W-Z
Wacht am Rhein
Das Lied von der "Wacht
am Rhein" mit der Eingangszeile "Es braust ein Ruf wie
Donnerhall" war neben dem Deutschlandlied der eigentliche
Nationalgesang in Deutschland zur Zeit des
Bismarckreiches. Es ist vor dem Hintergrund offener
Aggressionspolitik Frankreichs entstanden, die sich zur
Eroberung des gesamten linksrheinischen Gebietes mit dem
Ziel des Rheines als "natürlicher Grenze"
aufgeschwungen hatte. Die Worte sind rein defensiven
Charakters; es geht um die Abwehr (!) fremden Anspruchs
auf deutsches Gebiet. Gedichtet wurde die "Wacht am
Rhein" 1840 von dem jungen Kaufmann Max Schneckenburger
(1819-1849), die Weise schuf 1854 der Krefelder
Musikdirektor Karl Wilhelm (1815-1873). Zuerst gedruckt
wurde es 1854 in Essen. Im Kriege 1870/71 erlangte es
Popularität im gesamten deutschen Volk und wurde
seither bei nahezu jedem vaterländischen Anlaß
angestimmt.
Walhalla
Der nach der Totenhalle
der germanischen Mythologie benannte Ruhmestempel nahe
der alten Burg Donaustauf am Hochufer der Donau wurde auf
Geheiß des Bayernkönigs Ludwig I. erbaut.
Begonnen wurde am 18. Oktober 1832. Die Einweihung
erfolgte am 18. Oktober 1842 (jeweils Jahrestag der
Leipziger Völkerschlacht). Baumeister Leo von Klenze
hatte einen dorischen Marmortempel mit 52 Säulen
geschaffen. Hinan führt eine gewaltige Marmortreppe
mit 358 Stufen. Im Inneren der Halle befinden sich
Büsten und Namenstafeln großer Deutscher. Der
König hatte etliche schon als Kronprinz von
bedeutenden Künstlern (u. a. Rauch, Schadow)
anfertigen lassen. Zur Einweihung der Walhalla sagte
Ludwig I.: "Möchten alle Deutschen, welchen Stammes
sie auch seien, immer fühlen, daß sie ein
gemeinsames Vaterland haben." Empörung löste
1989 der - alle zwei Jahre fällige - Beschluß
des bayerischen Ministerrates über die Neuaufnahme
in die Galerie der Walhalla aus; man hatte sich für
Einstein, der die Atombombe auf Deutschland werfen lassen
wollte, entschieden.
Walther-Denkmal
Walther von der
Vogelweide (geboren um 1170, gestorben um 1240) war der
bedeutendste deutsche Minnesänger und, wie viele
seiner Lieder zeigen, ein tief deutsch empfindender
Künstler. Er stammte aus Südtirol. 1886
erteilte der Bozner Walther-Verein dem aus dem
Südtiroler Vinschgau stammenden Wiener Bildhauer
Heinrich Natter den Auftrag, ein Denkmal Walthers zu
schaffen. Natter hatte sich u. a. mit Denkmälern
für Robert Schumann in Leipzig und Zwingli in
Zürich einen Namen gemacht. Er baute auch das
Haydn-Denkmal in Wien und das 1893 enthüllte
Hofer-Denkmal am Bergisel. Das Walther-Denkmal wurde als
Zeugnis des deutschen Charakters des Landes an Etsch und
Eisack 1889 auf dem Bozner ]ohannesplatz (ab 1901:
Walther-Platz) aufgestellt. Es besteht aus reinstem
Laaser Marmor. Zur Faschistenzeit verbannte man das
Monument in den Rosegger-Park und benannte den
Walther-Platz in "Piazza Vittorio Emanuele III." um. Seit
1981 steht das Denkmal für Südtirols
großen Sohn wieder am ursprünglichen Orte, dem
Bozner Walther-Platz.
Wartburg
Von 1067 bis 1070
ließ Landgraf Ludwig der Salier (der Springer) eine
erste Burg auf dem 384 Meter hohen Felskegel bei Eisenach
in Thüringen erbauen. Von 1190 bis 1217 erfolgte der
Neubau. Bis 1406 war die Wartburg Sitz des Thüringer
Landgrafen, dann fiel sie an die Kurfürsten von
Sachsen. Von 1838 bis 1890 wurde die verfallene Veste
restauriert und im Inneren unter anderem ausgestattet mit
Gemälden von Moritz von Schwind zur Burggeschichte
und Mosaiken mit Szenen aus dem Leben der heiligen
Elisabeth. Bis zur Wiedervereinigung 1990 verlief unweit
der Burg die brutale innerdeutsche Teilungsgrenze. Auf
der Wartburg wirkte von 1221 bis 1227 die heilige
Elisabeth. In der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts war die Veste als ein kulturelles Zentrum
Deutschlands Schauplatz des sagenhaften
Sängerkrieges, dem Wagner in der T
annhäuser-Oper ein Denkmal setzte. Auf der Burg
verdeutschte Luther 1521/22 als Junker Jörg das Neue
Testament und trafen sich 1817 die nationalfreiheitlichen
Studenten zum Wartburgfest.
