[7] Die Weigerung
entlassener Gefangener in die russische Zone
zurückzukehren, hat ein großes Problem
aufgeworfen, dem Frankreich zu begegnen versucht,
indem es den Männern erlaubt, als besondere
Klasse von Bürgern in Frankreich zu
bleiben. Als der Krieg zu Ende war, erfreuten wir uns in
der deutschen Wertschätzung gegenüber den
Russen eines entschiedenen Vorteils. Da den
deutschen Soldaten die Brutalität des NKWDs
bei der Behandlung von Sklaven bewußt war,
taten sie ihr bestes zu vermeiden, in die
Hände der Roten Armeen zu fallen und zogen
statt dessen vor, sich den Briten oder Amerikanern
zu ergeben. Deutsche Gefangene, die den Russen
übergeben werden sollten, begingen oft
Selbstmord oder versuchten, sich selbst zu
verstümmeln, indem sie ihren Körper mit
Messern, Rasiermessern oder Stücken von Glas
aufschlitzten.[8] Hartnäckige
Berichte, die aus Rußland kamen, sprachen
jedoch von einer großen Anzahl deutscher
Gefangener, die nach Indoktrinierung mit dem
Kommunismus in die russische Armee eintraten und
damit die Furcht rechtfertigten, daß die
riesige Armee deutscher Gefangener in Rußland
erfolgreich in eine Militärmacht verwandelt
werden könnte, die eines Tages gegen den
Westen gerichtet wird.[9] Dem Internationalen Roten Kreuz zufolge, hatte
Frankreich im August 1946 680.000 frühere
deutsche Soldaten, die Sklavenarbeit verrichteten.
475.000 davon waren von den Vereinigten Staaten
gefangengenommen und später den Franzosen zur
Zwangsarbeit übergeben worden.[10] Die Behandlung der Sklaven-Untertanen seitens
der Franzosen ist für das zivilisierte
Gewissen empörend. Ein Artikel im FIGARO mit
dem Titel "Wir sollten ihnen nicht gleichen",
bringt folgendes zum Vorschein: "In gewissen Lagern für deutsche
Kriegsgefangene . . . kann man lebende Skelette
sehen, fast denen in deutschen Konzentrationslagern
ähnlich, und es gibt zahlreiche Tote durch
Unterernährung. Wir hören, daß
Gefangene brutal und systematisch geprügelt
werden und daß einige zum Minen
entschärfen ohne Schutzausrüstung
eingesetzt werden, so daß sie früher
oder später zum Tode verdammt sind. Louis Clair, der seine Fakten aus zahlreichen
zuverlässigen Quellen zusammentrug, schreibt
in THE PROGRESSIVE von "den schrecklichen
Zuständen in den französischen Lagern
für deutsche POWs (Kriegsgefangene)". Er
sagt: Nachdem wir die ersten 320.000 Gefangenen
geliefert hatten, schickten die Franzosen 2.474
davon zurück mit der Behauptung, wir
hätten ihnen Schwächlinge gegeben.
Korrespondenten beschrieben sie als "eine
Bettlerarmee von bleichen, dünnen
Männern, die in mit Ungeziefer verseuchte
Lumpen gekleidet waren." Alle wurden als
arbeitsunfähig bezeichnet - Dreiviertel von
ihnen wegen Unterernährung - und 19 Prozent
mußten ins Krankenhaus eingewiesen werden.
Der Fotograf der Associated Press, Henry Griffin,
der Aufnahmen von den aufgehäuften Leichen in
den deutschen Konzentrationslagen gemacht hatte,
eingeschlossen Buchenwald und Dachau, sagte von den
Männern: "Der einzige Unterschied, den ich
zwischen diesen Männern und jenen Leichen
sehen kann, ist, daß diese hier
atmen."[13] Das Rote Kreuz, das aufgefordert wurde, die
Angelegenheit zu untersuchen, berichtete, daß
die Gefangenen eine unmenschliche Behandlung
erhielten. Auf unsere Drohung hin, keine weiteren
Transporte zu senden, protestierten die Franzosen
und sagten, sie brauchten mehr Gefangene, weil sie
sonst schwere finanzielle Einbussen erleiden
würden. Es kam dann heraus, daß die
französische Regierung die Männer an
französische Arbeitgeber auslieh und
dafür normale Gewerkschaftslöhne
forderte, im Durchschnitt 150 Franken pro Tag pro
Mann. Davon zahlte die Regierung jedem Gefangenen
10 Franken, gab für tägliche Unkosten
vielleicht weitere 40 Franken aus und behielt einen
täglichen Gewinn von 100 Franken für
jeden Sklaven. Insgesamt machte die
französische Regierung an ihren deutschen
Sklaven einen Gewinn von über 50 Milliarden
Franken im Jahr![14] Kein Wunder daß
sie aufgebracht waren, als wir drohten, keine mehr
zu übergeben. Als wir die Lieferungen wieder aufnahmen, gaben
wir uns große Mühe sicherzustellen,
daß die Gefangenen sich in
zufriedenstellendem Zustand befanden. Die
Männer mußten sich in einer Reihe
aufstellen und wurden dann untersucht, ihr Mund
geöffnet und inspiziert, ihre Brust beklopft,
ihre Gelenke untersucht und ihre Augen, Ohren und
Zähne in Augenschein genommen, als seien sie
Pferde, die zum Verkauf angeboten wurden. Man
hörte GIs, die Zeugen dieses Spektakels waren,
die Bemerkung machen: "Mann! Ich hoffe, daß
wir nie einen Krieg verlieren." Im Sommer 1946 zeigte sich eine hoffnungsvolle
Entwicklung, die dem Sklavenhandel in Frankreich
ein Ende bereiten könnte. Es begann damit,
daß Gefangene, die frisch aus amerikanischen
POW-Lagern (Kriegsgefangenenlagern)
zurückkamen, nicht nur ablehnten, in
französischen Kohlebergwerken zu arbeiten,
sondern Gefangene, die bereits dort waren,
aufforderten, ihrem Beispiel zu folgen.[15]
Einen Monat später wurden einige dieser
Gefangenen freigelassen und dann zu normalen
Gewerkschaftslöhnen wieder eingestellt, offen
gesagt, als Maßnahme, um die Produktion zu
erhöhen.[16] Die Erfahrung lehrt,
daß in dieser modernen Welt Männer
zumindest dann, wenn sie frei sind, reichlicher und
gewinnbringender produzieren, als wenn sie
versklavt sind. Am 5. Dezember 1946 wurde bekanntgegeben,
daß die amerikanische Regierung verlangt
hatte, daß die 674.000 deutschen POWs, die
nach Frankreich, Belgien, die Niederlande und
Luxemburg weitergegeben worden waren, bis Oktober
1947 in die Heimat repatriiert werden sollten.
