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1. Hier
floß unschuldiges Blut in Strömen Die Partisanen haben ein dermaßen
systematisches Vernichtungswerk gegen die deutsche
Bevölkerung eingeleitet, daß nur geringe
Bruchteile noch am Leben geblieben sind. Das
besondere Charakteristikum dieses
Vernichtungswerkes war die grausame und blutige Art
seiner Durchführung. Die Einteilung des Landes
in genau abgegrenzte Planungs- und
Durchführungsbereiche bestand auch hier. Mit
Rücksicht auf die bei der Bearbeitung der
Vorkommnisse in der Batschka beobachteten
Darstellung dieser Systematik ist im Falle des
Banates, um Wiederholungen zu vermeiden und die
Schilderungen mit zwar wichtigen aber im
Endergebnis doch noch zutage tretenden Einzelheiten
nicht zu belasten, auf eine eingehende Behandlung
der Systematik und der Gleichartigkeit der Methoden
verzichtet worden. Wie kaum von einem anderen
Gebiete des deutschen Siedlungsraumes wird man von
dem Banate sagen können, daß hier
wirklich Blut in Strömen floß.
Wiederholt erschienen an einem einzigen Tage in
fast allen Orten einzelner Bezirke
Liquidierungskommandos, die von den örtlichen
Organen die Namhaftmachung deutscher Männer
und Frauen für Massenliquidierungen
verlangten. So häufig sich die örtlichen,
meist einheimisch-serbischen Organe auch dagegen
gewehrt und manchenorts doch das Leben vieler
abtrotzen konnten, so häufig haben sich diese
Mordtrupps aber auch über Einsprüche und
Interventionen einheimischer Serben hinweggesetzt
und oft auch alle deutschen Bewohner des Ortes bis
auf das letzte Kind liquidiert. Pardanj Meine Schwester wollte ihre zwei Enkelkinder
nicht verhungern lassen. Sie schlich sich aus dem
Lager und vertauschte ihre Kleider in den
Nachbardörfern gegen Lebensmittel. Eines Tages
ist sie mit noch fünf Frauen und drei Kindern
aus Stefansfeld nach Tova gegangen. Als der
Lagerkommandant von diesem verbotenen Unternehmen
erfuhr, umstellte er Molidorf mit Wachposten, die
in Zwischenräumen von 300 Metern in der Nacht
auf die Rückkehr der Frauen warten, sie
gefangennehmen und einsperren sollten. Die Frauen
waren am Abend des 6. August fortgegangen und
kehrten am 8. August um Mitternacht zurück.
Die eingetauschten Lebensmittel wurden ihnen gleich
weggenommen, sie selbst zum Erschießen
weggeführt. Kaum waren sie einige Meter in der
Gasse geführt worden, als ein Schuß
fiel, der meine Schwester traf. Sie stürzte
gleich zu Boden. Unter Fluchworten trat ihr der
Partisane näher und schoß ihr noch mit
einem Dum-Dum-Geschoß in den Bauch, das ihr
den Unterleib aufriß und die Gedärme
heraustraten. Er ließ sie dort liegen und
führte die übrigen zu dem
Lagerkommandanten. Meine Schwester blieb an der
Stelle liegen und lebte noch bis 4 Uhr. Dann war
sie verblutet und starb. Während sie noch
lebte und in Schmerzen stöhnte, trat ein etwa
14jähriger Partisane an die Sterbende heran,
beschimpfte sie, nahm einen Stein und schlug ihn
ihr auf den Kopf. Niemand traute sich vor Angst
sonst in die Nähe der Sterbenden. Ich erfuhr
von ihrem tragischen Schicksal erst um 6 Uhr
morgens. Ich ging sogleich zu ihr. Zu dieser Zeit
stand der Partisane, der die Sterbende
geschändet hatte, noch bei ihr. Er
überfiel mich und schlug mich mit dem
Gewehrkolben. Dann führte er mich zum
Kommandanten. Meine Schwester mußte den
ganzen Tag an der heißen Sonne liegen
bleiben, doch gestattete mir der Kommandant, sie
mit einer Decke zuzudecken. Der Mann meiner Schwester war mit noch 100
Stefansfeldern schon früher nach Cernje
geführt worden, wo er mit 68 Stefansfeldern
auch erschossen wurde. In Cernje sind bei einer
anderen Gelegenheit auch 85 Pardanjer erschossen
worden. Unter diesen war mein zweiter Schwager.
Meine in Stefansfeld erkrankte Tochter wurde
später nach Rudolfsgnad gebracht, ebenso mein
Mann. Sie starben beide dort den Hungertod. Meine
zweite Schwester blieb in Stefansfeld. Auch ihr
Mann wurde erschossen. Ein Sohn meines Bruders
wurde, als er über die Grenze nach
Rumänien flüchten wollte, von den
Grenzern erschossen. Ebenso auch sein Sohn und der
meines anderen Bruders. Von der Familie meiner
Schwester sind nur die kleinen Kinder am Leben
geblieben, die ich dann später mit nach
Österreich nahm." 2. Im
Norden des Banates tobte die
Mordlust Sanad Ganz im Norden des Banates lag auch die
gemischtsprachige Ortschaft Sanad. In dieser
Gemeinde wurden am 20. Oktober 1944 alle deutschen
Männer verhaftet und in den Bezirksort
Neu-Kanischa (Novi Knezevac) fortgetrieben und dort
eingesperrt. Durch mehrere Tage sind sie von
Partisanen, die Lust dazu hatten, fürchterlich
mißhandelt worden. Am 25. Oktober wurden sie
dann alle erschossen. Nur ein einziger deutscher
Mann dieser Ortschaft konnte im letzten Augenblick
über die nahe Grenze nach Ungarn fliehen. Nach
den Männern kamen dann auch die deutschen
Frauen an die Reihe. Die erste Gruppe von diesen
wurde gleich nach der Ermordung der deutschen
Männer in den genannten Bezirksort gebracht
und dort erschossen. Die anderen deutschen Frauen
und Kinder trieb man aber am 8. Dezember 1944 aus
ihrer Heimat fort. Sie kamen zum größten
Teil ins Lager nach Kikinda. Dort wurde am 17.
Dezember 1944 gegen Abend im Lager selbst eine
Gruppe von 64 Frauen erschossen. 32 deutsche Frauen
aus Sanad befanden sich unter diesen Opfern. Nur
fünf von allen Frauen aus Sanad blieben im
Lager Kikinda am Leben. Im März 1945 waren die
neuen Behörden von Sanad darauf gekommen,
daß noch vier deutsche Frauen in vollkommener
Zurückgezogenheit versteckt in einem Hause der
Gemeinde Sanad lebten. Es waren dies Frau
Krämer mit ihren beiden Töchtern und noch
eine andere alte Frau. Alle diese wurden sogleich
ausgehoben und ebenfalls in den Bezirksort
Neu-Kanischa getrieben, um dort erschossen zu
werden. Als die Partisanen Anstalten machten, eines
der Mädchen doch nicht zu erschießen,
erklärte es, nicht am Leben bleiben zu wollen,
wenn die anderen drei erschossen werden sollten.
Darauf wurden alle vier getötet. Kikinda Rose Mularczyk aus Heufeld bei Kikinda
berichtet: Am 3. November war ich Augenzeuge der ersten
Abschlachtung einer größeren Gruppe
Männer. Einzeln wurden die Leute auch vorher
schon beseitigt. Diese Gruppe Männer, es waren
22, zwei davon waren aus unserer Nachbargemeinde
Mastort, die ich kannte, es waren ein gewisser
Schlotter und Deni, wurden bestialisch hingemordet.
