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• Tannenberg

Bei Tannenberg in Ostpreußen unterlag am 15. Juli 1410 das Heer des Deutschen Ordens unter Hochmeister Ulrich von Jungingen einem zahlenmäßig weit überlegenen polnisch-litauischen Heer mit dessen tatarischen und russischen Hilfstruppen. Die Niederlage beschwor das Ende der Ordensmacht herauf. Das geschwächte Reich hatte nicht geholfen. Vom 26. bis zum 31. August 1914 tobte bei Tannenberg die Schlacht zwischen 153 000 Deutschen und 191 000 Russen. Hindenburg, vor allem seinem Stabschef Ludendorff, auch General M. Hoffmann, gelang der Sieg in der größten Einkreisungsschlacht der Weltgeschichte. Es war das erste Mal seit über 2000 Jahren (Cannae), daß ein zahlenmäßig überlegener Feind von einer Truppe in der Minderzahl umfaßt und geschlagen werden konnte. Mit dieser Schlacht bei Tannenberg und der folgenden an den Masurischen Seen (6.-15. September 1914) war die russische Gefahr für Ostpreußen und das Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg gebannt.

 

• Tannenberg-Denkmal

Die Grundsteinlegung des überwiegend aus privaten Spenden errichteten Monuments erfolgte am 31. August 1924, dem 10. Jahrestag der Schlacht bei Tannenberg. Es wurde am 18. September 1927, Hindenburgs 80. Geburtstag, in Anwesenheit des Feldmarschalls und Reichspräsidenten eingeweiht, der dabei die antideutsche Kriegsschuldlüge zurückwies. Das nach den Plänen von Walter und Johannes Krüger gestaltete Denkmal mit seinen acht je 20 Meter hohen Türmen und 100 Metern Durchmessern sah aus wie eine gewaltige Ordensburg und war die größte Gedenkstätte Deutschlands. 1934 wurden die sterblichen Hüllen Hindenburgs und seiner Gemahlin zur Beisetzung ins Monument geleitet, welches 1935 den Titel Reichsehrenmal erhielt. Die (später in der Marburger Elisabethkirche aufgestellten) Hindenburg-Sarkophage und 54 im Denkmal aufbewahrte Truppenfahnen wurden 1945 über See nach Westen gerettet. Der zu erwartenden Schändung wegen wurde das Denkmal beim Heranrücken der Sowjettruppen von deutschen Soldaten gesprengt. An den Resten tobte sich sowjetische und später polnische Wut aus.

 

• Tauroggen

Tauroggen (Litauen) war von 1691 bis 1793 preußisch. In der Mühle des nahen Dorfes Poscherun schloß am 30. Dezember 1812 der preußische General Yorck von Wartenburg auf eigene Faust und inspiriert von Clausewitz mit dem russischen General Diebitsch aus Schlesien die in Deutsch gehaltene Konvention von Tauroggen: Die preußischen Truppen scherten aus dem erzwungenen Bündnis mit Napoleon aus. Die Konvention war ein Wendepunkt der europäischen Geschichte. Sie leitete die deutsch-russische Kampfgemeinschaft im Befreiungskrieg ein. Yorck wußte um das Risiko, wegen seiner Eigenmächtigkeit vom preußischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt zu werden. Seinen Offizieren sagte er: "Möge unter göttlichem Beistand das Werk der Befreiung unseres Vaterlandes beginnen." Nach Siegen in Schlachten der Befreiungskriege erhielt Yorck 1821 den Marschallstab. "Tauroggen" steht seit dem historischen Ereignis von 1812 als Symbol für deutsch-russische Verständigung.

Weiterführend:
1812: Die Konvention von Tauroggen - ". . . Ew. Majestät lege ich willig meinen Kopf zu Füßen"

 

• Teheran

Im August 1941 wurde der neutrale Iran von britischen und sowjetischen Truppen überfallen und in Besatzungszonen aufgeteilt. Für die Unterdrückung der Iraner waren Spezialisten der US-Geheimdienste zuständig. In der iranischen Hauptstadt Teheran trafen sich vom 28. November bis 1. Dezember 1943 die Führer der weltgrößten Imperialsysteme, Churchill, Roosevelt und Stalin, zu ihrer ersten gemeinsamen Konferenz im Zweiten Weltkrieg. Man beriet das weitere strategische Vorgehen gegen Deutschland und Japan. Ohne jede Rücksicht auf die in der Atlantik-Charta 1941 verkündeten Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte erörterten die "großen Drei" verschiedene Modelle zur Zerreißung Deutschlands. Roosevelt schlug fünf deutsche Staaten vor. In Teheran wurden die Weichen für die spätere Spaltung Europas und Asiens in Einflußzonen der Westmächte und der Sowjets gestellt.