Frankreich hatte sich einverstanden erklärt,
seine 620.000 davon zu entlassen, hatte jedoch
keine endgültige Zusage wegen des Termins
gemacht. Die französische Regierung gab auch
bekannt, daß die Vereinigten Staaten, in
einem Memorandum vom 21. Dezember 1945,
ausdrücklich festgelegt hatten, daß die
von der amerikanischen Armee gefangengenommenen und
Frankreich übergebenen Deutschen, bewegliches
Vermögen sei, das von Frankreich als Teil
seiner Kriegsreparationen unbegrenzt für
Zwangsarbeit benutzt werden könne. Inzwischen
gelangten weitere Berichte in die Presse, daß
die Zustände in den französischen
Sklavenlagern so schlecht blieben oder schlimmer
wurden als vorher - Hungerrationen, wenig Schutz
vor den Elementen oder Krankheiten, in schmutzigen,
ungezieferverseuchten Quartieren. Dem Roten Kreuz zufolge, hatte
Großbritannien im August 1946 460.000
deutsche Gefangene, die als Sklaven dort
arbeiteten,[17] und, wie in Frankreich,
stattliche Gewinne für das Kriegsministerium
erbrachten. Wenn sie unsere Häfen
verließen, ließ man die Gefangenen
glauben,, daß sie nach Hause geschickt
würden! Als sie dann bei der Ankunft in
britischen oder französischen Häfen
erfuhren, daß sie für unbegrenzte Zeit
als Sklaven arbeiten mußten, wurden sie
mißmutig. Wie ein britischer Offizier sagte,
"Wir brauchen mehrere Wochen um sie umzudrehen und
bis sie anfangen, schwer zu
arbeiten."[18] Es wurde berichtet, daß ein britischer
Bauunternehmer, der deutsche Sklaven für
fachmännische Arbeit beschäftigte, gesagt
haben soll: Unter anderen Projekten, mußten die
Gefangenen in Kensington Gardens ein Lager für
die Feier des britischen Sieges bauen, in dem
24.000 Mann der Truppen des Imperiums untergebracht
werden sollten, die in der Siegesparade des
Imperiums mitmarschierten. Ein Vorarbeiter
bemerkte: "Ich denke, die Jerries bereiten die
Feier ihres eigenen Untergangs vor. Es scheint
aber, daß es ein bißchen stark
aufgetragen ist."[20] Die britische Regierung macht an ihren Sklaven
einen jährlichen Nettogewinn von über $
250.000.000. Die Regierung, die sich offen als
"Besitzer" der Gefangenen bezeichnet, leiht die
Männer an jeden Arbeitgeber aus, der
Arbeitskräfte braucht und verlangt die
durchschnittliche Rate für solche Arbeit -
üblicherweise $ 15 bis $ 20 pro Woche. Sie
zahlt den Sklaven 10 bis 20 Cents pro Tag, je nach
Art der Arbeit, die verlangt wird, plus solcher
"Einrichtungen", wie sie Sklaven in den
früheren Tagen der Sklaverei in Form
von Kleidung, Nahrung und Unterkunft
erhielten.[21] Die Gefangenen erhalten nie
Bargeld, sondern es wird ihnen Kredit gegeben,
entweder in Form von Gutscheinen für
Gegenstände, die sie in den
Lagergeschäften der US-Armee kaufen
können oder als Kredit bis zu der Zeit, in der
sie freigelassen werden. Im März 1946
arbeiteten 140.000 Gefangene auf Bauernhöfen,
für welche die Regierung $ 14 pro Woche pro
Gefangenem einzog, 24.000 für
Aufräumungsarbeiten von Gebäuden und
sonstigen Bombenschäden, 22.000 an der
Eisenbahn, meist als zweite Hand, zur Erledigung
gelegentlicher Arbeiten, wie Unkraut aus der Themse
ausgraben oder als Dienstboten für
GI-Bräute, die auf Einschiffung nach Amerika
warteten.[22] Den Eröffnungen von Mitgliedern des
britischen House of Commons zufolge, wurden
während des Winters 1945-46 in britischen
Lagern in Belgien 130.000 frühere deutsche
Offiziere und Mannschaften unter Bedingungen
gehalten, die britische Offiziere als . . . "nicht
viel besser als Belsen beschrieben." Die Gefangenen
hielten sich den Winter über in Zelten auf und
schliefen auf dem nackten Boden nur mit einer
Decke. Sie sagen, daß sie unterernährt
sind und von den Wachen geprügelt und getreten
werden. Viele haben keine Unterwäsche oder
Stiefel.[23] Im Sommer flüchtete eine wachsende Anzahl
Gefangener mit Hilfe britischer Zivilisten aus den
britischen Sklavenlagern. Berichte über die
Verfolgung durch die Militärpolizei erinnern
an die Verfolgungen fliehender Sklaven in der Zeit
vor dem Bürgerkrieg (USA).[24] Mitte
September hatte die Entrüstung der
Öffentlichkeit einen solchen Grad erreicht,
daß das britische Kriegsministerium
ankündigte, daß Pläne ausgearbeitet
würden, monatlich 15.000 zu entlassen, wobei
denen Vorzug gewährt würde, die "echte
demokratische" Überzeugungen zum Ausdruck
gebracht hätten. Offiziere der Armee und Nazis
würden unter dem Plan nicht nach Hause
entlassen. Es wurden jedoch Versprechungen gemacht,
die Zustände in den Lagern zu
verbessern.[25] Der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes
vom August 1946 zeigte, daß unsere eigene
Regierung, durch ihre militärischen
