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Ralph Franklin Keeling SCHRECKLICHE ERNTE Der teure Versuch, das deutsche Volk auszurotten (Die Übersetzung von Gruesome Harvest durch die Zündelseite) Die obersten
Henker Wir dachten, wir seien als Befreier nach
Deutschland gekommen, um die deutschen Menschen von
der Diktatur zu befreien, sie auf ihre
Irrtümer hinzuweisen und ihnen die
Vorzüge unserer Form von Demokratie und freiem
Unternehmertum zu zeigen. In Wirklichkeit
akzeptierten wir in Potsdam ein Programm, das
unsere ganzen Prinzipien zunichte machte und unsere
Form von Demokratie nur als das Gegenteil davon
darstellen konnte. Das Potsdamer Abkommen war
maßgerecht für Sowjet-Rußland
ausgelegt und nicht für freies Unternehmertum
oder freie demokratische Entfaltung. Seine
Durchführung erfordert Totalitarismus der Art,
wie ihn die Sowjets verstehen, eine Art, die, als
die Nazis ihn praktizierten, uns so empört
hatte, daß wir einen Krieg von einer halben
Billion Dollar kämpften, um ihn von der Erde
auszuradieren. Als erstes schalteten wir die deutsche Regierung
aus, das einzige Instrument, mit dem das deutsche
Volk es hätte unternehmen können, sich
selbst zu erhalten und ersetzten sie durch ein
System von militärischem Absolutismus, nicht
freier amerikanischer Einrichtungen oder Ideale,
sondern des Absolutismus, der in Potsdam
dominierte. Der militärische Absolutismus
wurde durch folgenden Erlaß eingesetzt: Diese komplizierte Bürokratie, die unter
der Oberhoheit dieser fremden militärischen
Diktatur eingerichtet und von einer Hierarchie
herablassender Cäsaren geleitet wurde, stellte
eine gelungene Kopie des autoritären Apparates
sowohl der Sowjets als auch der Nazis dar. Wie wir gesehen haben, hatte diese Diktatur
nicht den Zweck, das gefallene Reich wieder
aufzurichten und zu rehabilitieren, sondern um es
zu unterdrücken und Schranken für seine
Wiederaufrichtung zu errichten. Mit
Hunderttausenden von schwerbewaffneten
Besatzungstruppen hinter sich, war die fremde
Diktatur auch darauf vorbereitet, jeglichen
Widerstand der Deutschen zu verhindern, wenn sie
erkennen sollten, daß der Grund für ihre
Vernichtung vorbereitet worden war, indem man sie
sich selbst überließ und Hilfe von
außen verboten war und darüber hinaus
die erforderlichen Mittel zum Überleben
zerstört worden waren. Ein schalldichter
eiserner Vorhang wurde rund um die Opfer
heruntergelassen, der die Verbindung zur
Außenwelt vollkommen abschloß,
angeblich um eine Ansteckung anderen Nationen mit
Nazi-Ideen zu verhüten, jedoch auch um zu
verhindern, daß die verzweifelten Schreie von
deutschen Frauen und Kindern nach außen
dringen und andere beunruhigen konnten,
während das schreckliche Programm
durchgeführt wurde. Als die Todesschlinge um sie enger wurde, machte
man die Deutschen glauben, daß einzig und
allein sie selbst die Schuld für das Dilemma
hatten. Sogar den unvermeidlichen Zusammenbruch der
Wirtschaft schob man der deutschen Verwaltung in
die Schuhe. Sie mußten dazu gebracht werden,
in die eigene Falle zu gehen. Potsdam sagt: Dies war der feige Weg, auf dem wir die
Deutschen sich selbst regieren ließen. Natürlich hofften wir, daß z.B.,
indem wir die Entnazifizierung sogenannten
"deutschen" Anklägern und Gerichten
übertrugen, die unter unserem Mandat
eingerichtet und geführt wurden, wir den
Deutschen selbst die Schuld an den verheerenden
Auswirkungen zuschieben konnten. Wir haben gesagt, daß es demokratisch sei,
die Deutschen selbst ihre eigene Säuberung
durchführen zu lassen, was darauf
hinausläuft, die russischen Säuberungen
als demokratisch zu akzeptieren. Aber solche
Säuberungen waren zumindest russische
Angelegenheiten. Der deutsche
Säuberungsapparat wird von Kommunisten und
radikalen marxistischen Sozialisten gelenkt, die
von einer fremden Diktatur eingesetzt wurden und
die Deutschen nicht mehr repräsentieren, als
Quislings Naziregierung die Norweger. Die Deutschen
wissen sehr genau, daß, was immer unsere
Marionetten tun, es unser Wille und dictum ist.