Wartburgfest
Zur 300 Jahr-Feier der
Reformation und zum Jahrestag der Völkerschlacht bei
Leipzig trafen am 18./19. Oktober 1817 über 500
Abgesandte 12 evangelischer deutscher Universitäten
auf der Wartburg zusammen. Auch die Professoren Oken und
Fries waren erschienen. Die Initiative zum Wartburgfest
ging wahrscheinlich von Jahns Turnern aus; eingeladen
hatte die Jenaer Burschenschaft, deren Mitglied Riemann
die Festrede hielt. Sowohl seine als auch die anderen
Ansprachen waren flammende Appelle zur Einheit und
Freiheit Deutschlands. Einige Teilnehmer verbrannten in
Anspielung auf Luthers Vernichtung der päpstlichen
Bannbulle etwa 25 Bücher reaktionärer Verfasser
wie Kotzebue, den Code Napoleon, Polizeierlasse und
Symbole des fürstlichen Absolutismus. Viele
Teilnehmer des Wartburgfestes wurden behördlich
verfolgt. Auch später trafen sich auf der Burg
nationalfreiheitliche Studenten, so vom 12. bis 14. Juni
1848 zum deutschen Studententag.
Wartheland
Die Warthe ist der
größte Nebenfluß der Oder. An ihren
Ufern liegen u. a. Tschenstochau, Posen, Landsberg/W.,
Küstrin. Der Warthebruch, eine riesige
Sumpflandschaft, wurde unter Friedrich dem Großen
von Deutschen urbar gemacht und besiedelt. Nach dem
Polenfeldzug 1939 wurde aus nach dem Ersten Weltkrieg von
Polen geraubten deutschen Gebieten und polnisch
besiedelten Regionen selbstbestimmungswidrig ein
Reichsgau (Wartheland, Warthegau) mit den
Regierungsbezirken Hohensalza, Litzmannstadt (Lodsch) und
Posen gebildet. Einige hunderttausend Polen, meist nach
1918 auf einstigem deutschen Reichsgebiet angesiedelt,
wurden ins Generalgouvernement abgedrängt.
Dafür kamen ca. 750 000 deutsche Umsiedler aus dem
Osten und Südosten Europas zwischen 1939 und 1943
ins Wartheland. Sie wurden 1945 Opfer des
Vertreibungsholocausts.
Waterloo
Am 18. Juni 1815 konnte
Napoleon in der Schlacht bei Waterloo (auch Schlacht bei
Belle-Alliance genannt), zwanzig Kilometer südlich
von Brüssel, endgültig bezwungen werden. Gegen
die stürmisch angreifenden Franzosen hielt der
englische Heerführer Wellington mit 67 000 Mann
(davon rund die Hälfte Deutsche, ein Drittel
Engländer, ein Sechstel Holländer) im Vertrauen
auf die Preußen stand, wobei er gesagt haben soll:
"Ich wollte, es würde Nacht, oder die Preußen
kämen!" Das Vertrauen wurde nicht enttäuscht:
Die Preußen mit Blücher und Gneisenau an der
Spitze kamen heran und trieben nach wilder Schlacht die
Franzosen zur Flucht. Die Verfolgung war scharf. Das
letzte Heer Napoleons wurde vernichtet. Der seit zwei
Jahrzehnten auf dem Abendland lastende Fluch war gebannt.
Die Verbündeten hatten rund 20 000 Gefallene, davon
zwei Drittel Deutsche. 25 000 Franzosen blieben auf dem
Schlachtfeld.
Wehrmacht
Seit dem "Gesetz
für den Aufbau der Wehrmacht" vom 16. März 1935
Name der Streitkräfte des Deutschen Reiches. Die
Wehrmacht bestand aus dem Heer (später auch
Waffen-SS), der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Für
einen langen Krieg oder gar einen Weltkrieg war sie nicht
gerüstet. Dank der Moral der Truppe und
überlegener Strategie (Blitzkrieg) konnte sie
weltgeschichtlich einmalige Erfolge erringen. Dann jedoch
gewann der materiell wie personell ums Vielfache
überlegene Feind die Oberhand. Die Wehrmacht wehrte
sich verbissen. Gebiete, die sie in wenigen Wochen
erobert hatte, errang der bis zu 10mal stärkere
Feind erst nach ein, zwei Jahren zurück. Zum 8. Mai
1945 mußte die Wehrmacht kapitulieren. Rund 3,5
Mio. ihrer Soldaten blieben vor dem Feind, mindestens 1,5
Mio. kamen in den KZ der Sieger um. Die nahezu
einheillige Meinung der Fachleute brachte der britische
Diplomat und Churchill-Sekretär John Colville wie
folgt zu Papier: "Die deutschen Soldaten waren im Zweiten
Weltkrieg, wie schon im Ersten, die besten der
Welt."