Einrichtungen in der deutschen Zone, 284.000
Gefangenen als Zwangsarbeiter beschäftigte,
140.000 davon in der Besatzungszone, 100.000 in
Frankreich, 30.000 in Italien und 14.000 in
Belgien.[26] Wie das Rote Kreuz berichtet, sind Länder,
die ebenfalls Sklaven halten: Jugoslawien 80.000,
Belgien 48.000, Tschechoslowakei 45.000, Luxemburg
4.000, Holland 1.300.[27] Diese Millionen von Deutschen ihren Familien
fernzuhalten, ist ein direkter Angriff gegen
deutsches Heim und Familie und dient in dieser
Hinsicht nur dem Kommunismus. Doch das Band,
daß die Männer an ihre Lieben bindet,
ist stark geblieben. Ein Bericht aus Genf
erzählt eine bewegende Geschichte: Seitens britischer Beamter wird ein Versuch
gemacht, die Versklavung aus dem Grunde zu
rechtfertigen, daß die Männer
Kriegsgefangene sind und als solche nach der Genfer
Konvention zur Arbeit gezwungen werden können.
Es wird gesagt, daß der Krieg rechtlich noch
nicht zu Ende sei, daß die Gefangenen noch
immer Soldaten der deutschen Regierung seien und
daß, wenn sie nach Deutschland
zurückkehren, es die Verantwortung der
deutschen Regierung sei, ihnen das Geld, das sich
während der Zeit als sie Soldaten und
Gefangene waren, angesammelt habe, auszuzahlen.
Dieses Argument beruht auf der Grundlage, daß
es eine deutsche Regierung gebe. Sie argumentieren
aber auch, daß die Repatriierung der
Gefangenen, die laut Genfer Konvention erfolgen
soll, sobald die Feindseligkeiten eingestellt sind,
nicht erfolgen könne, weil es keinen
Waffenstillstand oder Friedensvertrag mit
Deutschland gegeben habe, und daß zur
gegenwärtigen Zeit auch keiner unterzeichnet
werden kann, weil es keine deutsche Regierung
gebe. Durch ähnliches doppelzüngiges Gerede
rechtfertigen sie die Nahrungsrationen der
Gefangenen, die weit unter dem Armeestandard
liegen, unter dem Vorwand, daß die Genfer
Konvention, die Standard Armeerationen vorschreibt,
mit dem II. Weltkrieg aufgehört habe zu
existieren. Doch, wenn Repräsentanten der
Presse die Gefangenenlager untersuchen wollen,
lehnen die Briten lauthals ab mit dem Hinweis
darauf, daß die Genfer Konvention solche
Besuche von Gefangenenlagern
verbiete.[29] Das Internationale Rote Kreuz, die höchste
Autorität über dieses Thema, verdammt das
Sklavensystem rundweg. Wie es aus Genf
heißt: Ein Beobachter des Roten Kreuzes verdammt die
Versklavung mit diesen Worten: Mehr noch, es muß hervorgehoben werden,
daß viele der Sklaven nie deutsche Soldaten
waren. Viele waren deutsche Zivilisten, die
während des Krieges in Amerika festgehalten
wurden, eingeschlossen Seeleute, die vor unserem
Eintritt in den Krieg festgenommen worden waren,
frühere rechtmäßige Bewohner der
Vereinigten Staaten und Personen, die aus
Lateinamerika nach hier gebracht wurden, weil sie
deutsche Ansichten hatten. Sogar antinazistische
Deutsche, die freiwillig aus Amerika nach
Deutschland zurückkehrten, um der
Militärregierung beim Wiederaufbau der
zerstörten Länder und Familie und
Freunden in höchster Not zu helfen, wurden zur
Versklavung geschnappt.[32] In scharfem Gegensatz zu unserer Behandlung von
Kriegsgefangenen, stand die Behandlung
amerikanischer Kriegsgefangener seitens der
Deutschen. Allan Wood, Kriegskorrespondent des
Londoner Express, sagte in einer Zusammenfassung
der Behandlung der Kriegsgefangenen von deutscher
Seite: Leutnant Newton L. Marguiles, Stellvertretender
Beisitzer in den Jefferson Kasernen, sagte am
Montag, dem 27. April 1945 in St. Louis: Der Chef des Stabes, Gen. George C. Marshall,
schrieb am 5. Januar 1945 an den Nationalen
Befehlshaber der Amerikanischen Legion: Das Amerikanische Rote Kreuz berichtete 1945
offiziell, daß "99 Prozent der amerikanischen
Kriegsgefangenen in Deutschland überlebt haben
und auf dem Weg nach Hause sind." Die deutsche Behandlung russischer
Kriegsgefangener glich der russischen Behandlung
deutscher Kriegsgefangener. Da Rußland die
Genfer Konvention nicht unterzeichnet hatte, waren
weder Rußland noch Deutschland an diese
Bedingungen gebunden. Und es muß daran
erinnert werden, daß Greueltaten in deutschen
Konzentrationslagern keine Kriegsgefangenen betraf,
sondern Menschen, die mutmaßlich Deutsche
waren, Menschen, die überlebt haben und nun
stolz sagen, daß sie Mitglieder des deutschen
Untergrundes gewesen seien, Saboteure, die ihr
bestes taten, den deutschen Kriegserfolg zu
sabotieren und zu bekämpfen. Die Behandlung,
die sie erhielten, wenn auch bedauerlich und
unmenschlich, gleicht der Behandlung der
politischen Gefangenen in Rußland. Wenn der
eine verdammt wird, muß auch der andere
verdammt werden, wenn es Gerechtigkeit geben soll.