Wenn wir sie irgendwie davon überzeugen
wollten, daß es das ist, was wir mit
Demokratie meinen und die wir ihnen aufgezwungen
haben, könnten wir es ihnen kaum
übelnehmen, wenn sie es bei der ersten
Gelegenheit ablehnen würden. Unsere Militärregierung ist alles andere
als demokratisch, ausgenommen im russischen Sinne.
Sie wird von gut ausgebildeten Militärs
geführt, die kompetent sind, militärische
Aufgaben und Befehle auszuführen, die sie von
Washington erhalten und die von Politikern und von
Leuten ausgearbeitet wurden, die hinter den
Kulissen arbeiten. Anstatt ein demokratisches Organ
von freien Amerikanern zu sein, sind sie
Befehlsempfänger, die bereit sind, was immer
sie an Weisungen von oben erhalten, ohne Fragen zu
stellen auszuführen. Sie sind in dieser
Hinsicht identisch mit Hitlers loyaler Hierarchie
von Handlangern für Hinrichtungen. Unsere Besatzungstruppen waren ausgezeichnete
amerikanische Jungs, jedoch zum größten
Teil junge, unerfahrene Eingezogene im Alter von
unter 20 Jahren, von denen man weder erwarten
konnte, daß sie Gefallen an ihrer Aufgabe
hatten, noch deren Wesen begriffen. Das ganze
Erlebnis hat dazu geführt, sie korrupt und
brutal zu machen. Wie bereits vorher erwähnt,
unser Einsatz von unverhältnismäßig
vielen schwarzen Truppen hat dazu beigetragen, uns
die Deutschen zu entfremden und unsere eigenes
Personal zu empören. Zusammen mit den militärischen
Streitkräften haben wir ein Korps
hochbezahlter Zivilangestellten
hinübergeschickt, das zum großen Teil
aus Leuten besteht, die zu Hause im sozialen und
wirtschaftlichen Wettkampf versagt haben, in
einigen Fällen zusammengebrochene, entlassene
Offiziere, die den harten Kampf in Frankreich und
Italien nicht aushalten konnten oder die den
Verdruß hatten, als Versager nach Hause
zurückgeschickt zu werden bevor der Krieg zu
Ende war und die nun in Friedenszeiten höher
bezahlt werden als jemals zuvor in ihrem Leben, und
denen es jetzt Freude macht, in aufgeblasenem
Eigendünkel vor niederen Rängen zu
stehen, welche jedoch meist vornehme, kultivierte
Personen mit mehr Substanz sind, die sich nun unter
deren Befehl befinden. Diese kunterbunte Mannschaft, hat zum
größten Teil keine gründliche
Kenntnis über europäische und
insbesondere deutsche Verhältnisse, Sitten und
Gebräuche, Probleme oder Geschichte, sondern
war nur hastig eingezogen und oberflächlich
für die außergewöhnlich
anspruchsvolle Aufgabe ausgebildet worden. Wenn auch die Umstände es nicht
möglich machen, daß die Gruppe der
Zivilangestellten als ganzes das Beste, das es in
Amerika gibt, repräsentieren würde, gibt
es glücklicherweise einige bemerkenswerte
Ausnahmen. Oft unter großen persönlichen
Opfern, sind einige sehr fähige, gut
informierte, pflichtbewußte Experten und
Spezialisten hinübergegangen und haben durch
ihren Einfluß und ihre Bemühungen dabei
geholfen, die schwierige Situation zu mildern.
