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• Wacht am Rhein

Das Lied von der "Wacht am Rhein" mit der Eingangszeile "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" war neben dem Deutschlandlied der eigentliche Nationalgesang in Deutschland zur Zeit des Bismarckreiches. Es ist vor dem Hintergrund offener Aggressionspolitik Frankreichs entstanden, die sich zur Eroberung des gesamten linksrheinischen Gebietes mit dem Ziel des Rheines als "natürlicher Grenze" aufgeschwungen hatte. Die Worte sind rein defensiven Charakters; es geht um die Abwehr (!) fremden Anspruchs auf deutsches Gebiet. Gedichtet wurde die "Wacht am Rhein" 1840 von dem jungen Kaufmann Max Schneckenburger (1819-1849), die Weise schuf 1854 der Krefelder Musikdirektor Karl Wilhelm (1815-1873). Zuerst gedruckt wurde es 1854 in Essen. Im Kriege 1870/71 erlangte es Popularität im gesamten deutschen Volk und wurde seither bei nahezu jedem vaterländischen Anlaß angestimmt.

 

• Walhalla

Der nach der Totenhalle der germanischen Mythologie benannte Ruhmestempel nahe der alten Burg Donaustauf am Hochufer der Donau wurde auf Geheiß des Bayernkönigs Ludwig I. erbaut. Begonnen wurde am 18. Oktober 1832. Die Einweihung erfolgte am 18. Oktober 1842 (jeweils Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht). Baumeister Leo von Klenze hatte einen dorischen Marmortempel mit 52 Säulen geschaffen. Hinan führt eine gewaltige Marmortreppe mit 358 Stufen. Im Inneren der Halle befinden sich Büsten und Namenstafeln großer Deutscher. Der König hatte etliche schon als Kronprinz von bedeutenden Künstlern (u. a. Rauch, Schadow) anfertigen lassen. Zur Einweihung der Walhalla sagte Ludwig I.: "Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, daß sie ein gemeinsames Vaterland haben." Empörung löste 1989 der - alle zwei Jahre fällige - Beschluß des bayerischen Ministerrates über die Neuaufnahme in die Galerie der Walhalla aus; man hatte sich für Einstein, der die Atombombe auf Deutschland werfen lassen wollte, entschieden.

 

• Walther-Denkmal

Walther von der Vogelweide (geboren um 1170, gestorben um 1240) war der bedeutendste deutsche Minnesänger und, wie viele seiner Lieder zeigen, ein tief deutsch empfindender Künstler. Er stammte aus Südtirol. 1886 erteilte der Bozner Walther-Verein dem aus dem Südtiroler Vinschgau stammenden Wiener Bildhauer Heinrich Natter den Auftrag, ein Denkmal Walthers zu schaffen. Natter hatte sich u. a. mit Denkmälern für Robert Schumann in Leipzig und Zwingli in Zürich einen Namen gemacht. Er baute auch das Haydn-Denkmal in Wien und das 1893 enthüllte Hofer-Denkmal am Bergisel. Das Walther-Denkmal wurde als Zeugnis des deutschen Charakters des Landes an Etsch und Eisack 1889 auf dem Bozner ]ohannesplatz (ab 1901: Walther-Platz) aufgestellt. Es besteht aus reinstem Laaser Marmor. Zur Faschistenzeit verbannte man das Monument in den Rosegger-Park und benannte den Walther-Platz in "Piazza Vittorio Emanuele III." um. Seit 1981 steht das Denkmal für Südtirols großen Sohn wieder am ursprünglichen Orte, dem Bozner Walther-Platz.

 

• Wartburg

Von 1067 bis 1070 ließ Landgraf Ludwig der Salier (der Springer) eine erste Burg auf dem 384 Meter hohen Felskegel bei Eisenach in Thüringen erbauen. Von 1190 bis 1217 erfolgte der Neubau. Bis 1406 war die Wartburg Sitz des Thüringer Landgrafen, dann fiel sie an die Kurfürsten von Sachsen. Von 1838 bis 1890 wurde die verfallene Veste restauriert und im Inneren unter anderem ausgestattet mit Gemälden von Moritz von Schwind zur Burggeschichte und Mosaiken mit Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth. Bis zur Wiedervereinigung 1990 verlief unweit der Burg die brutale innerdeutsche Teilungsgrenze. Auf der Wartburg wirkte von 1221 bis 1227 die heilige Elisabeth. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts war die Veste als ein kulturelles Zentrum Deutschlands Schauplatz des sagenhaften Sängerkrieges, dem Wagner in der T annhäuser-Oper ein Denkmal setzte. Auf der Burg verdeutschte Luther 1521/22 als Junker Jörg das Neue Testament und trafen sich 1817 die nationalfreiheitlichen Studenten zum Wartburgfest.