Wenn nicht, machen wir uns der Rangdiskriminierung
schuldig, indem wir ein Verbrechen, das von einem
begangen wurde, verdammen, und es gutheißen
oder übersehen, wenn es von einem anderen
begangen wurde. Wenn wir diesen Krieg wirklich
geführt haben, um solchen Dingen ein Ende zu
bereiten, so ist der Krieg nicht zu Ende, bis die
Insassen der russischen Sklavenlager auch befreit
worden sind. Wenn wir einen Krieg geführt
haben, der eine halbe Billion Dollar gekostet hat,
um nur diejenigen in deutschen Lagern zu befreien,
und nicht die in russischen Lagern, ist eine
Erklärung fällig. Auf jeden Fall müssen wir uns fragen, was
wir tun würden, wenn wir uns in einem Krieg
z.B. gegen Rußland befänden und im
Innern eine "Untergrund"-bewegung hätten, die
sich bemüht, Kolumnisten der kommunistischen
Fünfte Kolonne zu sabotieren. Es ist ein Versuch unternommen worden, die
Versklavung der Deutschen allgemein aus dem Grunde
zu rechtfertigen, daß die Naziregierung von
ausländischen Arbeitern Zwangsarbeit
verlangte. Es stimmt, daß das Reich Millionen
importierter Arbeiter hatte, es stimmt aber auch,
daß, ausgenommen von besonderen Fällen,
wie Kriegsgefangene, die unter die Genfer
Konvention fielen, diese ausländischen
Arbeiter zum größten Teil bezahlt und
gut ernährt wurden. Dr. James K. Pollock, der während 14
Monaten bei der Amerikanischen
Militärregierung tätig war, sagte von
Deutschlands "Zwangsarbeitern": - "Ich glaube,
daß es einigen dieser Leute besser ging, als
zu jeder anderen Zeit in ihrem Leben."[36]
Eine große Menge von Beweisen zeigen,
daß das wahr ist und daß gegenteilige
alliierte Kriegspropaganda weitgehend
übertrieben war. Abgesehen davon, gibt es
keine Rechtfertigung für die Bestrafung des
normalen Bürgers eines jeden Landes, für
die Sünden seiner politischen Führer. Der Chef der Kohle- und Bergbau Abteilung der
Amerikanischen Militärregierung, Max. H.
Forrester, antwortete im Juli 1946 auf die Frage:
"Was haben die Deutschen getan, um so gute
Produktionsleistungen von den Zwangsarbeitern zu
erreichen, die wir mit Deutschen, die beim Bergbau
arbeiten, nicht erreichen können?" - "Sie
ernährten ihre Helfer, und sie ernährten
sie gut."[37] Im Sommer 1946 trat die amerikanische
Arbeitergewerkschaft streng gegen das Sklavensystem
als einer fundamentalen Bedrohung der freien Arbeit
in der ganzen Welt an. Indem sie die Aufmerksamkeit
auf die Tarifgesetze richtete, die
ausdrücklich die Einfuhr von Gütern, die
ganz oder teilweise von Sträflingen,
Zwangsarbeitern, Lehrlingen oder jeglicher anderen
Form unfreiwilliger Arbeit hergestellt waren, aus
dem Ausland untersagten,[38] warnte der
Sprecher der Gewerkschaft, Herbert Thatcher, in
einer Rede im Radio davor, daß das System der
Sklavenarbeit Handel und Produktion auf eine Stufe
hinunterdrücken könne, die zu einem
anderen Krieg führen könne. Er sagte,
daß die Zustände von Sklavenarbeit in
Britannien, Frankreich und Rußland "den
Weltfrieden gefährden und den Welthandel
zerstören." - "Darum," schloß er, "ruft
die amerikanische Arbeitergewerkschaft die
Vereinigten Staaten auf, den Vereinten Nationen
vorzuschlagen, daß alle Mitgliedsstaaten auf
die Nutzung von Zwangsarbeit verzichten und sich
einig darin sind, Erzeugnisse von Zwangsarbeit vom
Welthandel zu verbannen."[39] Richter Jackson, der als amerikanischer
Hauptankläger in Nürnberg tätig war,
hat bei seiner Rückkehr Präsident Truman
berichtet, daß deutsche Industrialisten und
Finanziers angeklagt werden könnten, "sich
Sklavenarbeit bedient zu haben." Er meinte
dazu: Indem er die Nürnberger Urteile
verteidigte, sagte Willis Smith of Raleigh, N.C.