Diesen ausgezeichneten Exemplaren unserer freien
Institutionen gebührt der Löwenanteil an
dem Erfolg, den auch immer die AMG (Amerikanische
Militärregierung) gehabt haben mag. Weil man
von Männern der Armee, wenn sie als solche
auch kompetent sein mögen, nicht erwarten
kann, größere Operationen in einer
gelähmten ausländischen Wirtschaft und
einem sozialen System zu bewältigen und
durchzuführen, ohne ein Chaos zu schaffen.
Wenn die Armee der Aufgabe nicht gewachsen war,
relativ einfache Dinge zu tun, wie Eisenbahnverkehr
zu regeln und Versandhäuser in Amerika
einzurichten, war sie ganz bestimmt nicht der
Aufgabe gewachsen, die ihr in Deutschland
übertragen wurde. Potsdam hat uns ein Programm aufgezwungen, das
unserer fundamentalen Überzeugung und
Philosophie zuwiderläuft. Die Militärs,
die die AMG leiten, glauben allgemein, daß,
je weniger die Regierung sich in
Geschäftsangelegenheiten einmischt, es um so
besser für jeden ist, Deutschland ausgenommen.
Und sie stehen Kollektivismus gelassen
gegenüber, nur nicht in Deutschland. Wenn sie
auch einen Krieg führten, um die Diktatur zu
zerstören, sind sie bereit, selbst eine solche
zu sein und fast vollkommene Kontrolle über
das Leben des einzelnen Deutschen auszuüben.
Nichts geschieht ohne ihre Erlaubnis. Zonale Herrschaft über das wirtschaftliche,
politische und kulturelle Leben des deutschen
Volkes, wie in Potsdam befohlen, könnte mit
einem gewissen Erfolg nur von Männern
ausgeübt werden, die lange Erfahrung in
totalitärer Philosophie und Methodik haben.
Und in dieser Beziehung erfreuen sich die Beamten
in der russischen Zone eines großen Vorteils.
So wie die Bestimmungen von Potsdam unserem
Hintergrund, unserer Ausbildung und unserer
Philosophie fremd sind, stimmen sie vollkommen
überein mit der russischen Praxis zu Hause.
Solche Bestimmungen können kein freies
Unternehmertum in Deutschland entwickeln; es kann
nur eine Form kollektiver Gesellschaft daraus
erwachsen. Dies sind Punkte von äußerster
Wichtigkeit in der Rivalität zwischen
Sowjet-Rußland und den Westmächten bei
der endgültigen Kontrolle des Deutschen
Reiches. Viele begeisterte Befürworter des Potsdamer
Abkommens sind äußerst verstimmt
über kommunistische Pläne, im Reich die
Macht zu übernehmen. Sie haben kein Recht
verstimmt zu sein, weil die erste Unterschrift auf
dem Dokument die von Joseph Stalin ist. Die Russen
haben daher das gleiche Recht wie wir, die
Bedeutung seiner losen und nicht definierten
Bedingungen festzulegen. Wenn Potsdam eine
Demokratisierung des Reiches vorsieht, ohne genau
zu spezifizieren, was mit "Demokratie" gemeint ist,
haben die Sowjets vollkommen recht, darauf zu
bestehen, daß die Anordnung von einer
Kommunisierung spricht. Und das ist nur eine der
bösartigen Merkmale des
"Umerziehungsprogramms." Potsdam ordnet im Zusammenhang mit der
Entnazifizierung an, daß die abgesetzten
Nazis "durch Personen ersetzt werden sollen, die
durch ihre politischen und moralischen
Eigenschaften geeignet erscheinen, bei der
Entwicklung echter demokratischer Einrichtungen in
Deutschland mitzuhelfen." Es werden aber keine
Hinweise darauf gegeben, was diese "echten
demokratischen Einrichtungen" sein könnten. Es
verbietet Verbreitung von nationalsozialistischen
Ideen, ohne festzulegen, was diese sind, und sieht
dann vor, daß "die deutsche Ausbildung so
kontrolliert werden soll, daß Nazi- und
militaristische Lehren ausgeschaltet werden und die
erfolgreiche Entwicklung demokratischer Ideen
ermöglicht wird," wieder ohne Definition. Jedoch Verbreitung und Diskussion einer
politischen Philosophie und die Öffentlichkeit
zu zwingen, eine andere zu akzeptieren, die von
denen, die in den Machtpositionen sitzen, ist
Nazi-Doktrin. Es ist auch kommunistische Doktrin.