 

• Wartburgfest

Zur 300 Jahr-Feier der Reformation und zum Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig trafen am 18./19. Oktober 1817 über 500 Abgesandte 12 evangelischer deutscher Universitäten auf der Wartburg zusammen. Auch die Professoren Oken und Fries waren erschienen. Die Initiative zum Wartburgfest ging wahrscheinlich von Jahns Turnern aus; eingeladen hatte die Jenaer Burschenschaft, deren Mitglied Riemann die Festrede hielt. Sowohl seine als auch die anderen Ansprachen waren flammende Appelle zur Einheit und Freiheit Deutschlands. Einige Teilnehmer verbrannten in Anspielung auf Luthers Vernichtung der päpstlichen Bannbulle etwa 25 Bücher reaktionärer Verfasser wie Kotzebue, den Code Napoleon, Polizeierlasse und Symbole des fürstlichen Absolutismus. Viele Teilnehmer des Wartburgfestes wurden behördlich verfolgt. Auch später trafen sich auf der Burg nationalfreiheitliche Studenten, so vom 12. bis 14. Juni 1848 zum deutschen Studententag.

 

• Wartheland

Die Warthe ist der größte Nebenfluß der Oder. An ihren Ufern liegen u. a. Tschenstochau, Posen, Landsberg/W., Küstrin. Der Warthebruch, eine riesige Sumpflandschaft, wurde unter Friedrich dem Großen von Deutschen urbar gemacht und besiedelt. Nach dem Polenfeldzug 1939 wurde aus nach dem Ersten Weltkrieg von Polen geraubten deutschen Gebieten und polnisch besiedelten Regionen selbstbestimmungswidrig ein Reichsgau (Wartheland, Warthegau) mit den Regierungsbezirken Hohensalza, Litzmannstadt (Lodsch) und Posen gebildet. Einige hunderttausend Polen, meist nach 1918 auf einstigem deutschen Reichsgebiet angesiedelt, wurden ins Generalgouvernement abgedrängt. Dafür kamen ca. 750 000 deutsche Umsiedler aus dem Osten und Südosten Europas zwischen 1939 und 1943 ins Wartheland. Sie wurden 1945 Opfer des Vertreibungsholocausts.

 

• Waterloo

Am 18. Juni 1815 konnte Napoleon in der Schlacht bei Waterloo (auch Schlacht bei Belle-Alliance genannt), zwanzig Kilometer südlich von Brüssel, endgültig bezwungen werden. Gegen die stürmisch angreifenden Franzosen hielt der englische Heerführer Wellington mit 67 000 Mann (davon rund die Hälfte Deutsche, ein Drittel Engländer, ein Sechstel Holländer) im Vertrauen auf die Preußen stand, wobei er gesagt haben soll: "Ich wollte, es würde Nacht, oder die Preußen kämen!" Das Vertrauen wurde nicht enttäuscht: Die Preußen mit Blücher und Gneisenau an der Spitze kamen heran und trieben nach wilder Schlacht die Franzosen zur Flucht. Die Verfolgung war scharf. Das letzte Heer Napoleons wurde vernichtet. Der seit zwei Jahrzehnten auf dem Abendland lastende Fluch war gebannt. Die Verbündeten hatten rund 20 000 Gefallene, davon zwei Drittel Deutsche. 25 000 Franzosen blieben auf dem Schlachtfeld.

 

• Wehrmacht

Seit dem "Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht" vom 16. März 1935 Name der Streitkräfte des Deutschen Reiches. Die Wehrmacht bestand aus dem Heer (später auch Waffen-SS), der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Für einen langen Krieg oder gar einen Weltkrieg war sie nicht gerüstet. Dank der Moral der Truppe und überlegener Strategie (Blitzkrieg) konnte sie weltgeschichtlich einmalige Erfolge erringen. Dann jedoch gewann der materiell wie personell ums Vielfache überlegene Feind die Oberhand. Die Wehrmacht wehrte sich verbissen. Gebiete, die sie in wenigen Wochen erobert hatte, errang der bis zu 10mal stärkere Feind erst nach ein, zwei Jahren zurück. Zum 8. Mai 1945 mußte die Wehrmacht kapitulieren. Rund 3,5 Mio. ihrer Soldaten blieben vor dem Feind, mindestens 1,5 Mio. kamen in den KZ der Sieger um. Die nahezu einheillige Meinung der Fachleute brachte der britische Diplomat und Churchill-Sekretär John Colville wie folgt zu Papier: "Die deutschen Soldaten waren im Zweiten Weltkrieg, wie schon im Ersten, die besten der Welt."