 

• Theoderich-Grabmal

Ostgotenkönig Theoderich der Große (456-526) herrschte von Verona und Ravenna aus über ein mächtiges Reich. 520 wurde auf sein Geheiß in Ravenna ein Grabmal errichtet, in welchem germanischer, antiker und oströmischer Stil zu einzigartiger Gemeinschaft fanden. In diesem Mausoleum wurde der Herrscher nach seinem Tode am 30. August 526 feierlich beigesetzt. Die gewaltige Persönlichkeit der germanischen Majestät ging ein in die deutsche Heldensage. Aus Theoderich wurde Dietrich von Bern (alter deutscher Name für Verona), der Recke der Raben (Ravenna)-Schlacht. Als Dietrich erscheint er sagenhaft verklärt auch im Nibelungenlied und in der norwegischen Thidrekssaga des 13. Jahrhunderts, durch welche ein wesentlicher Teil des altdeutschen Sagenschatzes der Nachwelt erhalten blieb.

 

• Thorn

Die Geburtsstadt des überragenden deutschen Wissenschaftlers Kopernikus wurde 1231 vom Deutschen Orden gegründet und erhielt im folgenden Jahr deutsches Stadtrecht. Im 14. Jahrhundert schloß sie sich der Deutschen Hanse an. Der Erste Thorner Friede von 1411 erlegte dem Deutschen Orden nach der Niederlage von Tannenberg drückende polnische Tribute auf. Der Zweite Thorner Friede von 1466 manifestierte das Ende der Ordensmacht. In polnischer Zeit (ab 1454) erlitt die Stadt einen Wohlstands-, Kultur- und Bedeutungsschwund. 1724 kam es zum Thorner Blutbad, der Enthauptung deutscher Protestanten. Als Thorn 1793 und 1815 an Preußen fiel, nahm es neuen Aufschwung. Zwei Drittel der Einwohnerschaft waren Deutsche, als die Stadt 1919 von Polen ohne Volksabstimmung vereinnahmt wurde. Die meisten Deutschen flüchteten vor polnischer Wirtschaft und Unterdrückung. 1939 kam Thorn wieder zum Deutschen Reich und 1945 erneut an Polen. Warschau rottete das dortige Deutschtum nun vollständig aus.

 

• Thüringen

Das Land wird seit alters her "das grüne Herz Deutschlands" genannt. Dort gab es im 5. Jahrhundert ein germanisches Königreich, das die Franken 531 niederwarfen. Der Osten war um 1000 eine Mark des Deutschen Reiches. Als Landgrafschaft war Thüringen im 11. und 12. Jahrhundert, zur hohen Zeit des Reiches, ein kulturelles Zentrum Deutschlands (Wartburg). Gegen Ende des Mittelalters zerfiel es in zahlreiche Kleinstaaten; einige Teile verleibte sich das Kurfürstentum Sachsen ein. Mit Ausnahme Coburgs, das sich Bayern anschloß, bildeten die kleinen thüringischen Länder 1920 den Freistaat Thüringen im Deutschen Reich. Das Land wurde im Frühjahr 1945 von US-Truppen besetzt, im Juli des Jahres den Sowjets ausgeliefert, 1952 in DDR-Bezirke zergliedert und gehört seit 1990 mit der Hauptstadt Erfurt zur Bundesrepublik Deutschland.

 

• Tilsit

Das ostpreußische Tilsit (alter Name: Tilse) an der Memel entstand bei einer um 1406 erbauten Ordensburg. 1945 wurde es von Stalin annektiert. Auf einem Floß in der Mitte der Memel traf sich 1807 Napoleon mit dem Zaren, um über die Aufteilung Europas zu beraten. Im Friedensvertrag von Tilsit (9. Juli 1807) diktierte Napoleon Preußen drakonische Bedingungen: Es verlor über die Hälfte seines Staatsgebietes, sein Heer wurde auf 42 000 Mann begrenzt, und es wurden ihm ungeheure wirtschaftliche Lasten aufgebürdet. Außerdem wurde es verpflichtet, sich der antienglischen Kontinentalsperre anzuschließen, was für die preußische Wirtschaft ruinös war. Einer völligen Auflösung Preußens hatte der Zar widersprochen. Preußens Königin Luise versuchte vergebens, in Tilsit durch persönliche Fürsprache bei Napoleon die Bedingungen des Diktats zu mildern.

 

• Tirol

Schloß Tirol bei Meran, erbaut um 1100, gab dem Land den Namen. Die eingesessenen Tiroler sind Baiern oder (im Lechtal) Alemannen. Das Land gehört seit 1300 Jahren zum geschlossenen deutschen Volksgebiet und war von Beginn an beim Deutschen Reich. Unter den Grafen von Görz erhielt es eine urdemokratische Verfasssung. 1363 kam es an die Habsburger, unter deren Kaiser Maximilian I. Tirol, das Lieblingsland der Majestät, eine Glanzzeit erlebte. Der Tiroler Gaismair war ein bedeutender Führer im Bauernkrieg. 1703 und 1796/97 jagten die Tiroler die Franzosen aus dem Land. Den Aufstand gegen Napoleon führten 1809 Hofer, Speckbacher, Haspinger. 1814 war Tirol wieder bei Österreich. 1918 wurde der Süden bis zum Brenner völkerrechtswidrig von Italien besetzt. Bei der Volksabstimmung in Nordtirol votierten 1921 99 % für den Anschluß ans Deutsche Reich. 1938 kam der Norden, 1943 faktisch auch der Süden ans Großdeutsche Reich. Seit 1945 gilt wieder die Teilungsgrenze am Brenner.