Zunächst wurden die Männer nackt
ausgezogen, mußten sich hinlegen, und es
wurden ihnen die Hände auf den Rücken
gebunden. Dann wurden alle mit Ochsenriemen
entsetzlich geprügelt und man schnitt ihnen
nach dieser Tortur bei lebendigem Leibe Streifen
Fleisch aus dem Rücken, anderen wurden die
Nasen, Zungen, Ohren oder Geschlechtsteile
abgeschnitten. Die Augen wurden ihnen ausgestochen
und zwischendurch wurden sie immer weiter
geprügelt. Auch mit Geißeln wurden die
unglücklichen Opfer geschlagen. Ich selbst
befand mich zu diesem Zeitpunkt noch mit einer
Gefangenen in einem Zimmer im Erdgeschoß der
Milchhalle und konnte alles mitansehen. Die
Gefangenen schrien und wanden sich in
Krämpfen. Dies dauerte etwa eine Stunde, dann
wurde das Schreien leiser, bis es zuletzt ganz
verstummte. Noch am nächsten Tag, wenn wir
über den Hof gingen, lagen überall
Zungen, Augen, Ohren und dergl. menschliche
Körperteile herum, außerdem war der
ganze Hof mit gestocktem Blut bedeckt. Am nächsten Tag mußten wir, alle
Frauen und Mädchen in die Arbeit gehen. Und
zwar putzten wir am Bahnhof Ziegel und luden Steine
auf. Etwa am 10. November brachten die Partisanen
und Russen einen Transport von ungfähr 280
Kriegsgefangenen, bis auf 6 Italiener und 2 Ungarn
alles Deutsche. Diese Soldaten konnten kaum mehr
laufen, waren vollkommen zerlumpt und
erschöpft. Ich hörte zufällig, wie
ein Russe, der den Transport mitbegleitet hatte, zu
einem Partisanen sagte, daß die
Kriegsgefangenen seit sechs Tagen weder zu essen
noch zu trinken bekommen hätten. Wenn sich
einer bückte, um aus einer Wasserlache am
Boden zu trinken, wurde er sofort erschossen. Sie
bekamen auch in Kikinda nichts, sondern wurden
gleich alle in den Keller eingepfercht. Drei Tage
blieben die Gefangenen dann im Keller, ohne zu
essen und trinken zu bekommen, sie wurden
fortwährend mißhandelt. Dann wurden sie
aus dem Keller geholt und weggeführt. Die
meisten von ihnen konnten nicht mehr laufen und
wurden wie ein Stück Vieh auf Wagen geworfen
und dann weggefahren. Die Kolonne setzte sich in
Richtung Schindanger in Bewegung, von dort
hörte man dann eine Weile Schießen. Wie
wir später erfuhren, wurden alle Soldaten dort
am Schindanger erschossen und eingescharrt. Da wir Frauen und Mädchen uns durch die
Aufräumungsarbeiten, die wir im Hause
verrichten mußten, etwas freier bewegen
konnten, habe ich immer wieder versucht, unseren
gefangenen Dorfgenossen, unter denen sich auch
meine nächsten Anverwandten befanden, Wasser
zu bringen. Aber man konnte ihre Leiden nur wenig
lindern, sie waren durch die Mißhandlungen
derart apathisch und stumpf geworden, vielfach
waren sie zur Unkenntlichkeit geschlagen. Mein eingangs erwähnter Landsmann Bieding
hatte den Verstand verloren, er kroch auf allen
Vieren herum und bellte wie ein Hund. Dieser Mann
hatte seit unserer Verschleppung aus Heufeld noch
nichts anderes zu essen bekommen als einige
grüne Futterrüben. Außerdem war er
ständig den schwersten Mißhandlungen
ausgesetzt. Etwa acht Tage, nachdem die Kriegsgefangenen
erschossen worden waren, es war an einem Freitag,
begann man damit, die volksdeutschen Männer
hinzumorden. Man fragte zunächst, wer krank
sei, damit man die Kranken ins Krankenhaus schaffen
und diesen dann eine Pflege angedeihen lassen
könne. Nachdem sich die Kranken gemeldet
hatten, mußten sie sich hinter der Milchhalle
im Hof aufstellen, vollkommen ausziehen und wurden
dann dort abgeschlachtet. Wir hörten in der
Milchhalle die gellenden Schreie der Opfer. Wir
Frauen bekamen etwas zu essen, während die
Männer gar nichts erhielten. Später kamen
auch noch andere Frauen in die Milchhalle, aus
Kikinda und anderen Nachbarorten. Zivilisten
durften nicht an die Milchhalle herankommen, weil
die Partisanen jeden, der sich dem Stacheldraht
näherte, niederschossen. Freitag, Samstag und Sonntag wurden immer eine
Menge Leute abgeschlachtet. Wenn man dann durch den
Hof ging, fand man nichts als Blut, Augen, Ohren,
Zungen, Nasen, usw. Es war entsetzlich! Montag,
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag wurde dazu benutzt,
um das Lager wieder neu aufzufüllen, Leute aus
der Umgebung wurden hereingetrieben. Am Freitag
ging dann die Schlächterei von neuem los.
Später konnte ich nicht mehr zusehen, aber wir
hörten alle. Die Opfer, wie sie schrien, und
die Partisanen, wie sie sich lustig machten. So
hörte ich zum Beispiel einmal, wie ein
Partisane schrie: "Schau einmal, der hoppst ja noch
wie ein Hase und der dort schlägt ein Rad" und
dergleichen mehr. Oftmals mußten sich Männer zu dritt
nebeneinander hinknien, bekamen dann einen
Genickschuß und flogen so gleich auf einen
Haufen. Eine deutsche Frau aus der Gemeinde Mokrin,
deren Mann ein Russe war, war ebenfalls bei uns
eingesperrt. Einmal briet sie sich Kartoffeln, und
als ein Partisane dazukam, wurde sie entsetzlich
geprügelt, und wir anderen alle mußten
zusehen. Dann kam die Frau zu den Männern in
den Keller. Dort wurde sie mit einigen Männern
zusammengebunden und alle mußten sich auf den
Boden legen. Daraufhin trampelten die Partisanen
auf ihnen herum. Dann wurden jedem einzelnen die
Hände und die Füße zusammengebunden
und alle mußten auf und nieder exerzieren.
Die meisten blieben liegen, weil sie einfach nicht
mehr konnten. Später holte man sie alle weg,
auch die Frau, man fuhr mit ihnen in Richtung
Schindanger, man hörte wiederum
Schüsse. Bis Ende November war ich bei den Partisanen in
der Küche, dann wurde ich mit 19 anderen
Frauen in die Stadt auf Arbeit geschickt. Sechs von
uns, darunter auch ich, wurden weggeholt und in ein
Geschäft geführt. Dort mußten wir
Kleider herausräumen. Die anderen Frauen
mußten Kleider waschen gehen, und zwar waren
das alles Kleider der ermordeten Männer. Nach
etwa vier Tagen mußten wir wieder in dieses
Geschäft gehen und durften auch abends nicht
mehr in das Lager zurück, sondern mußten
dort schlafen. Einmal in der Nacht kam ein Auto und
brachte wieder Kleider. Diese waren vollkommen mit
Blut besudelt und teilweise auch
durchlöchert. Auch die Reverenda eines Pfarrers (Pfarrer Adam
aus St. Hubert) war dabei. Am Abend mußten
wir dann alle diese Kleider in einer Stube auf
einen Haufen legen, und dort sahen wir, daß
diese Stube fast bis an die Decke voll Kleider
gefüllt war. Am nächsten Tag mußten
wir diese Kleider wiederum holen, in den Keller
schaffen und sortieren. Da fanden wir auch
Kleidungsstücke von unseren Landsleuten, die
verschwunden waren, und wir nicht wußten, wo
sie sind. Darunter waren auch Kleidungsstücke
unseres Lehrers Retzler. Diese Kleider waren wie
ein Sieb durchlöchert und blutig, ein Zeichen,
daß der Lehrer gegeißelt und gefoltert
worden war. Die folgenden Tage mußten wir
dann diese Kleider waschen und bügeln, und
manche Frau fand Kleider oder
Wäschestücke von ihrem Mann oder anderen
Anverwandten. Im Lager in Kinkinda befand sich auch ein
Mädchen aus Charleville. Dieses war in der
Kanzlei beschäftigt und mußte alle
Männer aufschreiben, die ermordet oder
gestorben waren. Und zwar kam es deshalb in das
Lager, weil es einen serbischen Partisanen nicht
heiraten wollte. Dieser denunzierte es und
daraufhin sollte es erschossen werden. Es
mußte sich sogar sein Urteil selbst
schreiben. Dann wurde es im Keller eingesperrt und
die Türe sogar zugenagelt. (Das war bei
Todeskandidaten immer der Fall.) Durch alles, was
dieses Mädchen gesehen und erduldet hatte,
hatte es die Nerven vollkommen verloren und bei
Annäherung irgendeiner Person gebärdete
es sich wie eine Irre und stieß ein
fürchterliches Angstgeschrei aus. Der
politische Kommissar in Kikinda, der ebenfalls
Gefallen an dem Mädchen gefunden hatte,
widerlegte dann die Beschuldigungen des anderen
Partisanen, und so kam das Mädchen aus der
Einzelhaft. Es wurde dann mit den anderen nach
Rußland verschleppt. Am 26. Dezember gelang es uns bei den Partisanen
nach vielem Reden, daß sie uns gestatteten
nach Hause zu gehen und uns Kleider zu holen. Am
27. Dezember früh um 3 Uhr wurden wir
einwaggoniert und nach Rußland zur
Zwangsarbeit verschleppt. Für viele von uns
war dies sogar eine Erlösung". Das größte Vernichtungslager dieser
Gegend ist in der Stadt Kikinda selbst errichtet
worden, und zwar in dem Gebäude der Milchhalle
am Ostrande der Stadt. Ungeheuer viele Deutsche
beiderlei Geschlechts sind hier grundlos und ohne
Verfahren getötet worden. Zuerst vertrieben
die Partisanen die Deutschen von Kikinda, Frauen,
Männer und Kinder, aus ihren Häusern,
steckten sie ins Konzentrationslager, nahmen ihnen
alles weg, setzten sich in ihre Wohnungen und
verteilten ihre Habe unter sich. Die Deutschen aber
töteten sie dann der Reihe nach in den Lagern.
