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• Aachen

Die Stadt entstand an einem uralten Ost-West-Weg. Ende des 8. Jahrhunderts ließ Karl der Große dort eine Residenz errichten, die seine Lieblingspfalz wurde. Die Reichsstadt war mehr als sieben Jahrhunderte, bis 1531, Krönungsort der deutschen Könige. Dreißig deutsche Herrscher wurden im Aachener Münster am Grabe Karls des Großen gekrönt. Aachen galt im hohen Mittelalter als caput regni Theutonici, Haupt des Deutschen Reiches. In den Mauern der Stadt wurden 17 Reichstage und 11 Synoden abgehalten. Von 1792 bis 1814 war Aachen französisch besetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt vor allem durch westalliierte Bomben zu über 50 Prozent zerstört. Französische Annexionsabsicht konnte nach 1945 abgewehrt, der Wiederaufbau vollbracht werden.

 

• Aachener Münster

Kern dieses Kaiserdomes ist die im Jahre 805 geweihte Pfalzkapelle. Dort wurden dreißig deutsche Könige über dem Grabe Karls des Großen gekrönt. Das Münster birgt den aus glatten Marmorplatten gefügten Thron Karls des Großen und den auf Geheiß Kaiser Friedrichs I. Rotbart gefertigten Karlsschrein, eine der kostbarsten abendländischen Goldschmiedearbeiten. Im Schrein befinden sich die Gebeine Karls des Großen, auf dem Schrein Abbildungen von 16 kaiserlichen Vorgängern Barbarossas sowie, im First, das Sinnbild der germanischen Irminsul. Chor und Turm über dem Westbau des Münsters stammen aus gotischer Zeit.

 

• Abstimmungsgebiete

Einige deutsche Grenzgebiete konnten nach 1918 durch Volksabstimmungen vor fremdem Zugriff bewahrt werden. In der zweiten Zone von Nordschleswig entschieden sich am 14. März 1920 80 Prozent für Deutschland, in Westpreußen waren es 92,3 Prozent (11. Juli 1920), im ostpreußischen Masuren am selben Tage 97,8 Prozent, in Oberschlesien 59,7 Prozent (20. März 1921). In Südkärnten stimmten am 10. Oktober 1920 57 Prozent für Deutsch-Österreich. Diese Ergebnisse wurden zum Teil gegen brutalen antideutschen Terror errungen. Manipulierte Abstimmungen brachten am 24. Juli 1920 die Abtrennung Eupen-Malmedys vom Deutschen Reich und am 14. Dezember 1921 Ödenburgs von Österreich. Am 13. Januar 1935 stimmten 90,76 Prozent im Saargebiet für den Anschluß an Deutschland. Abstimmungen in Nordtirol (24. April 1921) und im Salzburger Land (29. Mai 1921) ergaben 98,6 bzw. 99 Prozent für den Anschluß ans Deutsche Reich.

 

• Achter Mai

Symbolisches Datum für die katastrophalste deutsche Niederlage seit dem Dreißigjährigen Krieg, die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht 1945. Die Unterzeichnung erfolgte im westalliierten Hauptquartier in Reims durch Generaloberst Jodl am 7. Mai, nachts 2.41 Uhr, mit Wirkung zum 8. Mai abends, 23.01 Uhr. Die Prozedur wurde auf Drängen Stalins am 9. Mai, 0.16 Uhr, im Hauptquartier der Roten Armee in Berlin-Karlshorst wiederholt. Für Deutschland unterzeichneten dort Generalfeldmarschall Keitel, Generaladmiral von Friedeburg und Generaloberst Stumpff. Der 8. Mai symbolisiert auch einen der furchtbarsten Frieden der Weltgeschichte mit Millionen Nachkriegsmorden der Sieger. Bundespräsident von Weizsäcker würdigte 1985 den 8. Mai als "Tag der Befreiung" .

 

• Achtzehnter Januar

Der Spiegelsaal des Schlosses Versailles verherrlicht die französischen Raubkriege gegen das Deutsche Reich. Dort, im deutschen Hauptquartier des Deutsch-Französischen Krieges, wurde am 18. Januar 1871 der preußische König zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. ausgerufen (Kaiserproklamation). Nach fast einem halben Jahrtausend Zersplitterung und imperialistischer Übergriffe von außen waren nun die meisten Deutschen in einem starken Reich vereinigt. Zuvor war dem preußischen König sowohl von deutschen Fürsten (Kaiserbrief Ludwigs von Bayern) als auch von der Volksvertretung, dem Reichstag, die Kaiserwürde offeriert worden. Der 18. Januar 1871 war vor allem der Politik Bismarcks zu verdanken. Ebenfalls an einem 18. Januar, 1701, war Preußen durch die Krönung des Kurfürsten in Königsberg zum Königreich geworden.

 

• Adler

Der mächtigste König des Luftreviers, in alter deutscher Sprache der adelar, was Edel-Aar bedeutet, galt Völkern der Antike als verehrungswürdig und heilig; auch Römern, Griechen und Germanen. In der christlichen Symbolik wurde er zum Sinnbild der Auferstehung und Himmelfahrt des Heilands. Ab der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800 setzte sich der Adler als Symbol des Reiches durch. Unter Kaiser Otto III., Ende des 10. Jahrhunderts, wurde der Aar als Bekrönung des Reichszepters übernommen, von Kaiser Friedrich Rotbart im 12. Jahrhundert zum Reichswappen erhoben; zunächst in einköpfiger Gestalt, später als Doppeladler. Der heutige deutsche Bundesadler lehnt sich an das Wappen der Hohenstaufenkaiser an: auf Gold ein rotbewehrter schwarzer Adler.

 

• Adlerorden

Der Schwarze Adlerorden wurde von Brandenburgs Kurfürst Friedrich am Vorabend seiner Königskrönung (18. Januar 1701) zur Erhöhung des neuen Königtums gestiftet. Die Devise lautete: Suum cuique (Jedem das Seine). Der Schwarze Adlerorden war bis 1919 der höchste preußische Orden und für Nichtadelige mit dem Erbadel verbunden. Der Rote Adlerorden, von 1792 bis 1919 zweithöchste preußische Auszeichnung, galt als Symbol besonderer Treue zum preußischen Staat. Der Verdienstorden vom Deutschen Adler (1937-1945) wurde in fünf Stufen und einer Medaille - für militärische Verdienste mit Schwertern - vom Staatschef des Deutschen Reiches nur an Ausländer verliehen.

 

• Admiralitätsinseln

Wie sämtliche deutsche Kolonien friedlich erworbene Überseebesitzung des Reiches im südlichen Stillen Ozean. Die Gesamtfläche betrug etwa 2600 Quadratkilometer. Als die Inselgruppe, die zum Bismarck-Archipel gehört, 1885 unter den Schutz des Deutschen Reiches kam, lebten dort rund 10 000 Melanesier. 1914 wurden die Admiralitätsinseln von Britisch-Australien überfallen und besetzt. Ausgestattet mit einem sogenannten Völkerbundmandat, behielt Australien die Eilande nach Ende des Ersten Weltkrieges.

 

• Alliierte

Bezeichnung für die gewaltigsten Militärallianzen der Geschichte: für die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland und dessen Waffengefährten verbündeten Staaten. Die Hauptmächte waren das Britische Empire, das Französische Weltreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und das Russische Reich bzw. die Sowjetunion. Sie zwangen zahlreiche Staaten, die neutral bleiben wollten, in den Krieg gegen Deutschland. Die vier Hauptmächte beherrschten zwei Drittel der Landoberfläche der Erde (100 Mio. von 150 Mio. qkm), die Weltmeere und rund 80 Prozent aller Rohstoffe. Sie bezeichneten Deutschland als imperialistische Gefahr. An den über 200 Kriegen nach 1945 war, von wenigen Ausnahmen abgesehen, stets mindestens eine der vier alliierten Großmächte beteiligt. Der Sieg über Deutschland 1945 brachte ihnen keinen Segen: Britisches und Französisches Weltreich gingen in den 50er, die Sowjets Ende der 80er Jahre unter. Die USA leiden unter Wirtschaftskrisen und zerstörerischer Dekadenz.

Weiterführend:
Alliierte Pläne zur Ausrottung des deutschen Volkes

 

• Alliierter Kontrollrat

Nach der völkerrechtswidrigen Verhaftung der deutschen Reichsregierung am 23. Mai 1945 kam es zur totalen Machtübernahme alliierter Militärdiktatoren in Deutschland. Sie bildeten am 5. Juni 1945 als oberstes Organ den Alliierten Kontrollrat, der im Gebäude des Berliner Kammergerichts tagte. Der karthagische Friede gegen Deutschland wurde hier koordiniert: Hungerterror sowie kulturelle und wirtschaftliche Ausplünderung, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Der Kontrollrat der vier alliierten Hauptmächte erließ 62 "Gesetze" und 57 "Direktiven", darunter (am 25. Februar 1947) das "Gesetz" zur Auflösung Preußens. Der Kalte Krieg machte dem Treiben ein Ende. Die Sowjets traten im März 1948 aus.

 

• Altvater-Turm

Es war ein Steinbau aus Glimmerschiefer und deutsches Wahrzeichen auf der mit 1492 Metern höchsten Erhebung des Altvatergebirges, das den Kamm der Sudeten im Osten zur Oder hin abschließt. Berggeist Altvater gilt in der deutschen Sagenwelt als ein Verwandter Rübezahls. Auf Anregung des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins wurde der Turm gebaut und 1912 eingeweiht. Er war für die Deutschen in Nordmähren und Schlesien ein Sinnbild des deutschen Charakters ihrer Heimat. Die tschechischen Besatzer sprengten den Turm, wie sie überhaupt das einst blühende Sudetenland ruinierten.

 

• Andreas-Hofer-Lied

Der Tiroler Aufstandsführer und deutsche Nationalrevolutionär Andreas Hofer wurde am 20. Februar 1810 in Mantua auf Geheiß Napoleons erschossen. Körner, Rückert und Eichendorff besangen seinen letzten Gang. Volkstümlich und zur Tiroler Landeshymne wurde das Gedicht "Sandwirt Hofer" des sächsischen Poeten und Dramaturgen am Hoftheater Oldenburg, Julius Mosen (1803-1867), vertont nach alten Volksweisen vom Volkssänger Knebelsberger aus Klosterneuburg bei Wien. Mosen ließ sich 1825 als junger Burschenschafter (Germania-Jena) bei einer Reise durch Tirol zu den Worten inspirieren. Die erste Strophe lautet: "Zu Mantua in Banden der treue Hofer war, zu Mantua zum Tode führt ihn der Feinde Schar. Es blutete der Brüder Herz, ganz Deutschland, ach, in Gram und Schmerz, mit ihm sein Land Tirol, mit ihm sein Land Tirol." Auch enthält die Tiroler Landeshymne ein Bekenntnis zum "verratnen Deutschen Reich".