 

• Tiroler Aufstand

Tirol wurde 1805 dem von Frankreich unterworfenen Bayern angeschlossen. Damit war Napoleon Diktator im urdemokratisch verfaßten Land. Den Aufstand gegen die fremde Ordnung führte 1809 Andreas Hofer. Er hatte schon 12 Jahre vorher als Schützenhauptmann gegen die Franzosen gekämpft. An der Spitze der Erhebung standen ferner Persönlichkeiten wie Pater Haspinger, Mayer, Sigmair, Speckbacher. Abertausende Tiroler leisteten dem Aufruf "Mannder es isch Zeit!" Folge und fügten dem Feind am Bergisel schwere Niederlagen zu. Erzherzog Johann, der nachmalige Reichsverweser, focht an ihrer Seite. Dann jedoch mußte der österreichische Kaiser Napoleon nachgeben. Wien ließ die Tiroler fallen. Hofer setzte den Kampf fort, beschwor seine "deutschen Brüder" allenthalben, "gemeinsam mit den Tirolern gegen die Fremdherrschaft zu kämpfen". Durch Verrat in Gefangenschaft geraten, lehnte er das Angebot, in gutdotierte französische Dienste zu treten, entrüstet ab. Am 20. Februar 1810 wurde er in Mantua auf Napoleons Geheiß erschossen. Hofer starb offenen Auges. Er selbst gab den Feuerbefehl. Seine sterbliche Hülle wurde 1823 in der lnnsbrucker Hofkirche zur letzten Ruhe gebettet.

Weiterführend:
Rebell gegen Napoleon: Andreas Hofer - ein Symbol der Tiroler Volkserhebung

 

• Togo

Deutsche Missionare und Kaufleute waren schon längere Zeit dort tätig, als der Pionier der Afrikaforschung, Nachtigal, am 5. Juli 1884 Togo im Namen des Deutschen Reiches zum Schutzgebiet erklärte. Mit dem König des Landes, Mlapa, schlossen die Deutschen ein Abkommen. Togo, rund 90 300 qkm groß, wurde zur unbestritten mustergültigsten aller europäischen Kolonien. Eines Reichszuschusses bedurfte es zum Schluß nicht mehr. 1914 wurde Togo von Engländern und Franzosen besetzt, 1920 aufgeteilt. In Aufständen wehrten sich die Einheimischen gegen die neuen Kolonialherren. Den ersten Deutschen, die 1923 wieder ins Land kamen (Missionare), bereitete die Bevölkerung Triumphzüge. Zu den Geburtstagen des letzten deutschen Gouverneurs, Herzog Adolf Friedrich (gest. 1969), erschienen Delegationen aus Togo, um den "guten Vater des Landes" zu ehren. Die Präsidenten des unabhängig gewordenen Landes äußerten sich sehr anerkennend über die deutschen Kolonialleistungen. 1984 brachte die Republik Togo eine Briefmarke zu Ehren Kaiser Wilhelms II. heraus.

 

• Torgau

Auf dem Schloß Hartenfels bei Torgau an der Elbe residierten seit 1456 die sächsischen Kurfürsten. 1760 siegte Friedrich der Große bei Torgau über die Österreicher. 1815 wurde die Stadt preußisch. Laut Siegerpropaganda soll bei Torgau am Elbufer am 25. April 1945, 16.00 Uhr, die erste Begegnung US-amerikanischer und sowjetischer Soldaten auf deutschem Boden stattgefunden haben. Das Foto vom "ersten Handschlag der Befreiertruppen" wird wie eine Ikone präsentiert; alljährlich gibt es Veranstaltungen in Torgau zur Ehrung des "historischen Augenblicks". Der Mythos fußt auf Fälschungen. Schon viereinhalb Stunden zuvor hatten die US- und SU-Truppen andernorts, bei Strehla, Kontakt. Zweieinhalb Stunden vor "Torgau" trafen US-Soldaten unter Führung des Offiziers Kotzebue nahe dem Dorf Leckwitz an der EIbe auf ihre sowjetischen "Befreiungs"kameraden, die dort einen deutschen Flüchtlingstreck mit Frauen und Kindern massakriert hatten. Die "historischen Fotos" des "Handschlags von Torgau" zeigen eine später für die alliierte Propaganda gestellte Szene.