Und die Kommunisten behaupten, daß ihre die
einzige echte Demokratie ist. Politische Demokratie, sagen die Bolschewiken,
ist auf lange Sicht unmöglich ohne
"wirtschaftliche Demokratie," womit sie die
Abschaffung privaten Besitzes meinen, die Grundlage
freien Unternehmertums. Sie aber bezeichnen freies
Unternehmertum als Faschismus und die Verteidiger
des amerikanischen Systems als Faschisten. Die
Entnazifizierung bedeutet darum in russischen
Augen, unser eigenes System zusammen mit allen
anderen Arten von Privatbesitz mit der Wurzel
auszureißen. Die Bolschewiken bezeichnen jedes Land oder jede
Partei als faschistisch, die für
Maßnahmen eintreten, die die Tätigkeiten
kommunistischer Parteien einschränken;
diejenigen, die dem Kommunismus erlauben sich frei
zu bewegen und sie zu zerstören und eine
kommunistische Weltgemeinschaft aufbauen, werden
"Demokratien" genannt. Und so kann Potsdam als
"demokratisches" Dokument betrachtet werden. Diese Tatsachen waren bekannt oder hätten
allen Hauptpersonen in Potsdam bekannt gewesen sein
sollen. Als Rußland erlaubt wurde, das
Abkommen ohne klare Definition dessen, was mit
"Demokratie" gemeint war, zu unterzeichnen, sind
wir in eine gefährliche Falle gegangen, aus
der wir nicht herauskönnen, es sei denn, wir
erkennen das Abkommen, das wir unterzeichnet haben,
nicht an. Bei der ganzen Sache sehen wir ganz
schön dumm aus. Wenn wir mit Demokratie unseren Weg zu
leben meinen - freies Unternehmertum, Privatbesitz,
Freiheit des Einzelnen, den in der Bill of Rights
garantierten Schutz und Regierung des, durch und
für das Volk - hätte es uns gleich zu
Beginn klar gewesen sein müssen, daß das
Programm, eine Demokratie mit Gewalt zu errichten,
von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Wir
hätten logischerweise hoffen können, den
Hitlerismus durch hitlerische Methoden
auszutreiben, aber wir hätten bestimmt nicht
auf diese Weise unsere Art zu leben einführen
können. Unsere Intoleranz der politischen
Nazi-Ansichten, wie auch immer sie gerechtfertigt
gewesen sein mag, ist trotzdem das Gegenteil von
Demokratie im amerikanischen Sinne. Unsere
Entschlossenheit, die Ideen mit Gewalt
auszureißen, war eine Zurückweisung der
heiligsten Glaubenssätze der Demokratie.
Menschen, die wirklich an Gedankenfreiheit und
Meinungsfreiheit glauben, benutzen an der
Debattierfront keine Knüppel. Wir verachteten
Hitler, weil er, wie von den Nazis vorgeschrieben,
Bücher verbrennen ließ, nicht weil wir
bezüglich bestimmter davon betroffener
Bücher unbedingt voreingenommen gewesen
wären, sondern aus Prinzip. Wir haben jedoch
dieses Prinzip selbst verletzt und haben dasjenige
Hitlers angenommen, als wir die Nazibücher
verbrannten. Wir verurteilen Hitler mit Worten,
entlasten ihn jedoch durch Taten! Durch die lange Propaganda wurde der Eindruck
erweckt, daß die nationalsozialistischen
Lehren offensichtlich böse und verbrecherisch
waren, daß sie, zum Beispiel, offen einen
Angriffskrieg und die Welt erobern wollten. Das
stimmt nicht. Wie die Plattform jeder politischen
Partei, die bei den Wahlen Unterstützung haben
will, waren ihre Planken recht harmlos. In
Wirklichkeit wurde der Nazismus und was er tat, von
vielen ausländischen bedeutenden
Persönlichkeiten, wie Lloyd George und Winston
Churchill, gelobt. Wenn befragt, sagten 51 Prozent
unserer eigenen GIs, die in Deutschland stationiert
waren, daß sie glaubten, daß Hitler
"dem Reich vor 1939 viel Gutes getan habe," und 19
Prozent davon glaubten, "daß die Deutschen
einige oder viele Gründe zur Rechtfertigung
hatten, den Krieg zu beginnen." - "Es zeigte,
daß ein großer Prozentsatz der Soldaten
bereit war, die deutschen Erklärungen zu
akzeptieren und die Masse der Deutschen von der
Verantwortung für die Grausamkeiten in den
Konzentrationslagern freizusprechen." - "29 Prozent
gaben zu, daß sie ihren früheren Gegnern
gegenüber 'günstiger eingestellt waren',
seit sie im Lande waren."[1] Es war für aufrichtige, intelligente,
pflichtbewußte deutsche Bürger durchaus
möglich, Parteimitglieder zu sein und sogar
Enthusiasten. Wenn wir es anders sehen, so zeigen
wir nur unsere Ignoranz und unsere
Leichtgläubigkeit Propaganda gegenüber.