 

• An mein Volk

Der Aufruf "An mein Volk" war das endgültige Signal zum deutschen Befreiungskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Er wurde am 17. März 1813 in Breslau vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. erlassen. Zuvor war das preußisch-russische Bündnis geschmiedet worden. Nun gelte es: "Ehrenvoller Frieden oder ruhmvoller Untergang", hieß es im Aufruf. Verfaß t hatte den Text der ostpreußische Staatsrat Theodor Gottlieb von Hippel, Freund E.T.A. Hoffmanns und Mitarbeiter des Grafen Hardenberg in der Berliner Staatskanzlei.

 

• Annaberg

Heiliger Berg Oberschlesiens, auf dem sich schon zur Germanenzeit eine Weihestätte befand. Später war die Anhöhe Berg des heiligen Georg, des Drachentöters, und Wallfahrtsort zu Ehren der heiligen Mutter Anna. Am 21. Mai 1921 erstürmten oberschlesischer Selbstschutz und Freikorps gegen fünffache polnische Übermacht den Berg. Es war ein entscheidender Sieg, um weitere polnische Annexionen deutschen Landes zu verhindern. Auf einer Seitenkuppe des Annabergs errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein steinernes Ehrenmal in Form eines schlichten achteckigen Mauerkranzes. Unterhalb wurde nach 1933 eine Dingstätte angelegt, in welcher Kriegerverbände Gedächtnisfeiern für die gefallenen deutschen Freiheitskämpfer veranstalteten.

 

• Anschluß

Nachdem die Siegermächte die Vereinigung von Weimarer und Wiener Republik zu einem demokratischen Großdeutschland verhindert hatten, setzte das Deutsche Reich 1938 den Anschluß Österreichs mit militärischem Einmarsch durch. Am 12. März rückten reichsdeutsche Truppen, von der Bevölkerung jubelnd begrüßt ("Blumenkrieg"), in Österreich ein. Zuvor hatte Österreichs Kanzler Schuschnigg eine manipulierte Abstimmung zur Rettung der staatlichen Unabhängigkeit versucht. Die meisten Repräsentanten Österreichs, darunter Sozialistenführer Renner, und beide christliche Kirchen begrüßten den Anschluß. Bei der NS-Volksabstimmung am 10. April 1938 befürworteten im "Altreich" 99,7 Prozent und in Österreich 99 Prozent den Anschluß. Als einziger Staat der Welt erhob Mexiko offiziell Protest gegen den Anschluß Österreichs. Es fürchtete ein Aufleben der Anschlußgelüste der USA.

 

• Anschlußbewegung

Die Sehnsucht nach Zusammenschluß der Deutschen des Habsburger- und des Bismarckreiches blieb stets lebendig. Am 12. November 1918 beschloß die Nationalversammlung in Wien den Anschluß Deutsch-Österreichs, einschließlich der Sudetengebiete, ans Deutsche Reich (einstimmig am 12. März 1919 bestätigt). In Artikel 61 der Weimarer Reichsverfassung war der Anschluß Österreichs ausdrücklich vorgesehen. Nach Gewaltandrohung der westlichen Siegermächte mußte die Wiener Republik auf die Bezeichnung Deutsch-Österreich verzichten und wurde Art. 61 der Weimarer Reichsverfassung aufgehoben. Volksabstimmungen in Tirol und Salzburg brachten 1921 jeweils rund 99 Prozent für den Anschluß; daraufhin verboten die Westalliierten weitere Abstimmungen. Österreichs Sozialistenführer Karl Renner 1928: "Laßt Österreichs Bürger frei abstimmen, und sie werden mit 99 Prozent die Wiedervereinigung mit Deutschland beschließen." 1931 verhinderten die Siegermächte die reichsdeutsch-österreichische Zollunion. Im Staatsvertrag von 1955 hatte Österreich dem Anschluß abzuschwören.

 

• Armeemuseum, Ehrenmal

Das Gefallenendenkmal vor dem Münchner Armeemuseum im Hofgarten der einstigen Residenz zählt zu den bedeutendsten Werken deutscher Ehrenmalkunst. Es ist den "13 000 gefallenen Heldensöhnen der Stadt München" gewidmet und wurde im Dezember 1924 in Anwesenheit der wichtigsten Vertreter des bayerischen Landtages, der Stadt und der Königsfamilie feierlich eingeweiht. Baumeister waren Thomas Wech und Ulrich Finsterwalder. Die Reliefs schuf Professor Karl Knappe. Den steinernen ruhenden Krieger im Mantel und mit Stahlhelm, der in der fast 100 Quadratmeter großen Gruft liegt, gestaltete Bildhauer Professor Bernhard Bleeker. Das bayerische Armeemuseum, ein Werk des Baumeisters Ludwig von Mellinger, welches 1906 errichtet wurde, steht nur noch in Resten. Es fiel im Zweiten Weltkrieg westalliierten Bomben zum Opfer. Das beeindruckende Ehrenmal überstand den Bombenterror.

 

• Arndt-Turm

Ernst Moritz Arndt, geboren 1769 auf Rügen, gestorben 1860 in Bonn, hatte mit seinen patriotischen Schriften und Liedern großen Anteil an der deutschen Erhebung gegen die Fremdherrschaft Napoleons. Auch später stritt er, u. a. als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, für ein nationalfreiheitliches großdeutsches Reich. Nachdem ihm 1865 in Bonn, der Stadt seines jahrzehntelangen Wirkens, ein Denkmal errichtet worden war, entschlossen sich die Deutschen auf Rügen, dem großen Sohn ihrer Heimat eine Gedächtnisstätte zu bauen. Aus Spenden finanziert, entstand so am Mittelpunkt der Insel, auf der Höhe des Rugard, den Arndt so geliebt hatte, ein vom Berliner Baumeister Hermann Eggert entworfener Turm. Der Grundstein wurde an Arndts 100. Geburtstag gelegt - unter Absingen seines Liedes "Was ist des Deutschen Vaterland?" und mit dem Bekenntnis zur "deutschen Zukunft, der deutschen Einheit". Eingemauert wurde auch ein von Kärntnern übersandter Edelweißstrauß mit Marmorblock und der Inschrift "Treu und fest wie unsere Berge!". Das Richtfest fand im Oktober 1876 statt. Vollendet wurde der Arndt-Turm auf dem Rugard bei Bergen im Jahre 1877.

 

• Artikel 231

Nach Androhung militärischer Gewalt durch die Westmächte mußte die Weimarer Republik auch diese Bestimmung des Versailler Diktats - protestierend - hinnehmen. Hier wurde Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg aufgeladen: "Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten für alle Verluste und Schäden verantwortlich sind, die die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Staatsangehörigen infolge des Krieges, der ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungen wurde, erlitten haben." Eine von der Reichsregierung berufene internationale Historikerkommission sowie bedeutende in- und ausländische Geschichtsforscher widerlegten den Artikel 231. Sämtliche politische Kräfte Weimars nahmen gegen ihn scharf Stellung. Die Bestimmung diente nicht nur der moralischen Disqualifizierung Deutschlands, sondern auch der in ihrem Ausmaß bis dahin geschichtlich einmaligen Ausplünderung eines unterlegenen Volkes.

 

• Askaris

Das Wort ist arabisch-türkischer Herkunft und bedeutet "Soldaten". Die Askaris waren die Negermannschaften der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika. Sie kämpften im Ersten Weltkrieg gemeinsam mit den deutschen Soldaten gegen die ums bis zu Hundertfache materiell und personell überlegenen Alliierten. Im Felde unbesiegt legten die deutschen Schutztruppen und ihre Askaris unter dem Oberbefehl von Lettow-Vorbeck erst bei Kriegsende 1918 die Waffen nieder. Auf Betreiben Lettows erhielten die Askaris ab 1928 Ehrensold des Deutschen Reiches. Der General setzte ihnen in seinen Werken "Erinnerungen aus Ostafrika" und "Heia Safari" literarische Denkmale.

 

• Aspern

Dorf in Niederösterreich, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien eingemeindet wurde. Dort schlug am 21./22. Mai 1809 ein österreichisches Heer unter Erzherzog Karl die Franzosen unter Napoleon. Die Österreicher verloren 23 340, die Franzosen 44 373 Mann. Es war die erste Niederlage eines von Napoleon geführten Heeres, versperrte dem Korsen zunächst den Weg über die Donau und nahm ihm den Nimbus der Unbesiegbarkeit, wiewohl die Österreicher den Sieg politisch und militärisch nicht auszunutzen wußten. Heinrich von Kleist feierte Erzherzog Karl als "Überwinder des Unüberwindlichen".

 

• Augsburg

Die Stadt zeichnete sich 955 unter Führung des heiligen Ulrich durch heldenhaften Widerstand gegen die Ungarn aus. 1156 erhielt sie von Kaiser Friedrich Rotbart eines der ältesten Stadtrechtsprivilegien Deutschlands. Anderthalb Jahrhunderte, von 1480 bis 1630, war Augsburg Deutschlands bedeutsamste Stadt sowie wichtigstes Wirtschafts- und Finanzzentrum Europas (Fugger, Welser). Kaiser Max wurde "Bürgermeister von Augsburg" genannt. Hier fanden zahlreiche Reichstage statt (z. B. 1282: Belehnung der Habsburger mit Österreich, 1530: Augsburger Konfession). Im 30jährigen Krieg verwüstet und 1805 bayerisch geworden, nahm die Stadt ab Mitte des 19. Jahrhunderts neuen Aufschwung. Westalliierter Bombenterror zerstörte im Zweiten Weltkrieg viele Bezirke. Das meiste der alten Herrlichkeit im Stadtinneren wurde nach 1945 wiederhergestellt.