 

• Treck

Das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen von "trekken, trecken", was "ziehen" bedeutet. Trecks waren die gewaltigen Wanderungszüge der Germanen und der Deutschen von der Antike bis zur Neuzeit. Zu Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts brachen Kimbern und Teutonen auf. Die Völkerwanderung ab dem 4. Jahrhundert nach der Zeitenwende erfaßte zahlreiche germanische Volksstämme, die sich im Treck neues Land suchten. Auch die ostdeutsche Siedlung im Mittelalter war eine organisatorische Meisterleistung und kulturelle Großtat. Die friedliche Erschließung Nordamerikas, besonders der ungeheuren Weiten des Westens, war vor allem das Werk Deutscher, die in entbehrungsreichen Trecks westwärts zogen und dabei den von Pfälzern entwickelten Planwagen benutzten. Berühmt ist auch der Große Treck der Buren 1835. In Flüchtlingstrecks mußten 1945 fünfzehn Millionen Deutsche ihre Heimat im Osten verlassen.

 

• Triest

Die Hafenstadt unterstand viele Jahrhunderte deutscher Staatlichkeit. 1382 wurde sie österreichisch. Es begann eine lange Blütezeit unter Habsburger Herrschaft. Triest war Österreichs Tor zur Adria. 1719 wurde es Freihafen, 1818 in den Deutschen Bund aufgenommen, 1849 reichsunmittelbare Stadt der k.u.k. Monarchie, 1867 eigenes Kronland. Im Konkurrenzkampf mit Sankt Veit am Flaum (Fiume, Rijeka) an der zum ungarischen Teil des Habsburgerreiches gehörenden Adriaküste konnte sich Triest behaupten. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die Stadt an Italien, 1954 wurde das von Slowenen und Italienern besiedelte Triester Gebiet unter Italien und Jugoslawien aufgeteilt. Triest hat unter italienischer Herrschaft einen erheblichen Bedeutungsschwund hinnehmen müssen. Die ökonomische und ökologische Lage ist zu Anfang der 90er Jahre katastrophal. Seit den 80er Jahren finden Kräfte Zuspruch, die Triest wieder nach Mitteleuropa ausrichten wollen.

 

• Trifels

Die Burg Trifels (das bedeutet: Dreifels) ist für das Jahr 1081 erstmals bezeugt. Sie wurde bei Annweiler in der Pfalz als bauliche Meisterleistung auf einem spitzen Bergkegel errichtet. Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert war sie die bedeutendste Reichsburg. "Wer den Trifels hat, hat das Reich", hieß es. Die deutschen Könige und Kaiser hielten dort häufig hof. Prominente Reichsgefangene waren auf dem Trifels, u. a. 1193/94 Richard Löwenherz. Im 12. und 13. Jahrhundert war die Veste der Aufbewahrungsort der Reichskleinodien. 1339 kam der Trifels an den Pfalzgrafen bei Rhein. Später verfiel die Burg wie die Macht des Reiches. 1937 fanden bei ihr Ausgrabungen statt, 1938 wurde sie teilrekonstruiert. Mythos umgibt die alte Reichsburg, die nie erobert wurde. Wohl ist sie die Gralsburg in Wolframs Parsifal.

 

• Trizone

Am 1. Januar 1947 fand der Zusammenschluß der US-amerikanischen und der britischen Besatzungszonen zur sogenannten Bizone statt. Paris, das auf vielfache Teilung Deutschlands aus war, sperrte sich gegen den Beitritt seiner Zone. Doch reichte die Kraft Frankreichs, dessen Weltreich bröckelte, nicht mehr für eigenständige Vormachtpolitik in Mitteleuropa aus. Außerdem wußten die Verantwortlichen in Paris, daß nur die Deutschen ein Bollwerk gegen den Bolschewismus bilden konnten. Deshalb konnte die französische Zone am 8. April 1949 der Bizone beitreten und die Trizone als unmittelbare Vorstufe der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Damit war mehr als die Hälfte der Fläche des einstigen Bismarckreiches wiedervereinigt.

 

• Trümmerfrauen

Die Kriegszerstörungen in Deutschland waren 1945 immens. Allein der alliierte Luftterror hatte die Wohnungen von 8 Mio. Deutschen zertrümmert. Bei Großstädten über 250 000 Einwohnern hatte Dortmund den größten Zerstörungsgrad (65%; 31 Kubikmeter Schutt je Einwohner). Bei den Städten zwischen 100 000 und 250 000 Einwohnern war Würzburg am schlimmsten betroffen (Zerstörungsgrad: 75%). In manchen kleineren Städten war es sogar noch verheerender (z. B. Wesel mit 80%, Jülich mit 97%). DieSchuttmasse in Deutschland westlich von Oder und Neiße wird für 1945 auf 400 Mio. Kubikmeter geschätzt. Einen derart gigantischen Trümmerhaufen hatte es in der Weltgeschichte noch nicht gegeben. Während die Männer gefallen oder in den Lagern der Sieger eingesperrt waren, räumten die deutschen Frauen die Trümmer weg. Zuerst wurden die Straßen freigemacht, dann die Ruinen abgetragen. Sprengbomben unter den Schuttmassen forderten etliche Todesopfer. Die Trümmerfrauen vollbrachten die erste Pioniertat der größten Friedensleistung der Geschichte, des deutschen Wiederaufbaus. Denkmale, z. B. in Berlin, erinnern an sie.

