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Semlin Die sowohl in Syrmien als auch in Slawonien die
ganze Kriegszeit hindurch andauernden und
zweitweise immer wieder stärker aufflackernden
Kämpfe der Partisanen gegen kroatische und
deutsche Truppen, namentlich aber das Verhalten der
Partisanen gegenüber der an den Kämpfen
ganz unbeteiligten Zivilbevölkerung, waren ein
gründlicher und anschaulicher Unterricht
darüber, was unschuldige Menschen zu
bewältigen haben, wenn diese Bestien einmal
zur Macht und dazu kommen, ungestört und
hemmungslos die Bestialitäten auszuüben,
mit denen sie jahrelang die Bevölkerung der
Gebiete in Schach und Bann gehalten haben, in deren
Umgebung sie operierten oder zeitweise sogar die
Oberhand hatten. Maßlos brutal und satanisch
verübten sie während des ganzen Krieges
schon an serbischen, kroatischen und deutschen
Bevölkerungsteilen, die nicht offen auf ihrer
Seite standen, die gräßlichsten
Bestialitäten. Die königstreuen Serben
hatten unter ihnen genau so zu leiden, wie die
Kroaten und Deutschen. Durch die Vorkommnisse der
Kriegsjahre darüber belehrt, was auch
schuldlose Menschen zu erwarten haben, wenn sie
schutzlos der Willkür kommunistischer
Partisanen überantwortet sind, hat das
Deutschtum Syrmiens und Slawoniens zum
überwiegenden Teil noch im Herbst 1944 die
Heimat verlassen. Wie richtig sie gehandelt haben,
haben die späteren Ereignisse auch bald
gezeigt. Gleich in den ersten Tagen der
Partisanenherrschaft wurden die Deutschen
zusammengetrieben und größtenteils auch
gleich erschossen. Die Massenerschießungen in
Syrmien und Slawonien waren zugleich die
größten und grauenhaftesten, die
Zwangsarbeitslager die berüchtigsten. Semlin an der Donau und gegenüber von
Belgrad auf der anderen Seite der Save-Mündung
gelegen, hatte besonders durch die Eingemeindung
der deutschen Nachbarorte eine
zahlenmäßig starke deutsche
Bevölkerung. Schon im Oktober 1944 wurde auf
dem Ausstellungsgelände (Sajmiste) ein
Konzentrationslager errichtet. Mehrere tausend
deutsche Menschen sind im Verlaufe der Zeit von
überall dorthin gebracht worden.
Überwiegend stammten sie aus dem Banat und der
Batschka. Das Lager bestand aus vier Baracken, von
denen drei mit Männern und eine mit Frauen
belegt war. Bei schlechtester Ernährung, die
zuweilen schlechter als in den Zwangsarbeitslagern
der Batschka und des Banats war, wurden alle
täglich zu den schwersten Zwangsarbeiten
eingesetzt. Viele, namentlich aber die, die schon
so weit geschwächt oder krank geworden waren,
daß sie nicht mehr arbeiten konnten, wurden
erschlagen oder erschossen. Ein ehemaliger Insasse dieses Lagers
berichtet darüber folgendes: Oft geschah es, daß Arbeiterpartien
tagsüber trotz ununterbrochener Arbeit
keinerlei Nahrung bekamen. Abends gab es eine
wässerige Bohnen-, Kartoffel- oder Erbsensuppe
und täglich 40 bis 45 Dekagramm Brot. In den
Nächten mußte im Lager in zwei Schichten
Erde gegraben werden. Wer kein Werkzeug hatte,
mußte den Grund mit den Händen aufladen
oder etwa 100 Meter weit in den Händen auf den
dafür bestimmten Platz tragen. Eine Schicht
arbeitete nach der Rückkehr von den
auswärtigen Arbeitsplätzen bis
Mitternacht, die andere nach Mitternacht, um dann
mit einer der Arbeiterpartien auszurücken und
weiterzuarbeiten. Oft mußten aber auch beide
Schichten die ganze Nacht durcharbeiten. Wer nicht
mehr konnte und von dem Arzt einen Zettel bekam,
durfte einige Tage in der Ambulanz ruhen. Bis Ende
März war das Lager ohne Arzt. Seines Amtes
waltete ein Partisane, der die Mißhandlungen
und Erschießungen leitete und auch
durchführte. Er ließ sich Doktore!
nennen und entschied auch darüber, wer krank
ist oder nicht. Aus der Ambulanz wurden alle paar
Tage die Kranken nach Belgrad ins Lazarett
geschickt. Abends mußten sie sich auf den Weg
machen. Solchen, die nicht mehr gehen konnten,
mußten andere helfen und sie mitschleppen.