 

• Wehrmachtbericht

Der tägliche militärische Lagebericht des Oberkommandos der Wehrmacht (landläufig: Wehrmachtbericht) wurde vom 1. September 1939 bis zum 9. Mai 1945 mit den Mittagsnachrichten über den Reichsrundfunk gesendet. Herausragende Einzelnachrichten gab es als Sondermeldung. Die 2080 Wehrmachtberichte des Zweiten Weltkrieges entstanden in der von Generalmajor Hasso von Wedel geleiteten Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda im OKW. Sie blieben frei von politischer oder gar parteipolitischer Propaganda und gaben die Frontlage zuverlässig wieder. Die Sprache war schnörkellos und klar. Nur selten hatten die Berichte pathetische Züge. Etliche Wehrmachtberichte sind erschütternde literarische Zeitdokumente hohen Ranges; vor allem der letzte Bericht vom 9. Mai 1945, in welchem es zum Schluß heißt: "Die Toten verpflichten zu bedingungsloser Treue, Gehorsam und Disziplin gegenüber dem aus zahllosen Wunden blutenden Vaterland."

 

• Weimarer Nationaltheater

An der Stelle des späteren Nationaltheaters in Weimar wurde 1779 ein erstes Schauspielhaus erbaut. Dessen Leitung übernahm im Jahre 1791 Johann Wolfgang von Goethe. 1829 wurde nach einem Brand des alten Gebäudes ein neues Theater mit einer Premiere von "Faust I" zu Goethes 80. Geburtstag eingeweiht. 1907 erfolgte ein weiterer Neubau, der 1919 den Namen "Deutsches Nationaltheater" erhielt. Dort tagte 1919 die Deutsche Nationalversammlung zur Beratung und Verabschiedung der neuen Reichsverfassung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater durch Bomben schwer beschädigt, doch schon 1948 wiedereröffnet. 1973/74 gab es umfangreiche Restaurierungen. 1990 fand im Nationaltheater unmittelbar nach der Wiedervereinigung von West- und Mitteldeutschland die konstituierende Sitzung des Thüringer Landtages statt. Vor dem Bauwerk befindet sich das Goethe-Schiller- Denkmal.

 

• Weimarer Nationalversammlung

Weimar, 975 erstmals bezeugt und seit dem 16. Jahrhundert Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar, war ein geistiges Zentrum Deutschlands. Dort wirkten u. a. Bach, der ältere und der jüngere Cranach, Goethe und Schiller, Herder und Nietzsche. Im Deutschen Nationaltheater zu Weimar trat am 6. Februar 1919 die im Monat zuvor vom Volk gewählte Nationalversammlung, das verfassunggebende Parlament der deutschen Republik, zusammen. Wegen der KP-Unruhen war man vorerst nicht nach Berlin gegangen. Die Nationalversammlung tagte in Weimar unter dem Gemälde von Arthur Kampf, das Fichte bei seinen Reden an die deutsche Nation zeigt. Ebert wurde zum Reichspräsidenten, Scheidemann - ebenfalls Sozialdemokrat - zum Reichskanzler gewählt. Am 31. Juli 1919 verabschiedete die Nationalversammlung die großdeutsch-demokratische Reichsverfassung. Ende September 1919 zog sie nach Berlin um, wo sie sich im folgenden Mai nach Ausschreibung der Reichstagswahlen auflöste.

 

• Weimarer Reichsverfassung

Am 31. Juli 1919 nahm die Nationalversammlung mit den Stimmen von SPD, Zentrum und DDP die neue Reichsverfassung an, die stark von den Ideen der Paulskirche geprägt war. Sie wurde am 11. August 1919 verkündet und trat drei Tage später in Kraft. Ein 28köpfiger Verfassungsausschuß unter Vorsitz von Conrad Haußmann hatte die Vorarbeit geleistet. Grundlegend war ein Entwurf des Staatsrechtlers Hugo Preuß. Der Reichsverfassung zufolge war die Weimarer Republik föderal geordnet und eine parlamentarische Demokratie mit plebiszitären Elementen sowie starker Stellung des vom Volke direkt gewählten Präsidenten. Artikel 61 Abs. 2, der den Österreich-Anschluß vorsah, mußte auf Druck der Alliierten ausgesetzt und im Artikel 178 bekundet werden, daß die Verfassung die Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht berühre. Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland hat etliches aus der Weimarer Reichsverfassung übernommen.

