T-V
Tannenberg
Bei Tannenberg in
Ostpreußen unterlag am 15. Juli 1410 das Heer des
Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen
einem zahlenmäßig weit überlegenen
polnisch-litauischen Heer mit dessen tatarischen und
russischen Hilfstruppen. Die Niederlage beschwor das Ende
der Ordensmacht herauf. Das geschwächte Reich hatte
nicht geholfen. Vom 26. bis zum 31. August 1914 tobte bei
Tannenberg die Schlacht zwischen 153 000 Deutschen und
191 000 Russen. Hindenburg, vor allem seinem Stabschef
Ludendorff, auch General M. Hoffmann, gelang der Sieg in
der größten Einkreisungsschlacht der
Weltgeschichte. Es war das erste Mal seit über 2000
Jahren (Cannae), daß ein zahlenmäßig
überlegener Feind von einer Truppe in der Minderzahl
umfaßt und geschlagen werden konnte. Mit dieser
Schlacht bei Tannenberg und der folgenden an den
Masurischen Seen (6.-15. September 1914) war die
russische Gefahr für Ostpreußen und das
Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg gebannt.
Tannenberg-Denkmal
Die Grundsteinlegung
des überwiegend aus privaten Spenden errichteten
Monuments erfolgte am 31. August 1924, dem 10. Jahrestag
der Schlacht bei Tannenberg. Es wurde am 18. September
1927, Hindenburgs 80. Geburtstag, in Anwesenheit des
Feldmarschalls und Reichspräsidenten eingeweiht, der
dabei die antideutsche Kriegsschuldlüge
zurückwies. Das nach den Plänen von Walter und
Johannes Krüger gestaltete Denkmal mit seinen acht
je 20 Meter hohen Türmen und 100 Metern Durchmessern
sah aus wie eine gewaltige Ordensburg und war die
größte Gedenkstätte Deutschlands. 1934
wurden die sterblichen Hüllen Hindenburgs und seiner
Gemahlin zur Beisetzung ins Monument geleitet, welches
1935 den Titel Reichsehrenmal erhielt. Die (später
in der Marburger Elisabethkirche aufgestellten)
Hindenburg-Sarkophage und 54 im Denkmal aufbewahrte
Truppenfahnen wurden 1945 über See nach Westen
gerettet. Der zu erwartenden Schändung wegen wurde
das Denkmal beim Heranrücken der Sowjettruppen von
deutschen Soldaten gesprengt. An den Resten tobte sich
sowjetische und später polnische Wut aus.
Tauroggen
Tauroggen (Litauen) war
von 1691 bis 1793 preußisch. In der Mühle des
nahen Dorfes Poscherun schloß am 30. Dezember 1812
der preußische General Yorck von Wartenburg auf
eigene Faust und inspiriert von Clausewitz mit dem
russischen General Diebitsch aus Schlesien die in Deutsch
gehaltene Konvention von Tauroggen: Die preußischen
Truppen scherten aus dem erzwungenen Bündnis mit
Napoleon aus. Die Konvention war ein Wendepunkt der
europäischen Geschichte. Sie leitete die
deutsch-russische Kampfgemeinschaft im Befreiungskrieg
ein. Yorck wußte um das Risiko, wegen seiner
Eigenmächtigkeit vom preußischen Kriegsgericht
zum Tode verurteilt zu werden. Seinen Offizieren sagte
er: "Möge unter göttlichem Beistand das Werk
der Befreiung unseres Vaterlandes beginnen." Nach Siegen
in Schlachten der Befreiungskriege erhielt Yorck 1821 den
Marschallstab. "Tauroggen" steht seit dem historischen
Ereignis von 1812 als Symbol für deutsch-russische
Verständigung.
Weiterführend:
1812:
Die Konvention von
Tauroggen - ".
. . Ew. Majestät lege ich willig meinen Kopf zu
Füßen"
Teheran
Im August 1941 wurde
der neutrale Iran von britischen und sowjetischen Truppen
überfallen und in Besatzungszonen aufgeteilt.
Für die Unterdrückung der
Iraner
waren Spezialisten
der US-Geheimdienste zuständig. In der iranischen
Hauptstadt Teheran trafen sich vom 28. November bis 1.
Dezember 1943 die Führer der weltgrößten
Imperialsysteme, Churchill, Roosevelt und Stalin, zu
ihrer ersten gemeinsamen Konferenz im Zweiten Weltkrieg.
Man beriet das weitere strategische Vorgehen gegen
Deutschland und Japan. Ohne jede Rücksicht auf die
in der Atlantik-Charta 1941 verkündeten Freiheits-
und Selbstbestimmungsrechte erörterten die
"großen Drei" verschiedene Modelle zur
Zerreißung Deutschlands. Roosevelt schlug fünf
deutsche Staaten vor. In Teheran wurden die Weichen
für die spätere Spaltung Europas und Asiens in
Einflußzonen der Westmächte und der Sowjets
gestellt.