Präsident des Amerikanischen
Anwaltsverbandes: Deutschland wurde unter Hitler durch die
alleinige Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei regiert, die alle anderen Parteien
als ungesetzlich erklärte. Das System war in
dieser Hinsicht dem der Kommunisten in
Rußland ähnlich, die nach dem
Gewaltstreich im Jahre 1917 dem russischen Volk ein
Einparteiensystem aufgezwungen haben und alle
abweichenden politischen Meinungen als Verrat
bezeichneten. Indem sie den Parlamentarismus ablehnten,
folgten die Nazis dem, was sie das
Führerprinzip bezeichneten. Der "Führer"
übte höchste Autorität aus; unter
ihm breiteten sich lagenweise untergeordnete
Führer fächerartig durch alle Teile der
Gesellschaft aus, um die gesamte deutsche Nation
unter zentralisierte Parteikontrolle zu
bringen. Nach der Übernahme, fanden leitende
Persönlichkeiten aus allen möglichen
Berufszweigen es nötig oder
zweckmäßig, in die Partei einzutreten
oder sich einer oder mehrerer der angegliederten
Organisationen anzuschließen. Unter den
7.500.000 Mitgliedern, waren fast alle
Regierungsangestellten, professionellen Leute,
Wissenschaftler, Techniker, Professoren, Lehrer,
Autoren und Geschäftsleute, die als
Geschäftsführer eingesetzt und unter
schwerer Bestrafung, wie Konfiszierung von
Eigentum, gezwungen wurden, sich an Parteilinie und
Auftrag auszurichten. Büroangestellte,
Handwerker und Techniker mußten sich, um im
Beruf weiterzukommen, einordnen. Die Anzahl der
Mitglieder wuchs während des Krieges und der
Periode von wachsender Spannung kurz davor rapide.
Partei und Nation wurden so eng miteinander
verbunden, daß der Eintritt als Darstellung
von Patriotismus gewertet wurde; abzulehnen zog
Bestrafung für Illoyalität nach sich.
Kurz gesagt, fast jedermann in Deutschland mit
Denkvermögen, Fähigkeiten und Eignung
für eine leitende Position gehörte der
Nazipartei oder einer der angeschlossenen
Organisationen an und gehorchte ihren Befehlen. Indem sie die ganze Schuld für den Krieg
Deutschland anlasteten und damit der Nazi Partei,
den Krieg als einen Angriffskrieg erklärten
und Angriff als ein Verbrechen gegen die Menschheit
als ungesetzlich erklärten, haben Deutschlands
Eroberer die Nazipartei, ihre Gliederungen und die
ganzen Millionen von Mitgliedern zu Verbrechern
gestempelt. Die Bestrafung, wenn sie, wie in
Potsdam festgelegt, auf den Buchstaben genau
ausgeführt wird, würde praktisch die
Auflösung von Deutschlands Mittel- und
Oberschicht bedeuten. Die umfassende Belastung ruht auf einer
schwachen Basis, wie sich in den Potsdamer
Entnazifizierungserklärungen zeigt. In einem
Atemzug ordnen sie an, daß alle
"Diskriminierung . . . politischer Ansichten
abgeschafft werden solle"; doch im nächsten
Atemzug lösen sie die Nazipartei und ihre
angeschlossenen Organisationen und Institutionen
auf, verbieten die Verbreitung
nationalsozialistischer Ansichten, ohne diese im
besonderen zu identifizieren, und verlangen schwere
Bestrafung aller Nazis, ganz einfach dafür,
daß sie Nazis sind. Potsdam ordnet an, daß "Naziführer,
einflußreiche Naziunterstützer und hohe
Beamte von Naziorganisationen und -institutionen .
. . festgenommen und interniert werden" und
daß alle Nazis von geringerer Bedeutung "aus
öffentlichen und halböffentlichen
Ämtern sowie früheren
verantwortungsvollen Positionen in privaten
Unternehmen entfernt werden sollen." Bei dem Versuch, diese ungewöhnlichen
Erlasse durchzuführen, die als
Säuberungsaktion "die Gauner
rauszuschmeißen" betrachtet wurde, gab die
Amerikanische Militärregierung das "Gesetz
Nummer Acht" heraus, dessen genaue Bestimmungen ein
Militärgeheimnis war, um Geschäfte und
verschiedene verbindliche Aufhebungserlasse zu
entnazifizieren, um die Regierung von allen Nazis
zu säubern. In unserer Zone wurden aus einer
Totalbevölkerung von 16.682.000 annähernd
3.000.000 deutsche Männer betroffen. Unsere
Besatzungsbeamten steckten 75.000 ins
Gefängnis und sahen 80.000 noch nicht
zurückgekehrte Kriegsgefangene zur
Internierung vor, weil sie wichtige Nazis waren;
entfernten mehr als 100.000 aus öffentlichen
Ämtern und entblößten
Geschäfte von leitenden und technischen
Kräften, indem sie weitere Hunderttausende
entließen oder degradierten.[42] Mit anderen Worten, wir machten uns daran, das
Leben und den Ruf von drei Millionen Männern
allein in unserer Zone zu ruinieren, weil diese,
wie sie es sehen, einen "politischen Fehler"
machten. Die Konsequenz war, daß die
Deutschen sich fürchteten, sich mit
irgendeiner politischen Partei zu identifizieren
oder irgendeine politische Ansicht zu
äußern, aus Angst, später
dafür bestraft zu werden, genau so wie es
jetzt mit den Nazis geschieht. Aber am wichtigsten war, daß der Zone und
ihren Menschen die wirtschaftliche Nutzung
vorenthalten wurde, die daraus erwachsen wäre,
wenn diesen Männern erlaubt worden wäre,
die Arbeit zu tun, die allein sie durch Talent,
Training und Erfahrung in der Lage waren