Wann immer die Partisanen hierzu Lust empfanden,
holten sie sich Gruppen bis zu hundert deutscher
Menschen und darüber hinaus und brachten sie
um. Meist haben die Partisanen die
auserwählten Opfer vorher noch grausam
gefoltert und dann erst erschlagen oder mit Messern
wie Schweine abgeschlachtet oder in großen
Gruppen erschossen. Die erste öffentliche
Massenerschießung fand hier bereits am 8.
Oktober 1944 statt. 28 Deutsche wurden an diesem
ersten Tage getötet. Dies ging dann so weiter
fast Tag für Tag. Zuerst liquidierten sie die
wohlhabenden Leute des ganzen Bezirkes, um sie aus
der Welt zu schaffen und über das ihnen
abgenommene Gut niemanden Rechenschaft geben zu
müssen. Unter den ersten Opfern befanden sich
auch die Intellektuellen, darunter auch Pfarrer
Michael Rotten aus Kikinda. Er wurde schon in den
ersten Tagen der Partisanenherrschaft
erschossen. Nakovo In Nakovo war Franz Heß der erste
Deutsche, der liquidiert wurde. Ihn haben
Partisanen Anfang Oktober 1944 erschlagen. Josef
Kemper wurde auf seinem Wagen erschossen, als er
von der Arbeit nach Hause gefahren kam. Johann
Küchel wurde am 13. Mai vor dem Gemeindehaus
von Partisanen erschossen. Nikolaus Hubert ist in
einem Heuhaufen erschossen aufgefunden worden. Auch
Johann Junker ist in der Gemeinde selbst grundlos
erschossen worden. Am 22. Dezember 1944 trieb man
dann alle übrigen Männer von 16 bis 60
Jahren nach Kikinda ins Lager und am 18. März
1945 auch die Männer, welche älter als 60
Jahre waren. Man brachte sie, 80 an der Zahl, zu
schweren Holzarbeiten in den Wald bei Mramorak.
Alle sind dort infolge der schlechten Behandlung
gestorben. Auch der langjährige deutsche
Bürgermeister von Nakovo, Johann
Blaßmann, war unter diesen Opfern. St. Hubert - Scharlevil -
Soltur Am 5. November mußten alle Lagerinsassen
den ganzen Tag im Lagerhof auf der Erde auf ein und
demselben Platz sitzen. Am Abend wurden abermals
120 Männer ausgesucht. Es waren dies fast
ausschließlich Leute aus den "welschen
Dörfern". Auch der Pfarrer Adam aus St. Hubert
war darunter. Eine schwer bewaffnete Frau in
Partisanenuniform zog ihn, der in seinem schwarzen
Priesterkleid besonders auffiel, aus der Einteilung
heraus und mißhandelte ihn fürchterlich,
unterstützt von anderen Partisanen, nur
deshalb, weil er Priester war. Die Partisanin
schlug ihn mit einem Ochsenziemer derart, daß
dem Pfarrer der Talar über seinem Rücken
aufriß. Sie gab ihm darauf Ohrfeigen, schlug
ihn mit dem Gewehr und gab ihm Tritte mit den
Füßen u.ä.m. Er aber mußte
ruhig stehen. Sie schrie, daß man Pfarrer im
neuen Jugoslawien nicht mehr brauche und daß
er deshalb auch erschossen werde. Er hat als
Märtyrer ruhig alles ertragen. Gleich darauf
mußten alle 120 Männer, zu welchen man
später noch einige andere hinzuschickte, mit
Pfarrer Adam an der Spitze wegtreten und sich nackt
ausziehen. Sie wurden mit Draht aneinander
gebunden, mußten nackt unter einem
Stacheldraht hindurchkriechen und bekamen hierbei
von rückwärts und von oben noch
fürchterliche Gewehrkolbenstöße in
den Rücken und Schläge mit Stöcken.
Schließlich wurden sie alle hinter dem Lager
mit Maschinengewehren erschossen. Unter den Opfern
befand sich auch ein Knabe namens Banweg Peter aus
der französischen Gemeinde Soltur. Dieser rief
noch im letzten Moment, als die Partisanen auf die
120 gefesselten, nackten Männer schon
geschossen hatten, mit lauter Stimme: "Es lebe die
Heimat" und bracht dann ebenfalls tot zusammen. Unter den erwähnten 120 Männern hatte
sich am Abend, während der Erschießung,
auch der Landwirt Johann Tout aus Soltur befunden.
Er bekam bei der Erschießung nur einen
Streifschuß am Kopf und war nur
bewußtlos. Lange lag er unter den anderen
Leichen, die über Nacht nicht beerdigt worden
waren. Im Laufe der Nacht erlangte er wieder das
Bewußtsein, machte sich los und
flüchtete in sein Heimatdorf Soltur. Er war
ganz nackt. Dort hielt er sich 10 Tage versteckt
auf. Zurückgebliebene Frauen pflegten seine
Wunde. Davon aber erhielten die neuen Behörden
Kenntnis. Der Fall war ihnen unangenehm. Sie
verhafteten ihn daher von neuem und schleppten ihn
in die Ortschaft Cernje. Dort haben sie ihn dann
erschossen. Eine Woche später fand im Lager Kikinda
abermals eine grausame Massenerschießung
statt. Es wurden an einem Vormittag alle deutschen
Kriegsinvaliden des Bezirkes, welche noch aus der
Zeit des ersten Weltkrieges lebten, und andere
ältere, arbeitsunfähig gewordene deutsche
Männer umgebracht. Diese hatte man in einem
Keller des Konzentrationslagers eingesperrt
gehalten. Sie wurden an diesem Tage gefesselt und
geschlagen und ebenfalls hinter das
Konzentrationslager geführt. Dort war schon
ein großes Loch ausgegraben. Sie mußten
sich nackt ausziehen und die Kleider und Schuhe
hergeben. Lange ließ man sie darauf in der
Kälte warten, so daß einer der alten
Kriegsinvaliden ungeduldig wurde und den Partisanen
zurief, daß man sie als alte Leute nicht
länger quälen, sondern lieber gleich
erschießen solle. Nach einer Weile befahlen
ihnen dann die Partisanen, sich in das Loch
hineinzulegen. Wer aber nicht ging, wurde
hineingestoßen. Dort lagen sie dann in der
Erde, einer neben dem anderen, und weil das Loch zu
klein war, zum Teil auch übereinander,
während die Partisanen von oben auf sie ins
Grab hineinschossen. Sie wurden darauf ohne
Rücksicht, ob sie tot waren oder nicht,
sogleich zugeschaufelt. Am Tage nach der Ermordung aller Kriegsinvaliden
wurden in diesem Lager wieder 100 andere deutsche
Zivilisten umgebracht. 60 davon waren aus der
Ortschaft Baschaid und 40 aus Kikinda. Sie alle
aber wurden ganz genau so liquidiert wie die
Kriegsinvaliden tags zuvor. Da den Partisanen nach
der Ermordung der deutschen Männer auch die
Zahl der noch lebenden alten deutschen Frauen zu
groß schien, haben sie auch diese umzubringen
begonnen. Am 17. Dezember 1944 wurden die ersten
Frauen erschossen. Ohne Grund und Ursache wurden am
Abend des genannten Tages 64 ausgesucht. Es waren
dies zumeist ältere Frauen, die nicht mehr
arbeiten konnten. 32 von diesen stammten aus der
Ortschaft Sanad. Sie wurden alle gemeinsam
unmittelbar hinter dem Lager erschossen. So gab es im Lager Kikinda grundlose
Massenhinrichtungen durch mehrere Wochen hindurch,
bis von den vielen tausenden Deutschen des dortigen
Bezirkes nur mehr wenige im Lager lebten. Dazu aber
wurden auch ständig fast alle jene, welche bei
den Zwangsarbeiten arbeitsunfähig geworden
waren oder erkrankt sind, noch einzeln auf die
verschiedensten Arten umgebracht, erschlagen oder
erschossen. Gegen 1.000 dieser Opfer liegen am
Felde unmittelbar hinter der einstigen Milchhalle
begraben. Nach Monaten hat sich dort die Erde
gesenkt. Schweine, die dort wühlten, und Hunde
zogen oft einzelne Körperteile von diesen
toten Menschen heraus. Als man das in der Stadt
erfuhr, ließen die Behörden die Erde
über diesen Gräbern wieder gleichmachen,
ackern und Gerste anbauen, damit man nichts mehr
sehe. Auch später war das Konzentrationslager
Kikinda wegen der Grausamkeit, mit welcher hier die
Überlebenden behandelt wurden, besonders stark
verrufen. Im Sommer 1946 ist ein junger Mann aus
dem Lager entflohen. Wegen dieser Flucht wurden
alle anderen Lagerinsassen grausam bestraft. Sie
alle mußten im Lagerhof antreten und 3 Tage
hindurch tagsüber in der Julisonne auf ein und
demselben Platze stehen. Während dieser 3 Tage
bekamen sie keine Nahrung. Wer aber wackelte,
mußte sich auf die Zehen stellen. Diesem
haben die Partisanen dann ein Brett, aus welchem
spitzige Nägel hervorragten, unter die nackten
Fersen geschoben, damit er sich steche, wenn er
sich auf die Fersen niederlasse. Auf diese und
ähnliche Art hat man dort Monate lang Menschen
gequält und die Deutschen des Bezirkes
ausgerottet. Heufeld Am 2. November 1944 verhafteten die Partisanen
dann auch alle übrigen deutschen Männer.