 

• Türkenkriege

Am Ende des Mittelalters hatten die Osmanen ein gewaltiges Reich erobert. Es erstreckte sich vom Atlantik bis zum lndik und schloß den Balkan ein. Die Türken wollten das ganze Abendland. Die Rettung vor der Gefahr verdanken Europa und die Christenheit den Deutschen und den Russen. Sie drängten den Sultan zurück, während Frankreich mit ihm gegen das Deutsche Reich gemeinsame Sache machte. 1529 und 1683 belagerten die türkischen Heere vergeblich Wien. Unter Führung des Markgrafen Ludwig Wilhelm I. von Baden ("Türkenlouis") wurden die Osmanen im Anschluß an die zweite Belagerung zurückgeschlagen; Prinz Eugen versetzte ihnen dann die entscheidenden Schläge. Unter Türkenjoch und -kriegen hatten besonders die Grenzlanddeutschen in Südosteuropa zu leiden, die unglaubliche Abwehr- und Wiederaufbauleistungen vollbrachten. Im Ersten Weltkrieg waren Deutsche und Türken Waffenbrüder. Im Zweiten Weltkrieg widerstanden die Türken dem alliierten Druck und blieben bis kurz vor Schluß neutral.

Weiterführend:
Prinz Eugen und die Türken

 

• Turnerbewegung

Turnen, ein Wort Jahns, erinnert an Turnier (Turnei), also an die mittelalterlichen Ritterwettkämpfe. Pioniere des Turnens, das sich von Deutschland aus über die ganze Erde verbreitete, waren Ende des 18. Jahrhunderts Salzmann und Guts Muths. Zur Volksbewegung wurde es durch Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), den Turnvater. 1811 eröffnete er in der Hasenheide bei Berlin den ersten öffentlichen Turnplatz. 1816 erschien sein Werk "Teutsche Turnkunst". Jahn verband die Turnerbewegung mit nationalem Gedankengut, diente im Freikorps Lützow, kämpfte für ein neues Deutsches Reich, wurden von reaktionären Separatstaatlern in Haft genommen, die das Turnen verboten, und zog 1848 als schwarzrotgoldener Großdeutscher in die Paulskirche ein. Unter dem Zeichen der vier "F" (frisch, fromm, fröhlich, frei) setzte sich das Turnen gegen alle Widerstände durch, nahm mit den ab 1860 alljährlich stattfindenden deutschen Turnfesten Aufschwung und etablierte sich endgültig durch Aufnahme des Turnens und der Leibeserziehung in den deutschen Schulunterricht.

 

• U-Boot-Ehrenmal

Im Ersten Weltkrieg blieben 200 deutsche U-Boote mit über 4700 Mann, im Zweiten Weltkrieg 736 deutsche U-Boote mit rund 28 000 Mann vor dem Feind. Ihnen ist das Denkmal in Möltenort an der Kieler Förde gewidmet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. Juli 1926. Wegen Baumängeln war ein Neubau erforderlich, der am 12. Juni 1938 eingeweiht wurde. Das Monument besteht aus zwei Ehrenhallen und einer siebzehn Meter hohen Säule, auf der ein Adler thront. Am 27. September 1970 wurde dort die Gedenkstätte für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges feierlich eingeweiht. Auf Bronzetafeln sind die Namen der vor dem Feind gebliebenen deutschen U-Boot-Männer des Völkerringens 1939-1945 verzeichnet.

 

• Ulmer Münster

Ulm, seit 854 bezeugt, war deutsche Königspfalz, wurde durch Barbarossa zur Stadt erhoben und im 14. Jahrhundert Freie Stadt. Der Bau einer gewaltigen Kirche, des Münsters, sollte von reichsstädtischem Stolz und Gottesfürchtigkeit zeugen. 1377 begannen die Bauarbeiten durch Heinrich Parler d. Ä. und seinen Sohn Michael. Fortgesetzt wurde das Werk von Ulrich von Ensingen (Baumeister auch des Straßburger Münsters und des Domes im lombardischen Mailand) sowie dessen Söhnen und einem Enkel. Als weitere Namen bedeutender Ulmer Münsterbaumeister sind Kun, Engelberg und Matthäus Böblinger zu erwähnen. 1529 wurden die Arbeiten am Münster eingestellt. Die Romantik erweckte den gotischen Gedanken zu neuem Leben. 1844 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. 1890 vollendete Baumeister August von Beyer nach den alten Plänen Böblingers den mit 161 Metern höchsten Kirchturm der Erde. Im Münster befindet sich eine Gedenkstätte für 27 000 Gefallene des Ersten Weltkrieges.