Sie wurden etwa 100 Meter vom Lager weggeführt
und dort erschossen. Diese Aktionen leitete immer
der Doktore. Bei einer solchen Aktion kam auch der
Karlsdorfer Martin Berger und der
Weißkirchner Jakob Kuhn ums Leben. In der Nähe des Flugplatzes lebte eine
Zigeunerfamilie mit einem achtjährigen Jungen.
Der Junge kam fast täglich auf den Flugplatz
zu Besuch und konnte sich dort einen Mann nach
eigenem Belieben auswählen und mit seinem
Stock so lange schlagen, als er Lust hatte. Drehte
sich einer der anderen um, um dieses
häßliche Schauspiel nicht zu sehen, kam
er an die Reihe. Wagte es aber gar einer, ein Wort
über dieses schändliche Treiben zu
verlieren, mußte er sich sofort niederknien,
die Hände auf den Rücken legen und bekam
es dann von den Posten mit dem Gewehrkolben. Es
trug sich einmal auch zu, daß einer, nachdem
er schon einige harte Hiebe bekommen hatte, den
nächsten Streich mit der Hand abzuwehren
versuchte. Er wurde sofort gefesselt und noch in
der Nacht und am nächsten Tag aufs grausamste
mißhandelt. Er hatte weder an
Füßen noch an Händen einen heilen
Knochen. In der folgenden Nacht mußte die
ganze Lagerbelegschaft antreten. Ein Partisane
verlas vor allen einen Befehl des
Lagerkommandanten, wonach der bewußtlos auf
dem Boden liegende Mann sofort zu erschießen
sei. Er wurde an Ort und Stelle im Lagerhof
eingescharrt." Am 12. Februar wurde eine Arbeitergruppe von
etwa 600 Mann zusammengestellt und nach Mitrowitz
in Marsch gesetzt. Dort wurden der Gruppe noch 400
Männer aus Apatin angeschlossen, die dann die
Eisenbahnstrecke Schid-Vodjinci instandsetzen
mußten. Die schweren Eisenbahnschwellen
mußten sie dort im Laufschritt an die Stelle
tragen, wo sie gebraucht wurden. Meist mußten
die Männer damit 600 bis 1.500 Meter
zurücklegen. Wer nicht mehr konnte, wurde
erschossen. Die ersten Tage bekamen die Männer
überhaupt nichts zu essen. Einige Tage nachher
gab es nur einen Viertelliter Einbrennsuppe und 10
Dekagramm Brot. Alles ohne Salz. Als die Fassung
dann später auf einen halben Liter Erbsen-
oder Bohnensuppe und 30 bis 40 Dekagramm Brot
erhöht wurde, waren die Erbsen- und
Bohnenkörner meist hart und ungenießbar.
Nach kurzer Zeit hatten alle starken Durchfall, der
durch die große Hitze und das viele
Wassertrinken in seiner lähmenden und
kräftezersetzenden Wirkung
lebensgefährlich wurde und so um sich griff,
daß am 16. Mai die Arbeit abgebrochen werden
mußte, weil keine 50 Männer mehr
arbeitsfähig waren. Von den 400 Männern
aus Apatin konnten am 27. April 339 nach Apatin
zurückgeschickt werden. Schon am nächsten
Tage wurden am Bahnhof von Slankovci 12 kranke
Männer erschossen. Darunter befand sich auch
der sechzigjährige Michael Fraß aus
Zychidorf (Mariolana). Von der Gruppe, die aus dem
Semliner Lager stammte und am 25. Mai auch wieder
nach Semlin zurückgebracht wurde, fehlten 112
Mann. Sie waren alle erschlagen oder erschossen
worden. Am 29. Mai wurden 300 inzwischen
arbeitsunfähig gewordene Männer nach
Batschki Jarek in das dortige Internierungslager
überstellt. Es waren meist Männer, die an
der Bahnstrecke gearbeitet hatten. Im September
1945 wurde das Semliner Lager nach Mitrowitz
verlegt. Alle, die einige Monate im Semliner Lager
waren, waren in kurzer Zeit so gealtert, daß
sie selbst von nahen Angehörigen nicht mehr
erkannt werden konnten. Junge Männer sahen
nach kurzer Zeit wie alte Greise aus und hatten
meist keinen einzigen Zahn mehr. Von Semlin und
Mitrowitz sind nur mehr Menschenwracks
zurückgekehrt, bei deren Anblick man von
Schrecken erfaßt wurde. Ruma Mitrowitz Noch im Jahre 1946, lange nach Beendigung des
Krieges, hat hier die Lagerbehörde ungestraft
deutsche Menschen ohne Verfahren und grundlos
getötet. Auf besonders grausame Art sind hier
noch im September 1946 der deutsche Arzt, Dr. Franz
Ehrlich und seine Gehilfin, die Krankenschwester
Juli, durch die Lagerbehörde unter
unmittelbarer Leitung des Lagerkommandanten
abgeschlachtet worden. Der erstere hatte als Arzt
die Verpflichtung, das Buch zu führen, in
welchem die Namen der im Lager erkrankten Personen,
ihre Krankheit und die Ursache ihres Todes
einzutragen war. Er hat alles wahrheitsgetreu
geführt und angegeben, wer verhungert ist, an
den Folgen von Folterungen zugrunde gegangen oder
von den Partisanen erschlagen worden ist.