 

• Weimarer Republik

In Weimar trat 1919 die verfassungsgebende Nationalversammlung zusammen. Die Weimarer Republik umfaßte 469 000 qkm mit 18 Ländern und hatte rund 62 Mio. Einwohner. Die Vereinigung der Republiken von Weimar und Wien zu einem demokratischen Großdeutschland wurde von den Alliierten gewaltsam verhindert. An der Spitze des Reiches stand bis 1925 als Präsident der nationale Sozialistenführer Friedrich Ebert, dann der Weltkriegsfeldmarschall Paul von Hindenburg. Die durch Versailles zur Schwäche verdammte Weimarer Republik wurde durch Aggressionen von außen und Putsche im Inneren erschüttert. Den Siegern mußte sie niederdrückende Tribute leisten. Die von der Wallstreet ausgehende Weltwirtschaftskrise ließ ab 1929 zusätzlich Abermillionen Deutsche verelenden. 20 sozialdemokratisch bzw. bürgerlich geführte Kabinette mit 12 verschiedenen Reichskanzlern waren verschlissen, als sich das verzweifelte Volk mehrheitlich NSDAP und KPD zuwandte und die Weimarer Republik zusammenbrach.

Weiterführend:
Der Rufmord an Ebert -- Das deutsche Volk schuldet ihm Dank und Anerkennung

 

• Welschtirol, Deutsche Sprachinseln

Südlich der Salurner Klause, im sogenannten Welschtirol, gibt es die deutschen Volkstumsinseln Florutz, Gereu und Palai im Fersental sowie Lusern auf der Hochebene von Vielgereuth. In diesen seit dem Mittelalter deutsch besiedelten Gebieten hat sich das Zimbrische, eine mittelhochdeutsche Mundart, gehalten. Ein Zimbrisches Kulturinstitut bemüht sich seit Ende der 80er Jahre um die Pflege der Überlieferungen. Fersental und Lusern kamen 1919 wegen des Diktats von Saint-Germain an Italien und wurden einer brutalen Italianisierung ausgesetzt. Viele Einwohner verließen 1939 wegen des Hitler-Mussolini-Abkommens schweren Herzens die Heimat; die meisten kehrten 1945 zurück. Zu den deutschen Sprachinseln im nördlichen italienischen Staatsgebiet gehören ferner das Kanaltal, Ortschaften am Südhang der karnischen Alpen (Zahre, Bladen, Tischlwang), die Gemeinde Ljetzan bei Verona, die Walsersiedlungen am Monte Rosa und im Pomat. Das Kanaltal und Tischlwang waren bis zur Mussolini-Zeit Teil des geschlossenen deutschen Sprachraumes.

 

• Westfälischer Friede

Gesamtbezeichnung für die im Oktober 1648 unterzeichneten Friedensschlüsse von Münster (zwischen dem Kaiser mit seinen Verbündeten und Frankreich mit Alliierten) und Osnabrück (zwischen den Kaiserlichen und den Schweden mit den jeweiligen Bundesgenossen). Das Deutsche Reich verlor seine europäische Führungsrolle. Es wurde zum Spielball ausländischer Imperialisten und einheimischer Separatisten. Der Abfall der Niederlande und der Schweiz mußte anerkannt werden - ebenso Frankreichs Landraub bis zum Rhein und Schwedens Herrschaft über Deutschlands Küsten. Die Mündungsgebiete der deutschen Hauptströme Rhein, Weser, Elbe und Oder waren dem Reich entrissen. Ungeheure Tribute mußten geleistet werden. Die mehr als 350 deutschen Teilstaaten erhielten "Eigenständigkeit", so daß das Reich als Ganzes manövrierunfähig wurde. Schweden und Frankreich hatten als "Garantiemächte" des Friedens Einmischungsrecht. Positiv wirkten Bestimmungen zur konfessionellen Toleranz, die verkündete Generalamnestie und die Stärkung Brandenburg-Preußens. Doch insgesamt war der Westfälische Friede für das Deutsche Reich eine Katastrophe.

 

• Westliche Grenzgebiete

Nach dem 8. Mai 1945 nutzten auch die Niederlande, Belgien und sogar Luxemburg Deutschlands Schwäche, um Beute zu machen. Die Niederlande rissen über 70 qkm mit etwa 10 000 Einwohnern in den Kreisen Geldern, Kleve (Ehen), Rees, Aachen-Land, Selfkant, Ahaus, Borken, Aschendorf-Hümmling, Grafschaft Bentheim und Leer an sich. Belgien okkupierte 27,7 qkm mit etwa 600 Einwohnern in den Kreisen Aachen-Stadt, Monschau und Schleiden. Luxemburg bemächtigte sich des Kammerwaldes. Der wirtschaftlich erstarkten Bundesrepublik, der wegen des Kalten Krieges eine politische Schlüsselrolle zugefallen war, gelang es in Verhandlungen, im großen und ganzen den alten Grenzverlauf wiederherzustellen. Die "Ausgleichsverträge" genannten Abkommen wurden mit Belgien am 24. September 1956, mit Luxemburg am 11. Juli 1959 und mit den Niederlanden am 8. April 1960 geschlossen.