Wehrmachtbericht
Der tägliche
militärische Lagebericht des Oberkommandos der
Wehrmacht (landläufig: Wehrmachtbericht) wurde vom
1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 mit den
Mittagsnachrichten über den Reichsrundfunk gesendet.
Herausragende Einzelnachrichten gab es als Sondermeldung.
Die 2080 Wehrmachtberichte des Zweiten Weltkrieges
entstanden in der von Generalmajor Hasso von Wedel
geleiteten Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda im OKW. Sie
blieben frei von politischer oder gar parteipolitischer
Propaganda und gaben die Frontlage zuverlässig
wieder. Die Sprache war schnörkellos und klar. Nur
selten hatten die Berichte pathetische Züge. Etliche
Wehrmachtberichte sind erschütternde literarische
Zeitdokumente hohen Ranges; vor allem der letzte Bericht
vom 9. Mai 1945, in welchem es zum Schluß
heißt: "Die Toten verpflichten zu bedingungsloser
Treue, Gehorsam und Disziplin gegenüber dem aus
zahllosen Wunden blutenden Vaterland."
Weimarer Nationaltheater
An der Stelle des
späteren Nationaltheaters in Weimar wurde 1779 ein
erstes Schauspielhaus erbaut. Dessen Leitung
übernahm im Jahre 1791 Johann Wolfgang von Goethe.
1829 wurde nach einem Brand des alten Gebäudes ein
neues Theater mit einer Premiere von "Faust I" zu Goethes
80. Geburtstag eingeweiht. 1907 erfolgte ein weiterer
Neubau, der 1919 den Namen "Deutsches Nationaltheater"
erhielt. Dort tagte 1919 die Deutsche Nationalversammlung
zur Beratung und Verabschiedung der neuen
Reichsverfassung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater
durch Bomben schwer beschädigt, doch schon 1948
wiedereröffnet. 1973/74 gab es umfangreiche
Restaurierungen. 1990 fand im Nationaltheater unmittelbar
nach der Wiedervereinigung von West- und
Mitteldeutschland die konstituierende Sitzung des
Thüringer Landtages statt. Vor dem Bauwerk befindet
sich das Goethe-Schiller- Denkmal.
Weimarer Nationalversammlung
Weimar, 975 erstmals
bezeugt und seit dem 16. Jahrhundert Hauptstadt des
Herzogtums Sachsen-Weimar, war ein geistiges Zentrum
Deutschlands. Dort wirkten u. a. Bach, der ältere
und der jüngere Cranach, Goethe und Schiller, Herder
und Nietzsche. Im Deutschen Nationaltheater zu Weimar
trat am 6. Februar 1919 die im Monat zuvor vom Volk
gewählte Nationalversammlung, das verfassunggebende
Parlament der deutschen Republik, zusammen. Wegen der
KP-Unruhen war man vorerst nicht nach Berlin gegangen.
Die Nationalversammlung tagte in Weimar unter dem
Gemälde von Arthur Kampf, das Fichte bei seinen
Reden an die deutsche Nation zeigt. Ebert wurde zum
Reichspräsidenten, Scheidemann - ebenfalls
Sozialdemokrat - zum Reichskanzler gewählt. Am 31.
Juli 1919 verabschiedete die Nationalversammlung die
großdeutsch-demokratische Reichsverfassung. Ende
September 1919 zog sie nach Berlin um, wo sie sich im
folgenden Mai nach Ausschreibung der Reichstagswahlen
auflöste.
Weimarer Reichsverfassung
Am 31. Juli 1919 nahm
die Nationalversammlung mit den Stimmen von SPD, Zentrum
und DDP die neue Reichsverfassung an, die stark von den
Ideen der Paulskirche geprägt war. Sie wurde am 11.
August 1919 verkündet und trat drei Tage später
in Kraft. Ein 28köpfiger Verfassungsausschuß
unter Vorsitz von Conrad Haußmann hatte die
Vorarbeit geleistet. Grundlegend war ein Entwurf des
Staatsrechtlers Hugo Preuß. Der Reichsverfassung
zufolge war die Weimarer Republik föderal geordnet
und eine parlamentarische Demokratie mit
plebiszitären Elementen sowie starker Stellung des
vom Volke direkt gewählten Präsidenten. Artikel
61 Abs. 2, der den Österreich-Anschluß vorsah,
mußte auf Druck der Alliierten ausgesetzt und im
Artikel 178 bekundet werden, daß die Verfassung die
Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht berühre.
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
hat etliches aus der Weimarer Reichsverfassung
übernommen.