auszuführen. Die produktivsten Männer der
Zone in Kolonnen zu stecken, wo sie mit Hacke und
Schaufel arbeiten mußten und ihre Posten mit
Unfähigen zu besetzen, war eine der
Hauptursachen, die zu der wirtschaftlichen
Lähmung in der Zone beitrugen. Unsere Besatzungsbehörden wurden mit zwei
sich gegenseitig widersprechenden Aufträgen
konfrontiert, die sie oft in Situationen mit
gegenteiligen Absichten brachten. In Potsdam wurde
ihnen der Auftrag gegeben, genügend Produktion
zur Versorgung der Besatzungskräfte und die
"displaced persons" sicherzustellen, wobei genug
übrigbleiben sollte, "das deutsche Volk in die
Lage zu versetzen, ohne Hilfe von außen zu
existieren." Bei dem Versuch, diesen Auftrag
auszuführen, konnten z.B. einige unserer
zonalen Beamten unterwegs sein, um nach
ausgebildetem Personal für das unterbesetzte
Eisenbahnsystem zu suchen. Doch zur gleichen Zeit
kamen andere Beamte, die den Entnazifierungsauftrag
durchzuführen hatten, diesen zuvor, schnappten
Lokomotivführer und Zugpersonal und steckten
sie ins Gefängnis, weil sie Nazis gewesen
waren. Es zeigte sich, daß die Organisierung der
Entnazifierungsanordnungen eine Aufgabe von
überwältigendem Ausmaß war. Das
begrenzte Personal der Militärregierung
mußte feststellen, daß es
unmöglich war, die drei Millionen Nazis
ordentlich zu registrieren, ihre Fragebogen
auszufüllen, zu tabellarisieren und
säuberliche Akten anzulegen. Noch konnten
einzelne Prozesse und Anhörungen für so
viele ordentlich durchgeführt werden,
besonders wenn jeder Irrtum dazu beitrug, die
ansteigende Flut deutschen Unwillens zu
verstärken. Da wir organisierten Widerstand
befürchteten, führten wir, nach Art der
Gestapo, die größten Massenrazzien in
der Geschichte durch. Bei Tagesanbruch, ohne
Warnung, hielten unsere Truppen jedes Fahrzeug in
der Zone an, prüften die Papiere von
Zivilisten und Soldaten und durchsuchten jedes
deutsche Haus vom Keller bis zum Boden. Obwohl den
verantwortlichen Männern zufolge, die deutsche
Bevölkerung während 12 Jahren angeblich
unter dem Einfluß und der Dominanz von
Verbrechern und kriminellen Organisationen
gestanden hatte, "ergab die Durchsuchung weniger
Verbrechen, als vielleicht bei einer ähnlichen
Aktion in einem vergleichbaren Gebiet in den
Vereinigten Staaten zu Tage gekommen
wären."[43] Da sich also herausstellte, daß es
unmöglich war, den Entnazifierungsauftrag
durchzuführen, wir diesen andererseits aber
auch nicht fallenlassen konnten, beauftragten wir
kurzerhand die Deutschen damit. Das Gesetz, das die Arbeit der Entnazifizierung
in unserer Zone den Deutschen übertrug, wurde
zum größten Teil von einem Heinrich
Schmitt formuliert, einem korpulenten
kommunistischen Quisling, der als bayerischer
Entnazifierungsminister unter der Amerikanischen
Militärregierung fungierte. Die
Durchführung des Gesetzes wurde ebenfalls
teilweise in seine Hände gelegt.[44]
Diese Art von Regelung ist eine logische Folgerung
des Programms, das automatisch früheren
politisch neutralen oder aktiven Antinazis
politische Verantwortung überträgt,
eingeschlossen Kommunisten, die, mit dem
kommunistischen Rußland, das das Potsdamer
Abkommen unterzeichnete, als "demokratisch"
akzeptiert werden müssen. Das Gesetz legt fest, das einigen Nazis, die
andererseits verdammt sind, die Möglichkeit
gegeben wird, ihre Unschuld zu beweisen und ihren
Status als Staatsbürger zurückzuerhalten
oder andererseits bestraft werden. Es führt
fünf Kategorien von Kriegsverbrechern und
potentiell gefährlichen Personen auf,
nämlich: 1) Haupttäter, 2) Täter, die
weitgehend als Aktivisten, Militärs und
Nutznießer eingestuft sind, 3) geringere
Täter, 4) Mitläufer, die sich aus der
breiten Mitgliedschaft in der Partei und den
angeschlossenen Organisationen zusammensetzen, 5)
entlastete Personen, die ein Tribunal für
unschuldig befunden hat. Bestrafungen für die in der ersten
Kategorie, reichen von Todesstrafe oder
lebenslänglichem Gefängnis zu
Gefängnis für fünf oder mehr Jahre
mit oder ohne schwere Arbeit. Die in der zweiten
Kategorie können bis zu zehn Jahren bestraft
werden. Die in den niedrigeren Kategorien sind
Gegenstand einer Vielzahl von "Sanktionen",
eingeschlossen Verlust der Staatsbürgerschaft
und des Wahlrechts, Entfernung aus einem
öffentlichen Amt, Verlust persönlicher
Rechte, wie das Privileg ein Auto zu besitzen,
Herunterstufung von einer Position mit schwerer
Kürzung des Einkommens, Entfernung aus einer
Position, Konfiszierung von Eigentum, und
Beschäftigung nur für gewöhnliche
Arbeit.[45] Um die Sache etwas zu erleichtern,
erließen wir eine Amnestie für alle
Nazis unter 27 Jahren, die nicht besonders
beschuldigt waren. Diese Aktion gab ca. einer
Million Männern die Staatsbürgerschaft
zurück, die, wie General Clay es
ausdrückte, Nazis geworden waren, bevor sie
alt genug waren zu wissen, was sie taten. Er
vergaß zu erklären, warum dieselbe
Überlegung nicht auch auf die meisten
älteren Männer angewandt werden konnte.