Theoderich-Grabmal
Ostgotenkönig
Theoderich der Große (456-526) herrschte von Verona
und Ravenna aus über ein mächtiges Reich. 520
wurde auf sein Geheiß in Ravenna ein Grabmal
errichtet, in welchem germanischer, antiker und
oströmischer Stil zu einzigartiger Gemeinschaft
fanden. In diesem Mausoleum wurde der Herrscher nach
seinem Tode am 30. August 526 feierlich beigesetzt. Die
gewaltige Persönlichkeit der germanischen
Majestät ging ein in die deutsche Heldensage. Aus
Theoderich wurde Dietrich von Bern (alter deutscher Name
für Verona), der Recke der Raben (Ravenna)-Schlacht.
Als Dietrich erscheint er sagenhaft verklärt auch im
Nibelungenlied und in der norwegischen Thidrekssaga des
13. Jahrhunderts, durch welche ein wesentlicher Teil des
altdeutschen Sagenschatzes der Nachwelt erhalten
blieb.
Thorn
Die Geburtsstadt des
überragenden deutschen Wissenschaftlers Kopernikus
wurde 1231 vom Deutschen Orden gegründet und erhielt
im folgenden Jahr deutsches Stadtrecht. Im 14.
Jahrhundert schloß sie sich der Deutschen Hanse an.
Der Erste Thorner Friede von 1411 erlegte dem Deutschen
Orden nach der Niederlage von Tannenberg drückende
polnische Tribute auf. Der Zweite Thorner Friede von 1466
manifestierte das Ende der Ordensmacht. In polnischer
Zeit (ab 1454) erlitt die Stadt einen Wohlstands-,
Kultur- und Bedeutungsschwund. 1724 kam es zum Thorner
Blutbad, der Enthauptung deutscher Protestanten. Als
Thorn 1793 und 1815 an Preußen fiel, nahm es neuen
Aufschwung. Zwei Drittel der Einwohnerschaft waren
Deutsche, als die Stadt 1919 von Polen ohne
Volksabstimmung vereinnahmt wurde. Die meisten Deutschen
flüchteten vor polnischer Wirtschaft und
Unterdrückung. 1939 kam Thorn wieder zum Deutschen
Reich und 1945 erneut an Polen. Warschau rottete das
dortige Deutschtum nun vollständig aus.
Thüringen
Das Land wird seit
alters her "das grüne Herz Deutschlands" genannt.
Dort gab es im 5. Jahrhundert ein germanisches
Königreich, das die Franken 531 niederwarfen. Der
Osten war um 1000 eine Mark des Deutschen Reiches. Als
Landgrafschaft war Thüringen im 11. und 12.
Jahrhundert, zur hohen Zeit des Reiches, ein kulturelles
Zentrum Deutschlands (Wartburg). Gegen Ende des
Mittelalters zerfiel es in zahlreiche Kleinstaaten;
einige Teile verleibte sich das Kurfürstentum
Sachsen ein. Mit Ausnahme Coburgs, das sich Bayern
anschloß, bildeten die kleinen thüringischen
Länder 1920 den Freistaat Thüringen im
Deutschen Reich. Das Land wurde im Frühjahr 1945 von
US-Truppen besetzt, im Juli des Jahres den Sowjets
ausgeliefert, 1952 in DDR-Bezirke zergliedert und
gehört seit 1990 mit der Hauptstadt Erfurt zur
Bundesrepublik Deutschland.
Tilsit
Das ostpreußische
Tilsit (alter Name: Tilse) an der Memel entstand bei
einer um 1406 erbauten Ordensburg. 1945 wurde es von
Stalin annektiert. Auf einem Floß in der Mitte der
Memel traf sich 1807 Napoleon mit dem Zaren, um über
die Aufteilung Europas zu beraten. Im Friedensvertrag von
Tilsit (9. Juli 1807) diktierte Napoleon Preußen
drakonische Bedingungen: Es verlor über die
Hälfte seines Staatsgebietes, sein Heer wurde auf 42
000 Mann begrenzt, und es wurden ihm ungeheure
wirtschaftliche Lasten aufgebürdet. Außerdem
wurde es verpflichtet, sich der antienglischen
Kontinentalsperre anzuschließen, was für die
preußische Wirtschaft ruinös war. Einer
völligen Auflösung Preußens hatte der Zar
widersprochen. Preußens Königin Luise
versuchte vergebens, in Tilsit durch persönliche
Fürsprache bei Napoleon die Bedingungen des Diktats
zu mildern.
Tirol
Schloß Tirol bei
Meran, erbaut um 1100, gab dem Land den Namen. Die
eingesessenen Tiroler sind Baiern oder (im Lechtal)
Alemannen. Das Land gehört seit 1300 Jahren zum
geschlossenen deutschen Volksgebiet und war von Beginn an
beim Deutschen Reich. Unter den Grafen von Görz
erhielt es eine urdemokratische Verfasssung. 1363 kam es
an die Habsburger, unter deren Kaiser Maximilian I.
Tirol, das Lieblingsland der Majestät, eine
Glanzzeit erlebte. Der Tiroler Gaismair war ein
bedeutender Führer im Bauernkrieg. 1703 und 1796/97
jagten die Tiroler die Franzosen aus dem Land. Den
Aufstand gegen Napoleon führten 1809 Hofer,
Speckbacher, Haspinger. 1814 war Tirol wieder bei
Österreich. 1918 wurde der Süden bis zum
Brenner völkerrechtswidrig von Italien besetzt. Bei
der Volksabstimmung in Nordtirol votierten 1921 99 %
für den Anschluß ans Deutsche Reich. 1938 kam
der Norden, 1943 faktisch auch der Süden ans
Großdeutsche Reich. Seit 1945 gilt wieder die
Teilungsgrenze am Brenner.