Nazismus war in vielen fundamentalen Hinsichten
falsch, und diese Punkte sollten aufgezeigt werden.
Den Deutschen sollte gezeigt werden, wo diese Ideen
im Prinzip falsch und gefährlich waren. Sie
sollten als allgemeine Prinzipien bezeichnet
werden, denen man begegnen muß, ganz gleich,
wer sie verfolgt, sogar wenn sie Kommunisten sind.
Und es sollte durch eine freie unzensierte Debatte
erfolgen. Ganz bestimmt kann nichts gewonnen
werden, wenn man das Thema als nicht diskutabel
bezeichnet. Die Nazis waren im Irrtum, als sie die Schulen
einbezogen und die Entfernung bestimmter Ideen und
Texte forderten und die Übernahme bestimmter
anderer verlangten. Es war im Prinzip ein Fehler.
Und so ist es bei uns, wenn wir den Deutschen
unsere Ideen und Textbücher aufzwingen. Wir
sind um so mehr im Unrecht, als wir
Außenstehende sind, wogegen die Nazis
zumindest Deutsche waren. Die Nazis waren im
Unrecht, als sie die deutsche Presse strikt
zensierten. Und so sind wir. Wir können in
Deutschland keine freie Presse durch strenge Zensur
erhalten, und wir würden sehr töricht
dastehen, wenn wir es versuchen würden. Verfolgung von Menschen wegen ihres Blutes ist
beklagenswert - ob es von den Deutschen oder gegen
sie praktiziert wird. Verfolgung resultiert aus
Haß und wird durch Haßverbreiter
angestachelt. Walter Mitchell hat gesagt, wir
sollen die Deutschen hassen. "Zukünftige
deutsche Generationen sollen sie sehen (deutsche
Monumente) und herausfinden, aus welchem Blut sie
geboren sind," schrieb er ein Jahr nach der
deutschen Kapitulation. "Wenn sie aufwachsen
können zwischen Erinnerungen an das, was es
bedeutet, ein Ungeheuer zu sein, werden sie sich
vielleicht mehr bemühen, in die menschliche
Rasse zurückzukehren."[2] Ähnlich
sprach Außenminister Byrnes zu den Deutschen
in Stuttgart, und die Abteilung für
Information und Ausbildung der U.S. Armee in Europa
rief immer noch dazu auf, das deutsche Volk zu
hassen. In einem Pamphlet wird gesagt:
"Mitgefühl für die Deutschen zu haben,
ist der psychologischen Reaktion ähnlich, die
wir einem hübschen Mädchen gegenüber
haben, das kaltblütig seinen Vater ermordet
hat, weil wir zögern, jemanden, der so
hübsch und freundlich aussieht, als eine
Mörderin zu verurteilen." Die Deutschen
verhielten sich in ihrer Haßverbreitung nicht
weniger an das christliche "Liebe deinen
Feind." Die deutsche Führung belasteten mit der
scheußlichen und nicht zu verteidigenden
Doktrin von Kollektivschuld ein ganzes Volk, das
sie als Todfeind ansahen. Das war eines ihrer
größten Verbrechen. Wir haben das
gleiche Verbrechen begangen, als wir dieselbe
Doktrin gegen das deutsche Volk anwandten,
eingeschlossen ungeborene Kinder. Vielleicht ist
der Grund, aus dem wir verbieten über den
Nazismus zu diskutieren, daß wir
versäumt haben, seine Merkmale
aufzuführen und versucht haben, ihn mit Gewalt
zu zerstören, was darauf
zurückführen ist, daß wir
unbewußt seit 1932 seine schlimmsten Merkmale
übernommen haben, ohne sie genau zu
kennen.[3] Und so gehen wir ungeniert unseren Weg und
versuchen den Nazismus auszutreiben, während
wir ihn selbst praktizieren. Schon das Austreiben