Weimarer Republik
In Weimar trat 1919 die
verfassungsgebende Nationalversammlung zusammen. Die
Weimarer Republik umfaßte 469 000 qkm mit 18
Ländern und hatte rund 62 Mio. Einwohner. Die
Vereinigung der Republiken von Weimar und Wien zu einem
demokratischen Großdeutschland wurde von den
Alliierten gewaltsam verhindert. An der Spitze des
Reiches stand bis 1925 als Präsident der nationale
Sozialistenführer Friedrich Ebert, dann der
Weltkriegsfeldmarschall Paul von Hindenburg. Die durch
Versailles zur Schwäche verdammte Weimarer Republik
wurde durch Aggressionen von außen und Putsche im
Inneren erschüttert. Den Siegern mußte sie
niederdrückende Tribute leisten. Die von der
Wallstreet ausgehende Weltwirtschaftskrise ließ ab
1929 zusätzlich Abermillionen Deutsche verelenden.
20 sozialdemokratisch bzw. bürgerlich geführte
Kabinette mit 12 verschiedenen Reichskanzlern waren
verschlissen, als sich das verzweifelte Volk mehrheitlich
NSDAP und KPD zuwandte und die Weimarer Republik
zusammenbrach.
Weiterführend:
Der
Rufmord an Ebert
-- Das deutsche Volk schuldet ihm Dank und
Anerkennung
Welschtirol, Deutsche Sprachinseln
Südlich der
Salurner Klause, im sogenannten Welschtirol, gibt es die
deutschen Volkstumsinseln Florutz, Gereu und Palai im
Fersental sowie Lusern auf der Hochebene von Vielgereuth.
In diesen seit dem Mittelalter deutsch besiedelten
Gebieten hat sich das Zimbrische, eine mittelhochdeutsche
Mundart, gehalten. Ein Zimbrisches Kulturinstitut
bemüht sich seit Ende der 80er Jahre um die Pflege
der Überlieferungen. Fersental und Lusern kamen 1919
wegen des Diktats von Saint-Germain an Italien und wurden
einer brutalen Italianisierung ausgesetzt. Viele
Einwohner verließen 1939 wegen des
Hitler-Mussolini-Abkommens schweren Herzens die Heimat;
die meisten kehrten 1945 zurück. Zu den deutschen
Sprachinseln im nördlichen italienischen
Staatsgebiet gehören ferner das Kanaltal,
Ortschaften am Südhang der karnischen Alpen (Zahre,
Bladen, Tischlwang), die Gemeinde Ljetzan bei Verona, die
Walsersiedlungen am Monte Rosa und im Pomat. Das Kanaltal
und Tischlwang waren bis zur Mussolini-Zeit Teil des
geschlossenen deutschen Sprachraumes.
Westfälischer Friede
Gesamtbezeichnung
für die im Oktober 1648 unterzeichneten
Friedensschlüsse von Münster (zwischen dem
Kaiser mit seinen Verbündeten und Frankreich mit
Alliierten) und Osnabrück (zwischen den Kaiserlichen
und den Schweden mit den jeweiligen Bundesgenossen). Das
Deutsche Reich verlor seine europäische
Führungsrolle. Es wurde zum Spielball
ausländischer Imperialisten und einheimischer
Separatisten. Der Abfall der Niederlande und der Schweiz
mußte anerkannt werden - ebenso Frankreichs
Landraub bis zum Rhein und Schwedens Herrschaft über
Deutschlands Küsten. Die Mündungsgebiete der
deutschen Hauptströme Rhein, Weser, Elbe und Oder
waren dem Reich entrissen. Ungeheure Tribute mußten
geleistet werden. Die mehr als 350 deutschen Teilstaaten
erhielten "Eigenständigkeit", so daß das Reich
als Ganzes manövrierunfähig wurde.
Schweden und Frankreich
hatten als "Garantiemächte" des Friedens
Einmischungsrecht. Positiv wirkten Bestimmungen zur
konfessionellen Toleranz, die verkündete
Generalamnestie und die Stärkung
Brandenburg-Preußens. Doch insgesamt war der
Westfälische Friede für das Deutsche Reich eine
Katastrophe.
Westliche Grenzgebiete
Nach dem 8. Mai 1945
nutzten auch die Niederlande, Belgien und sogar Luxemburg
Deutschlands Schwäche, um Beute zu machen. Die
Niederlande rissen über 70 qkm mit etwa 10 000
Einwohnern in den Kreisen Geldern, Kleve (Ehen), Rees,
Aachen-Land, Selfkant, Ahaus, Borken,
Aschendorf-Hümmling, Grafschaft Bentheim und Leer an
sich. Belgien okkupierte 27,7 qkm mit etwa 600 Einwohnern
in den Kreisen Aachen-Stadt, Monschau und Schleiden.
Luxemburg bemächtigte sich des Kammerwaldes. Der
wirtschaftlich erstarkten Bundesrepublik, der wegen des
Kalten Krieges eine politische Schlüsselrolle
zugefallen war, gelang es in Verhandlungen, im
großen und ganzen den alten Grenzverlauf
wiederherzustellen. Die "Ausgleichsverträge"
genannten Abkommen wurden mit Belgien am 24. September
1956, mit Luxemburg am 11. Juli 1959 und mit den
Niederlanden am 8. April 1960 geschlossen.