Darüber ärgerte sich die
Lagerbehörde und drohte ihm. Sie verlangte,
daß er irgendwelche andere Krankheiten
erfinden und als Todesursache angeben solle. Er
blieb aber bei der Wahrheit. Darauf ließ der
Kommandant die Gehilfin des Dr. Ehrlich, die
19jährige aus Ruma stammende Krankenschwester
Juli, in den Bunker werfen. Sie war ein
schönes Mädchen. In der Nacht ging der
Lagerkommandant in den Bunker und vergewaltigte sie
dort. Über ihre Bitten hat sie Dr. Ehrlich
tags darauf untersucht und das geschehene
Verbrechen in einem ärztlichen Protokoll
festgehalten. Darauf wurde er zu dem Kommandanten
gerufen, der von ihm eine Änderung des
Gutachtens verlangte. Dr. Ehrlich tat es nicht. Er
blieb bei der Wahrheit. Er wollte nicht lügen.
Daher wurde er gleich darauf in der Nacht aus dem
Lager fortgetrieben. Auch die Krankenschwester Juli
führte man gleichzeitig fort. Man schleppte
beide zum Ufer der Save. Dort wurden sie
fürchterlich gefoltert und dann gegen Morgen
mit Messern abgeschlachtet. Ihre Leichen warf man
in die Save. Sie schwammen jedoch nicht fort,
sondern blieben im seichten Wasser am Ufer liegen.
Es waren ihnen die Köpfe abgeschnitten.
Serbische Zivilpersonen haben dieser Massakrierung
zugesehen. Im Frühjahr 1947 ist dann dieses Lager nach
Sremski Jarek übersiedelt und in einer
Maisdörranlage und in einem Magazin
untergebracht worden. Von den vielen Tausenden, die
in diesem Lager waren, lebten nur mehr 400. Vukovar Ein zweiter, bedeutend größerer Teil
der am 24. April vertriebenen Bevölkerung
wurde auf die Ovtschara-Puszta des Grafen Elz
gebracht. Es waren etwa 160 Personen. Sie wurden
Ende Mai nach Jarek getrieben. Ein dritter Teil war
noch am 24. April an die Tschechische Agentur an
der Donau gebracht worden. Es waren ohne die Kinder
etwa 200 Personen. Sie wurden als dritter Transport
nach Jarek getrieben. Ein fünfter Transport
wurde aus arbeitsfähigen Frauen und
Männern zusammengestellt und nach Mitrowitz
und Schid zum Eisenbahnstreckenbau gebracht. Es
waren 200 Personen. Nach einiger Zeit wurden sie,
durch Erschöpfung arbeitsunfähig
geworden, nach Jarek gebracht. Der
größte Teil von ihnen war jedoch in
Mitrowitz zugrunde gegangen. Nach Jarek kamen nur
mehr einzelne von ihnen. So kam von vier
Brüdern, die nach Mitrowitz gebracht worden
waren, nur mehr einer zurück und auch der
starb schon nach vier Tagen in Jarek. Am 7. August wurden erneut 62 Personen aus ihren
Häusern getrieben. Es waren vorwiegend solche,
die angegeben hatten, Kroaten zu sein, aber
deutsche Namen hatten. Etwa 40 von ihnen wurden
nach Jarek gebracht, und etwa 20 nach Valpovo. Nur
mehr wenige von ihnen kamen von Valpovo im Juni des
nächsten Jahres nach Jarek. Nach Valpovo
wurden auch noch im November etwa 40 Personen
getrieben. Auch von diesen sind nur mehr einzelne
lebend wieder zurückgekehrt. Am 4. Januar
wurden nochmals etwa 60 Personen aus ihren
Häusern getrieben und nach Valpovo gebracht.