 

• Australiendeutsche

In Europa wurde der Fünfte Kontinent wegen der Entdeckungsfahrten niederländischer Seefahrer lange Zeit "Neu-Holland" genannt. 1883 begann die erste größere Einwanderung Deutscher. Sie trugen entscheidend zur landwirtschaftlichen Erschließung Australiens bei. In Queensland und Südaustralien gab es zahlreiche geschlossene deutsche Siedlungen. Im Verlaufe der beiden Weltkriege, in denen Australien, ohne vom Deutschen Reich irgendwie bedroht zu sein, gegen Deutschland stand, und unmittelbar danach gab es antideutsche Pogrome. Deutsche wurden in Konzentrationslager geworfen, man löste ihre Vereinigungen auf, beschlagnahmte ihr Eigentum und anglisierte deutsche Ortsnamen. So wurde aus Lobethal "Tweedwale", aus Hahndorf "Ambleside" usw. In den 1950er Jahren setzte eine neue Einwanderung Deutscher ein. Die Zahl der Australier mit deutschen Vorfahren wird auf eine halbe Million geschätzt.

 

• Auswanderung

Wirtschaftsnot durch Deutschlands Zersplitterung, Verfolgung durch reaktionäre Herrschende und Elend infolge imperialistischer Übergriffe von außen trieben seit dem 17. Jahrhundert Deutsche in großer Zahl zur Auswanderung. Millionen gingen in die klassischen Einwanderungsländer der Neuen Welt; Hunderttausende zogen, auf Einladung der Zaren, in die russischen Weiten. Sie kamen nicht als Eroberer, sondern als friedliche Siedler, die riesige Gebiete urbar machten und waren wegen ihres Fleißes geschätzte Arbeiter der Stirn und Faust. Politische Wirksamkeit erlangten sie nur in bescheidenem Maß. Der Aufschwung im neuen Deutschen Reich brachte die Auswanderung vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges fast vollständig zum Erliegen. Hunderttausende verließen die darbende Weimarer Republik, dann gab es NS-Emigranten und nach 1945 Hunderttausende, die das von den Alliierten geplünderte Deutschland verließen.

 

• Balkenkreuz

Das nationale Kennzeichen der deutschen Flugzeuge, Luftschiffe, Fesselballone und Panzerfahrzeuge ist seit dem Ersten Weltkrieg ein stilisiertes Eisernes Kreuz. Es wurde auch von den gepanzerten Kraftfahrzeugen der österreichischen Armee geführt. Da auf weite Entfernungen die geschweiften Schenkel dieses Kennzeichens zu einem schwarzen Fleck verschwammen und die Sicherheit beeinträchtigten, entstand aus der Form des Eisernen Kreuzes gegen Ende des Ersten Weltkrieges das Balkenkreuz. Die Deutsche Wehrmacht übernahm es im Zweiten Weltkrieg. Die bei der Bundeswehr eingeführte Ausprägung nähert sich wieder der ursprünglichen Form des EK an.

 

• Baltendeutsche

Nach Gründung Rigas durch Bischof Adalbert von Bremen (1201) kamen zahlreiche deutsche Siedler, vor allem Westfa1en und Niedersachsen, nach Estland, Livland und Kurland. Sie stellten bald acht Prozent der baltischen Bevölkerung und waren Großgrundbesitzer, Kaufleute, Handwerker und Gelehrte. Auch nach Niedergang des Ordens, unter schwedischer und russischer Hoheit, bewahrten die Baltendeutschen ihr Volkstum und bildeten die Oberschicht. 1632 wurde die (ab 1802 deutsche) Universität Dorpat gegründet, ab 1721 die einzige evangelische Hochschule des Zarenreiches. Vor dem Ersten Weltkrieg kamen 20 000 rußlanddeutsche Bauern ins Baltikum. Mit deutscher Hilfe konnten die baltischen Staaten 1918 unabhängig werden. In Lettland erhielten. die Baltendeutschen Minderheitenschutz, in Estland Kulturautonomie. 1939 bis 1941 wurden rund 90 000 ins Reich, vorwiegend in den Warthegau, umgesiedelt, wo sie 1944/45 der Vertreibungsholocaust traf. Bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges hatten Baltendeutsche höchste russische Staatsämter bekleidet.

 

• Bamberger Dom

An der Stelle der alten Babenberger Burg und der 1185 abgebrannten, von Kaiser Heinrich II. Anfang des 11. Jahrhunderts erbauten Bamberger Bischofskirche ließ Kaiser Friedrich II. den Dom errichten, der 1237 geweiht wurde. Das majestätische Bauwerk ist ein großartiges Denkmal der Glanzzeit des ersten Deutschen Reiches. Der Domschatz war einer der reichsten der Welt. Die gewaltige Kirche birgt das Grabmal Heinrichs II. und seiner Gemahlin Kunigunde (1509 von Tilman Riemenschneider neu gestaltet). Der um 1230 geschaffene Bamberger Reiter am Chorpfeiler des Kaiserdomes gilt als Sinnbild staufischen Königtums, als steinerner Ausdruck deutscher Art zu jener Zeit, da das Deutsche Reich Vormacht des Abendlandes war.

 

• Banater Schwaben

1718 fiel das Banat (= Grenzmark) genannte Gebiet zwischen Theiß, Mieresch und Südkarpaten nach langer Türkenherrschaft an Österreich. Der erste Gouverneur, Graf Mercy, und später Maria Theresia ließen das Land neu besiedeln. Sie riefen Deutsche aus Schwaben, Lothringen, der Pfalz und Österreich herbei. Für sie setzte sich die Sammelbezeichnung Banater Schwaben durch. Sie machten aus dem verödeten Gebiet eine Kornkammer. Temeschburg, das Zentrum des Banats, war stark deutsch geprägt. Aus deutschen Bergbauernsiedlungen entwickelten sich Hüttenwerke und Eisenindustrien. Die etwa 300 000 Banater Schwaben in Rumänien wurden 1945 nach Rußland verschleppt und in die Baragan-Steppe umgesiedelt. Die 150 000 Personen starke Gruppe in Jugoslawien wurde fast vollständig ausgerottet. Die etwa 1500 Banater Schwaben in Ungarn wurden vertrieben. Die im Banat verbliebenen Deutschen siedeln seit den 80er Jahren nach Deutschland aus.

Weiterführend:
Völkermord der Tito-Partisanen 1944-1948

 

• Barbarossasage

Im gesamten germanischen Raum sind Sagen über im Berge fortlebende große Persönlichkeiten verbreitet. (Germanische Edle wurden in künstlichen Grabhügeln beigesetzt.) So lebt der Überlieferung gemäß im Untersberg bei Salzburg Karl der Große fort. Die bekannteste Kaisersage rankt sich um Friedrich Barbarossa, der mit seinem Gefolge und der flachsspinnenden Tochter Uta in einer Höhle des von Raben umkreisten Kyffhäuser-Gebirges in Thüringen auf den Aufbruch wartet. Aus Rückerts Gedicht: "Der alte Barbarossa, der Kaiser Friederich, im unterird'schen Schlosse hält er verzaubert sich. Er hat hinab genommen des Reiches Herrlichkeit und wird einst wiederkommen mit ihr zu seiner Zeit." Wie zur Bestätigung des Mythos wurde 1865 im Kyffhäuser-Massiv eine der größten Höhlen Mitteleuropas entdeckt, die Barbarossas Namen erhielt.

 

• Bataveraufstand

Im Jahre 69 n. Chr. erhoben sich die germanischen Bataver und Brukterer gegen die Römerherrschaft am Rhein. Es war ein Teil des Kräftemessens von Germanentum und römischem Weltreich, das schließlich mit dem Sieg der Germanen endete. Führer des Aufstandes war Bataverfürst Civilis und geistiges Oberhaupt die Brukterer-Priesterin Veleda, eine der herausragendsten Frauengestalten germanisch-deutscher Geschichte. Zahlreiche germanische Stämme schlossen sich Civilis und Veleda an, doch behielt Rom, die Supermacht der Antike, im Jahre 70 militärisch die Oberhand. Als Führerin der germanischen Delegation ging Veleda nach Rom und handelte günstige Friedensbedingungen aus. Ihr weiteres Schicksal ist ungewiß; vielleicht wurde sie, ähnlich wie zuvor Armin der Cherusker, Opfer germanischer Zwietracht.

 

• Batschka

Nach der alten Burg Batsch auch Batscherland genannte Landschaft zwischen Unterer Theiß und Donau. Im 18. Jahrhundert, nach Ende der Türkenkriege, begann die deutsche Besiedlung. Die Zuwanderer kamen vor allem aus dem Südwesten Deutschlands. Sie ließen die Batschka erblühen. 1919 kam der größte Teil der bis dahin zum Habsburgerreich gehörenden Batschka mit der Hauptstadt Neusatz an Jugoslawien, ein Sechstel an Ungarn. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 250 000 der 600 000 Einwohner des Batscherlandes Deutsche. Sie wurden 1945 zum größten Teil ermordet oder vertrieben. Überlebende des Vertreibungsholocausts schlossen sich der Landsmannschaft der Donauschwaben an und halfen tatkräftig beim Wiederaufbau Deutschlands oder erarbeiteten sich eine neue Existenz in Übersee.

 

• Bauernkrieg

Der Versuch nationaler und sozialer Umwälzung in Deutschland der Jahre 1524/25. Von Schwaben bis Tirol, von Kärnten bis Thüringen und ins ostpreußische Samland erhoben sich Bauern gegen Wucher, für soziale Gerechtigkeit, gegen Überfremdung durch welsche Sitte und durch römisches Recht, für die Rückkehr zur alten deutschen Art und zum deutschen Recht, gegen Separatismus, für ein starkes und einiges Reich. In Memmingen verkündeten die Bauern ihre Zwölf Artikel. In Heilbronn beriet ein Bauernparlament auf hoher geistiger Ebene Reformpläne für das Deutsche Reich. Den Aufständischen schlossen sich reichstreue Ritter wie Florian Geyer und Götz von Berlichingen sowie arme Städter an. Als bedeutendster politischer Kopf der Bewegung wirkte Wendel Hipler (1465-1526). Vom spanisch empfindenden Kaiser Karl V. abgelehnt, von Luther, der keine Vermengung von Religion und Politik wünschte, verurteilt, von einigen Exzeßtätern aus den eigenen Reihen in Verruf gebracht und an militärischem Mißgeschick ihrer Armeen, der sogenannten Haufen, leidend, wurden die Revolutionäre vernichtend geschlagen. Es folgte ein furchtbares Strafgericht von Fürsten.