Tiroler Aufstand
Tirol wurde 1805 dem
von Frankreich unterworfenen Bayern angeschlossen. Damit
war Napoleon Diktator im urdemokratisch verfaßten
Land. Den Aufstand gegen die fremde Ordnung führte
1809 Andreas Hofer. Er hatte schon 12 Jahre vorher als
Schützenhauptmann gegen die Franzosen gekämpft.
An der Spitze der Erhebung standen ferner
Persönlichkeiten wie Pater Haspinger, Mayer,
Sigmair, Speckbacher. Abertausende
Tiroler leisteten dem Aufruf "Mannder es isch Zeit!"
Folge und fügten dem Feind am Bergisel schwere
Niederlagen zu. Erzherzog Johann, der nachmalige
Reichsverweser, focht an ihrer Seite. Dann jedoch
mußte der österreichische Kaiser Napoleon
nachgeben. Wien ließ die Tiroler fallen. Hofer
setzte den Kampf fort, beschwor seine "deutschen
Brüder" allenthalben, "gemeinsam mit den Tirolern
gegen die Fremdherrschaft zu kämpfen". Durch Verrat
in Gefangenschaft geraten, lehnte er das Angebot, in
gutdotierte französische Dienste zu treten,
entrüstet ab. Am 20. Februar 1810 wurde er in Mantua
auf Napoleons Geheiß erschossen. Hofer starb
offenen Auges. Er selbst gab den Feuerbefehl. Seine
sterbliche Hülle wurde 1823 in der lnnsbrucker
Hofkirche zur letzten Ruhe gebettet.
Weiterführend:
Rebell
gegen Napoleon:
Andreas Hofer - ein Symbol der Tiroler
Volkserhebung
Togo
Deutsche Missionare und
Kaufleute waren schon längere Zeit dort tätig,
als der Pionier der Afrikaforschung, Nachtigal, am 5.
Juli 1884 Togo im Namen des Deutschen Reiches zum
Schutzgebiet erklärte. Mit dem König des
Landes, Mlapa, schlossen die Deutschen ein Abkommen.
Togo, rund 90 300 qkm groß, wurde zur unbestritten
mustergültigsten aller europäischen Kolonien.
Eines Reichszuschusses bedurfte es zum Schluß nicht
mehr. 1914 wurde Togo von Engländern und Franzosen
besetzt, 1920 aufgeteilt. In Aufständen wehrten sich
die Einheimischen gegen die neuen Kolonialherren. Den
ersten Deutschen, die 1923 wieder ins Land kamen
(Missionare), bereitete die Bevölkerung
Triumphzüge. Zu den Geburtstagen des letzten
deutschen Gouverneurs, Herzog Adolf Friedrich (gest.
1969), erschienen Delegationen aus Togo, um den "guten
Vater des Landes" zu ehren. Die Präsidenten des
unabhängig gewordenen Landes äußerten
sich sehr anerkennend über die deutschen
Kolonialleistungen. 1984 brachte die Republik Togo eine
Briefmarke zu Ehren Kaiser Wilhelms II.
heraus.
Torgau
Auf dem Schloß
Hartenfels bei Torgau an der Elbe residierten seit 1456
die sächsischen Kurfürsten. 1760 siegte
Friedrich der Große bei Torgau über die
Österreicher. 1815 wurde die Stadt preußisch.
Laut Siegerpropaganda soll bei Torgau am Elbufer am 25.
April 1945, 16.00 Uhr, die erste Begegnung
US-amerikanischer und sowjetischer Soldaten auf deutschem
Boden stattgefunden haben. Das Foto vom "ersten
Handschlag der Befreiertruppen" wird wie eine Ikone
präsentiert; alljährlich gibt es
Veranstaltungen in Torgau zur Ehrung des "historischen
Augenblicks". Der Mythos fußt auf Fälschungen.
Schon viereinhalb Stunden zuvor hatten die US- und
SU-Truppen andernorts, bei Strehla, Kontakt. Zweieinhalb
Stunden vor "Torgau" trafen US-Soldaten unter
Führung des Offiziers Kotzebue nahe dem Dorf
Leckwitz an der EIbe auf ihre sowjetischen
"Befreiungs"kameraden, die dort einen deutschen
Flüchtlingstreck mit Frauen und Kindern massakriert
hatten. Die "historischen Fotos" des "Handschlags von
Torgau" zeigen eine später für die alliierte
Propaganda gestellte Szene.
Treck
Das Wort kommt aus dem
Mittelhochdeutschen von "trekken, trecken", was "ziehen"
bedeutet. Trecks waren die gewaltigen Wanderungszüge
der Germanen und der Deutschen von der Antike bis zur
Neuzeit. Zu Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts
brachen Kimbern und Teutonen auf. Die
Völkerwanderung ab dem 4. Jahrhundert nach der
Zeitenwende erfaßte zahlreiche germanische
Volksstämme, die sich im Treck neues Land suchten.