86 von diesen wurden am genannten Tage in das
Gemeindehaus gebracht. Auch den alten angesehenen
Pfarrer Adam Steigerwald, einen Greis von 75
Jahren, der in Heufeld auch geboren war und dort
zurückgezogen nur für seinen
Priesterberuf gelebt hatte, wollten die Partisanen
zur Liquidierung aus dem Pfarrhof wegtreiben. Er
protestierte gegen diese Behandlung und
erklärte, daß er den Pfarrhof und seine
Pfarrgemeinde lebend nicht verlassen wolle. Die
Partisanen trieben ihn daher mit Gewalt und unter
ständigen Mißhandlungen und mit
Gewehrkolbenstößen aus dem Pfarrhof. In
einem Raum des Gemeindehauses wurde er eingesperrt
und sogleich von mehreren Partisanen unter
ständigen Schmähungen fürchterlich
gefoltert. Die im Hof des Gemeindehauses stehenden
übrigen deutschen Männer sahen und
hörten, wie der Pfarrer mit Gewehrkolben und
Stöcken ganz grundlos geschlagen wurde und wie
er vor Schmerzen stöhnte. Die Partisanen
hatten ihn zu Boden geworfen und sprangen ihm auf
den Bauch, brachen ihm die Rippen. Sie haben ihm
hierbei derart schwere innere Verletzungen
beigebracht, daß er sich nicht mehr vom Boden
erheben konnte. Sie packten ihn daher und warfen
ihn mit aller Wucht über die Stiege des
Gemeindehauses hinunter in den Hof zu den anderen
verhafteten deutschen Männern. Auch dort
konnte er sich nicht mehr erheben. Auf den auf der
Erde sich vor Schmerzen wälzenden Priester
schossen dann die Partisanen aus lauter
Übermut von oben herab und töteten ihn
schließlich angesichts seiner Gläubigen.
Dies war am 2. November 1944 in der Früh. Am
Nachmittag desselben Tages lag noch immer des
Pfarrers Leichnam im Gemeindehof auf der Erde. Dann
erst wurden von den Partisanen Zigeuner gerufen,
die den toten Pfarrer auf den Schinderplatz bringen
mußten. Sie zogen ihm die Kleider aus und
schleiften ihn zur Wasenmeisterei. Dort auf der
Schinderwiese haben sie ihn nackt neben dem toten
Vieh eingescharrt. Am selben Tage sind auch die
übrigen deutschen Männer dieser Gemeinde
in den Bezirksort Kikinda getrieben worden, wo nach
grausamen Folterungen durch die Partisanen fast
alle getötet wurden. Nur drei Männer
dieser Gemeinde sind heil davongekonunen. Anna Klein aus Heufeld (Hajfeld), Bezirk
Modosch (Jasa Tomic), in der Nähe von
Groß-Kikinda im jugoslawischen Banat, nahe
der rumänischen Grenze, berichtet: Wir wurden in das Internierungslager nach
Molidorf gebracht, wo Hunger, Armut, Angst und Not
noch viel größer wurden. Wir lagen auf
Stroh mit vielen Leuten zusammen. Sehr viele Leute
starben infolge des Hungers, der Erschöpfung
und der Mißhandlung. So haben wir als Kinder
viele Leute sterben und verhungern gesehen. Eines
Tages sollte auch unsere Großmutter unter den
Opfern sein. In der Früh schlief sie sehr
lange, wir wollten sie nicht wecken, aber sie war
nie mehr aufgewacht, sie lag tot neben uns auf dem
Stroh. Sie wurde in eine Decke eingewickelt, und
ein Wagen, der jeden Morgen vorbeifuhr und alle
Toten einsammelte, hat auch sie mitgenommen. Wir
durften nicht mitgehen und sehen, wo man sie mit
vielen anderen in einem Massengrab verscharrte. Wir
waren jetzt in aller Not ganz allein unter fremden
Menschen. Nach zwei Jahren holten die Kommunisten
die wenigen noch am Leben gebliebenen Kinder in
ihre Heime. So kamen auch wir drei, da sie uns als
Waisenkinder ansahen, in das Kinderheim nach
Debeljaca. Hier kamen wir wieder in
menschenwürdige Verhältnisse, wir konnten
wieder in Betten schlafen. Was aber für uns
viel wichtiger war, wir durften uns sattessen. Ich lebte die erste Zeit in einer ständigen
Angst vor dem Ungewissen. Durch die vielen
Entbehrungen war ich früh ernst geworden, ja
verschlossen und mißtrauisch. Kaum hatten wir
uns ein wenig erholt, wurden wir in andere Heime
verlegt. Zunächst waren wir nur deutsche
Kinder, später mischte man serbische
Waisenkinder darunter. Ich kam mit neun Jahren in
die serbische Volksschule. Da wir inzwischen schon
Serbisch gelernt hatten, wurde auf einmal die
deutsche Sprache verboten und ich konnte mit meiner
Schwester nur verstohlen an versteckten
Plätzen ein paar Worte in unserer
Muttersprache sprechen. Wurden wir dabei erwischt,
so mußten wir uns harten Strafen unterziehen,
entweder bekamen wir kein Mittagessen oder
Schläge. So geriet die deutsche Sprache schließlich
in Vergessenheit, bis ich nur noch Serbisch
sprechen konnte. Man behandelte uns aber jetzt gut.