 

• Bauernkriegspanorama

Die von Thomas Münzer geführten Bauern wurden 1525 bei Bad Frankenhausen, der aus einer alten germanischen Burgsiedlung entstandenen thüringischen Stadt, schwer geschlagen. Dort entstand in mehr als einem Jahrzehnt Arbeit das Bauernkriegspanorama zu Ehren der Aufständischen. Es wurde 1989 - zum 500. Geburtstag Münzers - eröffnet. Ein mächtiger Rundbau auf einer Anhöhe birgt das 123 x 14 m große Gemälde des langjährigen Rektors der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, Professor Werner Tübke. Das größte Gemälde der Welt zeigt gegenständlich und eindringlich die Verhältnisse im Deutschen Reich zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Das Panorama, eine Auftragsarbeit der kommunistischen Regierung Mitteldeutschlands, ist weitestgehend frei von marxistischer Doktrin und eines der beeindruckendsten deutschen Denkmale seit dem Zweiten Weltkrieg.

 

• Bayreuther Festspiele

Dank König Ludwig II. von Bayern konnte auf einer Anhöhe nördlich von Bayreuth das Festspielhaus für die Werke des bedeutendsten Dichterkomponisten des Abendlandes, Richard Wagner, erbaut werden. Die Einweihung erfolgte 1876 mit der Uraufführung des "Ring des Nibelungen". Die Festspiele wurden nach des Meisters Tod, 1883, von seiner Witwe Cosima, geborene Liszt geleitet, dann von Wagner-Sohn Siegfried. Vor allem unter des Komponisten Schwiegertochter Winifred Wagner strahlten sie deutschen Glanz aus. 1945 untersagten die alliierten Militärdiktatoren den Festspielbetrieb. 1951 konnte das Festspielhaus unter Leitung der Wagner-Enkel Wieland und Wolfgang wiedereröffnet werden.

 

• Bedingungslose Kapitulation

Der Reichskanzler, sein Parteistellvertreter Heß, der als Hitler-Nachfolger vorgesehene Göring, der deutsche Staatschef nach Hitlers Tod, Dönitz, der vom Widerstand zum Kanzler designierte Goerdeler sowie zwei ehemalige Kanzler aus der Weimarer Zeit, Brüning und von Papen, hatten den Westmächten zahlreiche Friedensvorschläge unterbreitet, die kategorisch abgelehnt wurden. Stattdessen versteiften sich die Alliierten auf die von Roosevelt bei der Casablanca-Konferenz am 24. Januar 1943 ausgegebene Parole von der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands und seiner Verbündeten. Damit griff der US-Präsident eine Formel der Nordstaaten im amerikanischen Sezessionskrieg auf. Jeder Verhandlungsfriede wurde ausgeschlossen. Deutschland antwortete mit dem Totalen Krieg im Sinne einer Kraftanstrengung bis zum Letzten. Die Roosevelt-Formel scharte die Deutschen enger um den NS-Diktator, schwächte die Anti-Hitler-Opposition und steigerte das Blutvergießen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos, nicht aber das Deutsche Reich.

 

• Befreiungshalle

Zur Germanenzeit war der Michaelsberg bei Kelheim an der Donau (nahe Regensburg) Wotans heiliger Fels. Auf der Anhöhe ließ der deutsch-vaterländisch gesinnte Bayernkönig Ludwig I. die Befreiungshalle als Ehrenmal der deutschen Widerstandskämpfer gegen den Imperialisten und Diktator Napoleon errichten. Am 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, 18. Oktober 1863, wurde der fast 60 Meter hohe wuchtige Rundbau, ein Werk der Baumeister Gärtner und von Klenze, eingeweiht. Achtzehn Frauengestalten an der Außenseite halten Inschriften mit den Namen der deutschen Stämme. In der Halle werden 18 siegreiche deutsche Feldherren der Befreiungskriege auf Tafeln genannt und sind die Namen von 36 Schlachtorten verewigt. Im Marmorfußboden steht die Mahnung: "Mögen die Teutschen nie vergessen, was den Befreiungskampf notwendig machte, und wodurch sie gesiegt."

 

• Befreiungskriege

Durch den hauptsächlich von Deutschen geführten Kampf 1813 bis 1815 wurde Europa von Napoleons Diktat befreit und Deutschland vor der Vernichtung gerettet. General Yorck gab am 30. Dezember 1812 mit der Konvention von Tauroggen das Signal zur Erhebung und zur preußisch-russischen Waffenbrüderschaft. In Ostpreußen begann der Widerstandskampf. Österreich, Schweden, England, später auch die im Rheinbund zu Napoleons Vasallen erniedrigten deutschen Staaten schlossen sich dem preußisch-russischen Bündnis an. Die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 brachte einen entscheidenden Sieg. Friedensvorschläge lehnte der Korse ab. Blücher überschritt mit seiner Schlesischen Armee in der Neujahrsnacht 1814 bei Kaub den Rhein. Nach mehreren Schlachten wurde Paris am 30. März 1814 besetzt, der von Elba zurückgekehrte Napoleon 1815 bei Waterloo endgültig bezwungen, Frankreich von den Siegern großherzig behandelt. Die Befreiungskriege waren eine echte Volkserhebung gegen fremde Tyrannei. Freiwillige kämpften an vorderster Front. Deutsche aller Schichten griffen in nationaler Solidarität zu den Waffen.

 

• Belt

Bezeichnung für Meeresengen. Es gibt z. B. den Fehmarn- Belt zwischen dem deutschen Fehmarn und dem dänischen Lolland in der Ostsee, den Großen Belt zwischen Fünen und Seeland und den ebenfalls Nord- und Ostsee verbindenden, doch erheblich schmaleren Kleinen Belt zwischen Fünen und Jütland. Am Kleinen Belt endet im Norden der Siedlungsraum des deutschen Volkes. Weshalb der Belt in dem von Hoffmann von Fallersleben gedichteten Lied der Deutschen, der Nationalhymne, neben der Maas als westlicher, der Memel als östlicher und der Etsch als südlicher Begrenzung des deutschen Volksgebietes erwähnt wird.

 

• Bergischer Aufstand

Das Bergische Land, benannt nach dem Grafen- und Herzoggeschlecht Berg (erster Graf: Adolf, gest. 1152), liegt westlich des Sauerlandes, zwischen Rhein, Ruhr und Sieg. 1806 wurde es französisches Großherzogtum. Ab 1809 herrschte dort Napoleons ältester Bruder, Louis. Im Bergischen Land kam es Anfang 1813 zur ersten gewaltsamen deutschen Erhebung gegen Napoleon nach dessen Niederlage im Rußlandfeldzug. Der Aufstand brach am 22. Januar 1813 in Ronsdorf aus und wurde von Arbeitern und Bauern (von den Besatzern verächtlich "Knüppelrussen" genannt) getragen. Die Freiheitsbewegung wurde militärisch unterdrückt und endete im Februar 1813 mit der Hinrichtung von siebzehn Revolutionären.

 

• Bergisel

Viermal kämpfte das tapfere Aufgebot des Freiheitshelden Andreas Hofer am Berg Isel (tirolerisch: Bergisel) nahe der Landeshauptstadt lnnsbruck gegen Napoleons Streitmacht und deren Hilfstruppen. Am 25. Mai, 29. Mai, 13. August und 1. November des Jahres 1809. Dreimal bezwangen die Tiroler den Feind, zweimal trieben sie ihn sogar ganz aus dem Land. Bei der vierten Schlacht am Bergisel setzte sich die feindliche Übermacht gegen den vom Kaiser verlassenen Hofer durch. Die Kämpfe am Fels wurden zum Symbol für deutschen Freiheitswillen. 1893 wurde das Denkmal zu Ehren Hofers und seiner Kampfgefährten auf dem Bergisel eingeweiht. Es ist ein Werk des Bildhauers Heinrich Natter.

Weiterführend:
Rebell gegen Napoleon Andreas Hofer - ein Symbol der Tiroler Volkserhebung

 

• Berlin

Einst lebten dort germanische Burgunder und Semnonen. Markgraf Albrecht der Bär holte im 12.Jahrhundert vorwiegend Westfalen und Niederländer in den von wenigen Slawen bevölkerten Raum. Die Doppelsiedlung Berlin und Cölln entstand. Cölln wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, was als Gründungsjahr der deutschen Hauptstadt gilt. Polen, Litauer, Hussiten, Schweden, Franzosen, Russen stießen bis Berlin vor, doch konnten alle Feinde und Besatzer bezwungen werden. Berlin wurde Metropole der deutschen Großmacht Preußen, war 1848 ein Zentrum der großdeutschen Bewegung und wurde am 16. April 1871 Hauptstadt des neuen Deutschen Reiches mit 2,5 Millionen (1900) und 4,5 Millionen (1939) Einwohnern. 1945 wurde die Stadt von den Alliierten viergeteilt. 1949 scheiterte der Versuch der Sowjets, ganz Berlin zu vereinnahmen (Blockade/Luftbrücke). 1961 wurde, in Absprache zwischen Moskau und Washington, die Berliner Mauer errichtet. Sie fiel am 9. November 1989. Der Deutsche Bundestag bestätigte 1990 Berlins Rang als deutsche Hauptstadt.

 

• Berliner Mauer

Bis zum 12. August 1961 konnte die Sektorengrenze nach Westberlin an 81 Übergangsstellen passiert werden. Hunderttausende Mitteldeutsche nutzten dies, um der SED-Diktatur zu entrinnen. Nachdem die US-Regierung an Moskau signalisiert hatte, nichts gegen Absperrmaßnahmen unternehmen zu wollen, wurde die Sektorengrenze ab 13. August 1961 zunächst mit Stacheldraht und bewaffneten DDR-Truppen abgesperrt und dann rings um Westberlin die insgesamt 155 Kilometer lange, rund 4 Meter hohe Mauer errichtet, ein weltgeschichtlich einmaliges Monument der Unmenschlichkeit. (Im SED-Sprachgebrauch: "antifaschistischer Schutzwall".) 300 Beobachtungstürme wurden erbaut. Westlicherseits registrierte man insgesamt 1693 Schußabgaben der DDR-Grenztruppen an der Mauer. Mindestens 60 Menschen, wahrscheinlich mehr als doppelt so viele, wurden bei Fluchtversuchen erschossen. Es gab 118 vom Westen registrierte Verletzte durch Schußwaffengebrauch. 3221 Festnahmen an der Mauer konnten beobachtet werden. Nach Feststellungen der Westberliner Polizei konnten über 5 000 Menschen die Mauer überwinden. Mit der Öffnung am 9. November 1989 am Brandenburger Tor begann der Fall der Mauer.