Auch die ostdeutsche Siedlung im Mittelalter war eine
organisatorische Meisterleistung und kulturelle
Großtat. Die friedliche Erschließung
Nordamerikas, besonders der ungeheuren Weiten des
Westens, war vor allem das Werk Deutscher, die in
entbehrungsreichen Trecks westwärts zogen und dabei
den von Pfälzern entwickelten Planwagen benutzten.
Berühmt ist auch der Große Treck der Buren
1835. In Flüchtlingstrecks mußten 1945
fünfzehn Millionen Deutsche ihre Heimat im Osten
verlassen.
Triest
Die Hafenstadt
unterstand viele Jahrhunderte deutscher Staatlichkeit.
1382 wurde sie österreichisch. Es begann eine lange
Blütezeit unter Habsburger Herrschaft. Triest war
Österreichs Tor zur Adria. 1719 wurde es Freihafen,
1818 in den Deutschen Bund aufgenommen, 1849
reichsunmittelbare Stadt der k.u.k. Monarchie, 1867
eigenes Kronland. Im Konkurrenzkampf mit Sankt Veit am
Flaum (Fiume, Rijeka) an der zum ungarischen Teil des
Habsburgerreiches gehörenden Adriaküste konnte
sich Triest behaupten. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die
Stadt an Italien, 1954 wurde das von Slowenen und
Italienern besiedelte Triester Gebiet unter Italien und
Jugoslawien aufgeteilt. Triest hat unter italienischer
Herrschaft einen erheblichen Bedeutungsschwund hinnehmen
müssen. Die ökonomische und ökologische
Lage ist zu Anfang der 90er Jahre katastrophal. Seit den
80er Jahren finden Kräfte Zuspruch, die Triest
wieder nach Mitteleuropa ausrichten wollen.
Trifels
Die Burg Trifels (das
bedeutet: Dreifels) ist für das Jahr 1081 erstmals
bezeugt. Sie wurde bei Annweiler in der Pfalz als
bauliche Meisterleistung auf einem spitzen Bergkegel
errichtet. Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert war sie die
bedeutendste Reichsburg. "Wer den Trifels hat, hat das
Reich", hieß es. Die deutschen Könige und
Kaiser hielten dort häufig hof. Prominente
Reichsgefangene waren auf dem Trifels, u. a. 1193/94
Richard Löwenherz. Im 12. und 13. Jahrhundert war
die Veste der Aufbewahrungsort der Reichskleinodien. 1339
kam der Trifels an den Pfalzgrafen bei Rhein. Später
verfiel die Burg wie die Macht des Reiches. 1937 fanden
bei ihr Ausgrabungen statt, 1938 wurde sie
teilrekonstruiert. Mythos umgibt die alte Reichsburg, die
nie erobert wurde. Wohl ist sie die Gralsburg in Wolframs
Parsifal.
Trizone
Am 1. Januar 1947 fand
der Zusammenschluß der US-amerikanischen und der
britischen Besatzungszonen zur sogenannten Bizone statt.
Paris, das auf vielfache Teilung Deutschlands aus war,
sperrte sich gegen den Beitritt seiner Zone. Doch reichte
die Kraft Frankreichs, dessen Weltreich bröckelte,
nicht mehr für eigenständige Vormachtpolitik in
Mitteleuropa aus. Außerdem wußten die
Verantwortlichen in Paris, daß nur die Deutschen
ein Bollwerk gegen den Bolschewismus bilden konnten.
Deshalb konnte die französische Zone am 8. April
1949 der Bizone beitreten und die Trizone als
unmittelbare Vorstufe der Bundesrepublik Deutschland
entstehen. Damit war mehr als die Hälfte der
Fläche des einstigen Bismarckreiches
wiedervereinigt.
Trümmerfrauen
Die
Kriegszerstörungen in Deutschland waren 1945 immens.
Allein der alliierte Luftterror hatte die Wohnungen von 8
Mio. Deutschen zertrümmert. Bei
Großstädten über 250 000 Einwohnern hatte
Dortmund den größten Zerstörungsgrad
(65%; 31 Kubikmeter Schutt je Einwohner). Bei den
Städten zwischen 100 000 und 250 000 Einwohnern war
Würzburg am schlimmsten betroffen
(Zerstörungsgrad: 75%). In manchen kleineren
Städten war es sogar noch verheerender (z. B. Wesel
mit 80%, Jülich mit 97%). DieSchuttmasse in
Deutschland westlich von Oder und Neiße wird
für 1945 auf 400 Mio. Kubikmeter geschätzt.
Einen derart gigantischen Trümmerhaufen hatte es in
der Weltgeschichte noch nicht gegeben. Während die
Männer gefallen oder in den Lagern der Sieger
eingesperrt waren, räumten die deutschen Frauen die
Trümmer weg. Zuerst wurden die Straßen
freigemacht, dann die Ruinen abgetragen. Sprengbomben
unter den Schuttmassen forderten etliche Todesopfer. Die
Trümmerfrauen vollbrachten die erste Pioniertat der
größten Friedensleistung der Geschichte, des
deutschen Wiederaufbaus. Denkmale, z. B. in Berlin,
erinnern an sie.
Türkenkriege
Am Ende des
Mittelalters hatten die Osmanen ein gewaltiges Reich
erobert. Es erstreckte sich vom Atlantik bis zum lndik
und schloß den Balkan ein. Die Türken wollten
das ganze Abendland. Die Rettung vor der Gefahr verdanken
Europa und die Christenheit den Deutschen und den Russen.