Jedenfalls war die Aktion von einer Erklärung
begleitet in dem Sinne, daß es der Wunsch der
Militärregierung sei, "die Jugend Deutschlands
zu ermutigen, auf demokratische Art zu leben zu
verstehen und weiterzuentwickeln."[46] Dummerweise befanden sich diejenigen, die unter
die allgemeine Begnadigung fielen, in Frankreich,
Britannien, Belgien, Holland, Rußland oder
sonstwo und leisteten auf unbestimmte Zeit wie
Sträflinge Zwangsarbeit. Innerhalb weniger Monate begannen linke Kritiker
abermals sich darüber zu beschweren, daß
das ausgeklügelte deutsche Gerichtssystem, das
eingerichtet worden war, über die Millionen
verbliebener Fälle zu urteilen, bei weitem zu
milde sei, d.h. es erlaube den Hitlerhorden
zurückzukommen. Im November 1946 äußerte Gen. Lucius
D. Clay Besorgnis über die Milde, die den
Nazis bei deutschen Gerichten gezeigt werde. Indem
er eine Frist von 60 Tagen setzte, in denen die
Deutschen zeigen müßten, daß sie
"den Willen hätten, die Aufgabe
durchzuführen, der heute noch nicht vorhanden
ist," warnte er, daß die
Militärregierung bereit sei, die
Durchführung der Entnazifizierung wieder zu
übernehmen, es sei denn, die deutschen
Gerichte würden straffer durchgreifen. Einen
Tag vor Weihnachten, erklärte Gen. McNarney
eine Generalamnestie für ungefähr 800.000
"kleine Nazis" in der U.S.-Zone. Eingeschlossen
waren geringere Nazis, deren Einkommen in den
Jahren 1943 und 1945 weniger als 3.000 Mark
betragen hatte und deren zu versteuernder Besitz im
Jahre 1945 20.000 Mark nicht überstieg. Nichtsdestoweniger erließ das
Koordinationskomitee des Alliierten Kontrollrats
für ganz Deutschland Entnazifizierungsgesetze
nach dem Muster in der amerikanischen Zone, die
jedoch die Durchführung jeder zonalen
Behörde überließen.[47]
Dieses Schlupfloch erlaubt den anderen
Besatzungsregierungen die Entnazifizierung so
fortzusetzen, wie sie es für richtig halten,
was bisher mit größerer Vernunft und
Milde durchgeführt wurde, als in der
amerikanischen Zone, wo die Durchführung, mit
anderen Worten, weit strenger und drastischer als
anderswo war. In Stuttgart verkündete Mr.
Byrnes stolz, daß die Entnazifizierung in der
amerikanischen Zone vollständig
durchgeführt sei. Weniger als vier Wochen später
verkündete das Nürnberger Tribunal sein
Urteil, das von so großer Tragweite war. Das
Tribunal, daß gewiß keiner
richterlicher Neutralität oder Milde
beschuldigt werden kann und die Fälle auf vier
alles umfassende Punkte konzentrierte, verurteilte
12 von 22 Erznazis zum Tode, drei zu
lebenslänglichem Gefängnis, vier zu
Gefängnisstrafen von 10 bis 20 Jahren, und
erklärte drei für unschuldig. Wenn drei
der höchsten Nazis frei von Schuld und vier
andere nur teilweise schuldig waren, konnte der
größte Teil der Parteimitglieder
überhaupt nicht ernstlich schuldig sein. Das
bedeutet, daß die
Entnazifizierungsverordnungen, die alle Nazis ohne
Prozeß verurteilen, durch und durch ungerecht
sind. Die Nürnberger Verfahren selbst sind
rundum verurteilt worden, weil sie die
grundlegenden Prinzipien angelsächsischer
Rechtsprechung verletzen, insbesondere für die
Verurteilung auf der Basis von ex post facto Gesetz
(im nachhinein erlassene Gesetze, die zur Zeit der
Straftat nicht existierten, d.Ü.), dafür,
daß parteiische Richter eingesetzt wurden und
weil Beweismaterial ausgeschlossen wurde, das etwas
über die Siegermächte ausgesagt haben
würde. Aber das Urteil, das in Potsdam
ausgesprochen wurde, war noch schlimmer, weil dort
ein allgemeiner Schuldspruch verkündet wurde,
ohne den geringsten Vorwand für einen
Prozeß, Beweise oder Zeugenaussagen. Unter
den gegenwärtigen Entnazifizierungsgesetzen
sind alle Nazis immer noch schuldig, es sei denn,
sie können angesichts eines Verfahrens, das
die Verletzung akzeptierter Beweisregeln erlaubt,
ihre Unschuld beweisen.[48] Das Nürnberger Tribunal stellte auch
verschiedene Naziorganisationen vor Gericht, um
festzustellen, ob sie und die Mitglieder kriminell
waren oder nicht. Die SS, Gestapo, SD - Elitewache,
Geheimpolizei und Sicherheitspolizei - und die
höheren Ränge der Naziführung wurden
als verbrecherische Organisationen erklärt.