 

• Umerziehung

1943 diagnostizierte der US-Psychiater Brickner und 1945 der Schweizer Freud-Schüler C. G. Jung kollektive Geistes- und Gemütskrankheit der Deutschen. "Reeducation" (Umerziehung), ein vom Emigranten Leopold Schwarzschild erstmals verwendeter Ausdruck für die Behandlung eines niedergeworfenen Deutschland, bedeutet gemäß "Webster's Dictionary": "Erziehung einer behinderten, neurotischen oder geistig gestörten Person." 1943 setzte die US-Regierung ein "Joint Committee" zur Umerziehung der Deutschen ein (Federführung: Kurt Lewin). 1944 bildete sich in New York das "Institut zur Umerziehung der Achsenvölker" (inspiriert vom Psychiater M. Levy). Auch an der New Yorker "New School for Social Research" (Marcuse, Adorno, Horkheimer) wurden Umerziehungspläne ausgearbeitet. Das "Joint Committee" erläuterte: "Wir werden die gesamte Tradition auslöschen, auf der die deutsche Nation errichtet ist." Kern der Umerziehung ist, den Deutschen ein kollektives Schuldgefühl einzuimpfen. Die Umerziehung führt häufig zum Haß auf das eigene Vaterland und zu Nationalmasochismus.

Weiterführend:
Alliierte Umerziehung -- Eine Abrechnung mit den sogenannten "Siegermächten"

 

• Umsiedlung

1939 begann, vertraglich mit den Aussiedlungsländern geregelt, die Umsiedlung von Volksdeutschen aus fremden Machtbereichen ins Großdeutsche Reich. Es handelte sich vor allem um Südtiroler, Deutsche aus dem Osten des einstigen polnischen Staatsgebietes, Baltendeutsche, Deutsche aus dem Machtbereich der Sowjets, Südosteuropa-Deutsche. Insgesamt wurden im Zeitraum bis etwa 1943 rund 950 000 Deutsche umgesiedelt. Die meisten kamen ins Wartheland, die anderen vorwiegend in die Steiermark, nach Kärnten und Nordtirol. Die Neusiedler im Wartheland wurden 1945 Opfer des Vertreibungsholocausts. Doch hat die Umsiedlung, zur Kriegszeit eine organisatorische Meisterleistung, mehrere hunderttausend Deutsche vor dem sicheren Tod gerettet.

 

• Untersteiermark

Der Süden der Steiermark, die Untersteiermark, wurde 1919 ohne Volksabstimmung Österreich genommen und Jugoslawien zugeschlagen. 65 000 Deutsche gerieten in den Belgrader Machtbereich. Hauptsächlich lebten sie in den alten deutschen Städten Marburg an der Drau und Cilli, einer einstigen Grenzveste des Reiches, die 1456 an Habsburg kam und 1910 über 80 Prozent deutsche Einwohner hatte. Die Deutschen wurden vom südslawischen Staat terrorisiert, ihre Proteste im Blut erstickt (Marburger Blutsonntag mit 13 Toten, 60 Verwundeten). Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Untersteiermark dem Großdeutschen Reich an. 1945 kam sie wieder an Jugoslawien, das nunmehr die Endlösung der Deutschenfrage in seinem Machtbereich betrieb.

 

• Upstalsboom

Die Friesen, deren Name sich von der germanischen Göttin Frija ableiten könnte, wehrten den römischen Imperialismus ab und wahrten, auch nachdem ihr Land 870 ans Ostfränkische (Deutsche) Reich gekommen war, die alten Überlieferungen. Der Upstalsboom war ein uralter Baum an einem schon in vorgeschichtlicher Zeit als Grabes- und Weihestätte genutzten Platz nahe Aurich. Dort trafen sich auch im 12. bis 14. Jahrhundert - wie in Zeiten des Ding - vom Volk gewählte Konsuln der sieben friesischen Seelande zur feierlichen Beratung. Der Upstalsboom war auch heraldischer Bestandteil des Wappens, welches der Kaiser 1678 den ostfriesischen Ständen verlieh. 1833 wurde an der Stelle des Upstalsbooms eine Steinpyramide zu Ehren der im Befreiungskrieg gefallenen Friesen errichtet. Sie ist von einem Hain umgeben.

 

• Usedom

Das pommersche Usedom, gelegen zwischen Stettiner Haff und Ostsee, ist mit 445 qkm die nach Rügen zweitgrößte Insel Deutschlands. Seit 1945 ist sie zweigeteilt. Der Osten mit der Stadt Swinemünde liegt im polnischen Machtbereich, woraus sich katastrophale ökonomische und ökologische Probleme ergeben. Der überwiegende, westliche Teil gehörte bis 1990 zur DDR und ist seither Bestandteil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Das polnisch besetzte Swinemünde, benannt nach der Swine, dem Hauptmündungsarm der Oder, wurde 1765 von Friedrich dem Großen zur Stadt erhoben; die offizielle polnische Bezeichnung für die widerrechtlich okkupierte deutsche Stadt lautet "Swinoujscie", Woiwodschaft "Szczecin".