Sie drängten den Sultan zurück, während
Frankreich mit ihm gegen das Deutsche Reich gemeinsame
Sache machte. 1529 und 1683 belagerten die
türkischen Heere vergeblich Wien. Unter Führung
des Markgrafen Ludwig Wilhelm I. von Baden
("Türkenlouis") wurden die Osmanen im Anschluß
an die zweite Belagerung zurückgeschlagen; Prinz
Eugen versetzte ihnen dann die entscheidenden
Schläge. Unter Türkenjoch und -kriegen hatten
besonders die Grenzlanddeutschen in Südosteuropa zu
leiden, die unglaubliche Abwehr- und
Wiederaufbauleistungen vollbrachten. Im Ersten Weltkrieg
waren Deutsche und Türken Waffenbrüder. Im
Zweiten Weltkrieg widerstanden die Türken dem
alliierten Druck und blieben bis kurz vor Schluß
neutral.
Weiterführend:
Prinz
Eugen und die Türken
Turnerbewegung
Turnen, ein Wort Jahns,
erinnert an Turnier (Turnei), also an die
mittelalterlichen Ritterwettkämpfe. Pioniere des
Turnens, das sich von Deutschland aus über die ganze
Erde verbreitete, waren Ende des 18. Jahrhunderts
Salzmann und Guts Muths. Zur Volksbewegung wurde es durch
Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), den Turnvater. 1811
eröffnete er in der Hasenheide bei Berlin den ersten
öffentlichen Turnplatz. 1816 erschien sein Werk
"Teutsche Turnkunst". Jahn verband die Turnerbewegung mit
nationalem Gedankengut, diente im Freikorps Lützow,
kämpfte für ein neues Deutsches Reich, wurden
von reaktionären Separatstaatlern in Haft genommen,
die das Turnen verboten, und zog 1848 als
schwarzrotgoldener Großdeutscher in die Paulskirche
ein. Unter dem Zeichen der vier "F" (frisch, fromm,
fröhlich, frei) setzte sich das Turnen gegen alle
Widerstände durch, nahm mit den ab 1860
alljährlich stattfindenden deutschen Turnfesten
Aufschwung und etablierte sich endgültig durch
Aufnahme des Turnens und der Leibeserziehung in den
deutschen Schulunterricht.
U-Boot-Ehrenmal
Im Ersten Weltkrieg
blieben 200 deutsche U-Boote mit über 4700 Mann, im
Zweiten Weltkrieg 736 deutsche U-Boote mit rund 28 000
Mann vor dem Feind. Ihnen ist das Denkmal in
Möltenort an der Kieler Förde gewidmet. Die
Grundsteinlegung erfolgte am 11. Juli 1926. Wegen
Baumängeln war ein Neubau erforderlich, der am 12.
Juni 1938 eingeweiht wurde. Das Monument besteht aus zwei
Ehrenhallen und einer siebzehn Meter hohen Säule,
auf der ein Adler thront. Am 27. September 1970 wurde
dort die Gedenkstätte für die Gefallenen des
Zweiten Weltkrieges feierlich eingeweiht. Auf
Bronzetafeln sind die Namen der vor dem Feind gebliebenen
deutschen U-Boot-Männer des Völkerringens
1939-1945 verzeichnet.
Ulmer Münster
Ulm, seit 854 bezeugt,
war deutsche Königspfalz, wurde durch Barbarossa zur
Stadt erhoben und im 14. Jahrhundert Freie Stadt. Der Bau
einer gewaltigen Kirche, des Münsters, sollte von
reichsstädtischem Stolz und Gottesfürchtigkeit
zeugen. 1377 begannen die Bauarbeiten durch Heinrich
Parler d. Ä. und seinen Sohn Michael. Fortgesetzt
wurde das Werk von Ulrich von Ensingen (Baumeister auch
des Straßburger Münsters und des Domes im
lombardischen Mailand) sowie dessen Söhnen und einem
Enkel. Als weitere Namen bedeutender Ulmer
Münsterbaumeister sind Kun, Engelberg und
Matthäus Böblinger zu erwähnen. 1529
wurden die Arbeiten am Münster eingestellt. Die
Romantik erweckte den gotischen Gedanken zu neuem Leben.
1844 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. 1890
vollendete Baumeister August von Beyer nach den alten
Plänen Böblingers den mit 161 Metern
höchsten Kirchturm der Erde. Im Münster
befindet sich eine Gedenkstätte für 27 000
Gefallene des Ersten Weltkrieges.
Umerziehung
1943 diagnostizierte
der US-Psychiater Brickner und 1945 der Schweizer
Freud-Schüler C. G. Jung kollektive Geistes- und
Gemütskrankheit der Deutschen. "Reeducation"
(Umerziehung), ein vom Emigranten Leopold Schwarzschild
erstmals verwendeter Ausdruck für die Behandlung
eines niedergeworfenen Deutschland, bedeutet
gemäß "Webster's Dictionary": "Erziehung einer
behinderten, neurotischen oder geistig gestörten
Person." 1943 setzte die US-Regierung ein "Joint
Committee" zur Umerziehung der Deutschen ein
(Federführung: Kurt Lewin). 1944 bildete sich in New
York das "Institut zur Umerziehung der Achsenvölker"
(inspiriert vom Psychiater M. Levy). Auch an der New
Yorker "New School for Social Research" (Marcuse, Adorno,
Horkheimer) wurden Umerziehungspläne ausgearbeitet.