Man achtete auf unsere Gesundheit und schickte
körperlich schwache Kinder auf Erholung. So
war auch ich in Serbien bei einer Bauernfamilie und
einmal am Adriatischen Meer in Split. Der erste
Brief, der von meinem Onkel kam, und in dem wir
etwas von unserer Mutter erfuhren, versetzte uns in
ein riesiges Glücksgefühl. Nach Jahren
gab es wieder einmal Hoffnung und Freude nach
unserer Verlassenheit. Nach langem Warten und
Hoffen kam ich am 12. Oktober 1950 nach Deutschland
zu meiner Mutter. Nach sechs Jahren sah ich sie zum
erstenmal wieder." Ruskodorf 14 deutsche Männer brachte man aus
Ruskodorf auch in das Lager nach Kikinda, wo schon
sogleich nach ihrem Eintreffen sieben von ihnen
getötet worden sind. Eine weitere Gruppe von
Männern führte man in das Lager von Julia
Major, wo ebenfalls viele zugrunde gingen. Aber
auch in Ruskodorf selbst wurde ein großer
Teil dieser Deutschen von Partisanen auf grausame
Art liquidiert. So wurden am 5. November 1944 der
56jährige Maschinist Matthias Frauenhofer, der
43jährige Landwirt Johann Martin und die
32jährige Maria Rottenbach auf
scheußliche Art massakriert. Nachdem ihnen
die Partisanen mit Messern allerlei
Verstümmelungen beigebracht hatten, wurden
ihnen bei lebendem Leibe mit Holzhacken die Arme
abgeschlagen und auch die Füße vom Leibe
getrennt. Die Wände des Zimmers, in dem diese
gräßliche Tat von den Partisanen
verübt wurde, waren voll mit Blut bespritzt.
Deutsche Frauen, unter denen sich auch Magdalena
Schuld, Elisabeth Leitner und die 23jährige
Helene Reff befanden, mußten danach auf
Befehl der Partisanen das vergossene Blut
überall aufwaschen. Die verstümmelten
Körper der Genannten wurden sodann in
Körbe geworfen, auf einen Wagen verladen, auf
den Viehfriedhof gebracht und dort eingegraben. Auch zehn deutsche Mädchen und fünf
Frauen wurden von einem Liquidierungstrupp der
Partisanen, bei dem sich eine Gruppe von acht
jungen slawischen Kolonisten aus Ruskodorf
besonders tierisch hervorgetan hat, in einem Raume
des einstigen, der dortigen Gutsherrschaft
gehörigrn Kastells, vor den Augen anderer
deutscher Frauen auf grausame Art gefoltert,
geschändet, vergewaltigt und liquidiert. Den
Frauen Katharina Kartje, Fanni Haß, Elisabeth
Martin, Margarete Frauenhofer und Anna Reff wurden
bei diesen Folterungen mit einer Beißzange
die Fingernägel abgerupft, danach auch die
Hände und Füße mit Holzhacken
abgeschlagen und sie so lange gequält, bis der
Tod eintrat. Danach wurden auch sie in den
Viehfriedhof gebracht und eingescharrt. Nach dieser
Bluttat war die Zimmerdecke über und über
mit dem Blute der Opfer bespritzt. Die übrigen Deutschen, die danach noch in
Ruskodorf im Lager waren, sind am 18. April 1945
aus ihrer Heimat fortgetrieben und ins Lager nach
Mastort und von dort Ende 1945 ins Lager nach
Molidorf gebracht worden. Ein großer Teil ist
dort meist durch Hunger zugrunde gegangen. In den
Häusern der Deutschen von Ruskodorf aber
sitzen jetzt slawische Kolonisten. Beodra Molidorf 3. Im
Nordosten des Banats: Treibjagd auf deutsche
Menschen Cernje In Cernje hatten bereits in den ersten Tagen des
Monates Oktober 1944 die Partisanen von den Russen
die Macht übernommen. Ihre Herrschaft war hier
grundlos grausam und blutig. Besonders grausam
zeigten sich hier die Zigeuner, die in der
Nähe von Deutsch-Cernje eine eigene Siedlung
hatten. Die Zigeuner waren arbeitsscheue Menschen,
die die überaus fleißigen Deutschen, die
es durch ihre Arbeit zu bedeutendem Wohlstand
gebracht hatten, wegen ihres Vermögens
beneideten. Mit den Serben waren jetzt auch die
Zigeuner als Kommunisten und Partisanen zur Macht
gekommen. Sie ließen die Deutschen auch ihre
Macht fühlen und benahmen sich besonders
brutal. Alles, was ihnen gefiel, nahmen sie
sogleich den Deutschen weg und wenn sie an einem
deutschen Mädchen oder an einer deutschen Frau
Gefallen fanden, haben sie, die neuen Herren, an
denselben ihre geschlechtlichen Gelüste
auszutoben versucht. Der erste Deutsche, der hier getötet wurde,
war Pfarrer Franz Brunet. Er ist bereits am 3.
Oktober 1944 aus dem Pfarrhof geholt und ganz
grundlos von den Partisanen erschossen worden.
Gleich darauf wurden die meisten deutschen
Männer durch Partisanenabteilungen aus ihren
Häusern geholt. Auch aus den Gemeinden der
Umgebung schleppte man sehr viele Deutsche
gefesselt hierher. Auch wurden sehr viele deutsche
Frauen von auswärts nach Cernje gebracht.
Zumeist waren es die wohlhabenderen Frauen und die
intelligenteren Deutschen, die hier als erste
gefoltert und getötet wurden. Sowie die
Transporte hier eintrafen, wurden sie in zwei
große Keller eingesperrt und darin durch
Wochen festgehalten. Meist in den Abendstunden
wurden Gruppen aus den beiden Kellern geholt und
stundenlang von Partisanen auf alle mögliche
Art mißhandelt und gequält. Jeder
Partisane durfte sich jetzt austoben, deutsches
Blut fließen lassen und Deutschen Glieder
oder Rippen brechen, Zähne einschlagen oder
sie auf irgend eine Art liquidieren. Ungeheuer
groß ist die Zahl jener deutschen Zivilisten,
die von diesen Folterungen nicht mehr zu den
anderen im Keller zurückgekehrt sind. Man
schaffte sie auf die Schinderwiese und verscharrte
sie dort, wie das verreckte Vieh. Sowie die Zahl
der Deutschen in diesen Kellern wieder geringer
wurde, brachte man immer wieder neue beiderlei
Geschlechts hierher, um sie auf die gleiche Art wie
die bereits Erschlagenen zu behandeln. Auch gegen die deutschen Frauen war man hier
besonders rücksichtslos und gemein. Man
behandelte sie unbeschreiblich tierisch. Eines
Abends haben die Partisanen aus dem einen der
beiden Keller u.a. auch eine schönere Frau
hervorgeholt. Lange hat diese alle möglichen
Quälereien durch die Partisanen ertragen
müssen. Mit Gewalt wurde sie dann ganz nackt
ausgezogen und da sie dennoch nicht nachgab, wurde
sie von den lüsternen Partisanen und Zigeunern
mit einem heißen Bügeleisen am ganzen
nackten Körper gebügelt. Mit schweren
Hautverbrennungen am ganzen Körper wurde sie
dann von den Partisanen wieder über die Stiege
hinab in den Keller gestoßen. Zwei Tage
hindurch hat sich diese Frau vor den Augen ihrer
Volksgenossen vor Schmerzen auf der Erde
gewälzt. Dann erst, nach 2 Tagen, ist sie
infolge der Hautverbrennungen im Keller
gestorben. Am 8. Oktober 1944 drang eine Gruppe
übermütiger, betrunkener Partisanen in
einen dieser Keller ein. Unter ihnen befand sich
auch ein besoffener Offizier, der eine
Maschinenpistole in der Hand hielt. Die Deutschen
mußten alle aufstehen und sich dicht
nebeneinander an der Mauer des engen Kellers
aufstellen. Der besoffene Offizier schoß in
seinem Übermut wahllos und grundlos aus
unmittelbarer Nähe in die knapp vor ihm
stehende Menschengruppe hinein. Sogleich
wälzte sich eine Anzahl Deutscher in ihrem
Blute. Manche von diesen, wie z.B. die Landwirte
Kampf Anton und Maier Josef aus Cernje, lebten -
der eine mit einem Lungenschuß, der andere
mit einem Knieschuß - noch einige Tage ohne
Verband und ohne ärztliche Hilfe in diesem
Keller. Erst am 12. Oktober wurden sie beide von
den Partisanen aus dem Keller geholt und vor dem
Keller erschossen. Inzwischen nahmen die
Folterungen und Einzelliquidierungen der im Keller
eingesperrten übrigen Deutschen Tag für
Tag und Nacht für Nacht ohne Unterbrechung
ihren Fortgang. Am 22. Oktober - es war Sonntag - mußten
alle übrigen Deutschen von Cernje, die noch
nicht in den Kellern waren, am Schinderplatz ein
großes Massengrab graben. Dasselbe war 25 m
lang, 6 m breit und 3 m tief. Am 24. Oktober, an
einem Dienstag, wurde von der neuen
Gemeindebehörde in allen Gassen von
Deutsch-Cernje und in dem Nachbarort
Serbisch-Cernje der Bevölkerung
öffentlich durch Trommelschlag verkündet,
daß alle Deutschen umgebracht werden. Die
serbische Bevölkerung und die Zigeuner wurden
eingeladen, auf den Schinderplatz zu kommen, um zu
sehen, wie die Deutschen öffentlich
massakriert werden. Und tatsächlich sind
daraufhin an diesem Tage um 2 Uhr nachmittags 174
Deutsche, darunter 50 Frauen, gefesselt aus den
Kellern, in denen sie sich seit Wochen befunden
hatten, herausgeführt, mit Draht aneinander
gebunden und unter ständigen
Mißhandlungen und unter Jubelgeschrei der
Partisanen und des Zigeunerpublikums auf den
Schinderplatz getrieben worden. Durch die
ständigen Mißhandlungen waren sie fast
alle bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Dort wurden
sie alle nackt ausgezogen und in Anwesenheit einer
großen Menge von Serben und Zigeunern
erschossen. Die Deutschen wurden gefesselt in
Gruppen an das Massengrab herangetrieben, dort
erschossen und von den Partisanen ins Grab
gestoßen. Die Kleider der Getöteten
wurden von den neuen Behörden auf einem Wagen
nach Cernje zurückgeführt, dort sortiert
und an die Serben und die Zigeunerbevölkerung
verteilt. Schon am nächsten Tage gingen diese
in den Kleidern der getöteten deutschen
Männer und Frauen herum. Kaum war diese Massenhinrichtung beendet, wurde
auch schon durch die neuen Behörden in allen
Gassen, in welchen noch Deutsche wohnten,
verkündet, daß am Abend die übrigen
Deutschen abgeschlachtet werden. Bewaffnete
Zigeuner liefen von Haus zu Haus und teilten den
zurückgebliebenen deutschen Frauen und
Mädchen mit, daß sie, die Zigeuner, nun
von der Behörde die Macht, das Recht und auch
den Auftrag in dieser Gemeinde bekommen
hätten, die deutschen Frauen und Mädchen
nach Belieben zu vergewaltigen und abzuschlachten.