 

• Besatzungsstatut

Um die Teilung der Beute des Zweiten Weltkrieges und um die weltweite Vorherrschaft waren Sowjets und US-Amerikaner in den Kalten Krieg geraten. Die Westmächte stellten antideutsche Vernichtungspläne zurück. Fortan wurden die Westdeutschen in die antirussische Front eingebunden. Im April 1949 unterzeichneten die Westmächte in Washington das Besatzungsstatut. Die westdeutschen Ministerpräsidenten und der Parlamentarische Rat in Bonn hatten es zu akzeptieren. Die im Gründungsstadium befindliche Bundesrepublik Deutschland bekam einige Souveränitätsrechte, doch behielten sich die Sieger in einer Generalklausel vor, jederzeit wieder ihre Militärdiktatur auszuüben. Alle deutschen Gesetze waren der Genehmigung der Besatzungsbehörden unterworfen. Sogenannte Hohe Kommissare wirkten als Statthalter Washingtons, Londons und Paris. 1955 trat der Deutschlandvertrag an die Stelle des Besatzungsstatuts.

 

• Besatzungszonen

Auch die Machthaber in Warschau, Prag, Belgrad, Brüssel und Den Haag besetzten nach dem Zweiten Weltkrieg Gebiete des Deutschen Reiches. Unter Besatzungszonen im engeren Sinne versteht man die von den Alliierten im September 1944 vorberatene und im Zonenprotokoll vom 26. Juli 1945 festgelegte Aufteilung Deutschlands. Das Gebiet der späteren Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gehörte zur britischen Zone. Hessen, Württemberg, Bayern und Bremen bildeten die US-amerikanische Zone. Rheinland-Pfalz, Württemberg-Hohenzollern und Baden waren französische Zone. Die sowjetische Besatzungszone bestand aus Brandenburg, Mecklenburg mit Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch Österreich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Berlin und Wien wurden von den Alliierten viergeteilt. Aus den Westzonen entstand die Bundesrepublik Deutschland, aus der Sowjetzone die DDR. Die Besatzungszonen in Österreich verschwanden 1955 durch den Staatsvertrag.

 

• Besetzte Gebiete

Name für die infolge des Versailler Diktats ab Januar 1920 besetzten linksrheinischen Gebiete des Reiches. 1921 wurden von Frankreich zusätzlich Brückenköpfe bei Ruhrort, Düsseldorf und Wiesbaden, 1923 die Städte des Ruhrgebietes besetzt. Durch Zoll- und Paßgrenzen vom Reich losgelöst, waren die linksrheinischen Gebiete einem "Interalliierten hohen Ausschuß für die Rheinlande" mit Sitz in Koblenz unterstellt. Deutschland mußte für die Besatzungskosten aufkommen. Die in Versailles vereinbarte Räumung der Gebiete begann mit Verspätung 1926 und wurde erst 1930 abgeschlossen, nachdem Berlin den Young-Plan akzeptiert hatte (deutsche Reparation bis ins Jahr 1988 in Höhe von über 110 Milliarden Reichsmark). Die geräumten Gebiete blieben bis 1935 deutscher Wehrhoheit entzogen. Mit französischer Hilfe hatten Separatisten zur Besatzungszeit versucht, das Rheinland dem Reich endgültig zu entreißen. Sie scheiterten am Widerstand der deutschen Bevölkerung.

 

• Bessarabiendeutsche

Bessarabien, nach dem rumänischen Fürstengeschlecht Bessarab oder den thrakischen Bessern benannte Landschaft am Schwarzen Meer, kam 1812 von den Osmanen an die Russen. Zar Alexander I. rief Deutsche in das Gebiet. Sie kamen vorwiegend aus Württemberg und Kongreß-Polen und gründeten zahlreiche Siedlungen. Durch deutschen Fleiß blühte Bessarabien auf. 1918 fiel das Land an Rumänien, 1940 an die Sowjetunion. Am 5. September 1940 vereinbarten Berlin und Moskau die Umsiedlung der fast 100 000 Bessarabiendeutschen ins Reich, was binnen kurzer Frist auch geschah. Sonst hätte sie nach Ausbruch des deutsch-sowjetischen Konflikts Stalins Vernichtungsschlag getroffen.

 

• Bismarck-Archipel

Nordöstlich Australiens gelegene, zu Ehren des Reichsschöpfers Bismarck benannte Inselgruppe. Sie wurde, wie alle deutschen Kolonien, friedlich erworben und dem Reich mit Gewalt entrissen. Der Archipel hat 50 000 Quadratkilometer Landfläche mit - zur deutschen Kolonialzeit - etwa 100 000 melanesischen und 500 weißen Einwohnern. Hauptinseln: Neupommern, Neumecklenburg, Neuhannover. Die Admiralitätsinseln gehörten dazu. Die Neuguinea-Kompanie erwarb den Archipel 1884 für Deutschland. Er kam 1899 unter unmittelbare Reichsverwaltung und wurde Bestandteil des Überseegebietes Deutsch-Neuguinea. 1914 drang eine britisch-australische Streitmacht in die Inselwelt des Archipels ein und zwang den über eine nur winzige Truppe verfügenden deutschen Gouverneur Haber zur Übergabe. Die" treuhänderische Verwaltung" durch Australien wurde nach 1918 fortgesetzt.

 

• Bismarck-Denkmale

Zu Ehren Bismarcks, des Schöpfers des zweiten Deutschen Reiches, einer jahrzehntewährenden europäischen Friedensordnung und der fortschrittlichsten, in weiten Teilen der Welt bis heute unerreichten Sozialgesetzgebung, wurden zahlreiche Denkmale errichtet. Das mit 34 Metern Höhe kolossalste und bekannteste Bismarck-Denkmal wurde nach fünfjähriger Bauzeit 1906 in Hamburg feierlich eingeweiht und ist eine Schöpfung des Bildhauers Hugo Lederer. Auf den Denkmalen ist meist Bismarck selbst dargestellt (nicht jedoch an Bismarck-Türmen wie dem am Starnberger See). Man sieht den Reichskanzler allein oder an der Seite Kaiser Wilhelms I., wie zum Beispiel am Denkmal auf der Dortmunder Hohensyburg.

 

• Bizone

Am 2. Dezember 1946 unterschrieb der britische Außenminister Bevin in New York das "Abkommen über die Zusammenlegung der britischen und amerikanischen Besatzungszone in Deutschland". Es war das faktische Ende eigenständiger britischer Besatzungspolitik in Deutschland und Ausdruck erlahmender englischer Imperialkraft. Das Abkommen trat am 1. Januar 1947 in Kraft. Die über 200 000 Quadratkilometer große "Bizone" war entstanden - mit Zweizonenbehörden für Wirtschaft, Ernährung, Landwirtschaft, Post und Rechtswesen. Die Bizone, im Frühjahr 1949 durch den Anschluß des französisch besetzten Teils Deutschlands zur Trizone erweitert, war eine Vorstufe der Bundesrepublik Deutschland.

 

• Blumenau

Bezirkshauptstadt im südbrasilianischen Staat Santa Catarina, wo rund eine Viertelmillion Menschen deutscher Herkunft leben. Die Stadt wurde 1850 von Hermann Blumenau (1819-1899) mit deutschen Siedlern gegründet. Sie machten aus der Wildnis ein blühendes Tal. Blumenau gilt seit langem als Mustersiedlung. 1824 waren die ersten Deutschen von Kaiser Pedro I. nach Brasilien gerufen worden. Sie kamen nicht als Eroberer oder Unterdrücker, sondern - wie auch in anderen Teilen der Welt - als friedliche Siedler, die riesige Gebiete trotz tausend Widrigkeiten urbar machten. Das Deutschtum in Brasilien konnte sich behaupten, obwohl der südamerikanische Staat - auf US-Druck - Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg den Kampf ansagte, was antideutsche Maßnahmen zur Folge hatte. Nach 1945 kamen erneut viele Deutsche ins Land, unter ihnen zahlreiche Vertriebene aus dem Banat.

 

• Böhmen

Nach den keltischen Bojern benannte Landschaft Mitteleuropas. Dort entstand unter Marbod, dem Markomannen, kurz nach der Zeitenwende ein germanisches Großreich. Die nach dem Abzug der meisten Germanen eingesickerten Slawen wurden von Deutschen aus der Awarenknechtschaft befreit. Seit dem 9. Jahrhundert unterstand Böhmen dem Deutschen Reich. Sein Herrschergeschlecht, die Przemysliden, waren Reichsfürsten und riefen deutsche Siedler ins Land, die Böhmen entscheidend prägten. Kaiser Karl IV. regierte das Deutsche Reich im 14. Jahrhundert von Böhmen aus. Prag war Metropole des Reiches. In den Hussitenkriegen wurde das Deutschtum Innerböhmens weitgehend vernichtet; die deutsche Mehrheit in Prag gab es bis ins 19. Jahrhundert. 1918 kam das Land vom Habsburgerreich zur neuen multinationalen CSR. Die Bewohner der deutschbesiedelten Gebiete protestierten gegen die Vergewaltigung ihres Selbstbestimmungsrechtes, wurden aber brutal unterdrückt. 1938 begrüßten sie den Anschluß ans Deutsche Reich. Zur Kriegszeit war Innerböhmen Bestandteil des Protektorates. 1945 fielen die über zwei Millionen Deutschböhmen Massenmord und Vertreibung zum Opfer.

 

• Bonn

Beim Kastell Bonna wurden 70 n. Chr. die Römer von den Germanen unter Civilis und Veleda (Bataveraufstand) geschlagen. Von 1273 bis 1794 war die Stadt Residenz der Kurfürsten von Köln. Im Bonner Münster wurden 1314 Friedrich der Schöne und 1346 Karl IV. zu deutschen Königen gekrönt. Französischer Imperialismus setzte der Stadt brutal zu, so unter Ludwig XIV. und Napoleon sowie in der Besatzungszeit nach beiden Weltkriegen. 1815 kam Bonn an Preußen. 1949 wurde es als Provisorium, bis Berlin wieder die Hauptstadtfunktion übernehmen konnte, Sitz von Bundestag und -rat, von Bundespräsident und -regierung. In Bonn kam 1770 Ludwig van Beethoven zur Welt und starb 1860 der nationale Erwecker Ernst Moritz Arndt, an den ein Denkmal am Rheinufer erinnert.