 

• Veme

Veme bzw. Feme kommt wohl von den alten deutschen Wörtern für Strafe oder für Genossenschaft. In Westfalen widersetzte man sich besonders hartnäckig der Verwelschung des Rechts durch Rezeption römischer Vorschriften. Wie einst beim Ding der Germanen wurde dort auf "roter (= gerodeter) Erde" nach gutem alten Recht am Freistuhl - unter einer alten Eiche oder Linde - geurteilt. Über das Recht befanden die Freischöffen: gewählte Freie aus dem Bauernstand. Ihnen wurde feierlich das altüberlieferte Vemgeheimnis anvertraut, das bis heute nicht durchdrungen ist. Vom deutschen König höchstselbst wurden die Schöffen und Vorsitzenden des Vemgerichts legitimiert. Die Veme, das "Westfälische Gericht", kam im 14./ 15. Jahrhundert, vor allem unter Kaiser Sigmund, in ganz Deutschland zu Bedeutung. Sie garantierte weitgehend rechtsstaatliche Verfahren. Wegen ihrer Unabhängigkeit war sie den Landesherren ein Dorn im Auge. Sie wurde zurückgedrängt, hielt sich aber im westfälischen Sauerland (Altena, Arnsberg) bis ins 19. Jahrhundert.

 

• Verdun

In Verdun an der Maas (alter deutscher Name: Werden oder Wirten) teilten im August 843 Karl der Kahle, Lothar und Ludwig der Deutsche das von Karl dem Großen geschaffene Fränkische Reich untereinander auf. Wirten selbst kam 880 ans Ostfränkische (Deutsche) Reich. Vom 13. Jahrhundert an war es Reichsstadt. 1648 verleibte sich Frankreich die Stadt ein. Das Bistum Verdun blieb bis 1711 Trier untertan. Die Kämpfe bei Verdun vom Februar bis September 1916 zählen zum größten und verlustreichsten Schlachtgeschehen der Weltgeschichte. Die Forts Douaumont und Vaux, die Höhen ,,304" und "Toter Mann", um die mit ungeheurem Blutzoll verbissen gekämpft wurde, symbolisieren Stahlgewitter und Frontgrabenerlebnis des Ersten Weltkriegs. Die Deutschen verloren 338 000, die Franzosen 364 000 Gefallene.

 

 • Versailler Vertrag

Am 18. Januar 1919, dem Jahrestag der Kaiserproklamation, wurde im Prunkschloß Ludwigs XIV. Versailles bei Paris die Konferenz für den Friedensvertrag mit Deutschland eröffnet. Den Vorsitz führte Frankreichs Regierungschef Clemenceau, der Deutschland haßte. Die Deutschen durften nicht teilnehmen. Sie wurden zur Unterschrift (28. Juni 1919) durch Hungerblockade und militärische Einmarschdrohung der Sieger gezwungen. Das Diktat trat am 10. Januar 1920 in Kraft. Deutschland wurden sämtliche Kolonien genommen; ohne Volksabstimmung hatte es Elsaß-Lothringen, Danzig, das Memelland, den Korridor, Posen, Hultschin (insgesamt 73 845 qkm, 7,3 Mio. Einwohner) abzutreten. Bald gingen auch Eupen-Malmedy und Ostoberschlesien verloren. Das Saargebiet wurde auf 15 Jahre französisch, das Rheinland fremdbesetzt und die deutschen Ströme fremder Kontrolle unterworfen. Deutschland mußte sich fast vollständig entwaffnen, niederdrückende Tribute in Geld und Sachwerten leisten und sich auch noch zur Schuld am Krieg bekennen. Diese karthagischen Bedingungen waren mitursächlich für den Zweiten Weltkrieg. Sämtliche deutsche Parteien der Weimarer Zeit hatten die Revision des Diktats zum Ziel.

Weiterführend:
Das Friedensdiktat von Versailles 1919
Versailles

 

• Vertreibung

Nach 1918 wurden annähernd anderthalb Millionen Deutsche aus Elsaß-Lothringen, dem besetzten Ruhrgebiet, dem polnischen Machtbereich und aus den einstigen Schutzgebieten in Übersee vertrieben. Bei ihren Konferenzen 1943 und 1945 in Teheran, Jalta und Potsdam vereinbarten die "Großen Drei", also die Führer der USA, der Sowjetunion und des Britischen Empire, eine "geordnete, humane Aussiedlung" der Ost- und Sudetendeutschen. Tatsächlich jedoch fand ab Juni 1945 auf die Dauer von mehr als zwei Jahren ein Vertreibungsholocaust statt, durch den mehr als 16 Millionen Deutsche in den Reichsgebieten jenseits von Oder und Neiße, in den Sudetengebieten und in Ost- sowie Südosteuropa ihre Heimat und mindestens zwei Millionen, vermutlich sogar über drei Millionen von ihnen ihr Leben verloren. Eine juristische "Bewältigung" dieses Menschheitsverbrechens hat es nie gegeben. Die Vertriebenen hatten entscheidenden Anteil am Wiederaufbau in der Bundesrepublik, der DDR und in Österreich.