 

• Westpreußen

Das seit 1773 amtlich Westpreußen genannte Gebiet war im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden unterworfen worden. Deutsche machten die sumpfige Wildnis urbar. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entglitt das Land dem geschwächten Orden und geriet unter polnische Herrschaft, was einen Niedergang verursachte. 1772 fiel Westpreußen (1793 auch Danzig und Thorn) an Preußen. Unter Friedrich dem Großen blühte es wieder auf. Neue deutsche Siedler kamen hinein. Obwohl weit überwiegend deutsch, fiel Westpreußen 1919 ohne Volksabstimmung größtenteils an Polen. Der östliche Rest kam an Ostpreußen, der westliche Streifen zur Grenzmark Posen-Westpreußen. Danzig wurde "Freistaat". In den Abstimmungsgebieten der Kreise Marienburg, Stuhm, Marienwerder und Rosenberg bekannten sich (1920) 92,43 % zu Deutschland. 1939 kam ganz Westpreußen wieder ans Deutsche Reich. Seit dem Vertreibungsholocaust 1945 ist es völlig in polnischer Hand.

 

• Wiederaufbau

Der durch den Luftterror zertrümmerte, an den Folgen der alliierten Blockade leidende, mit Millionen Vertriebenen überflutete, dem KZ-Terror der alliierten Militärdiktatoren ausgesetzte und von den Siegern zur Plünderung freigegebene Rest des Großdeutschen Reiches schien 1945 zum "Finis Germaniae" (Deutschlands Untergang) verdammt. Doch die Deutschen machten sich sowohl in den Westzonen als auch im sowjetischen Machtbereich und in Österreich umgehend an die Arbeit. Unter verheerenden Bedingungen vollbrachte das deutsche Volk eine der größten Friedensleistungen der Weltgeschichte: den Wiederaufbau. Die - ohnedies spärlichen - Zuwendungen aus dem US-Marshallplan kamen erst, als die deutsche Kärrnerarbeit schon erfolgreich auf Hochtouren lief. Von entscheidender Mithilfe durch Gastarbeiter, wie seit den 80er Jahren von Anhängern der multikulturellen Gesellschaft behauptet, kann keine Rede sein. Als Mitte der 50er Jahre die ersten Gastarbeiter kamen, war der Wiederaufbau vollbracht und das "deutsche Wirtschaftswunder" bereits Wirklichkeit.

 

• Wien

Seit Urzeiten hat das Gebiet von Wien an der alten Kreuzung von Donauweg und Bernsteinstraße eine europäische Schlüsselstellung. Das für 1137 erstmals bezeugte Wien wurde um 1250 Reichsstadt und 1276 habsburgisch. Nach Prag und vor Heidelberg wurde hier 1365 die zweitälteste deutsche Universität gegründet. Fast vierhundert Jahre, bis 1806, war Wien die Residenzstadt der deutschen Könige und Kaiser aus dem Hause Habsburg. 1529 und 1683 verteidigte es sich heldenhaft gegen die zahlenmäßig weit überlegenen türkischen Angreifer. Im 18. und 19. Jahrhundert entfaltete Wien als europäische Metropole Glanz und Pracht. Es zog die Großen des Geistes und der Kultur an (z. B. die "Wiener Klassiker" der Musik). 1805 und 1809 war Wien französisch besetzt, 1814/15 Schauplatz des Kongresses zur Neuordnung Europas. 1918 wurde es Hauptstadt der Republik Österreich. 1938 kam es zum Deutschen Reich. 1945 wurde es von den Besatzern in vier Sektoren aufgeteilt, um dann erneut die Hauptstadtrolle in der österreichischen Republik zu übernehmen.

 

• Wiener Kongress

Vom 18. September 1814 bis 9. Juni 1815 berieten die Fürsten und Staatsmänner Europas in Wien über die Ordnung nach Napoleon. Den Vorsitz führte Österreichs Staatskanzler Metternich. Der von glänzenden Festen begleitete Kongreß stellte im wesentlichen die Verhältnisse wieder her, wie sie zu Ende des 18. Jahrhunderts geherrscht hatten. Frankreich, durch den wendigen Talleyrand vertreten, erhielt die Grenzen von 1792, mußte also nichts von dem zuvor dem Deutschen Reich geraubten Gebiet hergeben. Deutschland bestand, fortan aus 38 Staaten, die nur lose im Deutschen Bund zusammengefaßt waren. Die Ordnung des Wiener Kongresses verschaffte Europa eine Atempause von fast 50 Jahren ohne zwischenstaatliche Kriege, enttäuschte jedoch die Hoffnungen der nationalen deutschen Bewegung auf ein neues Reich aller Deutschen. Den Nationafreiheitlichen standen Jahrzehnte der Unterdrückung bevor.