Westpreußen
Das seit 1773 amtlich
Westpreußen genannte Gebiet war im 13. Jahrhundert
vom Deutschen Orden unterworfen worden. Deutsche machten
die sumpfige Wildnis urbar. In der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts entglitt das Land dem
geschwächten Orden und geriet unter polnische
Herrschaft, was einen Niedergang verursachte. 1772 fiel
Westpreußen (1793 auch Danzig und Thorn) an
Preußen. Unter Friedrich dem Großen
blühte es wieder auf. Neue deutsche Siedler kamen
hinein. Obwohl weit überwiegend deutsch, fiel
Westpreußen 1919 ohne Volksabstimmung
größtenteils an Polen. Der östliche Rest
kam an Ostpreußen, der westliche Streifen zur
Grenzmark Posen-Westpreußen. Danzig wurde
"Freistaat". In den Abstimmungsgebieten der Kreise
Marienburg, Stuhm, Marienwerder und Rosenberg bekannten
sich (1920) 92,43 % zu Deutschland. 1939 kam ganz
Westpreußen wieder ans Deutsche Reich. Seit dem
Vertreibungsholocaust 1945 ist es völlig in
polnischer Hand.
Wiederaufbau
Der durch den
Luftterror zertrümmerte, an den Folgen der
alliierten Blockade leidende, mit Millionen Vertriebenen
überflutete, dem KZ-Terror der alliierten
Militärdiktatoren ausgesetzte und von den Siegern
zur Plünderung freigegebene Rest des
Großdeutschen Reiches schien 1945 zum "Finis
Germaniae" (Deutschlands Untergang) verdammt. Doch die
Deutschen machten sich sowohl in den Westzonen als auch
im sowjetischen Machtbereich und in Österreich
umgehend an die Arbeit. Unter verheerenden Bedingungen
vollbrachte das deutsche Volk eine der größten
Friedensleistungen der Weltgeschichte: den Wiederaufbau.
Die - ohnedies spärlichen - Zuwendungen aus dem
US-Marshallplan kamen erst, als die deutsche
Kärrnerarbeit schon erfolgreich auf Hochtouren lief.
Von entscheidender Mithilfe durch Gastarbeiter, wie seit
den 80er Jahren von Anhängern der multikulturellen
Gesellschaft behauptet, kann keine Rede sein. Als Mitte
der 50er Jahre die ersten Gastarbeiter kamen, war der
Wiederaufbau vollbracht und das "deutsche
Wirtschaftswunder" bereits Wirklichkeit.
Wien
Seit Urzeiten hat das
Gebiet von Wien an der alten Kreuzung von Donauweg und
Bernsteinstraße eine europäische
Schlüsselstellung. Das für 1137 erstmals
bezeugte Wien wurde um 1250 Reichsstadt und 1276
habsburgisch. Nach Prag und vor Heidelberg wurde hier
1365 die zweitälteste deutsche Universität
gegründet. Fast vierhundert Jahre, bis 1806, war
Wien die Residenzstadt der deutschen Könige und
Kaiser aus dem Hause Habsburg. 1529 und 1683 verteidigte
es sich heldenhaft gegen die zahlenmäßig weit
überlegenen türkischen Angreifer. Im 18. und
19. Jahrhundert entfaltete Wien als europäische
Metropole Glanz und Pracht. Es zog die Großen des
Geistes und der Kultur an (z. B. die "Wiener Klassiker"
der Musik). 1805 und 1809 war Wien französisch
besetzt, 1814/15 Schauplatz des Kongresses zur Neuordnung
Europas. 1918 wurde es Hauptstadt der Republik
Österreich. 1938 kam es zum Deutschen Reich. 1945
wurde es von den Besatzern in vier Sektoren aufgeteilt,
um dann erneut die Hauptstadtrolle in der
österreichischen Republik zu
übernehmen.
Wiener Kongress
Vom 18. September 1814
bis 9. Juni 1815 berieten die Fürsten und
Staatsmänner Europas in Wien über die Ordnung
nach Napoleon. Den Vorsitz führte Österreichs
Staatskanzler Metternich. Der von glänzenden Festen
begleitete Kongreß stellte im wesentlichen die
Verhältnisse wieder her, wie sie zu Ende des 18.
Jahrhunderts geherrscht hatten. Frankreich, durch den
wendigen Talleyrand vertreten, erhielt die Grenzen von
1792, mußte also nichts von dem zuvor dem Deutschen
Reich geraubten Gebiet hergeben. Deutschland bestand,
fortan aus 38 Staaten, die nur lose im Deutschen Bund
zusammengefaßt waren. Die Ordnung des Wiener
Kongresses verschaffte Europa eine Atempause von fast 50
Jahren ohne zwischenstaatliche Kriege, enttäuschte
jedoch die Hoffnungen der nationalen deutschen Bewegung
auf ein neues Reich aller Deutschen. Den
Nationafreiheitlichen standen Jahrzehnte der
Unterdrückung bevor.