 

• Bornhöved

Anfangs des 13. Jahrhunderts war Dänemark die Vormacht in Nordeuropa. Dänenkönig Waldemar II. hielt die deutsche Ostseeküste und die deutschen Gebiete bis zur Elbe besetzt. Während der Kaiser geneigt war, die Fremdherrschaft im Norden des Reiches hinzunehmen, verbündeten sich die norddeutschen Landesherren unter Führung Graf Adolfs IV. von Holstein und Graf Heinrichs von Schwerin mit den Hamburgern und Lübeckern. Gemeinsam schlugen sie die Dänen am 22.Juli 1227 bei Bornhöved nahe Segeberg und verdrängten sie aus Deutschland. Es war ein Wendepunkt der Geschichte: Der deutsche Ostseehandel konnte sich nun frei entfalten und der Deutsche Orden aufsteigen.

 

• Bozen

Auf den Bergen in der Umgebung der Südtiroler Hauptstadt Bozen stehen zahlreiche Schlösser und Burgen wie Sigmundskron, Runkelstein, Haselburg und Greifenstein. Sie sind Zeugnisse des deutschen Charakters des Landes. Einst gehörte Bozen zum germanischen Langobardenreich. Dann war es Sitz eines bayerischen Grafen, kam ans Bistum Trient und schließlich an die Grafschaft Tirol. Als Lohn für den Abfall vom Bündnis mit Berlin und Wien erhielt Italien von den Westmächten 1919 das seit 1300 Jahren deutsche Südtirol mit Bozen zugesprochen. Besonders in faschistischer Zeit war die Stadt einer brutal betriebenen Italianisierung ausgesetzt. Ein noch heute von den römischen Behörden gepflegtes sogenanntes Siegestor aus faschistischer Zeit kündet von Überheblichkeit. Symbol des Deutschtums ist u. a. das Denkmal Walthers von der Vogelweide auf dem Bozner Waltherplatz.

 

• Brabant

Der Norden des Landes zwischen Maas und Schelde gehört zu den Niederlanden, während der weit überwiegende südliche Teil auf belgischem Staatsgebiet liegt. Brabant war nahezu 1000 Jahre beim Deutschen Reich. Durch seinen Süden läuft die germanisch-romanische Sprachgrenze. Sie trennt Flamen von Wallonen. Einst war Brabant ein Gau des Fränkischen Reiches. 870 fiel es an Deutschland. Ab dem 15. Jahrhundert, unter Habsburgerherrschaft, war Brüssel Residenzstadt und wurde Antwerpen europäisches Handelszentrum. Von 1794 bis 1814 herrschten die Franzosen dort. 1830 wurde der Großteil Brabants dem neuen Staat Belgien einverleibt, der französischen Interessen diente. Die Flamen führten einen opferreichen Kampf gegen die Verwelschung. Seit den 1980er Jahren wächst die flämische Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegung auch in Brabant mächtig an.

 

• Brandenburg

Das Gebiet war schon vor 3000 Jahren germanisch besiedelt. Markgraf Gero und Albrecht der Bär errangen das Land im 10. bzw. 12. Jahrhundert für Deutschland. Anfang des 15. Jahrhunderts wurden die Hohenzollern mit Brandenburg belehnt. Mit der Krönung des brandenburgischen Kurfürsten zum König am 18. Januar 1701 in Königsberg ging der Name Preußen auf den Gesamtstaat über. Brandenburg wurde preußische Provinz. Polen verlangte schon nach dem Ersten Weltkrieg brandenburgisches Gebiet. 1945 fiel fast ein Drittel des Brandenburger Landes (über 11 000 Quadratkilometer) durch alliiertes Diktat dem polnischen Imperialismus zum Opfer. Über eine Viertelmillion Brandenburger kamen beim Vertreibungsholocaust um. Der diesseits der Oder gelegene Teil ist seit der Wiedervereinigung 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche brandenburgische Städte und Gemeinden sind durch die Oder-Neiße-Linie geteilt; zum Beispiel Küstrin, Frankfurt an der Oder, Guben und Forst.

 

• Brandenburger Tor

Schon im 13. Jahrhundert stand am westlichen Stadtausgang Berlins ein Brandenburger Tor. König Friedrich Wilhelm II. erteilte dem schlesischen Baumeister Carl Gotthard Langhans den Auftrag, ein neues Brandenburger Tor zu errichten. Es sollte zugleich ein Ehrenmal für die siegreichen Feldzüge Friedrichs des Großen sein. Das Tor wurde von 1788 bis 1791 erbaut. Nach antikem griechischen Vorbild und in preußischer Schlichtheit entstand das beeindruckende Bauwerk. Säulen von dorischer Grundform tragen das wuchtige Quergeschoß, die Attika. Wache und Zollhaus rahmen das Tor ein. Oben thront die vom Bildhauer Gottfried Schadow 1794 geschaffene Siegesgöttin mit dem Viergespann (Quadriga). Napoleon ließ Viktoria und Quadriga rauben und brachte sie nach Paris. Nach dem Sieg über Frankreich, 1814, kamen sie im Triumph nach Berlin zurück. Schinkel ließ in den Stab der Siegesgöttin das Eiserne Kreuz als Zeichen des deutschen Freiheitskampfes einsetzen. 1958 war das im Ostteil der Stadt gelegene, im Krieg schwer beschädigte Tor wiederhergestellt. Direkt vor ihm wurde 1961 die Mauer gebaut und am 9. November 1989 geöffnet.

Weiterführend:
Das Brandenburger Tor - Ein Symbol deutscher Geschichte
Eine zweiteilige Abhandlung mit Bildergallerie

 

• Braunschweiger Dom

Die ehemalige Kollegiatsstiftskirche Sankt Blasius in Braunschweig, heute evangelischer Dom, wurde auf Geheiß Heinrichs des Löwen in den Jahren 1173 bis 1195 (Weihe: 1227) neu errichtet. Wesentliche Zubauten gab es im 14./15. Jahrhundert. Es ist eine dreischiffige, gewölbte Pfeilerbasilika mit drei Apsiden, dreischiffiger Krypta und Turm. Im Dom liegen Heinrich der Löwe und seine Gemahlin Mathilde begraben. Ihnen wurde um das Jahr 1250, zur Zeit des Staufenkaisers Friedrich lI., ein Grabmal geweiht. Es zeigt das Herrscherpaar als steinerne Gestalten liegend. Das Grabmal gilt als eine Höchstleistung spätstaufischer bildender Kunst und wird in seiner Bedeutung mit den Schöpfungen an den Domen zu Naumburg und Bamberg verglichen. Die Krypta des Braunschweiger Domes ist seit dem 17. Jahrhundert die Fürstengruft der Welfen. Verunstaltungen aus dem 19. Jahrhundert wurden 1935 beseitigt.

 

• Braunschweiger Löwe

Heinrich der Löwe, Deutschlands mächtiger Herzog, Gebieter über Sachsen und Bayern, Gründer von Lübeck und München, erhob Braunschweig zum Machtzentrum seines Reiches und ließ dort auf einer Insel in der Oker seine Burg Dankwarderode errichten. Vor ihr steht seit 1166 das vom Welfenherrscher selbst entworfene Löwendenkmal auf fünf Meter hohem Sockel. Auf den Halbsäulen dieses Hoheits- und Gerichtszeichens ist das altgermanische Sinnbild der Irminsul zu erkennen. Das Haupt des bronzenen Löwen ist ostwärts gerichtet. Heinrichs größte Tat war die Gewinnung Mecklenburgs und Pommerns für das Deutsche Reich. Das Löwendenkmal ist das älteste freistehende deutsche Monument.

 

• Breslau

Das Gebiet Breslaus war einst ein Handelsplatz der germanischen Wandalen. Im 9. Jahrhundert wurde dort die böhmische Burg Wrotizlav errichtet; Böhmen war Bestandteil des Deutschen Reiches. 1241 wurde Breslau, inzwischen eine rein deutsche Siedlung, von den Mongolen niedergebrannt. Es folgte der deutsche Wiederaufbau und 1261 die Verleihung des Magdeburger Stadtrechts. Im ausgehenden Mittelalter war Breslau, das sich der Hanse angeschlossen hatte, die viertgrößte Stadt Deutschlands. 1526 kam es an die Habsburger, im Frieden von Breslau 1742 an Preußen. Die Stadt war ein Zentrum des Widerstandes gegen Napoleon (Aufruf "An mein Volk" in Breslau, 1813). Vom 8. Februar bis 6. Mai 1945 leistete die Festung Widerstand gegen die vielfach überlegene Rote Armee. Der Vormarsch der Stalintruppen konnte damit verzögert werden, was Hunderttausenden Ostdeutschen das Leben rettete. Es folgte die Ausrottung des größten Teils der in Breslau verbliebenen Deutschen. Im Zeichen polnischer Mißwirtschaft ist die Stadt von ökonomischer und ökologischer Katastrophe bedroht.

 

• Brest - Litowsk

Der Name steht für den ersten Frieden im Völkerringen 1914-1918 und für den anständigsten aller großen Friedensschlüsse des 20. Jahrhunderts. Er kam am 3. März 1918 im weißrussischen Brest-Litowsk zwischen den Deutschen mit ihren Verbündeten und Sowjetrußland zustande. Durch Brest-Litowsk konnten sich die Finnen, Esten, Letten, Litauer, Polen, Ukrainer, Georgier von Moskaus Herrschaft befreien. Für die Deutschen gab es keinen territorialen Zugewinn. Die Westmächte annullierten den Vertrag von Brest-Litowsk und lieferten die Völker an Moskau aus, so daß die betroffenen Nationen erst Ende der 80er Jahre wieder erringen konnten, was ihnen der deutschgeprägte Frieden 1918 gewährt hatte. Wären die von den Westalliierten nach 1918 diktierten Verträge ähnlich gerecht gewesen wie Brest-Litowsk, wäre der Menschheit mit großer Wahrscheinlichkeit das Elend des Zweiten Weltkrieges erspart geblieben.

 

• Bretzenheim

Mit dem Untergang der NS-Diktatur war die KZ-Barbarei in Deutschland nicht beendet. Die Sieger übernahmen NS-KZ und errichteten zahlreiche neue. Vermutlich kamen über 100 000 Menschen allein in den KZ der Westmächte auf deutschem Boden um. Der kanadische Zeitgeschichtsforscher Bacque nennt sogar eine Zahl von 800 000 Opfern. Eines der neuen KZ wurde im April 1945 von der US-Armee bei Bretzenheim nahe Bad Kreuznach errichtet. Auf 155 Hektar wurden dort Hunderttausende deutsche Kriegsgefangene unter freiem Himmel zusammengepfercht. Ohne ausreichende Nahrung, ärztliche Versorgung und sanitäre Anlagen waren sie der Willkür sadistischer Bewacher ausgesetzt. In einem Frauencamp mußten über 11 000 weibliche KZ-Insassen, hauptsächlich Stabs- und Flakhelferinnen sowie Rotkreuz-Schwestern, leiden. Das "Feld des Jammers" wurde im Juli 1945 von Frankreich übernommen. Erst später besserten sich die Zustände. 1949 wurde das Lager aufgelöst. 1798 namentlich bekannte KZ-Opfer wurden auf dem Friedhof im Lohrer Wald bestattet. Seit 1966 erinnert ein Mahnmal am Rande des ehemaligen Lagers an der B 48 an das Unrecht.