Das bedeutet, daß 400.000 Mitglieder, um
freigesprochen zu werden, nachweisen müssen,
daß ihr Beitritt erzwungen wurde und sie
nichts von der Kriminalität wußten. Die
Bestrafung reicht bis zur Todesstrafe. Andererseits
wurde die SA - Original Sturmtruppen - von der
Verschwörung zu einem Angriffskrieg
freigesprochen, und der Generalstab, das
Höchste Kommando und die Braunhemden wurden
für nicht schuldig befunden. Daher konnte die
breite Masse des deutschen Volkes nicht schuldig
sein und sollte auch nicht bestraft werden. Das Entnazifizierungsprogramm im allgemeinen und
der Nürnberger Prozeß im besonderen
verletzen unsere traditionellen Vorstellungen von
Recht; in Wirklichkeit verkörpern sie das
kommunistische und nazistische Konzept der
Rechtsprechung - die Beseitigung ideologischer
Gegner. Wie die wöchentliche Barron's
sagt: Schlimmer noch, wir haben den Kommunisten, deren
schlimmste Lehren mit denen der Nazis
übereinstimmen, erlaubt, weiter zu predigen
und zu agitieren und sogar Eingang in
Schlüsselpositionen unserer eigenen
Militärregierung zu finden. Als wir ankamen,
waren die Deutschen streng antikommunistisch;
seither sind sie aus unserer Zone in die russische
geflohen, wo sie in der kommunistischen Partei und
sogar in der Roten Armee willkommen geheißen
werden, in deren Rängen sie eines Tages die
Möglichkeit haben mögen, sich an uns zu
rächen. Die Entnazifizierung in der russischen Zone war
weit aufgeklärter und wirtschaftlich weniger
störend. Die starken Männer im Kreml
konnten die Verdammung aller Nazis als Verbrecher
kaum ernst nehmen, weil sie sehr genau
wußten, daß ihre eigene Partei, die
Rußland weitgehend so regiert, wie die
Nazipartei Deutschland regierte und die denselben
blinden Gehorsam ihrer Mitglieder verlangt, jeden
Aktes, dessentwegen wir die Nazis so streng
verurteilen, schuldig ist: Aggressionskriege gegen
friedliche Nachbarn, Nervenkrieg, Konfiszierung von
Eigentum ganzer Klassen ohne Entschädigung der
Eigentümer, Verletzung von Verträgen und
Übereinkünften, Feindseligkeit gegen
Religion, Greuel in Konzentrationslagern,
Sklavenarbeit, Plünderung und
Mißhandlung eroberter Länder, die
Benutzung von Fünften Kolonnen und Quislingen,
Regierung einer Partei durch Terror mit Hilfe von
zivilen Informanten und dem System einer brutalen
Geheimpolizei, Beschränkung von
Menschenrechten und Freiheit des Einzelnen auf jede
Art und Weise, und sogar das Ziel, die Welt zu
erobern. Die Russen wissen das, und die Deutschen
ebenfalls. Wenn wir es bei dem einen entschuldigen
und den anderen bestrafen, werden wir in den Augen
beider lächerlich. Die Haltung des Kremls hinsichtlich
Entnazifizierung wurde bereits vor Jahren
ausgedrückt und hat sich wahrscheinlich
seither nicht geändert. Rußland, als
Partner von Hitler, hatte gerade Polen angegriffen,
besiegt und geteilt, und Hitler hatte
vorgeschlagen, daß, da der Grund,
dessentwegen der Krieg geführt wurde, nun
beseitigt sei, alle Beteiligten den Kampf
einstellen und eine allgemeine
Entwaffnungskonferenz einberufen sollten.
Britannien und Frankreich hatten mit der kurzen
Bemerkung abgelehnt, daß sie
weiterkämpfen würden, um den "Hitlerismus
zu vernichten." Der Kreml äußerte sich
abschätzig. Seine Reaktion, die wahrscheinlich
immer noch seine innere Überzeugung ist, wurde
von der Associated Press aus dem streng zensierten
Moskau (am 9. Oktober 1939) wie folgt
berichtet: Das Potsdamer Abkommen, das die "Vernichtung des
Hitlerismus" vorsah, war jedoch für den Kreml
sehr nützlich, weil es die Basis für die
Beseitigung der deutschen "Bourgeoisie" bot und
damit die Bühne freimachte, Deutschland
endgültig kommunistisch zu machen. Die
notwendige Enteignung von Besitz wurde durch die
Konfiszierung der Holdings der Nazis, abwesender
Flüchtlinge, "Kriegsgewinnler" und anderer
Klassen künstlicher Krimineller erreicht. Wenn
jedoch ein nomineller Nazi in der russischen Zone
enteignet worden ist, wird ihm die Möglichkeit
geboten, sich reinzuwaschen. Wenn er sechs Monate
bei Räumungsarbeiten zufriedenstellend
gearbeitet hat, wird ihm sein Arbeitsplatz
zurückgegeben. Entnazifizierung wird dadurch
mit "Aufbau" verbunden.[50] Kleinere
Täter wurden vor deutsche Gerichte gebracht,
und reuige Nazis werden aufgefordert, in die
kommunistische Partei einzutreten.[51]
Reuters zufolge, wurde Offizieren des deutschen
Militärs angeboten, in die Rote Armee
einzutreten. Wenn Offiziere die Zonengrenze
überschreiten, werden sie symbolisch
"festgenommen," kommen in Quarantänelager und
werden aufgefordert, sich einzutragen. Wenn sie
annehmen, erhalten sie besondere Behandlung. Mit
anderen Worten, die Vereinigung der Roten- und der
Naziarmee hat begonnen.[52] Rußland nimmt in seiner Zone die vielen
gemeinsamen Punkte zwischen dem eigenen und dem
Nazisystem unter Hitler wahr. Manche Deutschen
bemerken, daß der "Kommunismus nichts anderes
sei, als Nationalsozialismus unter anderem
Namen."[53] Während wir weiterhin auf
den Übeln des Nazismus herumhämmern, den
wir scheinbar als etwas Einmaliges betrachten,
stimmt Rußland, das unser
Militärpersonal nicht kritisieren darf, diese
Übel mit dem eigenen System ab und
ermöglicht so die gewünschte Umwandlung
vom einen in das andere. Mit der Beseitigung der "Bourgeoisie" in unserer
Zone, haben wir in die Hände des Kremls
gearbeitet, weil diese Aktion das Haupthindernis zu
einer Errichtung der "Diktatur des Proletariats"
und einer endgültigen Integration der Zone in
die Sowjetunion - den eigenen Vereinten Nationen
des Kremls - beseitigt ist. Unsere ganze
Entnazifizierungsprozedur war für Moskau
höchst befriedigend, weil, je
größer das Chaos, die Verzweiflung und
die Empörung sind, die wir hervorrufen und je
größer die Ablehnung des deutschen
Volkes wird, um so stärker wird der Griff des
Kommunismus' und um so näher kommen wir dem
Punkt, alles zu verlieren, wofür wir den Krieg
geführt haben. Anmerkungen |