Wittekinddenkmal
Legendärer
Führer der Sachsen, der Vorfahren von Niedersachsen
und Westfalen, im Kampf gegen die fränkische
Übermacht Karls des Großen war Herzog
Widukind, auch Wittekind genannt. In die nationale
deutsche Geschichtsschreibung ist er eingegangen als
letzter bedeutender Vertreter des freien Germanentums.
Dem Sachsenherzog zu Ehren schuf der westfälische
Bildhauer Professor Heinrich Wefing in Herford ein
beeindruckendes Denkmal, das Wittekind ungestüm hoch
zu Roß zeigt. Der Künstler gestaltete auch das
Tauf-Relief Wittekinds an der Stiftskirche zu Enger und
das Denkmal Friedrichs des Großen im Oderbruch. Das
Herforder Wittekind-Monument weihte er am 28. Juni 1899
mit den Worten ein: "Möge es sein und bleiben ein
Denkmal westfälischer Kraft und Treue." 1942 wurde
die Reiterfigur zu Kriegszwecken abmontiert. Dank des
Wirkens des "Denkmalvereins Wittekind" konnte 1959 eine
werkgetreue Nachbildung des Monuments, geschaffen vom
Bildhauer Walter Kruse, unter großer Beteiligung
der Bevölkerung enthüllt werden.
Wittelsbacher
Nahezu ein
Dreivierteljahrtausend (von 1180 bis 1918) regierten
Wittelsbacher in Bayern; ein Herrschaftszeitraum, den
keine andere abendländische Dynastie erreichte. Graf
Otto IV. nannte sich 1115 erstmals nach der
nordöstlich von Aichach gelegenen Burg Wittelsbach.
Sein Sohn wurde 1180 als Otto I. Herzog von Bayern;
dessen Sohn Otto II. bekam 1214 die Pfalzgrafschaft bei
Rhein übertragen. Die pfälzischen Wittelsbacher
erwarben 1356 die Kurwürde, die bayerischen
erhielten sie 1623. Mit Ludwig IV. dem Bayern (1314/
28-1347) und Karl VII. Albrecht (1742-1745) stellten die
Wittelsbacher zwei Kaiser des Heiligen Römischen
Reiches (Deutscher Nation). Ihrer Kleeburger Linie
entstammten die schwedischen Könige von 1654 bis
1718; auch der erste König des neuen Griechenland,
Otto I. (er regierte von 1832 bis 1862), war ein
Wittelsbacher. Der kunstsinnige Wittelsbacher
Bayernkönig Ludwig II. war Mäzen Wagners,
ließ u. a. Neuschwanstein erbauen und trug Wilhelm
von Preußen 1870 namens der deutschen Fürsten
die Kaiserkrone an. König Ludwig III. legte 1918 als
letzter regierender Wittelsbacher in Bayern die Krone
nieder.
Wolgadeutsche Republik
Viele von den Zaren ins
Land gerufene Deutsche ließen sich an Europas
größtem Strom, der Wolga, nieder. Am 6. Januar
1924 wurde beiderseits der unteren Wolga die .Autonome
Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen"
gegründet (28 200 qkm, 600 000 Einwohner, davon zwei
Drittel Deutsche). Hauptstadt war Engels. Landwirtschaft,
Industrie und Bildungswesen erreichten Spitzenstellungen
in der Sowjetunion. 1941/42 wurden die W olgadeutschen
als "Hitlerfaschisten" bezeichnet und fielen Stalins
Deportationsterror zum Opfer. Mehr als 30 Prozent gingen
zugrunde. Man brachte die meisten ins asiatische
Kasachstan. Seit den 1980er Jahren drängen sie auf
Aussiedlung. Bonn befürwortete 1992 die
Wiederansiedlung an der Wolga. Als Alternative bietet
sich das nördliche Ostpreußen an.
Wolhyniendeutsche
Das ukrainische
Wolhynien gehörte in den vergangenen Jahrhunderten
abwechselnd zu Rußland und Polen. Ab 1816 wanderten
deutsche Mennoniten aus Westpreußen und
Südwestdeutschland, ab 1831 Deutsche aus Polen ein.
Später kamen Pommern, Niedersachsen, Schlesier
hinzu. 1914 gab es 250 000 Wolhyniendeutsche. Viele
zehntausend wurden im Ersten Weltkrieg unter hohen Opfern
auf Geheiß des Zaren ins Innere Rußlands
deportiert, als die Front quer durch Wolhynien verlief.
1924 war ihre Zahl auf 120 000 zurückgegangen. Ab
1939 kamen die meisten als Umsiedler ins Wartheland. Dort
fielen sie 1945 dem Vertreibungsholocaust zum
Opfer.