Weiterführend:
In den Rheinwiesen bei Büderich und Wickrathberg

 

• Brillanten

Kurzform für: Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwerten und Brillanten. Es war vom 28. September 1940, dem Tag der Stiftung, bis zum 29. Dezember 1944, als das einem einzigen Soldaten, Rudel, verliehene Goldene Eichenlaub geschaffen wurde, die höchste Tapferkeitsauszeichnung des Großdeutschen Reiches. Die Brillanten wurden an 27 Soldaten verliehen: Hermann Balck, Albrecht Brandi, Joseph (Sepp) Dietrich, Adolf Galland, Herbert Gille, Gordon Mac Gollob, Hermann Graf, Erich Hartmann, Hans Hube, Albert Keßelring, Helmut Lent, Wolfgang Lüth, Hasso von Manteuffel, Hans Joachim Marseille, Karl Mauss, Walter Model, Werner Mölders, Walter Nowottny, Bernhard Ramcke, Erwin Rommel, Hans Ulrich Rudel, Dietrich von Saucken, Heinz Wolfgang Schnauffer, Ferdinand Schörner, Adalbert Schulz, Hyazinth Graf Strachwitz, Theodor Tolsdorff.

 

• Bromberger Blutsonntag

Der erste Massenmord des Zweiten Weltkrieges wurde am 3. September 1939 im westpreußischen Bromberg von Polen an dortigen Deutschen verübt. Mindestens 1100 Tote waren zu beklagen. Es handelte sich um den Höhepunkt der bereits Monate vor Ausbruch des Krieges wütenden antideutschen Pogrome im polnischen Machtbereich. Vertreter der internationalen Presse wurden von Deutschland eingeladen, das Massaker vor Ort zu recherchieren. Auch sie hegten an der polnischen Schuld keinen Zweifel. Bromberg war Anfang dieses Jahrhunderts zu drei Vierteln deutsch. 1919 kam die Stadt durch das Versailler Diktat in den polnischen Machtbereich. Polen betrieb brutale Verdrängung des Deutschtums. Der deutsche Anteil der Bromberger Bevölkerung sank auf 27 Prozent in den 20er und auf 16 Prozent in den 30er Jahren. 1945 wurde das dortige Deutschtum durch den Vertreibungsholocaust völlig aufgerieben.

 

• Buchenlanddeutsche

Das Buchenland, auch Bukowina genannt, liegt nordöstlich von Siebenbürgen am Karpatenhang. 1775 kam das Gebiet von den Osmanen an die Österreicher. Deutsche Siedler strömten ins kriegsentvölkerte Land. Sie ließen es wirtschaftlich und kulturell erblühen. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten dort 170 000 Deutsche. 1919 kam das Land an Rumänien, 1940 erlangte Stalin den Nordteil mit der Hauptstadt Czernowitz. Nach Vereinbarungen des Deutschen Reiches mit Rumänien und Rußland siedelten im Herbst 1940 annähernd 100 000 Buchenlanddeutsche ins Reich um. Sie wurden vorwiegend ins Warthegau gebracht und vier Jahre später von dort vertrieben. In der Bukowina verbliebene Deutsche flüchteten 1944 vor den Sowjets. Die Buchenlanddeutschen in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich beteiligten sich mit großem Fleiß am Wiederaufbau.

 

• Buhurt, Tjost und Turnei

Die mittelalterlichen Ritterkämpfe waren mehr als ein halbes Jahrtausend, vom 10. bis ins 16. Jahrhundert, Höhepunkte des gesellschaftlichen Lebens im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Kampfarten waren der Buhurt, bei dem die Reiter panzerlos mit Speer und Schild geradlinig gegeneinander sprengten; die Tjost, der Einzelkampf zweier Ritter, bei dem der gepanzerte Gegner beim Aufeinanderprallen in schärfstem Galopp aus dem Sattel zu heben war und an den sich meist der Schwertkampf anschloß; das Turnei, glänzender Schluß der Festlichkeit, eine Schlacht im Kleinen, die mit Lanzen, bisweilen auch mit stumpfen Schwertern zwischen zwei Ritterscharen ausgefochten wurde. Der Sieger errang Ruhm und den Ehrenpreis aus der Hand der edlen minniglichen Frau.

 

• Bundesrat

Name der Vertretung der deutschen Länder im Norddeutschen Bund 1867 bis 1871, im Deutschen Reich 1871 bis 1918 und in der Bundesrepublik Deutschland seit 1949. Hintergrund ist das Bestreben, der landsmannschaftlichen Vielfalt Deutschlands politisch Ausdruck zu verleihen und zugleich Separatismus zu zähmen. Die Zahl der Stimmen richtete sich stets nach der Größe der vertretenen Bundesländer. Im Reich bis 1918 war die Stellung des Bundesrates stark. Er wurde aber im Zaum gehalten durch den der Gesamtheit verpflichteten und in direkter Beziehung zum Kaiser stehenden Reichskanzler, der Bundesratspräsident war. In der Weimarer Republik gab es den Reichsrat mit wenig Kompetenz. Die Rechte des Bundesrates sind in Artikel 50ff. des Grundgesetzes geregelt. Gesetze bedürfen meist seiner Zustimmung. In Österreich ist der Bundesrat die zweite Kammer des Parlaments, setzt sich aus Ländervertretern zusammen und hat geringen politischen Einfluß. In der Schweiz ist der Bundesrat die eidgenössische Regierung.

 

• Bundesrepublik Deutschland

Staat mit 82 Millionen Einwohnern, davon 74 Millionen Deutsche, auf einer Fläche von 360 000 Quadratkilometern. Er organisiert 75 Prozent der Deutschen in Mitteleuropa und umfaßt zwei Drittel der Fläche des Bismarckreiches. Die Bundesrepublik wird im Grundgesetz definiert als deutscher Staat, als Rechtsstaat, als Sozialstaat und als Bundesstaat (derzeit 16 Bundesländer). Oberste Organe sind: Bundestag als Volksvertretung und Bundesrat als Vertretung der Länder. Über die Einhaltung der Verfassung wacht das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Der Bundeskanzler leitet die Politik, der Bundespräsident ist oberster Repräsentant. Schwarz-Rot-Gold sind die Nationalfarben, das Deutschlandlied ist die Nationalhymne. Die Bundesrepublik entstand 1949 aus den drei westlichen Besatzungszonen. In friedlichen Wiedervereinigungen kamen während der 50er Jahre hinzu: Helgoland, Kehl, das Saargebiet, Grenzzonen zu Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Am 3. Oktober 1990 schlossen sich die fünf Länder, die bis dahin die DDR gebildet hatten, und Ost-Berlin an. Überfremdung bei niedrigster Geburtenrate der Welt, aus den USA eingeschleppte Dekadenz und Verlust der Selbstbestimmung durch die EG erscheinen als größte Herausforderung in den 90er Jahren.

 

• Bundestag

So wurde schon die Bundesversammlung 1815 bis 1866 genannt. Der Deutsche Bundestag (amtliche Bezeichnung) ist gemäß Grundgesetz das aus allgemeiner, gleicher und freier Wahl hervorgehende oberste Organ der Bundesrepublik Deutschland, dessen Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sein sollen. Der Volksvertretung steht der Bundestagspräsident vor. Abgeordnete derselben Parteien schließen sich in Fraktionen zusammen. Im Ältestenrat und in Ausschüssen werden die wichtigsten Fragen vorberaten. Dem ersten Bundestag gehörten ab 1949 noch zwölf Parteien an, darunter Vertreter der nationalen Rechten, ohne daß darunter die Stabilität der Republik gelitten hätte; vielmehr wurde parlamentarische Kärrnerarbeit wie nie mehr danach geleistet. Wahlrechtsverschärfungen (z. B. 1953: Einführung der 5 %-Sperrklausel) brachten eine langjährige Dreierherrschaft von CDU/CSU, SPD und FDP. Millionen Andersdenkende wurden ausgesperrt, die politischen Strukturen verkrusteten. Heute ist der Parlamentarismus vor allem bedroht durch Einflußnahme finanzstarker Interessengruppen (Lobbys) und durch Kastenbildung bei Etablierten.

 

• Bundesverfassungsgericht

Das oberste Organ der Bundesrepublik Deutschland für die Verfassungsgerichtsbarkeit hat seinen Sitz in Karlsruhe. Es besteht aus zwei Senaten mit 12 Richtern, die je zur Hälfte vom Bundestag und Bundesrat gewählt und dann vom Bundespräsidenten ernannt werden. Der Präsident des Gerichts wird abwechselnd vom Bundestag und Bundesrat gewählt. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren hundert Beschlüssen und Urteilen verfassungswidrige Gesetze und Maßnahmen der etablierten Parteien verworfen. So setzte es zum Beispiel der auf Verewigung der deutschen Teilung angelegten sogenannten neuen Ostpolitik der 70er Jahre die Pflicht zur Wiedervereinigung entgegen, verhinderte 1975 die ungeborene Kinder entrechtende Fristenlösung und brachte 1990 das kommunale Ausländerwahlrecht zu Fall.

 

• Bundesversammlung

Das auch Bundestag genannte Organ des Deutschen Bundes von 1815 bis 1866; ein in Frankfurt am Main tagender Gesandtenkongreß 41 deutscher Staaten. Jedes Bundesland hatte mindestens eine Stimme, die größeren Länder entsandten vier Vertreter. Die Kompetenz der Bundesversammlung war gering. Beschlüsse bedurften der Zweidrittelmehrheit, die wichtigsten Angelegenheiten Einstimmigkeit. Den Vorsitz führte Österreich. Fremde Mächte bestimmten mit: Der britische König als Monarch von Hannover, der dänische König als Herzog von Lauenburg und Holstein und der König der Niederlande als Großherzog von Luxemburg. Als Teil des gegen die nationalstaatliche Ordnung gerichteten Metternich-Systems stand die Bundesversammlung unter heftiger Kritik der Nationalgesinnten (Studentenspottlied: "Dem Deutschen Bundestag werft faule Eier nach!"). In der Bundesrepublik ist die Bundesversammlung das zu gleichen Teilen aus Mitgliedern des Bundestages und Ländervertretern bestehende Gremium zur Wahl des Bundespräsidenten, in der Schweiz das Parlament aus Nationalrat und Ständerat.

