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Ich
steh an deiner Krippen hier
Paul
Gerhardt
Ich steh an deiner
Krippen hier,
O Jesu, du mein Leben.
Ich stehe, bring und schenke dir,
Was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
Und laß dir's wohl gefallen.
Ich sehe dich mit Freuden
an
Und kann mich nicht satt sehen;
Und weil ich nun nichts weiter kann,
So bleib ich sinnend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
Und meine Seel ein weites Meer,
Daß ich dich möchte fassen!
Nehmt weg das Stroh,
nehmt weg das Heu!
Ich will mir Blumen holen,
Daß meines Heilands Lager sei
Auf lieblichen Violen;
Mit Rosen, Nelken, Rosmarin,
Aus schönen Gärten will ich ihn
Von oben her bestreuen.
Zur Seiten will ich hier
und dar
Viel weißer Lilien stecken,
Die sollen seiner Äuglein Paar
Im Schlafe sanft bedecken.
Doch liebt viel mehr das dürre Gras
Dies Kindelein als alles das,
Was ich hier nenn und denke.
Eins aber, hoff' ich,
wirst du mir,
Mein Heiland, nicht versagen:
Daß ich dich möge für und für
In, bei und an mir tragen.
So laß mich doch dein Kripplein sein;
Komm, komm und lege bei mir ein
Dich und all deine Freuden!
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