Das "Joint Committee" erläuterte: "Wir werden die
gesamte Tradition auslöschen, auf der die deutsche
Nation errichtet ist." Kern der Umerziehung ist, den
Deutschen ein kollektives Schuldgefühl einzuimpfen.
Die Umerziehung führt häufig zum Haß auf
das eigene Vaterland und zu
Nationalmasochismus.
Weiterführend:
Alliierte
Umerziehung --
Eine Abrechnung mit den sogenannten
"Siegermächten"
Umsiedlung
1939 begann,
vertraglich mit den Aussiedlungsländern geregelt,
die Umsiedlung von
Volksdeutschen aus
fremden Machtbereichen ins Großdeutsche Reich. Es
handelte sich vor allem um Südtiroler, Deutsche aus
dem Osten des einstigen polnischen Staatsgebietes,
Baltendeutsche, Deutsche aus dem Machtbereich der
Sowjets, Südosteuropa-Deutsche. Insgesamt wurden im
Zeitraum bis etwa 1943 rund 950 000 Deutsche umgesiedelt.
Die meisten kamen ins Wartheland, die anderen vorwiegend
in die Steiermark, nach Kärnten und Nordtirol. Die
Neusiedler im Wartheland wurden 1945 Opfer des
Vertreibungsholocausts. Doch hat die Umsiedlung, zur
Kriegszeit eine organisatorische Meisterleistung, mehrere
hunderttausend Deutsche vor dem sicheren Tod
gerettet.
Untersteiermark
Der Süden der
Steiermark, die Untersteiermark, wurde 1919 ohne
Volksabstimmung Österreich genommen und Jugoslawien
zugeschlagen. 65 000 Deutsche gerieten in den Belgrader
Machtbereich. Hauptsächlich lebten sie in den alten
deutschen Städten Marburg an der Drau und Cilli,
einer einstigen Grenzveste des Reiches, die 1456 an
Habsburg kam und 1910 über 80 Prozent deutsche
Einwohner hatte. Die Deutschen wurden vom
südslawischen Staat terrorisiert, ihre Proteste im
Blut erstickt (Marburger Blutsonntag mit 13 Toten, 60
Verwundeten). Im Zweiten Weltkrieg gehörte die
Untersteiermark dem Großdeutschen Reich an. 1945
kam sie wieder an Jugoslawien, das nunmehr die
Endlösung der Deutschenfrage in seinem Machtbereich
betrieb.
Upstalsboom
Die Friesen, deren Name
sich von der germanischen Göttin Frija ableiten
könnte, wehrten den römischen Imperialismus ab
und wahrten, auch nachdem ihr Land 870 ans
Ostfränkische (Deutsche) Reich gekommen war, die
alten Überlieferungen. Der Upstalsboom war ein
uralter Baum an einem schon in vorgeschichtlicher Zeit
als Grabes- und Weihestätte genutzten Platz nahe
Aurich. Dort trafen sich auch im 12. bis 14. Jahrhundert
- wie in Zeiten des Ding - vom Volk gewählte Konsuln
der sieben friesischen Seelande zur feierlichen Beratung.
Der Upstalsboom war auch heraldischer Bestandteil des
Wappens, welches der Kaiser 1678 den ostfriesischen
Ständen verlieh. 1833 wurde an der Stelle des
Upstalsbooms eine Steinpyramide zu Ehren der im
Befreiungskrieg gefallenen Friesen errichtet. Sie ist von
einem Hain umgeben.
Usedom
Das pommersche Usedom,
gelegen zwischen Stettiner Haff und Ostsee, ist mit 445
qkm die nach Rügen zweitgrößte Insel
Deutschlands. Seit 1945 ist sie zweigeteilt. Der Osten
mit der Stadt Swinemünde liegt im polnischen
Machtbereich, woraus sich katastrophale ökonomische
und ökologische Probleme ergeben. Der
überwiegende, westliche Teil gehörte bis 1990
zur DDR und ist seither Bestandteil des Bundeslandes
Mecklenburg-Vorpommern. Das polnisch besetzte
Swinemünde, benannt nach der Swine, dem
Hauptmündungsarm der Oder, wurde 1765 von Friedrich
dem Großen zur Stadt erhoben; die offizielle
polnische Bezeichnung für die widerrechtlich
okkupierte deutsche Stadt lautet "Swinoujscie",
Woiwodschaft "Szczecin".