 

• Wittekinddenkmal

Legendärer Führer der Sachsen, der Vorfahren von Niedersachsen und Westfalen, im Kampf gegen die fränkische Übermacht Karls des Großen war Herzog Widukind, auch Wittekind genannt. In die nationale deutsche Geschichtsschreibung ist er eingegangen als letzter bedeutender Vertreter des freien Germanentums. Dem Sachsenherzog zu Ehren schuf der westfälische Bildhauer Professor Heinrich Wefing in Herford ein beeindruckendes Denkmal, das Wittekind ungestüm hoch zu Roß zeigt. Der Künstler gestaltete auch das Tauf-Relief Wittekinds an der Stiftskirche zu Enger und das Denkmal Friedrichs des Großen im Oderbruch. Das Herforder Wittekind-Monument weihte er am 28. Juni 1899 mit den Worten ein: "Möge es sein und bleiben ein Denkmal westfälischer Kraft und Treue." 1942 wurde die Reiterfigur zu Kriegszwecken abmontiert. Dank des Wirkens des "Denkmalvereins Wittekind" konnte 1959 eine werkgetreue Nachbildung des Monuments, geschaffen vom Bildhauer Walter Kruse, unter großer Beteiligung der Bevölkerung enthüllt werden.

 

• Wittelsbacher

Nahezu ein Dreivierteljahrtausend (von 1180 bis 1918) regierten Wittelsbacher in Bayern; ein Herrschaftszeitraum, den keine andere abendländische Dynastie erreichte. Graf Otto IV. nannte sich 1115 erstmals nach der nordöstlich von Aichach gelegenen Burg Wittelsbach. Sein Sohn wurde 1180 als Otto I. Herzog von Bayern; dessen Sohn Otto II. bekam 1214 die Pfalzgrafschaft bei Rhein übertragen. Die pfälzischen Wittelsbacher erwarben 1356 die Kurwürde, die bayerischen erhielten sie 1623. Mit Ludwig IV. dem Bayern (1314/ 28-1347) und Karl VII. Albrecht (1742-1745) stellten die Wittelsbacher zwei Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation). Ihrer Kleeburger Linie entstammten die schwedischen Könige von 1654 bis 1718; auch der erste König des neuen Griechenland, Otto I. (er regierte von 1832 bis 1862), war ein Wittelsbacher. Der kunstsinnige Wittelsbacher Bayernkönig Ludwig II. war Mäzen Wagners, ließ u. a. Neuschwanstein erbauen und trug Wilhelm von Preußen 1870 namens der deutschen Fürsten die Kaiserkrone an. König Ludwig III. legte 1918 als letzter regierender Wittelsbacher in Bayern die Krone nieder.

 

• Wolgadeutsche Republik

Viele von den Zaren ins Land gerufene Deutsche ließen sich an Europas größtem Strom, der Wolga, nieder. Am 6. Januar 1924 wurde beiderseits der unteren Wolga die .Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen" gegründet (28 200 qkm, 600 000 Einwohner, davon zwei Drittel Deutsche). Hauptstadt war Engels. Landwirtschaft, Industrie und Bildungswesen erreichten Spitzenstellungen in der Sowjetunion. 1941/42 wurden die W olgadeutschen als "Hitlerfaschisten" bezeichnet und fielen Stalins Deportationsterror zum Opfer. Mehr als 30 Prozent gingen zugrunde. Man brachte die meisten ins asiatische Kasachstan. Seit den 1980er Jahren drängen sie auf Aussiedlung. Bonn befürwortete 1992 die Wiederansiedlung an der Wolga. Als Alternative bietet sich das nördliche Ostpreußen an.

 

• Wolhyniendeutsche

Das ukrainische Wolhynien gehörte in den vergangenen Jahrhunderten abwechselnd zu Rußland und Polen. Ab 1816 wanderten deutsche Mennoniten aus Westpreußen und Südwestdeutschland, ab 1831 Deutsche aus Polen ein. Später kamen Pommern, Niedersachsen, Schlesier hinzu. 1914 gab es 250 000 Wolhyniendeutsche. Viele zehntausend wurden im Ersten Weltkrieg unter hohen Opfern auf Geheiß des Zaren ins Innere Rußlands deportiert, als die Front quer durch Wolhynien verlief. 1924 war ihre Zahl auf 120 000 zurückgegangen. Ab 1939 kamen die meisten als Umsiedler ins Wartheland. Dort fielen sie 1945 dem Vertreibungsholocaust zum Opfer.