Unter diesen befand sich auch die 76jährige
Wohltäterin des Ortes, Elisabeth Kleiber. Sie
hat in den früheren Jahren ein großes
Heim für Waisenkinder aus eigenen Mitteln
errichten und einrichten lassen. Sie hat die Kinder
im Waisenhaus meist auch erhalten. Als sie
vertrieben wurde, wohnte sie selbst auch in diesem
Heime und legte für ihren Lebensabend kein
Gewicht darauf, auch ihr eigenes Vermögen zu
behalten. Dennoch wurde die große
Wohltäterin, die ihr ganzes Leben nur Gutes
stiftete und sich der Armen annahm, vertrieben und
nach Valpovo verschleppt. Sie ist dort auch
gestorben. Als das Jareker Lager nach Kruschevlje
verlegt wurde, lebten von den vielen Hunderten
Vukovarer, die im Laufe der Zeit nach Jarek
gebracht worden waren, noch 12 Personen. Alle
übrigen waren inzwischen gestorben. 2. In
Slawonien waren Arbeit und Hunger "Zeichen der
Milde" Esseg-Josipowatz Valpovo Wie alle Lager Slawoniens, war auch dieses kein
ausschließliches Internierungslager. Es
umfaßte auch eine große Zahl
arbeitsfähiger Belegschaft, die ungefähr
die Hälfte davon ausmachte und dann auch als
Zwangsarbeiter verwendet wurde. Wie allgemein in
Slawonien, bestand die Brutalität der
Vernichtung auch hier weniger in
Erschießungen und Folterungen, sondern
vielmehr in der Methode, Tausende von Menschen in
kurzer Zeit zu Tode zu hungern, ihre
Widerstandskräfte zu zermürben und sie
für den Befall verschiedenster und
gefährlicher Krankheiten reif zu machen. Die
Wachmannschaft der Partisanen bekannte sich in
diesem Lager ganz offen zu dem Grundsatz, daß
sie "keinen umbringen, sondern diese Arbeit dem
Kessel überlassen wolle". Neben zahlreichen
und oft tage- und wochenlangen Bunkerstrafen sind
nach dem Mai 1945 Folterungen und Quälereien
an einzelnen Personen keine mehr vorgekommen. Ein
einziger wurde vor der ganzen Lagerbelegschaft mit
Genickschuß deswegen getötet, weil er
das Lager verlassen und in dem Nachbarort Brot
gebettelt hatte. Das Essen bestand aus einem Frühstück,
zu dem aus irgendwelchen Blättern Tee gekocht
wurde. Zucker gab es keinen. Zu Mittag gab es eine
Suppe, in der ab und zu Kartoffelschalen oder
Bohnenhäute zu finden waren. Sonst war sie
klares Wasser ohne Fett und ohne Salz. Brot gab es
täglich etwa 15 Dekagramm. Es war aus Kleie
oder Maisschrot gebacken. Als Unterkunft dienten
Baracken ohne Fenster, ohne Licht und ohne Heizung.
Die Läuse- und Ungezieferplage war in den mit
300 Personen dicht belegten Baracken eine
furchtbare. Sie war auch bald die Ursache
verschiedenster Krankheiten, die sich wie ein
Lauffeuer auf fast alle Insassen übertrugen.
Erst als auch die Bevölkerung der Stadt davon
befallen wurde, wurden wohl Maßnahmen gegen
das Ungeziefer ergriffen ohne jedoch zu versuchen,
die Kranken zu heilen. Valpovo, Semlin, Mitrowitz
und Jarek waren wie ein Kreislauf von
Mühlsteinen, die sich gegenseitig nur Menschen
zuschoben, die da oder dort nicht zermahlen werden
konnten. Wer aber einmal von diesem Kreislauf
erfaßt wurde, ist nicht mehr aus dem Sog
dieser Todesmühlen lebend herausgekommen.
Dieses Quartett machte nicht nur ganze, es machte
auch schnelle Arbeit. Djakovo Pisanitza 3. In der
Baranja mußten Männer und auch Frauen
Sklavenarbeit leisten Belmonoschtor In Belmonoschtor selbst führten die
Partisanen gleich nach der Einführung der
Militärverwaltung ein Schreckensregiment.
Zahlreiche deutsche Männer, meist
Intellektuelle - darunter auch der Ortspfarrer
Theodor Klein, der Ortsrichter (Bürgermeister)
Johann Seiler, der Gastwirt Franz Günter, der
Kaufmann Wittmayer und dessen Schwiegervater Jakob
Binder - wurden erschossen und an Ort und Stelle
verscharrt. Pfarrer Klein schnitten sie Stücke
Fleisch vom lebenden Leibe und salzten im die
Wunden ein. So ließen sie ihn leiden, bis er
vor Schmerzen starb. Das Lager in Belmonoschtor
wurde noch im Herbst 1946 aufgelöst und der
noch am Leben gebliebene Rest der Insassen nach
Tenje (Tenjska Mitnica) bei Esseg verbracht. Am 20.
Januar wurde das Lager in Tenje aufgelöst und
der Rest der Insassen nach Rudolfsgnad
überstellt. |