Die damit angekündigte Schändung und
nachträgliche Abschlachtung durch die Zigeuner
wollten viele Deutsche angesichts der Vorkommnisse
kurze Zeit vorher nicht mehr abwarten. In ihrer
Verzweiflung haben daher an diesem 24. Oktober 1944
gegen Abend in dieser Ortschaft Cernje nicht
weniger als 75 anständige deutsche Menschen,
meist Frauen und Mädchen, sich selbst das
Leben genommen. Ganze Familien gingen freiwillig in
den Tod. Frauen warfen ihre kleinen Kinder in die
Brunnen und sprangen selbst nach, andere
Mütter nahmen ihre Kinder, hängten diese
auf und erhängten sich selbst daneben. Auch
der alte Bürgermeister Peter Stein hat mit
seiner Frau Susanne Selbstmord begangen. Johann
Goldscheck war auf die vorher geschilderte Art
getötet worden. Seine Frau und
Schwiegertochter wurden darauf in Anwesenheit
zweier ihrer Kinder von Zigeunern vergewaltigt.
Gleich darauf haben sich deshalb alle vier das
Leben genommen. Die Frau des Kaspar Rottenbach,
namens Eva, die Frau seines Sohnes Johann, namens
Maria, und die Mädchen dieser beiden im Alter
von 20 bzw. 22 Jahren wurden ebenfalls von
Zigeunern vergewaltigt. Darauf begingen alle sechs
Selbstmord. Sie hängten sich auf dem Dachboden
ihres Hauses in einer Reihe auf. Das sind nur
einzelne Beispiele. Sie lassen darauf
schließen und sie beweisen, wie ungeheuer
grausam das neue volksdemokratische Regime der
kommunistischen Partisanen und Zigeuner in dieser
Ortschaft gewütet hat. Nachdem in den Todeskellern von Cernje, wohin
aus den Gemeinden der Umgebung täglich noch
immer neue Opfer gebracht worden waren, schon sehr
viele liquidiert waren, wurden die
Übriggebliebenen am 25. Oktober aus den beiden
Kellern hervorgeholt. Es waren noch 480 lebendige
Deutsche, darunter 30 Frauen. Diese alle wurden
wieder mit Stricken und Draht aneinander gebunden
und von schwer bewaffneten Partisanen unter
ständigen Schmähungen und
Mißhandlungen auf das benachbarte
landwirtschaftliche Gut "Julija Major" getrieben.
Von dort aus sollten sie auf verschiedene schwere
Zwangsarbeiten geführt werden. Auch da wurden
bei den verschiedensten Gelegenheiten, einzeln oder
in Gruppen, noch viele auf die grausamste Art
getötet. So wurden am 15. und 16. November 1944 hundert
Deutsche auf einmal erschossen. Darunter befanden
sich 67 Bauern aus der rein deutschen Ortschaft
Stefansfeld und 33 Deutsche aus Pardanj. Diese
Erschießung erfolgte auf Anordnung einer
serbischen Frau, einer Partisanin. Ihr Mann hatte
sich im Jahre 1941 als Einzelner mit der Waffe in
der Hand den in das Land einrückenden
deutschen Truppen entgegengestellt, hatte auf sie
geschossen und war im Kampf gefallen. Dafür
wollte seine Frau jetzt nachträglich das Blut
von hundert wehrlosen, unbewaffneten deutschen
Zivilisten fließen sehen und hat diesen ihren
Willen auch durchgesetzt. Unter den in den Kellern eingesperrten deutschen
Zivilisten befanden sich auch deutsche
Flüchtlinge aus Rumänien und ein
kriegsgefangener deutscher Offizier namens Hans
Konrad aus Hatzfeld. Dieser war infolge der
körperlichen Verletzungen, die er bei den
Folterungen durch die Partisanen erlitten hatte,
arbeitsunfähig geworden. Aus diesem Grunde
wurde seine Liquidierung von den Partisanen
angeordnet. Im Lager selbst befand sich auch seine
Frau. Als er zum Erschießen geführt
wurde, verließ sie ihre Arbeitsgruppe und
eilte zu ihm. Sie erreichte ihn gerade, als man ihn
erschießen wollte. Sie hängte sich in
ihm ein und erklärte, sich von ihm nicht
trennen zu wollen. Sie wurden beide gleichzeitig
erschossen, obwohl sie keine jugoslawischen
Staatsbürger gewesen sind. Dies geschah am 9.