 

• Worms

Hagendenkmal und Siegfriedbrunnen erinnern daran, welch bedeutende Rolle Worms zur im Nibelungenlied besungenen Burgunderzeit hatte. Später war es fränkische Königspfalz. Im Heiligen Deutschen Reich war Worms die wohl älteste Reichsstadt. Hier empfing Heinrich I. im Jahre 926 die Heilige Lanze, wurde 1122 das Konkordat zur Beilegung des Zwistes von Kaiser und Papst geschlossen und stand Luther1521 vor den Mächtigen des Reiches mannhaft zu seiner Lehre. Insgesamt fanden in Worms mehr als 100 Reichstage statt. Die Schwäche des Reiches betraf dann auch die Stadt, die im 30jährigen Krieg den Schweden als Hauptquartier dienen mußte, 1689 von Frankreichs Truppen fast völlig zerstört, 1797 von ihnen annektiert wurde. 1815 kam Worms an Hessen-Darmstadt. In der Bundesrepublik gehört es zu Rheinland-Pfalz. Von der einstigen Herrlichkeit zeugt vor allem der mächtige Kaiserdom, der das Stadtbild beherrscht.

 

• Wormser Dom

An der Stelle einer uralten Basilika wurde um 1000 n. Chr. auf Geheiß Bischof Burchards der Grundstein zum Dom St. Peter gelegt. Neu-und Weiterbau erfolgten im 12. Jahrhundert, die Weihe im Jahre 1181. Die Architektur des Domes zu Worms, wo 1122 das Konkordat zwischen Kaiser und Papst geschlossen wurde, spiegelt den Machtkampf zwischen Reich und Kurie wider. Das Südportal gilt als Denkmal der Geistlichkeit, das Nordportal als Monument von Kaiser und Reich. Hier sollen sich zur Nibelungenzeit Brunhild und Kriemhild gestritten haben. 1689 zündeten französische Marodeure den Dom an. An der Wiederherstellung des ehrwürdigen Gebäudes war Balthasar Neumann führend beteiligt. Die Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges wurden nach 1945 beseitigt. In der Saliergruft des Domes ruhen unter anderem die Gebeine Konrads des Roten, der großen Anteil am welthistorischen deutschen Sieg auf dem Lechfeld im Jahre 955 hatte, und des Grafen Heinrich, des Vaters Kaiser Konrads II.

 

• Zips

Das etwa 2500 qkm große Gebiet der "Zipser Sachsen" mit Käsmark als Mittelpunkt war eine deutsche Volkstumsinsel in der Slowakei am Fuße der Hohen Tatra. Im 12. und 13. Jahrhundert folgten Schlesier und Mitteldeutsche dem Ruf der Ungarnkönige, sich dort niederzulassen. Später gründeten Deutsche die Bergbausiedlungen des Landes. Bis 1876 hatten die 24 Städte der Zips Selbstverwaltung unter eigenen Grafen und mit eigenem Recht nach Vorbild des Sachsenspiegels. Hussitenkriege, polnische Herrschaft (1412-1771) und Madjarisierung im 19. Jahrhundert fügten dem Deutschtum der Zips schweren Schaden zu. 1939 gab es noch 45 000 Deutsche dort. Sie wurden 1945 ermordet oder vertrieben.

 

• Zollverein

Die mehr als dreidutzendfache Teilung Deutschlands nach 1815 behinderte nicht nur die politische, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung erheblich. Engagiertester Verfechter eines Mitteleuropa ohne Zollschranken war der Volkswirt Friedrich List (1789-1846). Nach weniger bedeutenden Vorläufern trat am 1. Januar 1834 der Deutsche Zollverein mit Preußen als stärkstem Mitglied in Kraft. Ihm gehörten 18 Staaten mit einer Fläche von 425 000 qkm an. Die entscheidende Vorarbeit hatte der preußische Finanzminister Friedrich von Motz (1775-1830) geleistet. In den folgenden Jahrzehnten traten weitere deutsche Staaten bei, so daß der Zollverein ungefähr den Umfang des späteren Bismarckreiches hatte, als dessen wirtschaftspolitische Vorstufe er gelten kann. Eine gesamtdeutsche Zollunion mit Österreich scheiterte damals am Zwist zwischen Berlin und Wien und zur Weimarer Zeit am alliierten Verbot.