 

• Bundeswehr

Die Streitmacht der Bundesrepublik Deutschland, ab 1956 als Wehrpflichtarmee in einer Stärke von etwa einer halben Million Mann aufgestellt. Die Befehlsgewalt hat nach Artikel 65a Grundgesetz der Verteidigungsminister, im Kriegsfall der Bundeskanzler. Die Bundeswehr wurde von Offizieren der Deutschen Wehrmacht aufgebaut. Sie hatte entscheidenden Anteil daran, daß der Sowjetimperialismus in Schach gehalten werden konnte und bewährte sich in Katastropheneinsätzen. Wie keine andere Streitmacht der Welt ist sie nationaler Souveränität entzogen und völlig der Nato eingegliedert. Seit Ende der 60er Jahre (Notstandsgesetzgebung) kann sie auch zur Niederschlagung innerer Unruhen eingesetzt werden. Bonner Politik ist darauf bedacht, die Bundeswehr von der Tradition deutschen Soldatentums abzusondern. Die Traditionserlasse des Verteidigungsministers wurden immer radikaler bis hin zur scharfen Abgrenzung von der Wehrmacht. Eine weitere Gefahr besteht im Plan, die Bundeswehr - trotz Verbots durch das Grundgesetz - auch in fernen Kriegsregionen einzusetzen.

 

• Bundschuh

Es ist das Lederstück, das mit Riemen um den Knöchel befestigt war und als Schuh von den Germanen, dann von den deutschen Bauern bis ins 16. Jahrhundert getragen wurde. Seit dem 13. Jahrhundert nahm der Bundschuh den Charakter eines volkstümlichen Symbols an: als Sinnbild des gemeinen Volkes gegen die Obrigkeit, des armen Mannes gegen Wucherer und Ausbeuter, der bodenständigen deutschen Art gegen höfische Ausländerei, im Volke wurzelnden Glaubens gegen pfäffisches Kastentum. Schon im 15. Jahrhundert gab es in Deutschland Erhebungen unter dem Feldzeichen des Bundschuh. Im Bauernkrieg 1525 zogen die Aufständischen unter der Bundschuh-Fahne in den Kampf. Die Gegend der Kärntner Nockberge heißt deshalb noch heute Bundschuh-Gebiet.

 

• Buren

Niederländisches Wort für Bauern und Name des afrikaanssprachigen weißen Volkes im südlichen Afrika, das aus Nachfahren holländischer Einwanderer bei starker deutscher und schwächerer hugenottischer Beimischung entstanden ist. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts am Kap ansässig, wichen die Buren im Großen Treck 1835 bis 1838 vor britischem Imperialismus ins Hinterland aus. Sie gründeten die Freistaaten Natal, Oranje und Transvaal, die dem Interesse Londons, die reichen Bodenschätze auszubeuten und ein Kolonialgebiet von Kairo bis zum Kap zu schaffen, im Wege standen. Die Buren wurden von Großbritannien 1899 bis 1902 brutal niedergeworfen (Burenkrieg). London verfuhr nach dem Prinzip "verbrannte Erde" und errichtete die ersten KZ des 20. Jahrhunderts, in denen Zehntausende burische Frauen und Kinder sowie deren mitverschleppte schwarze Bedienstete vernichtet wurden. Die Buren waren in beiden Weltkriegen überwiegend prodeutsch. Ihr Versuch, mit der Politik getrennter Entwicklung (Apartheid) Identität und Vorherrschaft im multikulturellen Südafrika zu sichern, scheiterte an gegenläufigen Interessen internationaler Konzerne und der Weltmächte.

 

• Burg

Im allgemeinen wird unter Burg der verteidigungsfähige Wohnsitz des Adels verstanden, der im Gefahrenfalle auch dem gemeinen Volk Schutz bot. Es gab im Mittelalter 12 000 deutsche Burgen. Von ihnen zeugen mehr als 4000 Ruinen. Wenige Burgen blieben von Zerstörung verschont. Manche wurden im 19. Jahrhundert in idealer Gestalt errichtet. Im berge- und hügelreichen Mittel- und Süddeutschland wurden meist Höhenburgen erbaut, in den Ebenen und Marschen Norddeutschlands Wasserburgen. Den Kern jeder Burg bildete der massive Wartturm oder Bergfried. Zu höchster Entfaltung kam das mittelalterliche Leben Deutschlands in den Hofburgen oder Palästen (Pfalzen) der Könige und bedeutender weltlicher und geistlicher Herren. Als Beispiel ist die Thüringer Wartburg zu erwähnen. Von großer Bedeutung waren Burgen wie der Trifels oder der Karlstein als Vesten für die Reichskleinodien. Die Ordensburgen im Osten, darunter die Marienburg, die größte Burganlage der Welt, zählen zu den großartigsten deutschen Bauwerken.

 

• Burgenland

Im 8. Jahrhundert setzte die deutsche Besiedlung des Landes ein. Die bairischen Heinzen (Heanzen) nahmen das Gebiet bis zum Neusiedler See in Besitz. In den Türkenkriegen trotzten die Burgen des Landes dem Feind. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Deutschen einer heftigen Madjarisierung ausgesetzt. Den Widerstand leitete der Dichter Josef Reichl. Obwohl die Bevölkerung zu 85 Prozent deutsch war (der Rest: Kroaten, Ungarn, Zigeuner), fiel das nach den Bezirkshauptorten Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg "Burgenland" genannte Gebiet 1867 beim sogenannten Ausgleich an die ungarische Hälfte des Habsburgerreiches. Im Vertrag von Saint-Germain bekam Österreich 1919 das Burgenland mit der Hauptstadt Ödenburg zugesprochen. Ungarische Freischärler jedoch rissen Ödenburg an sich, das mit acht benachbarten Gemeinden nach einer manipulierten Abstimmung (Dezember 1921) bei Ungarn verblieb. Die anderen rund 4000 Quadratkilometer des Burgenlandes bilden seit 1922 ein Bundesland Österreichs, das 1938 Bestandteil des Großdeutschen Reiches wurde und von 1945 bis 1955 russisch besetzt war.

 

• Burgund

Die germanischen Burgunder gaben dem Land, das heute den Südosten des französischen Staatsgebietes und die westliche Schweiz bildet, den Namen. Sie waren mit ihrem König Gundahar (Gunther) 436 von hunnischen Söldnern, die im Dienste des Römers Aetius standen, geschlagen worden (historischer Hintergrund des Nibelungenliedes). Ihre Reste siedelten sich im Rhonegebiet an. Im 10. Jahrhundert war dort ein großes burgundisches Königreich entstanden mit romanischer Sprache und von germanischer Art. Seine Herrscher leisteten den deutschen Majestäten den Lehnseid. 1032 nahm Kaiser Konrad das Königreich Burgund für das Deutsche Reich in Besitz. Fortan trugen die deutschen Kaiser für ein Drittel Jahrtausend die burgundische Krone; als letzter Karl IV., gekrönt 1365. Dem durch inneren Zwist und Übergriffen von außen geschwächten spätmittelalterlichen Deutschen Reich entglitt Burgund Stück um Stück. Frankreich unterwarf Lyon, die Dauphiné, die Provence, Avignon und Arles, das zeitweilig freie Reichsstadt war. Aus dem restlichen burgundischen Gebiet entstanden die Schweizer Eidgenossenschaft, Savoyen und Mömpelgard.

 

• Burschenschaften

Weltanschauliche Bewegung deutscher Studenten, die von Frontkämpfern der Befreiungskriege ins Leben gerufen wurde und sich an den von Arndt, Jahn und Uhland vermittelten vaterländischen Idealen ausrichtete. Die erste Burschenschaft entstand am 12. Juni 1815 in Jena. Vom 16. bis 18. Oktober 1818 wurde auf dem 2. Burschentag in Jena die Allgemeine Deutsche Burschenschaft gegründet; mit dem Bekenntnis "Ehre, Freiheit, Vaterland" und unter großdeutsch-schwarzrotgoldenem Panier. Der Bundestag beschloß scharfe Verfolgung der nationalrevolutionären Burschenschaften, die an die Stelle der Separatstaaten ein einiges Deutschland setzen wollten. Als Geheimgesellschaften bestanden sie fort. Die meisten Abgeordneten der Paulskirche 1848/49 stammten aus den Reihen der Burschenschaften. Nach der Reichsgründung 1870 verloren sie ihren revolutionären Schwung. Sie blieben auch zur Weimarer Zeit bürgerlich, wurden in der NS-Zeit gleichgeschaltet, von den alliierten Besatzern 1945 verboten und reorganisierten sich in der Bundesrepublik und in Österreich mit gesamtdeutscher Ausrichtung.

 

• Burschenschaftsdenkmal

Auf der Göpelskuppe, einer Anhöhe bei Eisenach in Thüringen, wurde 1902 das Burschenschaftsdenkmal zu Ehren des vaterländischen Einsatzes der studentischen Verbindungen feierlich eingeweiht. Es ist eine Schöpfung des Baumeisters Wilhelm Kreis, zu dessen bekanntesten späteren Werken die Bismarckhalle bei Stettin zählte. Das Burschenschaftsdenkmal erhebt sich gegenüber der Wartburg, auf der sich am 18. Oktober 1817, dem vierten Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, über 500 nationalrevolutionäre Burschenschafter zum Wartburgfest versammelt hatten. Über dem Eingang die Worte: "Den deutschen Jünglingen und Männern, die nach den glorreichen Befreiungskriegen den Gedanken der nationalen Einigung faßten und ins Volk trugen, die in trüben Zeiten der Verdächtigung und der Verfolgung an ihm festhielten, ihn hegten und für ihn stritten, die in heißen Völkerkämpfen ihr teueres Blut für seine Verwirklichung vergossen und die ihn in großer Zeit durch Willenskraft, Feldherrnkunst und Staatsweisheit zu schöner That werden ließen, weiht dieses Denkmal in unauslöschlicher Dankbarkeit die Deutsche Burschenschaft." Das Ehrenmal auf der Göpelskuppe wurde Anfang der 1990er Jahre restauriert.

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