Weiterführend:
Die Leistungen der Deutschen Wehrmacht,
einschließlich der Waffen-SS, zur Rettung deutscher Flüchtlinge und Heimatvertriebener

 

• Völkerschlacht

Vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 tobte bei Leipzig die bis dahin größte Schlacht der Weltgeschichte. Die verbündeten Österreicher, Preußen, Russen und Schweden fügten Napoleon die den Befreiungskrieg entscheidende Niederlage zu. Am 19. 0ktober um 13.00 Uhr zogen der russische Zar, der preußische König und Österreichs Fürst Schwarzenberg in das nach harten Straßenkämpfen eroberte Leipzig ein. Nach der Völkerschlacht mußte Napoleon Deutschland räumen. Großen Anteil am Sieg hatten die Generalstabschefs Gneisenau (Preußen) und Radetzky (Österreich). Die Völkerschlacht forderte 84 000 Menschenleben. Auf seiten der Verbündeten fielen 28 000 Deutsche (Preußen und Österreicher), 220 00 Mann in russischer Uniform und 300 Schweden. An die welthistorisch bedeutsame Schlacht erinnert das Völkerschlachtdenkmal.

 

• Völkerschlachtdenkmal

Am 18. Oktober 1898, zum 85. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, erfolgte der erste Spatenstich des mächtigen Monuments zu Ehren der Gefallenen. Die Bauleitung oblag dem Leipziger Architekten Clemens Thieme. Der Denkmalentwurf stammte vom Monumentalbaumeister Bruno Schmitz, der auch das Kyffhäuserdenkmal schuf. Die Plastiken des Völkerschlachtdenkmals sind Werke der Bildhauer Christian Behrens und Franz Metzner. Der Granitporphyr für das Monument wurde in Beucha bei Leipzig gebrochen. Das Völkerschlachtdenkmal ist 91 Meter hoch, die Innenhalle mißt bis zum Scheitel 68 Meter, das Gewicht des Bauwerkes wird auf 300 000 Tonnen geschätzt. Das Leipzigs Stadtbild beherrschende Denkmal wurde am 18. Oktober 1913, zum hundertsten Jahrestag der Schlacht, eingeweiht und war auch zur SED-Zeit als Symbol deutsch-russischer Waffenbrüderschaft wohlgelitten.

 

• Völkerwanderung

Die Völkerwanderung der Germanen zielte hauptsächlich auf den Westen und Süden Europas. Es begann mit den Kimbern und Teutonen im 2. Jahrhundert vor der Zeitenwende. Volle Kraft erreichte die Bewegung im 4./5. nachchristlichen Jahrhundert. Der Langobardenzug nach Italien (568) war ein Abschluß. Jahrhunderte später brachen noch die Wikinger bis nach Rußland, Sizilien und Nordamerika auf. Die Völkerwanderungs-Züge waren organisatorische Meisterleistungen. Dabei gelang auch der Sieg über die Supermacht der Antike, das römische Weltreich. 260 n. Chr. drückten die Germanen den Limes ein, am 24. August 410 nahm Gotenkönig Alarich I. Rom. Im 6. Jahrhundert wurde fast ganz Europa von den Germanen beherrscht. Aus ihren Reichen entwickelte sich die europäische Staatenwelt. Von ihnen östlich der Elbe verlassener Siedlungsraum wurde durch die ostdeutsche Siedlung zurückgewonnen. Zu den Triebfedern der Völkerwanderung zählten Abenteuerdrang, Raumnot, Naturkatastrophen, Bedrohung durch Eindringlinge aus Asien, betörende Wirkung des Mediterranen auf den nordischen Menschen.

 

• Volksdeutsche

Der in den 1930er Jahren geprägte Begriff bezeichnet die in fremden Machtbereichen lebenden Deutschen ausländischer Staatsangehörigkeit. Gemeint waren sowohl fremder Staatlichkeit unterworfene Einwohner der Randgebiete des geschlossenen deutschen Siedlungsraumes (zum Beispiel Elsässer, Südtiroler, Sudetendeutsche, Westpreußen, Memelländer) als auch die Deutschen in Volkstumsinseln und Streusiedlungen des europäischen Ostens und Südostens. Im weiteren Sinne umfaßt der Begriff auch Deutsche in Übersee, die sich das Bewußtsein ihres Volkstums erhalten haben. Zur Unterstützung der Volksdeutschen wurde der Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA) gegründet. Volksdeutsche waren während der Weltkriege und danach antideutschen Pogromen ausgesetzt. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland stellt die Volksdeutschen aus dem Osten den Bundesdeutschen gleich.

 

• Volkstrauertag

Unter dem Eindruck der Millionen Opfer der Fronten im Ersten Weltkrieg und auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde seit 1926 am 5. Sonntag vor Ostern (kirchlich: Reminiszere) der Volkstrauertag begangen. Als Heldengedenktag wurde er am 27. Februar 1934 gesetzlich geregelt. Ab 1939 galt der 16. März (Jahrestag der Wiedereinführung des allgemeinen Wehrdienstes) bzw. der ihm vorangehende Sonntag als Heldengedenktag. Nach 1945 kehrte man zunächst zur Anfangsregelung zurück (Reminiszere als Volkstrauertag). Seit 1952 wird in der Bundesrepublik Deutschland der vorletzte Sonntag vor dem ersten Advent als Volkstrauertag begangen.

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