Worms
Hagendenkmal und
Siegfriedbrunnen erinnern daran, welch bedeutende Rolle
Worms zur im Nibelungenlied besungenen Burgunderzeit
hatte. Später war es fränkische
Königspfalz. Im Heiligen Deutschen Reich war Worms
die wohl älteste Reichsstadt. Hier empfing Heinrich
I. im Jahre 926 die Heilige Lanze, wurde 1122 das
Konkordat zur Beilegung des Zwistes von Kaiser und Papst
geschlossen und stand Luther1521 vor den Mächtigen
des Reiches mannhaft zu seiner Lehre. Insgesamt fanden in
Worms mehr als 100 Reichstage statt. Die Schwäche
des Reiches betraf dann auch die Stadt, die im
30jährigen Krieg den Schweden als Hauptquartier
dienen mußte, 1689 von Frankreichs Truppen fast
völlig zerstört, 1797 von ihnen annektiert
wurde. 1815 kam Worms an Hessen-Darmstadt. In der
Bundesrepublik gehört es zu Rheinland-Pfalz. Von der
einstigen Herrlichkeit zeugt vor allem der mächtige
Kaiserdom, der das Stadtbild beherrscht.
Wormser Dom
An der Stelle einer
uralten Basilika wurde um 1000 n. Chr. auf Geheiß
Bischof Burchards der Grundstein zum Dom St. Peter
gelegt. Neu-und Weiterbau erfolgten im 12. Jahrhundert,
die Weihe im Jahre 1181. Die Architektur des Domes zu
Worms, wo 1122 das Konkordat zwischen Kaiser und Papst
geschlossen wurde, spiegelt den Machtkampf zwischen Reich
und Kurie wider. Das Südportal gilt als Denkmal der
Geistlichkeit, das Nordportal als Monument von Kaiser und
Reich. Hier sollen sich zur Nibelungenzeit Brunhild und
Kriemhild gestritten haben. 1689 zündeten
französische Marodeure den Dom an. An der
Wiederherstellung des ehrwürdigen Gebäudes war
Balthasar Neumann führend beteiligt. Die
Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges wurden nach
1945 beseitigt. In der Saliergruft des Domes ruhen unter
anderem die Gebeine Konrads des Roten, der großen
Anteil am welthistorischen deutschen Sieg auf dem
Lechfeld im Jahre 955 hatte, und des Grafen Heinrich, des
Vaters Kaiser Konrads II.
Zips
Das etwa 2500 qkm
große Gebiet der "Zipser Sachsen" mit Käsmark
als Mittelpunkt war eine deutsche Volkstumsinsel in der
Slowakei am Fuße der Hohen Tatra. Im 12. und 13.
Jahrhundert folgten Schlesier und Mitteldeutsche dem Ruf
der Ungarnkönige, sich dort niederzulassen.
Später gründeten Deutsche die Bergbausiedlungen
des Landes. Bis 1876 hatten die 24 Städte der Zips
Selbstverwaltung unter eigenen Grafen und mit eigenem
Recht nach Vorbild des Sachsenspiegels. Hussitenkriege,
polnische Herrschaft (1412-1771) und Madjarisierung im
19. Jahrhundert fügten dem Deutschtum der Zips
schweren Schaden zu. 1939 gab es noch 45 000 Deutsche
dort. Sie wurden 1945 ermordet oder
vertrieben.
Zollverein
Die mehr als
dreidutzendfache Teilung Deutschlands nach 1815
behinderte nicht nur die politische, sondern auch die
wirtschaftliche Entwicklung erheblich. Engagiertester
Verfechter eines Mitteleuropa ohne Zollschranken war der
Volkswirt Friedrich List (1789-1846). Nach weniger
bedeutenden Vorläufern trat am 1. Januar 1834 der
Deutsche Zollverein mit Preußen als stärkstem
Mitglied in Kraft. Ihm gehörten 18 Staaten mit einer
Fläche von 425 000 qkm an. Die entscheidende
Vorarbeit hatte der preußische Finanzminister
Friedrich von Motz (1775-1830) geleistet. In den
folgenden Jahrzehnten traten weitere deutsche Staaten
bei, so daß der Zollverein ungefähr den Umfang
des späteren Bismarckreiches hatte, als dessen
wirtschaftspolitische Vorstufe er gelten kann. Eine
gesamtdeutsche Zollunion mit Österreich scheiterte
damals am Zwist zwischen Berlin und Wien und zur Weimarer
Zeit am alliierten Verbot.