Veme
Veme bzw. Feme kommt
wohl von den alten deutschen Wörtern für Strafe
oder für Genossenschaft. In Westfalen widersetzte
man sich besonders hartnäckig der Verwelschung des
Rechts durch Rezeption römischer Vorschriften. Wie
einst beim Ding der Germanen wurde dort auf "roter (=
gerodeter) Erde" nach gutem alten Recht am Freistuhl -
unter einer alten Eiche oder Linde - geurteilt. Über
das Recht befanden die Freischöffen: gewählte
Freie aus dem Bauernstand. Ihnen wurde feierlich das
altüberlieferte Vemgeheimnis anvertraut, das bis
heute nicht durchdrungen ist. Vom deutschen König
höchstselbst wurden die Schöffen und
Vorsitzenden des Vemgerichts legitimiert. Die Veme, das
"Westfälische Gericht", kam im 14./ 15. Jahrhundert,
vor allem unter Kaiser Sigmund, in ganz Deutschland zu
Bedeutung. Sie garantierte weitgehend rechtsstaatliche
Verfahren. Wegen ihrer Unabhängigkeit war sie den
Landesherren ein Dorn im Auge. Sie wurde
zurückgedrängt, hielt sich aber im
westfälischen Sauerland (Altena, Arnsberg) bis ins
19. Jahrhundert.
Verdun
In Verdun an der Maas
(alter deutscher Name: Werden oder Wirten) teilten im
August 843 Karl der Kahle, Lothar und Ludwig der Deutsche
das von Karl dem Großen geschaffene Fränkische
Reich untereinander auf. Wirten selbst kam 880 ans
Ostfränkische (Deutsche) Reich. Vom 13. Jahrhundert
an war es Reichsstadt. 1648 verleibte sich Frankreich die
Stadt ein. Das Bistum Verdun blieb bis 1711 Trier
untertan. Die Kämpfe bei Verdun vom Februar bis
September 1916 zählen zum größten und
verlustreichsten Schlachtgeschehen der Weltgeschichte.
Die Forts Douaumont und Vaux, die Höhen ,,304" und
"Toter Mann", um die mit ungeheurem Blutzoll verbissen
gekämpft wurde, symbolisieren Stahlgewitter und
Frontgrabenerlebnis des Ersten Weltkriegs. Die Deutschen
verloren 338 000, die Franzosen 364 000
Gefallene.
Versailler Vertrag
Am 18. Januar 1919, dem
Jahrestag der Kaiserproklamation, wurde im
Prunkschloß Ludwigs XIV. Versailles bei Paris die
Konferenz für den Friedensvertrag mit Deutschland
eröffnet. Den Vorsitz führte Frankreichs
Regierungschef Clemenceau, der Deutschland haßte.
Die Deutschen durften nicht teilnehmen. Sie wurden zur
Unterschrift (28. Juni 1919) durch Hungerblockade und
militärische Einmarschdrohung der Sieger gezwungen.
Das Diktat trat am 10. Januar 1920 in Kraft. Deutschland
wurden sämtliche Kolonien genommen; ohne
Volksabstimmung hatte es Elsaß-Lothringen, Danzig,
das Memelland, den Korridor, Posen, Hultschin (insgesamt
73 845 qkm, 7,3 Mio. Einwohner) abzutreten. Bald gingen
auch Eupen-Malmedy und Ostoberschlesien verloren. Das
Saargebiet wurde auf 15 Jahre französisch, das
Rheinland fremdbesetzt und die deutschen Ströme
fremder Kontrolle unterworfen. Deutschland mußte
sich fast vollständig entwaffnen,
niederdrückende Tribute in Geld und Sachwerten
leisten und sich auch noch zur Schuld am Krieg bekennen.
Diese karthagischen Bedingungen waren mitursächlich
für den Zweiten Weltkrieg. Sämtliche deutsche
Parteien der Weimarer Zeit hatten die Revision des
Diktats zum Ziel.
Weiterführend:
Das
Friedensdiktat von Versailles
1919
Versailles
Vertreibung
Nach 1918 wurden
annähernd anderthalb Millionen Deutsche aus
Elsaß-Lothringen, dem besetzten Ruhrgebiet, dem
polnischen Machtbereich und aus den einstigen
Schutzgebieten in Übersee vertrieben. Bei ihren
Konferenzen 1943 und 1945 in Teheran, Jalta und Potsdam
vereinbarten die "Großen Drei", also die
Führer der USA, der Sowjetunion und des Britischen
Empire, eine "geordnete, humane Aussiedlung" der Ost- und
Sudetendeutschen. Tatsächlich jedoch fand ab Juni
1945 auf die Dauer von mehr als zwei Jahren ein
Vertreibungsholocaust statt, durch den mehr als 16
Millionen Deutsche in den Reichsgebieten jenseits von
Oder und Neiße, in den Sudetengebieten und in Ost-
sowie Südosteuropa ihre Heimat und mindestens zwei
Millionen, vermutlich sogar über drei Millionen von
ihnen ihr Leben verloren. Eine juristische
"Bewältigung" dieses Menschheitsverbrechens hat es
nie gegeben. Die Vertriebenen hatten entscheidenden
Anteil am Wiederaufbau in der Bundesrepublik, der DDR und
in Österreich.
Weiterführend:
Die
Leistungen der Deutschen Wehrmacht,
einschließlich
der Waffen-SS, zur Rettung deutscher Flüchtlinge und
Heimatvertriebener
Völkerschlacht
Vom 16. bis zum 19.
Oktober 1813 tobte bei Leipzig die bis dahin
größte Schlacht der Weltgeschichte. Die
verbündeten Österreicher, Preußen, Russen
und Schweden fügten Napoleon die den Befreiungskrieg
entscheidende Niederlage zu. Am 19. 0ktober um 13.00 Uhr
zogen der russische Zar, der preußische König
und Österreichs Fürst Schwarzenberg in das nach
harten Straßenkämpfen eroberte Leipzig ein.