 

• Zonengrenze

Nach Vereinigung der drei westlichen Besatzungszonen (1947-49) Bezeichnung der 1393 Kilometer langen Demarkationslinie zur Sowjetzone bzw. DDR. Im offiziellen DDR-Sprachgebrauch hieß sie "Staatsgrenze West", die offizielle Bonner Bezeichnung lautete ab 1973 "innerdeutsche Grenze". Ein weltgeschichtlich einmalig brutales System von Sperranlagen machte die Zonengrenze weitestgehend unpassierbar. Gipfel der Perversion waren der Schießbefehl auf Flüchtlinge, die Minenfelder und (ab 1970) rund 54 000 Selbstschußanlagen "SM 70", die gräßliche Verstümmelungen verursachten. Nach dem Bau der Mauer konnten etwa 26 000 Flüchtlinge die Zonengrenze überwinden, viele von ihnen mit Unterstützung von Fluchthelfern aus der Bundesrepublik. Die zentrale Erfassungsstelle für DDR-Verbrechen in Salzgitter registrierte weit über 4000 Tötungshandlungen an der Zonengrenze (Schußwaffengebrauch, Minenexplosionen, SM 70-Detonationen). Die Zahl der an der Zonengrenze Ermordeten ist unbekannt; vermutlich waren es viele hundert. Festgenommene Flüchtlinge wurden zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. Wirtschaftlich war die Zonengrenze, die organisch gewachsene Einheiten auseinanderriß, sowohl für die Bundesrepublik als auch für die DDR eine ungeheure Belastung. 1989 wurde sie beseitigt.

 

• Zwanzigster Juli

Am 20. Juli 1944 starben fünf Menschen beim Bombenattentat des Oberst Graf Stauffenberg. Doch Hitler überlebte nur leicht verletzt. Attentat und Putsch waren mangelhaft organisiert. Im Reich bestand die Gefahr eines Bürgerkrieges. Die Westmächte schlossen einen Verhandlungsfrieden mit jeder deutschen Regierung aus ("bedingungslose Kapitulation"). Die Verschwörung brach rasch zusammen. Stauffenberg wurde erschossen. Der als Präsident vorgesehene Ex-Generalstabschef Beck und der nationalkonservative Goerdeler, der Kanzler werden sollte, wurden hingerichtet. Insgesamt gab es 200 Todesurteile. Die politische Bandbreite der Putschisten reichte vom marxistischen Sozialisten über den autoritären Ständestaatler bis zum hitlerfeindlichen Nationalsozialisten. Einig war man sich im großdeutschen Bekenntnis. Das Reich sollte Elsaß-Lothringen, Südtirol, Österreich behalten und im Osten die Grenzen von 1914 haben. Stauffenberg äußerte eine Woche vor dem Attentat: "Das Ziel ist die Erhaltung des Reiches." Von den Westmächten wurden die Männer des 20. Juli als "Unterweltler" beschimpft; erfreulich sei, "daß sich die Deutschen gegenseitig morden".

Weiterführend:
Erwin von Witzleben -- Geehrt - entlassen - gehenkt

 

• Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg war im Kern der Kampf der vier Imperialmächte Britisches Empire, Französisches Weltreich, USA und UdSSR, die zwei Drittel der Erdoberfläche und 80% der Weltressourcen kontrollierten, mit den Aufsteigerstaaten Deutschland, Italien und Japan, deren Führungen sich zu Höherem berufen fühlten und ihrerseits in Imperialpolitik verfielen. In Europa entzündete sich der Krieg an den Folgen des Versailler Diktats, in Asien am Kampf um die Herrschaft im Pazifik. Die Waagschale neigte sich ab 1942 zugunsten der materiell und personell vielfach überlegenen Alliierten. Dem Krieg folgte ab 1945 eine grausame Abrechnung mit den besiegten Völkern, der vermutlich 12 Millionen Menschen in Europa und Asien zum Opfer fielen. Die Weltordnung seither brachte über 200 neue Kriege mit allein 60 Mio. kriegstoten Kindern (Berechnungen der UNICEF). Krieg mit England und mit den USA wollte Berlin gewiß nicht. Der Angriff auf die Sowjetunion war vermutlich ein Präventivschlag. Für einen Weltkrieg war Deutschland 1939 nicht im entferntesten gerüstet. Die deutsche Führung hat den Weltkrieg ursprünglich wohl nicht angesteuert, dann allerdings riskiert.

Weiterführend:
Wie Churchill 1941 den Frieden verhinderte -- Sensationelle Aktenfunde eines britischen Historikers

 

• Zwölf Artikel

Der Bauernkrieg 1525 war eine soziale und nationale Revolution. Den Aufständischen ging es auch um die Abkehr von Verwelschung des Rechts und um die Wiederbelebung der Reichsgewalt, damit der Druck der Landesherrn vom gemeinen Mann weiche. Ende Februar 1525 wurden unter Leitung des Sebastian Lotzer, Bauernführer aus Horb, und des Theologen Christoph Schappeler die Zwölf Artikel formuliert. Gefordert wurde in ihnen unter anderem die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Minderung der Frondienste, die freie Pfarrerwahl und die Rückkehr zum guten alten Recht. Die Zwölf Artikel verbreiteten sich rasch im gesamten Reich und wurden zum Grundsatzprogramm der Erhebung.

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