Zonengrenze
Nach Vereinigung der
drei westlichen Besatzungszonen (1947-49) Bezeichnung der
1393 Kilometer langen Demarkationslinie zur Sowjetzone
bzw. DDR. Im offiziellen DDR-Sprachgebrauch hieß
sie "Staatsgrenze West", die offizielle Bonner
Bezeichnung lautete ab 1973 "innerdeutsche Grenze". Ein
weltgeschichtlich einmalig brutales System von
Sperranlagen machte die Zonengrenze weitestgehend
unpassierbar. Gipfel der Perversion waren der
Schießbefehl auf Flüchtlinge, die Minenfelder
und (ab 1970) rund 54 000 Selbstschußanlagen "SM
70", die gräßliche Verstümmelungen
verursachten. Nach dem Bau der Mauer konnten etwa 26 000
Flüchtlinge die Zonengrenze überwinden, viele
von ihnen mit Unterstützung von Fluchthelfern aus
der Bundesrepublik. Die zentrale Erfassungsstelle
für DDR-Verbrechen in Salzgitter registrierte weit
über 4000 Tötungshandlungen an der Zonengrenze
(Schußwaffengebrauch, Minenexplosionen, SM
70-Detonationen). Die Zahl der an der Zonengrenze
Ermordeten ist unbekannt; vermutlich waren es viele
hundert. Festgenommene Flüchtlinge wurden zu hohen
Zuchthausstrafen verurteilt. Wirtschaftlich war die
Zonengrenze, die organisch gewachsene Einheiten
auseinanderriß, sowohl für die Bundesrepublik
als auch für die DDR eine ungeheure Belastung. 1989
wurde sie beseitigt.
Zwanzigster Juli
Am 20. Juli 1944
starben fünf Menschen beim Bombenattentat des Oberst
Graf Stauffenberg. Doch Hitler überlebte nur leicht
verletzt. Attentat und Putsch waren mangelhaft
organisiert. Im Reich bestand die Gefahr eines
Bürgerkrieges. Die Westmächte schlossen einen
Verhandlungsfrieden mit jeder deutschen Regierung aus
("bedingungslose Kapitulation"). Die Verschwörung
brach rasch zusammen. Stauffenberg wurde erschossen. Der
als Präsident vorgesehene Ex-Generalstabschef Beck
und der nationalkonservative Goerdeler, der Kanzler
werden sollte, wurden hingerichtet. Insgesamt gab es 200
Todesurteile. Die politische Bandbreite der Putschisten
reichte vom marxistischen Sozialisten über den
autoritären Ständestaatler bis zum
hitlerfeindlichen Nationalsozialisten. Einig war man sich
im großdeutschen Bekenntnis. Das Reich sollte
Elsaß-Lothringen, Südtirol, Österreich
behalten und im Osten die Grenzen von 1914 haben.
Stauffenberg äußerte eine Woche vor dem
Attentat: "Das Ziel ist die Erhaltung des Reiches." Von
den Westmächten wurden die Männer des 20. Juli
als "Unterweltler" beschimpft; erfreulich sei, "daß
sich die Deutschen gegenseitig morden".
Weiterführend:
Erwin
von Witzleben
-- Geehrt - entlassen
- gehenkt
Zweiter Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg
war im Kern der Kampf der vier Imperialmächte
Britisches Empire, Französisches Weltreich, USA und
UdSSR, die zwei Drittel der Erdoberfläche und 80%
der Weltressourcen kontrollierten, mit den
Aufsteigerstaaten Deutschland, Italien und Japan, deren
Führungen sich zu Höherem berufen fühlten
und ihrerseits in Imperialpolitik verfielen. In Europa
entzündete sich der Krieg an den Folgen des
Versailler Diktats, in Asien am Kampf um die Herrschaft
im Pazifik. Die Waagschale neigte sich ab 1942 zugunsten
der materiell und personell vielfach überlegenen
Alliierten. Dem Krieg folgte ab 1945 eine grausame
Abrechnung mit den besiegten Völkern, der vermutlich
12 Millionen Menschen in Europa und Asien zum Opfer
fielen. Die Weltordnung seither brachte über 200
neue Kriege mit allein 60 Mio. kriegstoten Kindern
(Berechnungen der UNICEF). Krieg mit England und mit den
USA wollte Berlin gewiß nicht. Der Angriff auf die
Sowjetunion war vermutlich ein Präventivschlag.
Für einen Weltkrieg war Deutschland 1939 nicht im
entferntesten gerüstet. Die deutsche Führung
hat den Weltkrieg ursprünglich wohl nicht
angesteuert, dann allerdings riskiert.
Weiterführend:
Wie
Churchill 1941 den Frieden
verhinderte --
Sensationelle Aktenfunde eines britischen
Historikers
Zwölf Artikel
Der Bauernkrieg 1525
war eine soziale und nationale Revolution. Den
Aufständischen ging es auch um die Abkehr von
Verwelschung des Rechts und um die Wiederbelebung der
Reichsgewalt, damit der Druck der Landesherrn vom
gemeinen Mann weiche. Ende Februar 1525 wurden unter
Leitung des Sebastian Lotzer, Bauernführer aus Horb,
und des Theologen Christoph Schappeler die Zwölf
Artikel formuliert. Gefordert wurde in ihnen unter
anderem die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Minderung
der Frondienste, die freie Pfarrerwahl und die
Rückkehr zum guten alten Recht. Die Zwölf
Artikel verbreiteten sich rasch im gesamten Reich und
wurden zum Grundsatzprogramm der Erhebung.
[Stichwort
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