ist Nazi-ähnlich. Wir kamen als Befreier, um die Deutschen zu
lehren, wie sie Selbstregierung und politische
Freiheit genießen könnten. Wir haben
ihnen jedoch unsere Entnazifizierungsbestimmungen
aufgezwungen, die sie so in Angst versetzen,
daß sie es ablehnen, sich an Politik zu
beteiligen, aus Furcht vor den möglichen
Konsequenzen unter unserer "demokratischen"
Kontrolle. Wir versuchen, ihnen Demokratie
beizubringen, haben jedoch das, was sie lehren
soll, so umschrieben, daß ihre Lehrer, es sei
denn, sie sind Kommunisten, zu ängstlich sind,
überhaupt etwas zu sagen. Die deutschen
Führer haben politisch nicht die Erlaubnis,
frei zu sprechen, und sogar diejenigen in unserer
Militärregierung sind - aus Furcht vor den
Konsequenzen - zu ängstlich zu sagen, was sie
denken. Wegen unserer undemokratischen Politik im
Hinblick auf die Pressefreiheit, die wir predigen,
während wir sie in der Praxis verletzen,
arbeitet die deutsche Presse in einem luftleeren
Raum. Intellektueller Hunger ist in Deutschland
fast ebenso akut wie physischer Hunger. Aber mehr als alles andere, ist unser
Justizsystem brutal und höchst diskriminierend
geworden. Wir haben drei verschiedene Arten von
Gesetzen, eines für die Streitkräfte,
eines für Displaced Persons und eines für
die deutsche Bevölkerung, aber in keinem
bemüht man sich, Strafen zu verhängen,
die den Verbrechen angemessen sind. Zum Beispiel
wurde eine verwitwete deutsche Mutter mit zwei
kleinen Kindern für fünf Monate ins
Gefängnis geschickt, weil sie ein
Fallschirmmesser in Besitz hatte, das ihr als
Trophäe und Erinnerung von ihrem Mann gegeben
worden war, kurz bevor er über Britannien
abgeschossen wurde.[4] Das ist typisch und
keine Ausnahme. Diese "demokratische Gerechtigkeit"
läßt die Deutschen schaudern.
Während wir Gesetz und Ordnung predigen,
verhätscheln und geben wir "Displaced Persons"
besondere Privilegien, die, AMG-Offizieren zufolge,
für 50 Prozent der Verbrechen in der
amerikanischen Zone verantwortlich
waren.[5] Während wir Demokratie predigen, haben wir
uns als eine fremde Plutokratie niedergelassen, in
der viele Mitglieder auf dem Schwarzen Markt
handeln und andere dunkle Geschäfte nicht
für unter ihrer Würde halten.
Während die Deutschen um sie herum verhungern,
Lumpen tragen und in Löchern wohnen, lebt die
amerikanische Aristokratie oft in ungewohnter
Bequemlichkeit und Luxus. Ihre Frauen müssen
besonders gekennzeichnet werden, um sie vor
unzüchtigen Annäherungen zu
schützen; sie leben in den schönsten
Wohnungen, aus denen sie die Deutschen vertrieben
haben; sie stolzieren in feiner Kleidung herum und
schlemmen an Nahrungsmitteln, die dreimal so viel
sind, wie die, die sie den Deutschen zugestehen,
und geben "Displaced Persons" zweimal so viel. Wenn
wir den Deutschen erzählen, daß ihre
niedrigen Rationen daher rühren, weil nicht
genügend Nahrungsmittel vorhanden sind, denken
die natürlich, daß wir entweder
lügen oder sehen uns als unmenschlich an, weil
wir den Löwenanteil von der geringen Zuteilung
nehmen und ihre Kinder verhungern lassen. Wir haben uns auf viele Weise den Leiden der
Besiegten gegenüber gefühllos benommen.