November 1944. Am selben Tage wurden insgesamt 11
Personen liquidiert. Es waren dies meist Kranke und
solche, die durch die Folgen und Verletzungen von
Mißhandlungen arbeitsunfähig geworden
waren. Der Lagerkommandant, der diese
Erschießungen angeordnet hatte, stammte aus
Ban. Karadjordjevo. Er hatte schon vorher in
Kikinda zahlreiche Deutsche erschossen und sich
später dieser Taten in "Julija Major"
gerühmt. In der kalten Silvesternacht 1944/45 wurden alle
deutsche Lagerinsassen gegen Mitternacht aus ihren
Unterkünften gejagt. Sie mußten zuerst
lange im Schnee und in der Kälte im Freien
stehen und warten, dann auf Befehl der Partisanen
ungefähr eine Stunde lang im Schnee "auf und
nieder" machen. Wer aber nicht schnell genug
jedesmal auf- und niedersprang, wurde
fürchterlich geschlagen. Auch die Frauen
mußten diese nächtlichen Übungen
mitmachen. Eine schwangere junge deutsche Frau
namens Theresia Moll aus Tschesterek, die Gattin
eines aus Rumänien stammenden deutschen
Offiziers, ist trotz ihrer rumänischen
Staatsbürgerschaft und ihres Hinweises auf
ihren Zustand gezwungen worden, die ganze Zeit in
der Kälte und im Schnee mit allen anderen
Männern und Frauen dieselbe Übung zu
machen. Sie hat bald nach diesen Quälereien
ein Kind geboren, das aber gleich gestorben
ist. Diese Folterung wurde von den Partisanen damit
begründet, daß in derselben
Silvesternacht über den Rundfunk ein deutscher
Minister eine Rede hielt, und so lange diese Rede
dauerte, sollten im Lager die wehrlosen deutschen
Zivilisten, Männer und Frauen, einer
Massenquälerei unterworfen sein. Am 18. April
1945 sind dann auch die letzten Deutschen, die noch
da und dort in der Ortschaft Cernje am Leben
geblieben waren, aus ihren Häusern vertrieben
und ins Konzentrationslager verbracht worden. Schon
am 19. April wurden unter diesen wieder 22 alte
Leute, die nicht mehr arbeiten konnten,
ausgewählt, abends aus dem Lager getrieben und
ohne Grund und ohne Verfahren, nur deshalb, weil
sie alt und arbeitsunfähig waren, am
Schinderplatz erschossen. Oft sind auch an den
folgenden Tagen zur Nachtzeit deutsche Frauen und
Männer herausgeholt und grundlos umgebracht
worden. Auch viele junge Frauen sind in der Nacht
fortgeführt worden und für immer
verschwunden. Die meisten von ihnen sind wohl am
Schinderplatz in Cernje begraben. Karoline Bockmüller aus Deutsch-Czerne
berichtet: Vergewaltigt wurden die Schwestern Maria und
Susanne Rottenbach sowie Sophie B., welche
später auch ein Kind bekam. Von sechs Mann
vergewaltigt wurde Therese Hönig und so schwer
verletzt, daß sie nicht mehr gehen, sondern
nur noch am Boden rutschen konnte. Desweiteren
wurden vergewaltigt: Katharina und Gertraut
Goldscheck. Therese Hönig und ihre Mutter
sowie die Schwestern Goldscheck und Rottenbach
erhängten sich am nächsten Tag auf dem
Dachboden. Lebend blieb von den vergewaltigten
Frauen und Mädchen nur Sophie B. Am 5. Oktober gingen dann Gruppen einheimischer
Zigeuner im Ort herum und riefen in jedes deutsche
Haus hinein, daß sämtliche Einwohner auf
der Hutweide zu erscheinen haben, wo sie dann
erschossen werden. Zigeuner und Partisanen gingen
auch in die Häuser und holten eine Anzahl
Männer sowie jene Frauen, deren Männer
eingerückt waren, und sperrten sie in den
Gemeindekeller. Auf diese Nachricht hin haben sich
in Deutsch-Czerne 54 Personen, Männer, Frauen
und Kinder erhängt, vergiftet oder sie sind in
die Brunnen gesprungen und haben sich
ertränkt. Am 7. Oktober 1944 wurde unser Ortspfarrer,
Franz Brunnet, von den Partisanen abgeholt und auf
das Gemeindeamt geführt. Dort wurde er
zusammen mit vier anderen Männern so schwer
verprügelt, daß sie nicht mehr gehen
konnten. Da forderten die Partisanen den Pfarrer
auf, er möchte doch fortspringen; wenn er
über den Zaun springen könne, bliebe er
am Leben. Der Pfarrer begann mit dem Aufgebot
seiner letzten Kraft zu laufen und versuchte den
Zaun hinaufzuklettern. Als er fast oben war,
schossen ihn die Partisanen herunter. Die
übrigen Männer, die mit dem Pfarrer
verprügelt wurden, hat man, nachdem der
Pfarrer tot war, erschlagen. Nachher wurde die
Pfarrköchin, Frau Klementine, geholt, welche
das Blut wegwaschen mußte. Andere Frauen, die
täglich zu Reinigungsarbeiten auf das
Gemeindeamt kamen, mußten den Pfarrer und die
erschlagenen Bürger am Schinderplatz begraben.
Im Gemeindekeller von Czerne waren außer den
Männern aus Deutsch-Czerne noch in
größerer Zahl eingesperrt deutsche
Männer aus den umliegenden Ortschaften:
Stefansfeld, Setschanj, Heufeld, Mastort usw. Am 8. oder 9. Oktober 1944, genau weiß ich
es nicht mehr, bat ein gewisser Franz Hoffmann
einen Partisanen im Gemeindekeller, er möchte
ihn doch erschießen, da er die Qualen, die
die Männer im Keller erdulden mußten,
nicht mehr länger ertragen könne. Der
Partisane schoß ihn nieder, daraufhin erhoben
sich mehrere Männer und baten ebenfalls, man
möge sie erschießen. Ein Partisane
schoß nun mit der Maschinenpistole über
die Männer weg und traf drei Mann: Peter
Weissmann, Nikolaus Tabar und Josef Mayer, sie
waren aber nicht gleich tot, sondern nur schwer
verletzt und wurden dann noch lebend am
Schinderplatz begraben. Männer und Frauen, die im Gemeindekeller
eingesperrt waren, wurden jede Nacht aus dem Keller
geholt und verprügelt, aber auch im Keller
selbst mißhandelt. Es waren auch Kinder von
15 Jahren dabei. Sie waren durch die schweren
Mißhandlungen so entstellt, daß wir
sie, als sie zwei und zwei aneinandergebunden von
den Partisanen zum Erschießen auf den
Schinderplatz geführt wurden, nicht mehr von
Angesicht erkennen konnten, nur noch an der Stimme
oder an den Kleidern, die ihnen meist in Fetzen vom
Körper herunterhingen. Die Erschießungen dauerten vom 12.10. bis
7.11.1944. Jeden Tag wurden einige erschossen, die
letzten am 7.11.1944, dann wurde das Massengrab
zugemacht. Nach den einzelnen Erschießungen
wurde über die Leichen nur Kalk
geschüttet. Vor jeder Erschießung
ließen die Partisanen austrommeln, daß
jedermann den Hinrichtungen zusehen könne. Die
Opfer mußten sich am Schinderplatz nackt
ausziehen, vor das Massengrab treten, wo sie dann
den Genickschuß erhielten und in das
Massengrab fielen. Manche von den Erschossenen
waren nicht gleich tot, sondern jammerten noch den
ganzen Tag und oft auch noch die Nacht hindurch,
bis der Tod sie erlöste. Unser Schullehrer,
Franz Kremer und Hans Goldscheck sowie Katharina
Schillinger wurden von den Partisanen und Zigeunern
vom Gemeindekeller bis zum Schinderplatz an den
Kopfhaaren geschleift und jammerten dabei
fürchterlich. Frau Schillinger war von dem
empfangenen Schuß nicht gleich tot, sie
jammerte noch am nächsten Tag und kroch im
Massengrab herum. Da bekamen die Zigeuner den
Auftrag, sie mit Schaufeln und Spaten zu
töten, was sie dann auch durchführten.
Das Massengrab war ungefähr 29 Meter lang,
10-15 Meter breit und so tief, daß drei Lagen
Tote übereinander geschichtet wurden. Aus
Deutsch-Czerne allein wurden, soweit ich mich
erinnern kann, folgende Männer und Frauen
erschossen und in diesem Massengrab am
Schinderplatz bestattet (Frau Bockmüller
zählt 52 Namen auf). An alle kann ich mich
nicht mehr erinnern. Am 27.11.1944 mußten wir
arbeitsfähigen Männer und Frauen uns zur
Arbeit melden. Es wurden drei Gruppen gebildet.
Eine Gruppe von Männern und Frauen kam in die
Hanffabrik, die zweite mußte aufs Feld und
die dritte, die hauptsächlich aus älteren
Leuten bestand, mußte
Aufräumungsarbeiten verrichten, Möbel
oder Getreide aus den deutschen Häusern
verladen. Auf der Arbeit, sowohl am Felde wie in
der Hanffabrik oder auch in den Häusern,
wurden die Leute von den Partisanen ständig
angetrieben, geschlagen, und es wurde ihnen mit
Erschießung gedroht, wenn sie nicht
genügend Arbeit leisten würden. So
mußte auch meine 70jährige Mutter,
Katharina Bockmüller, Möbel verladen.
Einmal, als sie einen schweren Kasten nicht
aufheben konnte, wurde sie von den Partisanen und
Zigeunern so geschlagen, daß sie in Ohnmacht
fiel. Am 27.12.1944 Nachmittag wurde ausgetrommelt,
daß sich alle Mädchen und Frauen vom 18.
bis 30. Lebensjahr sowie die Männer und
Burschen vom 18. bis 45. Lebensjahr am
nächsten Morgen um 4 Uhr am Gemeindehaus
melden müssen. Mitzubringen sind Lebensmittel
für 14 Tage und Wäsche zum Wechseln.