Nach der Völkerschlacht mußte Napoleon
Deutschland räumen. Großen Anteil am Sieg
hatten die Generalstabschefs Gneisenau (Preußen)
und Radetzky (Österreich). Die Völkerschlacht
forderte 84 000 Menschenleben. Auf seiten der
Verbündeten fielen 28 000 Deutsche (Preußen
und Österreicher), 220 00 Mann in russischer Uniform
und 300 Schweden. An die welthistorisch bedeutsame
Schlacht erinnert das
Völkerschlachtdenkmal.
Völkerschlachtdenkmal
Am 18. Oktober 1898,
zum 85. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig,
erfolgte der erste Spatenstich des mächtigen
Monuments zu Ehren der Gefallenen. Die Bauleitung oblag
dem Leipziger Architekten Clemens Thieme. Der
Denkmalentwurf stammte vom Monumentalbaumeister Bruno
Schmitz, der auch das Kyffhäuserdenkmal schuf. Die
Plastiken des Völkerschlachtdenkmals sind Werke der
Bildhauer Christian Behrens und Franz Metzner. Der
Granitporphyr für das Monument wurde in Beucha bei
Leipzig gebrochen. Das Völkerschlachtdenkmal ist 91
Meter hoch, die Innenhalle mißt bis zum Scheitel 68
Meter, das Gewicht des Bauwerkes wird auf 300 000 Tonnen
geschätzt. Das Leipzigs Stadtbild beherrschende
Denkmal wurde am 18. Oktober 1913, zum hundertsten
Jahrestag der Schlacht, eingeweiht und war auch zur
SED-Zeit als Symbol deutsch-russischer
Waffenbrüderschaft wohlgelitten.
Völkerwanderung
Die
Völkerwanderung der Germanen zielte
hauptsächlich auf den Westen und Süden Europas.
Es begann mit den Kimbern und Teutonen im 2. Jahrhundert
vor der Zeitenwende. Volle Kraft erreichte die Bewegung
im 4./5. nachchristlichen Jahrhundert. Der Langobardenzug
nach Italien (568) war ein Abschluß. Jahrhunderte
später brachen noch die Wikinger bis nach
Rußland, Sizilien und Nordamerika auf. Die
Völkerwanderungs-Züge waren organisatorische
Meisterleistungen. Dabei gelang auch der Sieg über
die Supermacht der Antike, das römische Weltreich.
260 n. Chr. drückten die Germanen den Limes ein, am
24. August 410 nahm Gotenkönig Alarich I. Rom. Im 6.
Jahrhundert wurde fast ganz Europa von den Germanen
beherrscht. Aus ihren Reichen entwickelte sich die
europäische Staatenwelt. Von ihnen östlich der
Elbe verlassener Siedlungsraum wurde durch die
ostdeutsche Siedlung zurückgewonnen. Zu den
Triebfedern der Völkerwanderung zählten
Abenteuerdrang, Raumnot, Naturkatastrophen, Bedrohung
durch Eindringlinge aus Asien, betörende Wirkung des
Mediterranen auf den nordischen Menschen.
Volksdeutsche
Der in den 1930er
Jahren geprägte Begriff bezeichnet die in fremden
Machtbereichen lebenden Deutschen ausländischer
Staatsangehörigkeit. Gemeint waren sowohl fremder
Staatlichkeit unterworfene Einwohner der Randgebiete des
geschlossenen deutschen Siedlungsraumes (zum Beispiel
Elsässer, Südtiroler, Sudetendeutsche,
Westpreußen, Memelländer) als auch die
Deutschen in Volkstumsinseln und Streusiedlungen des
europäischen Ostens und Südostens. Im weiteren
Sinne umfaßt der Begriff auch Deutsche in
Übersee, die sich das Bewußtsein ihres
Volkstums erhalten haben. Zur Unterstützung der
Volksdeutschen wurde der Verein für das Deutschtum
im Ausland (VDA) gegründet. Volksdeutsche waren
während der Weltkriege und danach antideutschen
Pogromen ausgesetzt. Das Grundgesetz für die
Bundesrepublik Deutschland stellt die Volksdeutschen aus
dem Osten den Bundesdeutschen gleich.
Volkstrauertag
Unter dem Eindruck der
Millionen Opfer der Fronten im Ersten Weltkrieg und auf
Anregung des Volksbundes Deutsche
Kriegsgräberfürsorge wurde seit 1926 am 5.
Sonntag vor Ostern (kirchlich: Reminiszere) der
Volkstrauertag begangen. Als Heldengedenktag wurde er am
27. Februar 1934 gesetzlich geregelt. Ab 1939 galt der
16. März (Jahrestag der Wiedereinführung des
allgemeinen Wehrdienstes) bzw. der ihm vorangehende
Sonntag als Heldengedenktag. Nach 1945 kehrte man
zunächst zur Anfangsregelung zurück
(Reminiszere als Volkstrauertag). Seit 1952 wird in der
Bundesrepublik Deutschland der vorletzte Sonntag vor dem
ersten Advent als Volkstrauertag begangen.
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