Der Krieg hinterließ unzählige
Kriegsversehrte, manche ohne Arme, Beine, Augen
oder auf andere Weise entstellt. Diese und die
Millionen, die im Kampf gefallen sind oder als
Kriegsgefangene zurückgehalten werden, haben
Millionen von Abhängigen, alte Eltern, Frauen
und Kinder. Zusätzlich sind da die Massen von
verarmten, leidenden Vertriebenen aus dem Osten.
Aber die alles überragenden Notwendigkeiten
all dieser Millionen hilfloser Deutscher, fanden
nur geringe Erwägung im Verhältnis zur
Ernährung und Unterbringung der Displaced
Persons. Sie erhalten nur wenige Nachrichten von
ihren Lieben, die als Kriegsgefangene in England,
Frankreich und anderen westlichen Ländern
festgehalten werden, und keine aus Rußland.
Noch hat der Alliierte Kontrollrat bisher eine
vollständige Liste entweder der Kriegstoten
oder der Kriegsgefangenen herausgegeben. Tausende
werden immer noch in unnötiger, qualvoller
Ungewißheit gehalten und fragen sich, ob ihre
Väter und Brüder, die im Krieg waren,
noch leben oder tot sind. Wie eine deutsche Mutter
sagte: "Schon ein bißchen Mitgefühl
würde helfen. Ich habe von meinem Sohn schon
seit länger als einem Jahr nichts gehört.
Wenn ich wüßte, daß er tot
wäre, könnte ich darüber
hinwegkommen." Dies ist der Weg, das Gegenteil von Demokratie
zu lehren. Wenn die Deutschen jemals daran
festhalten sollen, müssen sie das freiwillig
tun, durch Überzeugung, nicht durch Zwang.
Durch unser Verhalten machen wir es ihnen
unmöglich, eine Überzeugung zu gewinnen.
Im Lichte dessen, was sie unter unserer Kontrolle
durchmachen müssen und wegen unserer Praktiken
und Schwächen, werden sie nicht leicht zu dem
Schluß kommen, so wie wir es gern sähen,
daß Hitlerismus einmalig brutal,
unterdrückend oder unlauter ist. Eine der Hauptschwierigkeiten ist die Tatsache,
daß unsere Demokratie einem Paradoxon
gegenübersteht, für das es fast
unmöglich ist, eine Lösung zu finden.
Weit davon entfernt, ihr ins Auge zu sehen oder sie
zu lösen, haben wir sie einfach nicht
wahrgenommen. Und diejenigen, die wir versuchen
wollen, für die demokratischen Prinzipien zu
gewinnen, sehen unsere Blindheit und verlieren die
Achtung vor denen, die ihre Lehrer sein wollen. Wir
müssen früher oder später zu einem
Entschluß kommen, ob Demokratie stark genug
ist, die Verbreitung demokratie-vernichtender
Lehren zu tolerieren oder, wenn nicht, wie sie
diese stoppen und trotzdem eine Demokratie bleiben
kann. Wenn das, was wir in Deutschland gegen den
Nazismus tun, richtig ist, dann ist das, was wir
hier zu Hause mit dem Kommunismus machen, falsch.
Wenn wir dort den Nazismus zertreten müssen,
müssen wir auch hier den Kommunismus
zertreten; wenn wir im Namen von Demokratie und
Meinungsfreiheit die Verbreitung der
kommunistischen Lehre und die Tätigkeit der
kommunistischen Fünften Kolonne hier
tolerieren können, müßten wir den
Nazismus drüben mit der gleichen
Freundlichkeit behandeln. Weil der eine genau so
schlimm ist wie der andere. Anmerkungen: |