Diese Leute wurden dann in Viehwaggons verladen,
die Fenster und Türen der Waggons
verschlossen, und der Transport mit 80 Mädchen
und Frauen und 35 Burschen und Männern ging
nach Rußland ab. Wie ich von meinen
Angehörigen erfahren habe, spielten sich am
Bahnhof herzzerreißende Szenen ab; die Eltern
durften sich von ihren Kindern nicht verabschieden
und waren ganz verzweifelt. Ich selbst war damals
krank und mußte liegen. Gegen Ende Februar 1945 mußten wir
jüngeren Frauen, die noch zu Hause geblieben
waren, die Leichen derjenigen, die sofort nach dem
Einmarsch der Partisanen sich erhängt oder
vergiftet hatten, und damals, weil niemand von uns
auf die Straße gehen durfte, nur in den
Gärten begraben worden waren, ausgraben und in
einem Massengrab am Friedhof bestatten. Die Leichen
waren zum Teil schon verwest, und wir mußten
sie aus den Löchern mit Spitzhacken
herausziehen, wobei einzelne Körperteile
abrissen. Die Partisanen wollten, daß wir die
Leichen mit den Händen ausscharren, doch haben
Serben von Serbisch-Czerne das verhindert. Am 18.3.1945 kam ich mit weiteren vier Frauen
aus Czerne nach der Luise-Pusta bei Etschka. Hier
war ein Arbeitslager von ca. 100 Frauen und 50
Männern aus den verschiedenen Gemeinden des
Banats untergebracht. Ich wurde mit 19 anderen
Frauen in einem Raum von 5 x 5 Meter untergebracht.
Wir mußten auf dem Fußboden (mit etwas
Stroh bestreut) schlafen, der nicht mit Brettern
belegt, sondern gestampfte Erde war. Auch war keine
Heizmöglichkeit vorhanden und das ganze Haus
war voll Ungeziefer (Ratten, Mäuse etc.). Zum
Waschen und Reinigen mußten wir zum
nächsten Bach gehen und hatten auch keine
Seife oder Waschmittel, da die Partisanen uns diese
gleich weggenommen haben. Zum Essen gab es: Um 7
Uhr früh einen halben Liter eingebranntes
Wasser, ohne Fett und ohne Salz, 100 bis 150 Gramm
Maisbrot; mittags gab es, alle zwei Monate
abwechselnd, Bohnen- oder Erbsensuppe ohne Salz und
ohne Fett und 100 bis 150 Gramm Maisbrot. Zum
Abendessen gab es dasselbe wie zu Mittag. Wir
arbeiteten ausschließlich am Felde, und zwar
von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Wir wurden
bei der Arbeit ständig getrieben und
geschlagen. Im September 1945 kam ich mit noch weiteren 20
Frauen nach Elisenheim, wo wir das Vieh zu
versorgen hatten. Wir wurden alle in einem Haus
untergebracht und schliefen auf etwas Stroh auf dem
Fußboden. Der Kommandant war hier zu uns gut,
er kaufte aus eigenem Geld zuzügliche
Lebensmitte, weil er nicht zusehen wollte,
daß wir bei unserer schweren Arbeit so
schwaches Essen bekommen und hungern müssen.
Hier in Elisenheim habe ich mich entschlossen, zu
flüchten, d.h. nachzusehen, wo meine Tochter
ist, wurde jedoch von einer Kroatin verraten und
strafweise nach dem Fischteich in Etschka
versetzt. Am 10.5.1946 flüchtete ich dann mit einer
Lagerinsassin gemeinsam nach Rudolfsgnad, weil ich
erfahren hatten, daß sich meine
17jährige Tochter dort befinde und daß
sie einen Knaben geboren habe. Als ich in
Rudolfsgnad ankam, erfuhr ich, daß meine
Tochter Maria am 8. April 1946 und ihr 12 Monate
altes Kind einige Zeit nachher, beide an Hunger
gestorben waren. Ich mußte mich in
Rudolfsgnad bei der Lagerkommandantur anmelden und
wurde in einen Raum mit noch ca. 20 Erwachsenen und
10 Kindern eingewiesen. Auch da schliefen wir auf
etwas Stroh auf dem Fußboden. Einige im Raum
waren an Wassersucht erkrankt und waren ganz
aufgeschwollen. Sie starben bald nachher. Das Essen
war dasselbe wie in den übrigen Lagern. Nur
diejenigen, die zur Arbeit gingen, bekamen noch
einen Schöpflöffel Polenta dazu. Sofort nach der Aufnahme meldete ich mich zur
Arbeit und mußte im Wald Holz hacken und Rohr
schneiden für die Lagerbäckerei. Am 8.
Mai 1947, als mein Enkel gestorben war,
flüchtete ich aus dem Lager Rudolfsgnad noch
Molidorf, um meine Mutter zu suchen. Dort erfuhr
ich, daß meine Mutter und meine Tante im
Lager verhungert sind. Aus meiner Verwandtschaft
starben den Hungertod oder wurden erschossen:
insgesamt 56 Personen. Bei meiner Ankunft im Lager
waren fast alle Lagerinsassen krank, sie
saßen im Hof unter den Bäumen oder lagen
im Hof und in den Gärten herum, wo sie dann
auch verschieden sind. Sie jammerten vor Hunger und
Schmerz und boten einen unbeschreiblich traurigen
und trostlosen Anblick. Sogar diese armen,
sterbenden Menschen wurden von den Partisanen noch
geschlagen und getreten, so oft sie an ihnen
vorbeigingen. Am 20. August 1947 flüchtete ich
aus dem Lager Molidorf, da das Leben dort immer
unerträglicher wurde, nach Rumänien. Hier
fand ich meinen Onkel und meine Tante, mit denen
ich dann im Januar 1948 über Ungarn nach
Österreich und von da nach Deutschland
flüchtete." Stefansfeld Dies ist die traurige Bilanz meiner
Heimatgemeinde. Auch ich war mit den 135 Personen
mit dabei. Der Abtransport aus dem
berüchtigten Lager Nr. 1 aus
Groß-Betschkerek erfolgte am 28.12.1944. Am
4. Oktober wurde ich in obiges Lager eingeliefert.
Es fanden laufend Liquidierungen statt. Die
größte Anzahl bei den Liquidierungen
waren in einer einzigen Nacht 172 Leute. Ich selbst
wurde durch das Eingreifen von einflußreichen
Serben davon bewahrt. Über die verschiedenen
Versionen vom Verbleib des ehemaligen Obmanns des
Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes Johann Keks,
kann ich folgendes berichten: J.Keks wurde in der
zweiten Hälfte Oktober 1944 in unser Lager
eingeliefert. Er wurde mehrmals schwer
mißhandelt. Mein Landsmann Dr. Peter Awender,
der mit mir das Strohlager teilte, war sozusagen
der Lagerarzt. Eines Abends im November berichtete
er mir, daß er gerade von J.Keks komme, der
mit einer Blutvergiftung durch eine Phlegmone
schwer krank darniederliege und die Nacht kaum mehr
überleben werde. Auch berichtete er mir was
ihm J.Keks mit schwerem Herzen erzählte. Bevor
die Rote Armee in Betschkerek einmarschierte hat
ihn der Volksgruppenführer Sepp Janko besucht
und ihm nahegelegt sich noch rechtzeitig nach dem
Westen abzusetzen. Er aber habe Dr. Janko
erklärt, er wird verbleiben, er sei schon ein
alter Mann und es wird ihm wohl schon kaum etwas
passieren. In Wirklichkeit aber wurde er schon
vorher von einigen serbischen bürgerlichen
Persönlichkeiten ersucht zu verbleiben, um so
wie sich es die Serben vorgestellt hatten, als
Vertreter der Deutschen zu fungieren. Nun aber
sieht er woran er ist. Seine Gutgläubigkeit
den Serben gegenüber und seine
Unaufrichtigkeit Dr. Janko gegenüber,
muß er nun mit dem Leben bezahlen. J.Keks ist
noch in der gleichen Nacht gestorben. Es war sonst
die Regel alle die bei Nacht gestorben oder
erschlagen wurden, noch vor dem Morgengrauen zu
verscharren. Mit Keks machten sie eine Ausnahme.
Erst um 9 Uhr wurde er zum Verscharren freigegeben.
Josef Awender aus Ernsthausen und ich haben uns
freiwillig gemeldet und haben ihn gegenüber
vom serbischen Friedhof begraben. Seine Kleidung
durfte ihm anbelassen bleiben. |